1. Hauptnavigation
  2. Navigation des Hauptbereiches
  3. Inhalt der Seite
Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Wir beantworten Ihre FragenGerne stehen die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung – rufen Sie uns an: 0800 – 4 20 30 40, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr. Ihr Anruf ist für Sie kostenlos. Oder schreiben Sie eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de
Welkende Rosen © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Fatigue bei Krebspatienten: Was tun bei starker Erschöpfung?

Müdigkeit während einer anstrengenden Krebstherapie – das erscheint den meisten Menschen als ganz normal. Doch bei nicht wenigen Krebspatienten kommt es zu einer besonders ausgeprägten Form der Erschöpfung. Sie bessert sich auch durch Ausschlafen oder körperliche Schonung nicht. Diese besondere Form der Müdigkeit bei Krebs trägt den Namen Fatigue (ausgesprochen: "Fatieg"). Nicht alle Krebspatienten sind gleichermaßen davon betroffen: Bei vielen Betroffenen tritt sie akut auf und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Behandlung. Die akute Fatigue verschwindet meist schnell nach Abschluss der Krebstherapie. Wer noch Wochen oder Monate nach abgeschlossener Krebsbehandlung davon betroffen ist, obwohl die Krebserkrankung nicht fortschreitet oder sogar geheilt werden konnte, leidet dagegen an einer chronischen Fatigue. Diese kann die Lebensqualität Betroffener in allen Krankheitsphasen stark einschränken.

Letzte Aktualisierung: 19.12.2012

Ursachen und Erscheinungsformen komplex

Extrem erschöpft oder antrieblos?

Wer sich während oder nach einer Krebsbehandlung übermäßig erschöpft fühlt, sollte darüber mit seinem behandelnden Arzt sprechen.

Sowohl bei der akuten Fatigue als auch bei der chronischen Fatigue gehen Fachleute davon aus, dass sich die Erschöpfung nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen lässt. Meist spielen bei einem Betroffenen mehrere Faktoren eine Rolle: Die Krebserkrankung selbst kann körperlich müde machen. Die verschiedenen Krebsbehandlungen wie etwa Chemotherapie, Bestrahlung, Immuntherapien und deren Folgen begünstigen eine extreme Erschöpfung. Aber auch Schlaf- und Bewegungsmangel aufgrund von Erkrankung und Therapie können eine Fatigue verstärken. Darüber hinaus können seelische oder soziale Faktoren eine Rolle spielen.

So vielfältig wie die Ursachen sind auch die Erscheinungsformen von Fatigue: Manche Patienten fühlen sich vor allem körperlich schwach und kraftlos und haben ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Bei anderen äußert sich die Erschöpfung eher auf der Gefühlsebene: Sie empfinden sich als antriebslos, können sich zu nichts motivieren oder haben Angst vor eigentlich ganz normalen Anforderungen des Alltags. Wer sich durch solche oder ähnliche Symptome belastet fühlt, sollte mit seinem behandelnden Arzt darüber sprechen.

Behandlung individuell anpassen

Da Ursachen und Erscheinungsformen der tumorbedingten Fatigue so verschieden und teilweise auch noch gar nicht bekannt sind, müssen auch eine Behandlung oder lindernde Maßnahmen auf jeden einzelnen Betroffenen individuell zugeschnitten werden. Die Therapie eines Patienten mit akuter Fatigue sieht anders aus als die Behandlung eines Patienten, der schon länger unter chronischer Fatigue leidet. Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und Fatigue benötigen andere Unterstützung als Patienten, die rein körperlich im Großen und Ganzen wieder gesund sind.

Auch wenn die individuellen Maßnahmen sehr verschieden sein können, so bauen sie doch meist auf einigen grundlegenden Verfahren auf. Dazu zählen beispielsweise angepasstes Bewegungstraining, Programme zur Kräfteeinteilung im Alltag, Entspannungsübungen und Schlafhygiene sowie eine psychoonkologische Unterstützung. Auch medikamentöse Therapien spielen eine Rolle, besonders wenn man konkrete Ursachen der Fatigue damit beheben oder bessern kann.

  • Weiterführende Fragen zur Diagnose und Behandlung tumorbedingter Fatigue beantwortet der Krebsinformationsdienst telefonisch unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40 oder per E-Mail.

Achtung: Fatigue kann auch unabhängig von einer Tumorerkrankung auftreten. Der Krebsinformationsdienst bietet jedoch keine Informationen für Menschen, die am chronischen Erschöpfungssyndrom oder einer anderen, nicht tumorbedingten Form schwerer Müdigkeit leiden.

Zum Weiterlesen

Wir beantworten Ihre Fragen: am Telefon oder per E-Mail.

Eine Liste kostenloser Broschüren zum Thema Fatigue hat der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Wegweiser", Stichwort "Broschürenverzeichnis", Stichwort "Fatigue" zusammengestellt.

In den beiden Adressdatenbanken "Psychosoziale Krebsberatungsstellen: Unterstützung, Beratung, Information" und "Ambulant psychotherapeutisch tätige Psychoonkologen" können Betroffene geeignete Ansprechpartner finden, wenn sie nach psychosozialer Unterstützung suchen.

Oft hilft es Betroffenen schon, mit anderen Menschen in der gleichen Situation zu sprechen. Wer sich mit anderen Betroffenen zum Thema Fatigue oder zu anderen krebsgezogenen Fragen austauschen möchte, findet auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes Adressen von Patientenorganisationen in der Rubrik "Wegweiser" unter "Adressen und Links".

Hintergrundinformationen zu Fatigue als Folge verschiedener Krebsbehandlungen finden sich beispielsweise in den Texten

Fatigue hat auch eine psychologische Seite: Ausführliche Informationen zur Krankheitsbewältigung finden sich in den Texten des Krebsinformationsdienstes in der Rubrik "Krankheitsverarbeitung: Umgang mit einer Krebserkrankung".

Nicht Schonung, sondern Bewegung scheint vielen Betroffenen gut zu tun: Der Krebsinformationsdienst bietet in seinem Text "Sport und Bewegung: Unterstützung für Krebspatienten" weitere Informationen zum Thema körperliche Aktivität und Fatigue.

Wer nach Fatigue im Zusammenhang mit einer einzelnen Tumorart sucht, findet Informationen in der Rubrik "Krebsarten: Diagnose, Behandlung, Nachsorge".

Fachliteratur: Informationen für Interessierte und Fachkreise (Auswahl)

Auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie findet sich unter dem Stichwort "Onkopedia", "Onkopedia Pflege", "Pflegediagnosen" und "Erschöpfung (Fatigue)" unter www.dgho-onkopedia.de/de/onkopedia-p/leitlinien/erschoepfung-fatigue eine Definition, Risikofaktoren und Anzeichen der Fatigue.

Als Fachgesellschaft bietet die Deutsche Fatigue Gesellschaft weitere Informationen zu tumorbedingter Fatigue unter www.deutsche-fatigue-gesellschaft.de.

Informationen zu Fatigue bietet auch die Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Krebsgesellschaft (ASORS) unter www.onkosupport.de.

Leitlinie Cancer-Related Fatigue, Version 1.2012: Diese vom National Comprehensive Cancer Network (NCCN) herausgegebene englischsprachige Leitlinie unterscheidet zwischen Fatigue während der Krebsbehandlung, Fatigue nach abgeschlossener Krebsbehandlung und Fatigue bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung. Die Leitlinie ist nur für registrierte Nutzer zugänglich unter www.nccn.org/professionals/physician_gls/f_guidelines.asp#fatigue.