Darmkrebs: anatomische Darstellung mit leuchtendem Tumor

Darmkrebs (kolorektales Karzinom)

Aktualisiert am:

Von: Jule Ehmann (Humanbiologin, M.Sc.)

  • Darmkrebs kann verschiedene Bereiche des Darms betreffen – besonders häufig sind Dickdarm und Enddarm. Wenn Darmkrebs dort entsteht, sprechen Fachleute von einem "kolorektalen Karzinom".
  • Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken circa 25.000 Frauen und 30.000 Männer an Darmkrebs.
  • Die Heilungschancen bei Darmkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist, wann der Krebs erkannt wird. Wird die Diagnose früh gestellt, sind die Chancen auf Heilung gut.

Hinweis

In den folgenden Texten geht es um Dick- und Enddarmkrebs, das kolorektale Karzinom. Nicht thematisiert sind andere Tumoren des Darms, beispielsweise Dünndarmkrebs.

Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Schematische anatomische Abbildung des Darmtraktes mit leuchtendem Tumor im Dickdarm.
Darmkrebs ist ein bösartiger Tumor im Darm.
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; erstellt mit BioRender.com

Darmkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung im Darm. Wenn der Tumor im Dickdarm (Kolon) oder Enddarm (Rektum) entsteht, sprechen Fachleute von einem kolorektalen Karzinom. Im Dickdarm und Enddarm kommt Darmkrebs am häufigsten vor. 

Darmkrebs entsteht bei 9 von 10 Betroffenen aus den Drüsenzellen der Schleimhaut, die das Darminnere auskleidet. Diese Art von Darmkrebs heißt in der Fachsprache Adenokarzinom.

Zum Weiterlesen

Weitere Krebsarten im Darm

Krebs im Dünndarm oder am äußeren Darmausgang, dem Anus, kommt seltener vor. Es gibt auch andere Krebsarten im Darm, die nicht als Darmkrebs bezeichnet werden. Sie entstehen nicht in der inneren Darmschleimhaut, sondern in anderen Teilen des Darmgewebes:

  • Der Gastrointestinale Stroma-Tumor (GIST) gehört zu den Weichteilsarkomen. Er entsteht aus Vorläuferzellen des Binde- und Stützgewebes und kann im gesamten Magen-Darm-Trakt vorkommen. Weitere Informationen bietet der Text GIST.
  • Das MALT-Lymphom ist Krebs des Lymphgewebes, der auch in der Darmwand entstehen kann. Informationen dazu bietet der Text Maligne Lymphome.
  • Neuroendokrine Tumoren des Magen-Darm-Trakts (GEP-NET) entwickeln sich aus hormonproduzierenden Zellen des Verdauungssystems.

Wie entsteht Darmkrebs?

Darmkrebs entsteht nicht von heute auf morgen: Er entwickelt sich meist langsam über einen Zeitraum von Jahren oder Jahrzehnten.

Darmkrebs entsteht meist aus gutartigen Vorstufen. Das sind kleine Wucherungen der Darmschleimhaut, die auch Polypen genannt werden. Die häufigste dieser Vorstufen bezeichnen Fachleute auch als Adenom.

Einige gutartige Veränderungen bleiben harmlos oder bilden sich zurück. Nur ein Teil entwickelt sich über einen längeren Zeitraum schrittweise zu einem bösartigen Tumor. Heute kennen Forschende typische Veränderungen im Erbgut, die hinter dieser schrittweisen Entwicklung stehen.

Zum Weiterlesen

Anfangs ist der Tumor in der Regel auf die Darmschleimhaut begrenzt. Im weiteren Verlauf kann der Tumor in tiefere Gewebeschichten des Darms einwachsen und sich in umliegende Organe und Gewebe ausbreiten. Absiedlungen eines Darmtumors (Metastasen) bilden sich vor allem in der Leber, der Lunge oder dem Bauchfell.

Wie ist die Prognose bei Darmkrebs?

Die Heilungschancen bei Darmkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:

  • Wann wird der Krebs erkannt? Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen gut. Auch wenn der Krebs schon weitergewachsen ist, kann eine Heilung noch möglich sein.
  • Haben sich Metastasen gebildet? Wenn sich der Krebs in andere Organe ausgebreitet hat, ist die Prognose schlechter. Eine Heilung kann aber selbst dann noch möglich sein.

Wie häufig ist Darmkrebs?

In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 25.000 Frauen und 30.000 Männer die Diagnose Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Fachleute machen dafür unter anderem die Ernährung und den Lebensstil verantwortlich, mehr dazu im Text Risikofaktoren für Darmkrebs

Seit etwa 20 Jahren erkranken in Deutschland im Durchschnitt immer weniger Menschen an Darmkrebs. Ein Grund dafür kann das gesetzliche Früherkennungsprogramm sein: Durch Darmspiegelungen können Vorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt werden, bevor daraus Darmkrebs entsteht.

Darmkrebs ist bei älteren Menschen deutlich häufiger als bei jüngeren: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei rund 71 Jahren, bei Frauen bei 75 Jahren.

Wichtig zu wissen:

Das Risiko für eine Darmkrebserkrankung ist für Menschen höher, die bestimmte seltene, erbliche Veränderungen oder eine chronische Darmerkrankung haben. Sie können bereits sehr jung erkranken. Weitere Informationen dazu gibt es unter Darmkrebsrisiko

Schematische Darstellung der Verdauungsorgane im menschlichen Körper.
Das Verdauungssystem des Menschen.
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; erstellt mit BioRender.com

Im Magen beginnt die Verdauung der Nahrung. Er gibt den Speisebrei in kleinen Portionen an den Dünndarm weiter. Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse liefern notwendige Stoffe für die Verdauung. Im Dünndarm findet der Hauptteil der Verdauung statt. Dort gelangen die meisten Nährstoffe vom Darm in die Blutbahn und damit in den restlichen Körper.

Über dem Blinddarm schließt sich der Dickdarm (Kolon) an. Er ist bei erwachsenen Menschen etwa 1 bis 1,5 Meter lang und verläuft in der Form eines umgekehrten "U" durch den Bauchraum. Mithilfe seiner kräftigen Muskulatur befördert er den verdauten Nahrungsbrei in wellenförmigen Bewegungen in Richtung Darmausgang. Salze und Wasser werden aus dem Nahrungsbrei entzogen und über den Dickdarm aufgenommen.

Die innere Schicht der Darmwand ist eine Schleimhaut mit schleimproduzierenden Drüsenzellen. Dieser Schleim macht den Stuhl gleitfähiger.

In einer S-förmigen Schleife – dem sogenannten Sigma – geht der Dickdarm in den Enddarm (Rektum) über. Dort bleiben die unverdaulichen Reste der Nahrung bis zur nächsten Stuhlentleerung. Am Darmausgang befindet sich der Afterschließmuskel, der den Stuhlgang steuert.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an hilfreichen Links zum Weiterlesen und Quellen, die für die Erstellung dieses Textes genutzt wurden. 

Zum Herunterladen und Ausdrucken

Der Krebsinformationsdienst bietet zu ausgewählten Themen kurzgefasste Informationsblätter an. Diese Informationsblätter können als PDF-Datei heruntergeladen und ausgedruckt werden. 

Quellen und weiterführende Informationen

Leitlinien

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 3.2, 2026, AWMF Registrierungsnummer: 021/007OL, abgerufen am: 01.06.2026

Die Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) publiziert mehrere Fachempfehlungen zum Thema Gastrointestinale Tumoren in englischer Sprache.

Epidemiologie

Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Internetseite aktuelle Zahlen zur Häufigkeit und Sterblichkeit von Darmkrebs in Deutschland. Abgerufen am 01.06.26.

Darmkrebs: Fachgesellschaften 

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ist ein Zusammenschluss von Expertinnen und Experten, die Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten erforschen. Auf ihrer Internetseite stellt die Fachgesellschaft unter anderem wissenschaftliche Leitlinien zur Verfügung, zum Beispiel zu Darmkrebs. 

Patientinnen und Patienten finden dort zudem eine Liste mit Kontaktdaten verschiedener Selbsthilfegruppen.

Die Deutsche ILCO e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Darmkrebs, Menschen mit einem künstlichen Darmausgang oder einer künstlichen Harnableitung (Stoma) sowie deren Angehörige. Sie bietet Informationen, Unterstützung und die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Die Deutsche Kontinenzgesellschaft e.V. bietet Betroffenen, die nach einer Darmkrebserkrankung Probleme mit der Kontrolle des Stuhlgangs haben, praktische Tipps für den alltäglichen Umgang. Auch Fachleute, die sich um Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs kümmern, finden dort viele Informationen zur Behandlung von Stuhlinkontinenz.

Darmkrebs: Stiftungen 

Die Stiftung LebensBlicke möchte umfassend über die Themen Darmkrebsvorbeugung und -früherkennung informieren. Hierfür bietet die Stiftung zum Beispiel Informationsbroschüren zur Früherkennung von Darmkrebs an, organisiert öffentliche Informationsveranstaltungen und vermittelt Adressen von regionalen Selbsthilfegruppen für Darmkrebsbetroffene.

Die Felix Burda Stiftung engagiert sich für die Darmkrebsvorsorge: Mit Kampagnen und Informationsveranstaltungen möchte sie ein verstärktes Bewusstsein für Darmkrebsvorbeugung und -früherkennung erreichen. Auf den Internetseiten finden sich Informationen über Projekte und Veranstaltungen.

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Darmkrebs: Themenübersicht

Infografik So kann man Darmkrebs vorbeugen: auf die Ernährung achten, nicht rauchen, regelmäßige Bewegung, Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen, Übergewicht vermeiden

Darmkrebs: Risikofaktoren und Vorbeugung

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die Darmkrebs begünstigen. Einige davon kann man vermeiden und so Darmkrebs vorbeugen. Manche Menschen leben aufgrund einer erblichen Veranlagung mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko.

Arzt führt bei Patient eine Darmspiegelung durch.

Darmkrebs: Vorsorge und Früherkennung

Die zuverlässigste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen, ist die Darmspiegelung oder Koloskopie. Aber auch ein Stuhltest auf nicht sichtbares Blut gehört zum gesetzlichen Früherkennungsprogramm in Deutschland.

Mann bei Toilette hat Bauchschmerzen

Darmkrebs: Symptome und Warnzeichen

Die ersten Anzeichen für Darmkrebs sind meist wenig typisch. Sie können auch auf andere Darmerkrankungen hinweisen. Halten solche Beschwerden länger an, sollten Betroffene dennoch zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen.

Im Vordergrund ein Tablett mit Blutentnahme-Röhrchen und Besteck zum Blutabhnehmen. Im Hintergrund eine Arzthelferin, die einem Mann Blut abnimmt.

Diagnose Darmkrebs: Untersuchungen bei Krebsverdacht

Bei Verdacht auf Darmkrebs wird eine Darmspiegelung durchgeführt. Bestätigt sich der Verdacht, kommen weitere Untersuchungen infrage.

Patient sitz auf einer Treppe im Hausflur und liest besorgt einen Arztbreif, der seinen Krankheitsbefund beschreibt.

Darmkrebs: Befunde verstehen

Adenokarzinom, Rektumkarzinom, Stadium, Grading: Wir erklären Fachbegriffe und erläutern, was Untersuchungsergebnisse bedeuten.

Ärztin steht vor dem Krankenbett eines Patienten mit seiner Angehörigen und spricht über die weitere Behandlung.

Behandlungsmöglichkeiten bei Darmkrebs

Als Behandlung bei Darmkrebs kommen OP, Chemotherapie, Bestrahlung, zielgerichtete Medikamente oder eine Immuntherapie infrage.

Zwei Ärzte operieren.

Behandlung bei Darmkrebs: Operation

Eine Operation ist für viele Darmkrebspatientinnen und -patienten die wichtigste Behandlungsmöglichkeit: Wenn der Tumor vollständig entfernt werden kann, ist eine dauerhafte Heilung möglich.

Ein Tropf im Vordergrund, im Hintergrund ist verschwommen ein Mann zu sehen.

Behandlung bei Darmkrebs: Chemotherapie und Bestrahlung

Eine Chemo- oder Strahlentherapie ergänzt bei vielen Darmkrebserkrankten die Operation. Für Betroffene mit einer weiter fortgeschrittenen Erkrankung ist die Chemotherapie sogar die wichtigste Behandlungsmöglichkeit.

Ein Dartpfeil steckt zielgenau im Bullseye einer Dartscheibe

Behandlung bei Darmkrebs: Zielgerichtete Medikamente

Zielgerichtete Wirkstoffe sind vor allem für Betroffene mit fortgeschrittenem Darmkrebs geeignet. Hier erfahren Sie, welche Medikamente es gibt, wie die Behandlung abläuft und welche Nebenwirkungen möglich sind.

Ärztin spricht mit Patient und einer jungen Angehörigen, während der Patient ambulant eine Infusion erhält.

Darmkrebs: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung

Dieser Text geht auf Fragen und Probleme ein, die bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs auftauchen können. Er zeigt, welche Möglichkeiten es für Betroffene gibt und wo sie Unterstützung erhalten.

Ein Mann trainiert mit einer Physiotherapeutin in einem Sportraum.

Rehabilitation und Nachsorge bei Darmkrebs

Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs stehen nach der Therapie eine Reihe von Unterstützungsangeboten offen. Sie sollen helfen, Krankheits- oder Therapiefolgen zu mindern und mit Belastungen umzugehen.

Menschen schlendern zwischen den Ständen eines Wochenmarktes.

Darmkrebs: Leben mit und nach der Erkrankung

Ernährung, Sexualität, Inkontinenz, Stoma: Darmkrebs kann zu Problemen führen, mit denen Betroffene lernen müssen, umzugehen.

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