- Darmkrebs kann verschiedene Bereiche des Darms betreffen – besonders häufig sind Dickdarm und Enddarm. Wenn Darmkrebs dort entsteht, sprechen Fachleute von einem "kolorektalen Karzinom".
- Darmkrebs ist in Deutschland bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebserkrankung. Jährlich erkranken circa 25.000 Frauen und 30.000 Männer an Darmkrebs.
- Die Heilungschancen bei Darmkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist, wann der Krebs erkannt wird. Wird die Diagnose früh gestellt, sind die Chancen auf Heilung gut.
Hinweis
In den folgenden Texten geht es um Dick- und Enddarmkrebs, das kolorektale Karzinom. Nicht thematisiert sind andere Tumoren des Darms, beispielsweise Dünndarmkrebs.
Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.
Darmkrebs – kurz erklärt

Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; erstellt mit BioRender.com
Darmkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung im Darm. Wenn der Tumor im Dickdarm (Kolon) oder Enddarm (Rektum) entsteht, sprechen Fachleute von einem kolorektalen Karzinom. Im Dickdarm und Enddarm kommt Darmkrebs am häufigsten vor.
Darmkrebs entsteht bei 9 von 10 Betroffenen aus den Drüsenzellen der Schleimhaut, die das Darminnere auskleidet. Diese Art von Darmkrebs heißt in der Fachsprache Adenokarzinom.
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Weitere Krebsarten im Darm
Krebs im Dünndarm oder am äußeren Darmausgang, dem Anus, kommt seltener vor. Es gibt auch andere Krebsarten im Darm, die nicht als Darmkrebs bezeichnet werden. Sie entstehen nicht in der inneren Darmschleimhaut, sondern in anderen Teilen des Darmgewebes:
- Der Gastrointestinale Stroma-Tumor (GIST) gehört zu den Weichteilsarkomen. Er entsteht aus Vorläuferzellen des Binde- und Stützgewebes und kann im gesamten Magen-Darm-Trakt vorkommen. Weitere Informationen bietet der Text GIST.
- Das MALT-Lymphom ist Krebs des Lymphgewebes, der auch in der Darmwand entstehen kann. Informationen dazu bietet der Text Maligne Lymphome.
- Neuroendokrine Tumoren des Magen-Darm-Trakts (GEP-NET) entwickeln sich aus hormonproduzierenden Zellen des Verdauungssystems.
Wie entsteht Darmkrebs?
Darmkrebs entsteht nicht von heute auf morgen: Er entwickelt sich meist langsam über einen Zeitraum von Jahren oder Jahrzehnten.
Darmkrebs entsteht meist aus gutartigen Vorstufen. Das sind kleine Wucherungen der Darmschleimhaut, die auch Polypen genannt werden. Die häufigste dieser Vorstufen bezeichnen Fachleute auch als Adenom.
Einige gutartige Veränderungen bleiben harmlos oder bilden sich zurück. Nur ein Teil entwickelt sich über einen längeren Zeitraum schrittweise zu einem bösartigen Tumor. Heute kennen Forschende typische Veränderungen im Erbgut, die hinter dieser schrittweisen Entwicklung stehen.
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Anfangs ist der Tumor in der Regel auf die Darmschleimhaut begrenzt. Im weiteren Verlauf kann der Tumor in tiefere Gewebeschichten des Darms einwachsen und sich in umliegende Organe und Gewebe ausbreiten. Absiedlungen eines Darmtumors (Metastasen) bilden sich vor allem in der Leber, der Lunge oder dem Bauchfell.
Wie ist die Prognose bei Darmkrebs?
Die Heilungschancen bei Darmkrebs hängen von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel:
- Wann wird der Krebs erkannt? Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen gut. Auch wenn der Krebs schon weitergewachsen ist, kann eine Heilung noch möglich sein.
- Haben sich Metastasen gebildet? Wenn sich der Krebs in andere Organe ausgebreitet hat, ist die Prognose schlechter. Eine Heilung kann aber selbst dann noch möglich sein.
Wie häufig ist Darmkrebs?
In Deutschland erhalten jedes Jahr etwa 25.000 Frauen und 30.000 Männer die Diagnose Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs bei Frauen die zweithäufigste und bei Männern die dritthäufigste Krebsart. Fachleute machen dafür unter anderem die Ernährung und den Lebensstil verantwortlich, mehr dazu im Text Risikofaktoren für Darmkrebs.
Seit etwa 20 Jahren erkranken in Deutschland im Durchschnitt immer weniger Menschen an Darmkrebs. Ein Grund dafür kann das gesetzliche Früherkennungsprogramm sein: Durch Darmspiegelungen können Vorstufen frühzeitig entdeckt und entfernt werden, bevor daraus Darmkrebs entsteht.
Darmkrebs ist bei älteren Menschen deutlich häufiger als bei jüngeren: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei Männern bei rund 71 Jahren, bei Frauen bei 75 Jahren.
Wichtig zu wissen:
Das Risiko für eine Darmkrebserkrankung ist für Menschen höher, die bestimmte seltene, erbliche Veränderungen oder eine chronische Darmerkrankung haben. Sie können bereits sehr jung erkranken. Weitere Informationen dazu gibt es unter Darmkrebsrisiko.
Detailwissen: Aufbau und Funktion des Darms

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Im Magen beginnt die Verdauung der Nahrung. Er gibt den Speisebrei in kleinen Portionen an den Dünndarm weiter. Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse liefern notwendige Stoffe für die Verdauung. Im Dünndarm findet der Hauptteil der Verdauung statt. Dort gelangen die meisten Nährstoffe vom Darm in die Blutbahn und damit in den restlichen Körper.
Über dem Blinddarm schließt sich der Dickdarm (Kolon) an. Er ist bei erwachsenen Menschen etwa 1 bis 1,5 Meter lang und verläuft in der Form eines umgekehrten "U" durch den Bauchraum. Mithilfe seiner kräftigen Muskulatur befördert er den verdauten Nahrungsbrei in wellenförmigen Bewegungen in Richtung Darmausgang. Salze und Wasser werden aus dem Nahrungsbrei entzogen und über den Dickdarm aufgenommen.
Die innere Schicht der Darmwand ist eine Schleimhaut mit schleimproduzierenden Drüsenzellen. Dieser Schleim macht den Stuhl gleitfähiger.
In einer S-förmigen Schleife – dem sogenannten Sigma – geht der Dickdarm in den Enddarm (Rektum) über. Dort bleiben die unverdaulichen Reste der Nahrung bis zur nächsten Stuhlentleerung. Am Darmausgang befindet sich der Afterschließmuskel, der den Stuhlgang steuert.
Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an hilfreichen Links zum Weiterlesen und Quellen, die für die Erstellung dieses Textes genutzt wurden.
Weitere Informationen finden Sie bei uns im Internet
Darmkrebs: Vorsorge und Früherkennung
Zum Herunterladen und Ausdrucken
Der Krebsinformationsdienst bietet zu ausgewählten Themen kurzgefasste Informationsblätter an. Diese Informationsblätter können als PDF-Datei heruntergeladen und ausgedruckt werden.
- Informationsblatt "Darmkrebs? Gut informiert bei sozialrechtlichen Fragen"
- Informationsblatt "Darmkrebs-Früherkennung"
Quellen und weiterführende Informationen
Leitlinien
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Langversion 3.2, 2026, AWMF Registrierungsnummer: 021/007OL, abgerufen am: 01.06.2026
Die Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO) publiziert mehrere Fachempfehlungen zum Thema Gastrointestinale Tumoren in englischer Sprache.
Epidemiologie
Das Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlicht auf seiner Internetseite aktuelle Zahlen zur Häufigkeit und Sterblichkeit von Darmkrebs in Deutschland. Abgerufen am 01.06.26.
Darmkrebs: Fachgesellschaften
Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ist ein Zusammenschluss von Expertinnen und Experten, die Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten erforschen. Auf ihrer Internetseite stellt die Fachgesellschaft unter anderem wissenschaftliche Leitlinien zur Verfügung, zum Beispiel zu Darmkrebs.
Patientinnen und Patienten finden dort zudem eine Liste mit Kontaktdaten verschiedener Selbsthilfegruppen.
Die Deutsche ILCO e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation für Menschen mit Darmkrebs, Menschen mit einem künstlichen Darmausgang oder einer künstlichen Harnableitung (Stoma) sowie deren Angehörige. Sie bietet Informationen, Unterstützung und die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Die Deutsche Kontinenzgesellschaft e.V. bietet Betroffenen, die nach einer Darmkrebserkrankung Probleme mit der Kontrolle des Stuhlgangs haben, praktische Tipps für den alltäglichen Umgang. Auch Fachleute, die sich um Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs kümmern, finden dort viele Informationen zur Behandlung von Stuhlinkontinenz.
Darmkrebs: Stiftungen
Die Stiftung LebensBlicke möchte umfassend über die Themen Darmkrebsvorbeugung und -früherkennung informieren. Hierfür bietet die Stiftung zum Beispiel Informationsbroschüren zur Früherkennung von Darmkrebs an, organisiert öffentliche Informationsveranstaltungen und vermittelt Adressen von regionalen Selbsthilfegruppen für Darmkrebsbetroffene.
Die Felix Burda Stiftung engagiert sich für die Darmkrebsvorsorge: Mit Kampagnen und Informationsveranstaltungen möchte sie ein verstärktes Bewusstsein für Darmkrebsvorbeugung und -früherkennung erreichen. Auf den Internetseiten finden sich Informationen über Projekte und Veranstaltungen.
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