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Tabletten für die Hormonersatztherapie © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Wechseljahre: Krebsrisiko durch Hormone?

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen – was dagegen hilft und nicht schadet

Viele Frauen bringen die Wechseljahre problemlos hinter sich. Andere leiden unter Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen und weiteren Problemen. Eine Hormonbehandlung mit Östrogen und Progesteron bietet Abhilfe bei starken Beschwerden – doch sie kann auch das Krebsrisiko steigern. Sind Soja und pflanzliche Präparate mit sogenannten Phytohormonen ein unschädlicher Ersatz? Und was ist erlaubt, wenn man schon Krebs hatte, etwa hormonabhängigen Brustkrebs?
Die wichtigsten Fakten für Frauen im Klimakterium fasst der folgende Text zusammen.

Erstellt: 03.07.2019
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Natürliche Wechseljahre: Keine Krankheit

Ende 30, Anfang 40 lässt bei den meisten Frauen die Produktion der Geschlechtshormone nach. "Gefühlt" beginnen die Wechseljahre etwas später: Erst nach und nach reichen die Spiegel von Östrogen und Progesteron nicht mehr für einen normalen Monatszyklus aus.
In dieser Zeit, dem sogenannten Klimakterium, werden die monatlichen Blutungen unregelmäßig, und eine Schwangerschaft ist kaum noch wahrscheinlich.
Mit Anfang bis Mitte 50 haben die meisten Frauen ihre letzte Regelblutung, die sogenannte Menopause.

  • Die Wechseljahre sind bei gesunden Frauen keine Krankheit, sondern ein ganz normaler Vorgang.

Längst nicht alle Frauen leiden unter Beschwerden - und wenn doch, dann nicht gleichzeitig unter allen Problemen. Nicht wenige Frauen begrüßen sogar das Aufhören regelmäßiger Monatsblutungen. Oder sie sind froh darüber, keine Empfängnisverhütung mehr zu benötigen.

Einige Frauen spüren die hormonelle Umstellung jedoch deutlich.

Welche Begleiterscheinungen der Wechseljahre sind möglich?

Frau mit Hitzewallungen in den Wechseljahren © yacobchuck/Thinkstock
Hitzewallungen quälen viele Frauen. © yacobchuk/Thinkstock

Als gesichert gilt: Wenn die Hormonspiegel sinken, leiden viele Frauen unter Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Das stört auch den Schlaf.
Nach und nach werden die Schleimhäute der Scheide trockener. Das macht den Genitalbereich anfälliger für Infektionen, das Risiko für Blasenentzündungen steigt.
Die Knochendichte kann in dieser Lebensphase nachlassen, vor allem, wenn man die Neigung zu dieser sogenannten Osteoporose geerbt hat, oder wenn man körperlich wenig aktiv ist.

Hier ist ein Zusammenhang möglich, aber weniger klar: Bei vielen Frauen kommt es in und nach den Wechseljahren zu weiteren Veränderungen. Häufig genannt werden Stimmungsschwankungen, eine Gewichtszunahme, Gelenkbeschwerden oder erste Anzeichen für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme.
Fachleute gehen heute davon aus: Ein direkter Zusammenhang dieser Probleme mit der nachlassenden Hormonproduktion ist möglich, aber schwer zu belegen. Denn bei Frauen um die 50 ändert sich rein statistisch auch vieles andere, was sich auf die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden auswirken kann – etwa der Lebensstil oder die familiäre und berufliche Situation.
Hinzu kommt das Älterwerden an sich – ganz unabhängig vom Hormonspiegel. Herz-Kreislauf-Erkrankungen beispielsweise nehmen in diesem Alter auch bei Männern zu.

Wechseljahre nach Krebs: Was ist anders?

Eine Krebstherapie kann Frauen vorzeitig in die Wechseljahre bringen. Wie hoch das Risiko ist, hängt von der Krebserkrankung und der Therapie ab:

Operationen beeinflussen die Wahrscheinlichkeit wenig – außer, die Eierstöcke sind mit betroffen.

Chemotherapie und Bestrahlung des Unterbauchs: Nach diesen Therapien steigt das Risiko für vorzeitige Wechseljahre. Sowohl eine Chemotherapie wie eine Bestrahlung des Unterleibs können die Eierstöcke schädigen und zu einer "Ovarialinsuffizienz" führen. Das bedeutet: Die Produktion der körpereigenen Hormone reicht nicht mehr aus oder fehlt ganz.

Antihormonelle Medikamente: Besonders groß ist die Zahl der Betroffenen unter Brustkrebspatientinnen. Ihre klimakterischen Beschwerden haben allerdings meist einen anderen Grund: Viele Frauen mit Mammakarzinom benötigen eine antihormonelle Behandlung mit Medikamenten. Denn ihr Tumor wächst abhängig von Östrogenen. Der therapeutische "Hormonstopp" soll das Krebswachstum bremsen.
Selbst Frauen, die das Klimakterium schon hinter sich hatten, können durch eine solche Behandlung erneut unter Symptomen wie Hitzewallungen leiden, mehr dazu im Text "Antihormonelle Therapie bei Brustkrebs".

Eine vergleichbare antihormonelle Therapie führt sogar bei Männern mit Prostatakrebs zu solchen Beschwerden. Wird das körpereigene Testosteron gestoppt, um das Krebswachstum zu hemmen, leiden viele Betroffene ebenso unter Hitzewallungen wie Frauen, mehr dazu im Text "Leben mit Prostatakrebs".

Beschwerden lindern: Hormone, Phytohormone, Lebensstil

Was lässt sich tun gegen starke Beschwerden durch Hitzewallungen und weitere Symptome der Wechseljahre?

Die wichtigste Botschaft lautet: Nach und nach gewöhnt sich der Körper an die hormonelle Umstellung. Viele Frauen bringen das Klimakterium auch ohne Arzneimittel hinter sich.

Doch was kann man tun, wenn man sich durch die Beschwerden zeitweilig sehr stark eingeschränkt fühlt? Gerade weil die Wechseljahre keine Krankheit sind, gilt:

  • Man sollte mögliche Risiken jeder Behandlung sorgfältig gegen den Nutzen abwägen.

Hormon(ersatz)-Therapie: Östrogene und Gestagene

Arzneimittel in der Apotheke  © RAPISAN SWANGPHON JOHN
Hormone als Arzneimittel: Tabletten und Pflaster wie auch östrogenhaltige Cremes gegen Scheidentrockenheit sind rezeptpflichtig. © RAPISAN SWANGPHON JOHN

Als regelrechter Jungbrunnen galt lange die Behandlung Hormonen – mit Östrogen allein oder mit einer Kombination aus Östrogen und Gestagen.
Die Idee dahinter: die nachlassende Hormonproduktion einfach durch hormonhaltige Arzneimittel ersetzen. Diese sollten nicht nur gegen klimakterische Beschwerden helfen – manche Mediziner versprachen sogar, so den Alterungsprozess aufzuhalten.

Heute weiß man mehr:

  • Östrogene oder Kombinationen mit Progesteron oder anderen Gestagenen helfen sehr gut gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche.
    Die Behandlung kann zudem die Knochendichte verbessern.
    Es gibt sie als Tabletten oder auch als Pflaster.
  • Der Nutzen der Hormone gegen andere Probleme in den Wechseljahren ist dagegen weniger gut belegt.
    Hormone sind definitiv auch keine "Verjüngungskur"!
  • Die zusätzlichen Hormone können das Risiko für Brustkrebs und Eierstockkrebs steigern.

Die Krebsgefahr steigt vor allem, wenn man die Hormone in Kombination, lange und über die natürlichen Wechseljahre hinaus einsetzt.
Östrogen allein kann zudem zu Karzinomen der Gebärmutterschleimhaut führen. Dieser Effekt wird aber bei den üblichen Medikamenten zur Hormonersatztherapie durch zusätzliche Gestagene aufgehoben.

  • Die Hormontherapie per Tablette erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen, Thrombosen und Schlaganfälle.
    Für Hormone, die kontinuierlich aus Pflastern über die Haut aufgenommen werden, ist die Datenlage hingegen weniger klar.

Was ist mit hormonhaltigen Cremes statt Tabletten?

Solche Cremes sind gut wirksam gegen Scheidentrockenheit und Veränderungen der Scheidenschleimhaut, nicht aber gegen allgemeine Wechseljahresbeschwerden. Der Östrogengehalt sollte möglichst gering sein.
Trotzdem müssen Frauen wissen, dass auch durch diese Cremes die Östrogenspiegel im gesamten Körper leicht ansteigen können.

Gibt es Alternativen zu Östrogenen und Gestagenen?

Rotklee soll Isoflavone enthalten: Sanfte Hilfe gegen Hitzewallungen? © Gama5/Thinkstock
Rotklee: Viele Pflanzen enthalten sogenannte Isoflavone, die schwach östrogenartig wirken. © Gama5/Thinkstock

In den vergangenen Jahrzehnten ist viel dazu geforscht worden:

Untersucht wurden insbesondere Ernährungsumstellungen auf bestimmte pflanzliche Lebensmittel oder die Verwendung isolierter Stoffe daraus. Die Bandbreite reicht von roten Früchten und Gemüsen, Leinsamen und Kleie bis zu Traubensilberkerze, auch als Cimicifuga bezeichnet, und Rotklee. Die meisten Studien liegen zu Soja und verschiedenen daraus isolierten Stoffen vor.
Das Besondere an diesen Pflanzen: Sie enthalten Stoffe mit hormonähnlicher Wirkung, sogenannte Phytohormone oder Phytoöstrogene.

Aber auch Akupunktur, Entspannungstechniken, Yoga, Sport und Bewegung jeder Art wurden geprüft.

Das Fazit zu Ernährung, pflanzlichen Wirkstoffen, Entspannung und Sport:

  • Viele dieser Maßnahmen steigern das allgemeine Wohlbefinden – auch wenn man nicht in allen Details versteht, warum.
  • Insbesondere Entspannung und körperliche Aktivität wirken sich positiv auf die Psyche aus. Sport und Bewegung senken außerdem das Krebsrisiko.

Dass all diese Maßnahmen Hitzewallungen lindern, ist wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen:

  • Weder pflanzliche Mittel noch Akupunktur, Sport oder gezielte Diäten konnten die Zahl oder Schwere der Schweißausbrüche reduzieren.
  • Viele Frauen berichten allerdings, dass sie sich trotzdem insgesamt besser fühlen, wenn sie mit vergleichsweise sanften Maßnahmen etwas gegen ihre Beschwerden unternehmen.

Helfen Phytoöstrogene, wenn man sie hoch konzentriert einsetzt?

Für isolierte Phytohormone als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel gibt es keinen gesicherten Wirkungsnachweis.
Das gilt sowohl für die gesamten Pflanzen wie auch für ihre Dutzende von einzelnen Inhaltsstoffe aus den verschiedenen chemischen Gruppen von "Isoflavonen", "Lignanen" oder "Coumestanen".

Auch die Wirkstoffe aus der Traubensilberkerze, die etwas anders wirken, überzeugen Experten nicht völlig.

Hinzu kommt: Die verschiedenen Stoffe greifen auf sehr unterschiedliche Weise in den Hormonstoffwechsel ein. Einige wirken wie Östrogen, andere nicht. Und manche Effekte können selbst Wissenschaftler bisher nicht genau einordnen.

Worin sich die meisten Experten einig sind:

  • Das Risiko ist zwar vermutlich gering. Doch ganz ausschließen lässt sich nicht, dass hoch dosierte Phytoöstrogene wie normale Östrogene auch das Krebsrisiko steigern können.
  •  Isst man gelegentlich Soja-Produkte im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung, gilt das dagegen selbst für Brustkrebspatientinnen als unbedenklich.

Das gibt es auch noch: Gezielte Therapien gegen starke Beschwerden

Bisphosphonate: Es gibt gezielte Arzneimittel zur Förderung der Knochengesundheit. Sie sind wichtig für Frauen mit einem hohen Risiko einer Osteoporose.

Antidepressiva: Gezielte Arzneimittel helfen gegen Stimmungsschwankungen, wenn diese sehr belastend sind. Zwar scheuen sich viele Frauen davor, solche Antidepressiva einzusetzen. Doch auch wenn man keine echte Depression im engeren Sinn hat: Einige Mittel aus dieser Medikamentengruppe können dafür sorgen, dass man weniger "angeschlagen" durch die Wechseljahre kommt.
Insbesondere die Gruppe der Antidepressiva, die sich auf den Spiegel des Botenstoffs Serotonin auswirken, können möglicherweise auch ganz konkret Hitzewallungen lindern.

Außerdem gilt: Weder pflanzliche Mittel wie etwa Johanniskraut noch chemisch definierte Antidepressiva machen abhängig.

Mittel gegen starkes Schwitzen: Bei sehr starken Beschwerden kann man auch Arzneimittel ausprobieren, die die Schweißbildung reduzieren. Ein Beispiel sind sogenannte "Anticholinergika". Diese Mittel führen ihrerseits zu Nebenwirkungen, vor allem zu Mundtrockenheit. Sie haben aber kaum langfristige Risiken.

Daneben gibt es weitere Medikamente, die eigentlich für andere Krankheiten zugelassen sind, aber auch gegen Hitzewallungen wirken, etwa Gabapentin oder Clonidin. Beim Einsatz dieser Medikamente muss der Arzt den Nutzen gegen mögliche Risiken abwägen.

Insbesondere für Frauen nach hormonabhängigem Brustkrebs werden solche nichthormonell wirksamen Arzneimittel von Experten als Behandlungsmöglichkeit genannt, wenn Hitzewallungen sehr quälen.
Da die Wirkstoffe aber nicht gezielt zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden zugelassen sind, sollte man gemeinsam mit Ärztin oder Arzt die Frage der Kostenübernahme durch die Krankenkasse vor Therapiebeginn klären.

Abwarten oder doch behandeln? Sie entscheiden!

Für gesunde Frauen

Patientin und Arzt bei der Besprechung von Befunden © goodluz
Lassen Sie sich über Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten gegen Wechseljahresbeschwerden beraten. © goodluz

Klären Sie gemeinsam mit Arzt oder Ärztin ab, wie Sie die Wechseljahre gut hinter sich bringen. Denken Sie dabei daran: Die Wechseljahre gehen auch ohne Behandlung von alleine vorbei.

Sollten Sie sehr starke Beschwerden und vor allem Hitzewallungen haben?

  • Dann hilft Ihnen am ehesten eine Hormontherapie, solange Sie diese so kurz wie möglich einsetzen.

Sie sollten aber vor der Entscheidung über die Risiken einer Hormontherapie in Ihrer persönlichen Situation gut Bescheid wissen.

Gegen eine Hormonersatztherapie sprechen:

  • erhöhtes Risiko für Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut
  • Neigung zu Thrombosen
  • Risiko für eine Herzerkrankung

Haben Sie Probleme mit Veränderungen der Scheidenschleimhaut?

  • Versuchen Sie zunächst befeuchtende Cremes.
  • Lassen sich die Probleme so nicht lösen? Dann kommen für Sie auch hormonhaltige Gele oder Scheidencremes infrage. So nehmen Sie insgesamt vergleichsweise weniger hormonelle Wirkstoffe auf als mit Tabletten.

Auch für Nahrungsergänzungsmittel mit Soja oder frei verkäufliche pflanzliche Präparate gilt: Besprechen Sie sich mit Arzt oder Ärztin, was zu Ihnen passt und was Ihnen nicht schadet.

Was Ihnen auf jeden Fall guttut: Achten Sie auf Ihre Ernährung und bewegen Sie sich ausreichend. Das macht Ihren Körper fit für die kommenden Jahre und senkt Ihr Risiko für eine ganze Reihe von Erkrankungen, darunter auch für Krebs - mehr dazu im Text "Lebensstil".

Für Frauen nach Brustkrebs

In Ihrer Situation gilt die Hormonbehandlung als zu riskant.

Experten raten Ihnen in aktuellen Leitlinien selbst zur Vorsicht vor pflanzlichen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln, die hormonähnlich wirken könnten. Natürliche Lebensmittel, also Soja, Leinsamen oder Obst und Gemüse mit vielen Phytoöstrogenen, sind dagegen erlaubt.

Bei starken Beschwerden können Sie aber mit Ihren Ärzten sprechen, ob eventuell andere Arzneimittel gegen einzelne Symptome helfen können. Das sind zum Beispiel Mittel gegen Schweißausbrüche, sogenannte Anticholinergika, oder Wirkstoffe gegen Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen aus der Gruppe der Antidepressiva. In der Nachsorge werden die Ärzte auch auf Ihre Knochengesundheit achten.

Haben Sie Probleme mit Veränderungen der Scheidenschleimhaut?
Wenn befeuchtende Gele oder Cremes nicht ausreichen, ist die Verwendung schwach östrogenhaltiger Cremes eventuell auch nach hormonabhängigen Krebserkrankungen vertretbar. So lautet die aktuelle Einschätzung von Experten.

Für Frauen nach Eierstockkrebs

Die aktuelle Datenlage reicht nicht aus, um mögliche Risiken durch eine Behandlung mit Hormonen zu beurteilen.
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann mit Ihnen klären, ob sich aus Ihrer persönlichen Situation trotzdem Kriterien für eine mögliche Behandlung mit Östrogen oder einer Kombination mit Gestagen ableiten lassen.

Für Frauen mit anderen Krebsarten

Wenn Sie aufgrund der Erkrankung vorzeitig in die Wechseljahre gekommen sind, können Sie normalerweise in Absprache mit Ihren Ärzten Östrogene und Gestagene anwenden. Das hilft Ihnen, in etwa die natürlichen Hormonspiegel wieder zu erreichen, wenn Ihre Eierstöcke als Folge der Krebsbehandlung keine oder nicht genug Hormone produzieren.
Durch die Hormone wollen Ärzte die Folgen sehr früher Wechseljahre vermeiden, insbesondere eine Osteoporose.

  • Der Unterschied zur Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden: Man verwendet die Hormone nur so lange, bis man normalerweise ins Klimakterium kommen würde.

Dann gibt es auch keine auffällige Risikosteigerung für Brust- oder Eierstockkrebs. Nach dem Absetzen der Hormonersatztherapie können sich Patientinnen mit nicht hormonabhängigen Krebsarten an den Empfehlungen für gesunde Frauen in den Wechseljahren orientieren.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise