- Lungenkrebs (Bronchialkarzinom) ist eine sehr häufige Krebserkrankung, die sich aber erst spät durch Beschwerden bemerkbar macht. Symptome von Lungenkrebs sind beispielsweise Husten, Gewichtsverlust, Luftnot oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen.
- Vor allem Menschen, die ein hohes Risiko für Lungenkrebs haben, sollten daher wichtige Warnzeichen kennen und bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen.
- Starke Raucherinnen und Raucher zwischen 50 und 75 Jahren können seit April 2026 an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen. Dabei handelt es sich um eine jährliche strahlungsarme Computertomographie, auch Niedrigdosis-CT genannt.
Wichtig zu wissen
Alle an der Lungenkrebs-Früherkennung beteiligten Ärztinnen und Ärzte benötigen spezielle Qualifikationen. Möglicherweise steht die Untersuchung deshalb noch nicht überall zur Verfügung.
Welche Symptome können bei Lungenkrebs auftreten?
Damit sollten Sie zum Arzt gehen
Husten, Gewichtsverlust, Luftnot oder Schmerzen in der Brust oder den Knochen können auf Lungenkrebs hinweisen.
Ein Lungenkarzinom verursacht im frühen Stadium nur selten Beschwerden. Kleine Tumoren werden fast immer zufällig entdeckt, zum Beispiel bei einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs aus anderem Anlass.
Umso wichtiger ist es, anhaltende Symptome ernst zu nehmen und mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen. Das gilt insbesondere für Raucherinnen und Raucher. Stark Rauchende können im Alter zwischen 50 und 75 Jahren außerdem jährlich an einer Untersuchung zur Früherkennung teilnehmen.
Die Krankheitszeichen von Lungenkrebs sind oft nicht eindeutig. Hinter vielen Warnzeichen können Lungenkrebs oder andere schwerwiegende Lungenprobleme stehen, aber auch harmlosere Erkrankungen, etwa eine chronische Bronchitis. Die Angst vor Krebs sollte nicht verhindern, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.
Diese Symptome können auf Lungenkrebs hinweisen
- Husten
- Gewichtsverlust
- Luftnot
- Brustschmerzen
- blutiger Auswurf beim Husten
- Knochenschmerzen
- Trommelschlegelfinger (eine Verdickung der Fingerspitzen)
- Fieber
- Schwächegefühl
Detailwissen: Beschwerden durch Metastasen und Syndrome
Wenn der Tumor sich über die Lunge hinaus ausgebreitet hat, können Metastasen die Symptome verursachen. Bei nicht wenigen Betroffenen sind diese Beschwerden sogar der erste Hinweis auf die Erkrankung:
- Bei Befall der Knochen leiden Patienten häufig unter Schmerzen, die zunächst zum Beispiel als "Arthrose" gedeutet werden.
- Ist die Leber betroffen, kommt es oft zu Gewichtsverlust, Schwäche und Müdigkeit, ebenfalls eher unspezifische Symptome.
- Metastasen im Gehirn können neurologische Symptome verursachen, zum Beispiel Lähmungen, Kopfschmerzen, aber auch Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Wesensveränderungen.
Bei manchen Patienten sind sogenannte paraneoplastische Syndrome das erste Zeichen für Lungenkrebs: Dabei handelt es sich um Beschwerden, die nicht direkt durch das Tumorwachstum oder das Wachstum von Tumormetastasen ausgelöst werden.
Ursache der Beschwerden sind vermutlich vom Tumor freigesetzte Hormone oder hormonähnliche Stoffe oder aber eine Immunreaktion des Körpers gegen den Tumor.
Entsprechende Beschwerden treten bei etwa 1 von 10 Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs auf. Deutlich häufiger betrifft dies Menschen mit kleinzelligen Lungenkarzinomen. Die Beschwerden können für den Arzt wegweisend für die Diagnose sein.
Zu den Symptomen eines paraneoplastischen Syndroms können zum Beispiel gehören:
- Blutarmut
- zu viel Kalzium im Blut (Hyperkalziämie)
- Blutgerinnungsstörungen
- Trommelschlegelfinger (eine Verdickung der Fingerspitzen)
- Gewichtsverlust
- neurologische Beschwerden
- Hautveränderungen
Lungenkrebs-Früherkennung in Deutschland

Bild: © Alejandro Camacho, Thinkstock
Seit April 2026 können Menschen mit besonders hohem Risiko für Lungenkrebs eine jährliche strahlungsarme Computertomographie (Niedrigdosis-CT) in Anspruch nehmen.
Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu erkennen. Denn je früher er erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung.
Wie läuft die Früherkennung ab?
Zunächst klären Ärztinnen und Ärzte – beispielsweise der Hausarzt – ob die betreffende Person alle Voraussetzungen zur Teilnahme am Screening erfüllt. Ist das der Fall, erklären sie den Nutzen und die Risiken der Untersuchung. Möchte die Person daraufhin am Lungenkrebs-Screening teilnehmen, erhält sie eine Überweisung zu einer Radiologie-Praxis. Dort führt ein Radiologe oder eine Radiologin die strahlungsarme Computertomographie durch und hält das Ergebnis der Untersuchung in einem Befund fest.
- Wenn dieser Erstbefund unauffällig ist, kann in 12 Monaten eine erneute Untersuchung stattfinden. Sie läuft nach demselben Muster ab.
- Wenn der Erstbefund auffällig ist, prüft ein zweiter Radiologe die CT-Aufnahmen unabhängig (Zweitbefund).
Nach dem Zweitbefund tauschen sich beide Ärzte aus und entscheiden gemeinsam, ob die gefundenen Auffälligkeiten nur in absehbarer Zeit kontrolliert werden sollten, oder ob ein konkreter Verdacht auf Lungenkrebs besteht.
- Bei kontrollbedürftigen Auffälligkeiten liegt kein konkreter Verdacht auf Lungenkrebs vor. Gefundene Auffälligkeiten sind mit hoher Wahrscheinlichkeit gutartig. Die Ärzte empfehlen aber eine Kontrolluntersuchung in weniger als 12 Monaten und schlagen einen passenden Zeitpunkt vor.
- Bei einem konkreten Verdacht auf Lungenkrebs sprechen die Ärzte von einem abklärungsbedürftigen Befund. Sie leiten sofort weitere Untersuchungen ein, um den Verdacht zu bestätigen oder zu widerlegen.
Generell gilt: Nach der Untersuchung bespricht die Ärztin oder der Arzt das Ergebnis und das weitere Vorgehen mit den Teilnehmenden.

Bild: © G-BA
Gut zu wissen
Alle Raucherinnen und Raucher, die am Screening teilnehmen, sollen zusätzlich Unterstützung erhalten, um mit dem Rauchen aufzuhören.
Häufige Fragen zur Lungenkrebs-Früherkennung
Wann kann ich an der Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung teilnehmen?
Sie können an der Untersuchung zur Früherkennung von Lungenkrebs teilnehmen, wenn Sie keine Beschwerden haben, 50 bis 75 Jahre alt sind und als starke Raucherinnen oder starker Raucher gelten. Dann überwiegt nach Einschätzung der Fachleute für Sie der Nutzen der Untersuchung die möglichen Risiken.
Als "starke Raucherin oder Raucher" gilt, wer
- mindestens 25 Jahre geraucht hat – wurde das Rauchen zwischendurch unterbrochen oder ganz beendet, muss die Pause weniger als 10 Jahre betragen – UND
- mindestens 15 Packungsjahre hat: Die Packungsjahre errechnen sich, indem man die Zahl der pro Tag gerauchten Zigarettenpackungen mit der Zahl der Raucherjahre multipliziert.
Wichtig zu wissen: Ausschlaggebend ist hier nur der Konsum von Zigaretten – nicht der von anderen Tabakprodukten.
Wenn bei Ihnen bereits ein CT zur Diagnose eines möglichen Lungenkarzinoms durchgeführt wurde, müssen Sie bis zur Früherkennungsuntersuchung mindestens 12 Monate warten.
Was ist eine Niedrigdosis-CT?
Eine Niedrigdosis-Computertomographie (CT) ist eine spezielle Form von Röntgenuntersuchung. Sie verwendet eine möglichst niedrige Dosis von Röntgenstrahlen. Die Strahlenbelastung beträgt dabei im Vergleich zur normalen Computertomographie nur etwa ein Fünftel bis ein Viertel.
Ablauf: Eine Niedrigdosis-CT dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Während der Untersuchung liegen Sie möglichst ruhig auf einer Liege. Diese Liege fährt langsam durch die ringförmige Öffnung des CT-Geräts.
Im Ring bewegt sich die Röntgenröhre kreisförmig um Sie herum. Dabei erstellt das CT-Gerät mehrere Schnittbilder Ihres Körpers aus verschiedenen Richtungen und setzt sie zusammen.
Auf den Schnittbildern suchen die Ärzte nach krebsverdächtigen Veränderungen in der Lunge. Denn trotz der niedrigeren Strahlenbelastung entstehen sehr genaue Bilder. Darauf sind auch kleine Veränderungen zu sehen.
Wichtig zu wissen: Von anderen Verfahren zur Lungenkrebs-Früherkennung raten Fachleute ab. Dazu gehören das Röntgen des Brustraumes, eine mikroskopische Untersuchung von abgehustetem Schleim (Sputum), eine Lungenspiegelung oder die Bestimmung von Tumormarkern.
Was kostet die Untersuchung zur Lungenkrebs-Früherkennung?
Die Untersuchung zur Lungenkrebs-Früherkennung ist in der Regel kostenlos.
- Sind Sie gesetzlich versichert gilt: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten der Untersuchung – sofern Sie in die vorgesehene Risikogruppe fallen.
- Sind Sie privat versichert: In der Regel übernehmen auch private Krankenkassen die Kosten der Untersuchungen. Am besten ist es vorab bei Ihrer Krankenversicherung nachzufragen. Zahlt die Kasse nicht, ist es möglich die Früherkennung als Selbstzahler wahrzunehmen. Man spricht dann von einer individuellen Gesundheitsleistung oder kurz IGeL.
Welche Vorteile hat die Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung?
Bessere Behandlungsmöglichkeiten:
- Durch die Untersuchung kann Lungenkrebs mit hoher Sicherheit erkannt werden, bevor Krankheitszeichen auftreten.
- In frühen Krankheitsstadien stehen mehr Behandlungsmöglichkeiten zur Heilung zur Verfügung: Ist der Tumor noch klein, kann er zum Beispiel operativ entfernt werden.
Bessere Überlebenschance:
- Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto erfolgreicher ist die Behandlung.
- Studien haben gezeigt: Die Sterblichkeit durch Lungenkrebs lässt sich durch eine Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT senken.
- In konkreten Zahlen heißt das: Von 1.000 Frauen, die regelmäßig an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen, werden in den folgenden 10 Jahren etwa 5 vor dem Tod durch Lungenkrebs bewahrt. Bei Männern sind es etwa 6 von 1000.
Wichtig zu wissen: Der Nutzen der Lungenkrebs-Früherkennung überwiegt die Risiken nur für Langzeit-Raucherinnen und -Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren.
Welche Risiken hat die Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung?
Die Untersuchung zur Lungenkrebs-Früherkennung mit Niedrigdosis-CT hat folgende Risiken:
- "Falscher Alarm": Mit der Niedrigdosis-CT findet man auch verdächtige Veränderungen, die doch kein Lungenkrebs sind. Ein solcher falsch-positiver Befund betrifft etwa 14 von 1.000 Menschen, die an der Früherkennung teilnehmen. Teilweise haben sie belastende Untersuchungen erhalten, die im Nachhinein nicht nötig gewesen wären.
- Strahlenbelastung: Strahlung kann die Zellen schädigen und das Krebsrisiko erhöhen. Bei der Niedrigdosis -CT ist die Strahlenbelastung aber verhältnismäßig gering. Wie groß das Risiko ist dadurch Jahre später Krebs zu bekommen können Fachleute nur schätzen: Wenn 1.000 Frauen über 25 Jahre jährlich am Screening teilnehmen, erkranken voraussichtlich weniger als 3 von ihnen durch die Strahlenbelastung an Krebs. Bei Männern ist es 1 von 1.000.
- Überdiagnose und Übertherapie: Es werden Tumoren gefunden, die ohne Früherkennungsuntersuchung nie auffällig geworden wären. Sie hätten das Leben nicht verkürzt (Überdiagnose), werden aber nun unnötigerweise behandelt (Übertherapie). Fachleute schätzen, dass von 1.000 Menschen, die regelmäßig an der Lungenkrebs-Früherkennung teilnehmen, etwa 7 eine Überdiagnose erhalten.
- Sich in falscher Sicherheit wiegen: Die Niedrigdosis-CT ist keine Vorsorge. Sie schützt nicht vor Lungenkrebs, sie erkennt ihn im Idealfall früh. Die beste Möglichkeit sein Risiko für Lungenkrebs zu senken ist, mit dem Rauchen aufzuhören.
Wichtig zu wissen: Der Nutzen der Lungenkrebs-Früherkennung überwiegt die Risiken nur für Langzeit-Raucherinnen und -Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren.
Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an hilfreichen Links zum Weiterlesen und Quellen, die für die Erstellung dieses Textes genutzt wurden.
Quellen und weiterführende Informationen
Leitlinien
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms, Langversion 4.0, April 2025, AWMF-Registernummer: 020-007OL, abgerufen am 31.03.2026
Institutionen und Fachgesellschaften
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): Pressemitteilung des vom 17.05.2024. Bundesumweltministerium lässt künftig Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie zu
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie - Wissenschaftliche Bewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz gemäß § 84 Absatz 3 Strahlenschutzgesetz
Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG): Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomografie
Gemeinsamer Bundesausschuss: Lungenkrebsfrüherkennung für Raucherinnen und Raucher und Versicherteninformation (PDF).
Gesetze und Verordnungen
Verordnung über die Zulässigkeit der Anwendung der Niedrigdosis-Computertomographie zur Früherkennung von Lungenkrebs bei rauchenden Personen (Lungenkrebs-Früherkennungs-Verordnung – LuKrFrühErkV) vom 17.05.2024
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