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Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Brustkrebs: Chemotherapie

Adjuvant, neoadjuvant, palliativ

Die Chemotherapie ist neben Operation, Bestrahlung und Hormontherapie eine wichtige Behandlung bei Brustkrebs. Ergänzend zu einer Operation senkt die Chemotherapie das Risiko für einen Rückfall. Sie wird allerdings nur bei einem Teil aller betroffenen Frauen notwendig: Bei vielen Patientinnen steht zur Rückfallvorbeugung anstelle einer Chemotherapie eine Antihormontherapie im Vordergrund. Außerdem kann eine Chemotherapie bei Frauen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung das Tumorwachstum verlangsamen.
Wann Brustkrebspatientinnen von einer Chemotherapie profitieren, hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengestellt. Einen Überblick zum Stellenwert der Chemotherapie im Vergleich zu anderen Therapieverfahren bietet der Text "Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs". Die individuelle ärztliche Beratung und Behandlungsplanung lässt sich durch Informationen aus dem Internet allerdings nicht ersetzen.

Erstellt: 24.10.2012
Zuletzt überprüft: 24.10.2012

Quellen und Links

Links im folgenden Text führen zu vertiefenden Informationen sowie genutzten Quellen. Interessierte und Fachkreise finden ausführliche Quellenhinweise auch am Textende. Weitere Hinweise, Adressen und Ansprechpartner sind zudem im Text "Mehr wissen über Brustkrebs" zusammengestellt.

Chemotherapie: Das Wichtigste in Kürze

Die Chemotherapie ist eine "systemische" Behandlung, die im ganzen Körper wirkt. Die Medikamente, die sogenannten Zytostatika, werden Brustkrebspatientinnen meist als Infusion über einen Tropf gegeben. Die Wirkstoffe verteilen sich im ganzen Körper und erreichen auch nicht erkennbare, kleine Tumorherde.
Die Chemotherapie schädigt Tumorzellen so, dass sie sich nicht mehr teilen, absterben und vom Körper abgebaut werden. Auf diese Weise soll eine Chemotherapie Brusttumoren verkleinern oder deren Wachstum verlangsamen.
 
Alle Zytostatika wirken vor allem auf rasch wachsende Gewebe. Auswirkungen auf andere Zellen, die sich ebenfalls schnell teilen, sind deshalb nicht auszuschließen. Das betrifft zum Beispiel Haarwurzelzellen, die blutbildenden Zellen im Knochenmark und auch die Schleimhäute. Typische Nebenwirkungen vieler Medikamente zur Chemotherapie sind daher Haarausfall, Störungen der Blutbildung und damit auch der Immunfunktion, und eine Neigung zu Schleimhautschäden in Mund, Verdauungstrakt und im Genitalbereich. Übelkeit und Erbrechen, ebenfalls eine mögliche Nebenwirkung der Chemotherapie kann man dagegen heute gut vorbeugen.
Fast alle Nebenwirkungen verschwinden mit dem Ende der Behandlung. Nur wenige Patientinnen müssen mit Spätschäden durch eine Chemotherapie rechnen, etwa mit Herzproblemen. Ob eine Frau von Spätfolgen betroffen ist, wird bei den Nachsorgeuntersuchungen kontrolliert.

Wann eine Chemotherapie, wann nicht?

Brustkrebspatientinnen können in unterschiedlichen Phasen der Erkrankung von einer Chemotherapie profitieren:

  • Eine Chemotherapie kann Operation und Bestrahlung ergänzen. Auch wenn bei der Operation alles sichtbare Tumorgewebe und befallene Lymphknoten entfernt wurden, kann die Chemotherapie das Risiko für
    einen Rückfall und das Risiko für Metastasen verringern: Sie zielt auf Tumorzellen, die unsichtbar im Gewebe zurückbleiben. Man bezeichnet sie in diesem Fall als adjuvante Chemotherapie.
    Die adjuvante Chemotherapie kommt für Frauen infrage, bei denen eine adjuvante Antihormontherapie nicht wirken würde, weil ihr Tumor hormonunabhängig wächst.
  • Die adjuvante Chemotherapie wird aber auch Frauen mit hormonsensiblen Tumoren empfohlen, wenn von vornherein ein hohes Rückfallrisiko befürchtet wird.
  • Eine Chemotherapie noch vor der Operation kann ebenfalls das Risiko für Rückfall und Metastasen verringern. Vor der Operation soll die Chemotherapie zudem den Tumor verkleinern. Nicht wenige Frauen können dann trotz großer Tumoren brusterhaltend operiert werden.
    Diese Form der Behandlung wird neoadjuvant genannt.
  • Wichtig ist die neoadjuvante Chemotherapie auch für Frauen mit einem inflammatorischen Mammakarzinom, einer Brustkrebsform, die zunächst manchmal mit einer Brustentzündung verwechselt wird.
  • Wenn sich die Erkrankung ausgebreitet hat und andere Organe durch Brustkrebsmetastasen befallen sind, kommt für viele Patientinnen eine Chemotherapie ebenfalls infrage. Sie wird dann als "palliative" Behandlung bezeichnet: Sie soll das Tumorwachstum eindämmen und krankheitsbedingte Beschwerden lindern.

Behandlungsplanung: Zyklen, Schemata, Wirkstoffe, Nebenwirkungen

Zur adjuvanten und neoadjuvanten Brustkrebsbehandlung erhalten Patientinnen in der Regel mehrere Zytostatika, entweder gleichzeitig oder nacheinander. Meistens handelt es sich um Zytostatika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. So soll das Wachstum der Tumorzellen umfassend gestört werden. Diese Kombination von mehreren Substanzen kann die Wirkung der Chemotherapie verstärken. 
Ein Behandlungszyklus beginnt mit einem oder mehreren Tagen, an denen Patientinnen zur Infusion in die Ambulanz eines Krankenhauses oder eine spezialisierte Arztpraxis kommen. Ein stationärer Aufenthalt ist für die meisten Frauen zur adjuvanten Behandlung nicht notwendig. Auf die Tage der eigentlichen Medikamentengabe folgen Behandlungspausen, in denen sich gesundes Gewebe und Organe von den zellschädigenden Wirkungen der Zytostatika erholen können. Solche "Zyklen" von Therapie und Pause werden so oft wiederholt, wie es das Behandlungschema einer Patientin vorsieht.
Die gesamte adjuvante Chemotherapie dauert zwischen 18 und 24 Wochen.

Die palliative Behandlung einer metastasierten Brustkrebserkrankung kann ähnlich aussehen. Für betroffene Frauen stehen je nach Situation aber auch Zytostatika zum Einnehmen zur Verfügung. Und oft reicht die Therapie mit nur einem Zytostatikum als sogenannte Monotherapie aus.
Ein weiterer Unterschied ist die Behandlungsdauer: Bei einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung wird die Chemotherapie so lange angewendet, wie sie das Fortschreiten der Erkrankung bremst. Ihr Nutzen muss gegen die Nebenwirkungen abgewogen werden: Eine Rolle spielt für die Behandlungsplanung bei einer fortgeschrittenen Erkrankung daher auch: Wie gut verträgt eine Frau die Behandlung?

Vor Behandlungsbeginn: Lohnt sich ein Port?

Um Patientinnen eine Chemotherapie zu erleichtern, kann ein sogenannter Port infrage kommen: Das ist ein wenige Zentimeter großes Reservoir. Es wird bei einem ambulant durchgeführten Eingriff unter die Haut eingesetzt und an eine Vene angeschlossen. Meist wird ein Port knapp unter das Schlüsselbein implantiert, wo er kaum auffällt und nicht stört.
Ist der Port nach ein paar Tagen eingeheilt, muss für Infusionen nicht jedes Mal eine Vene gesucht werden. Anpunktiert wird nur die Haut über dem Reservoir: Das ist für betroffene Frauen weniger schmerzhaft, auch die Gefahr des Danebenstechens entfällt.

Welche Zytostatika sind wirksam?

Zur begleitenden, adjuvanten Chemotherapie eignen sich besonders sogenannte Taxane. Sie werden oft in Kombination mit einem oder mehreren Mitteln aus der Gruppe der Anthrazykline eingesetzt. Diese Medikamente werden als Infusion in eine Vene gegeben. 
Weitere Zytostatika sind bei einem Mammakarzinom aber ebenfalls wirksam und können diese Kombinationen bei Bedarf ergänzen. Dazu gehört beispielsweise Cyclophosphamid. In klinischen Studien zur Verbesserung der adjuvanten Theraie werden noch weitere Substanzen und neue Kombinationen geprüft.

Für Frauen, deren Erkrankung fortgeschritten ist, kommen außerdem auch Zytostatika infrage, die nicht unbedingt als Infusion gegeben werden müssen. In Tablettenform stehen zum Beispiel Vinorelbin sowie die Stoffe Capecitabin oder Gemcitabin zur Verfügung.

Eine Übersicht zu häufig genutzten zytostatischen Substanzen, ihren Wirkmechanismen und Nebenwirkungen finden Interessierte im Text "Chemotherapie-Medikamente".

Nebenwirkungen: Welche Folgen sind möglich?

Zytostatika schädigen insbesondere Zellen, die sich häufig teilen. Das können Tumorzellen sein, aber auch gesundes, schnell wachsendes Gewebe wie zum Beispiel die blutbildenden Zellen des Knochenmarks, Haarwurzeln, die Zellen der Mundschleimhaut sowie der Magen- und Darmschleimhaut oder auch die Schleimhäute im Genitalbereich. Die häufigsten Nebenwirkungen der Chemotherapie sind auf eine Schädigung dieser Zellen zurückzuführen.

  • Bei vielen Frauen ist Haarausfall möglich. Daher erhalten Betroffene schon bei der Planung der Behandlung ein Rezept für eine Perücke hinzu.
  • Schleimhautentzündungen im Mund und im weiteren Verdauungstrakt sowie im Genitalbereich sind ebenfalls möglich. Schmerzen beim Essen und Verdauungsprobleme lassen sich zum Teil durch eine angepasste Lebensmittelauswahl vermeiden.
  • Je nachdem, wie ausgeprägt die Wirkung auf das blutbildende Knochenmark ist, nimmt die Neigung zu Infektionen zu, weil die Zahl weißer Blutkörperchen sinkt. Während der Chemotherapie sind viele Frauen körperlich weniger belastbar und müde. Eine von mehreren Ursache kann sein, dass die Zahl roter Blutkörperchen für den Sauerstofftransport vorübergehend abnimmt.
  • Zu den Zytostatika gehört heute automatisch die Verschreibung von Medikamenten hinzu, die Erbrechen weitgehend vorbeugen. Der Appetit lässt bei vielen Betroffenen während der Chemotherapie allerdings nach, manche Lebensmittel werden nicht mehr wie gewohnt vertragen. Für die meisten Frauen ist es aber nicht schädlich, wenn sie vorübergehend nur essen, was sie vertragen und worauf sie Lust haben.

Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie sind, hängt davon ab, welche Zytostatika eine Frau erhält und wie hoch sie dosiert sind. Die behandelnden Ärzte können angeben, wie wahrscheinlich welche Nebenwirkung anhand der vorliegenden Statistiken ist.
Bei Frauen, die zum Beispiel aufgrund einer Vorerkrankung besonders empfindlich reagieren könnten, ist es eventuell möglich, die Auswahl der Medikamente entsprechend anzupassen. Zu niedrig dosiert oder zu kurz darf die Therapie jedoch nicht sein, sonst wirkt sie nicht ausreichend.

Wie belastend die Chemotherapie insgesamt ist, unterscheidet sich jedoch auch von Patientin zu Patientin. Viele Frauen vertragen die Behandlung gut, andere leiden mit den gleichen Medikamenten unter erheblichen Einschränkungen ihrer Lebensqualität.
Daher ist der Kontakt zu den Behandlungsteams während der ganzen Behandlungszeit, also auch in Therapiepausen wichtig: Treten Beschwerden auf, insbesondere solche, mit denen man aufgrund der vorherigen Aufklärung nicht gerechnet hatte, sollten man dies den Ärzten umgehend mitteilen.

Langfristige Folgen

Die meisten Beschwerden während der Chemotherapie sind vorübergehend: Schon wenige Tage nach dem letzten Therapiezyklus beginnen beispielsweise die Haare wieder zu wachsen, und das Blutbild verbessert sich, weil das Knochenmark neue Blutzellen produziert.

Es gibt jedoch auch einige Langzeitfolgen, die Brustkrebspatientinnen nach einer Chemotherapie betreffen können.
Bei jungen Frauen sind während der Behandlung Störungen des Monatszyklus möglich. Unter Umständen setzen Eisprung und Menstruation ganz aus. Je näher eine Patientin vom Alter her den natürlichen Wechseljahren ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der normale Monatszyklus auch nach dem Ende der Therapie ausbleibt.

Daneben gibt es bei einigen Zytostatika spezifische Nebenwirkungen, die dementsprechend nicht bei allen Frauen auftreten können, sondern nur dann, wenn die betreffende Substanz tatsächlich eingesetzt wird. Über das tatsächliche Risiko können am besten die behandelnden Ärzte aufklären, die wissen, welches Schema mit welchen Mitteln angewendet wird. So können zum Beispiel Anthrazykline und Capecitabine gelegentlich den Herzmuskel schädigen, was sich bei einigen betroffenen Frauen in einer Abnahme der Herzleistung zeigt. Taxane und ebenfalls Capecitabine beeinträchtigen unter Umständen das periphere Nervensystem, also die Nervenbahnen außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Bei manchen Frauen treten daher Gefühlsstörungen an Händen und Füßen auf, eine sogenannte periphere Neuropathie.

Schließlich können Zytostatika, die überwiegend auf die Erbsubstanz sich teilender Zellen wirken, Jahre bis Jahrzehnte später auch selbst Krebserkrankungen auslösen, hauptsächlich Leukämien. Nach den bei Brustkrebs üblichen Zytostatika wird dies jedoch extrem selten beobachtet: Experten schätzen das Risiko auf jeden Fall als deutlich geringer ein als den Nutzen der Chemotherapie.

Hintergrund: Adjuvante Behandlung - Chemotherapie vor und nach der Operation

Bei Frauen mit einem auf die Brust begrenzten Tumor soll die Chemotherapie vor oder nach der Operation das Risiko für einen Rückfall verringern. Sie ist Teil der sogenannten adjuvanten Brustkrebstherapie, mehr dazu im Kapitel "Therapie bei auf die Brust begrenzten Tumoren".

  • Brustkrebspatientinnen erhalten eine adjuvante Chemotherapie  überwiegend dann, wenn der Tumor keine Hormonrezeptoren aufweist und keine antihormonelle Therapie möglich ist. Die Behandlung kann mit dem Abheilen der Operationswunden begonnen werden. Ist auch eine Strahlentherapie vorgesehen, folgt die Bestrahlung meist vier bis sechs Wochen im Anschluss an die Chemotherapie.
  • Frauen mit Hormonrezeptor-positiven Tumoren erhalten meist keine Chemotherapie, sondern eine Antihormontherapie. Liegen bei einer Patientin jedoch Anzeichen für ein besonders hohes Rückfallrisiko vor, oder ist sie jünger als 35 Jahre, können Chemo- und Antihormontherapie auch kombiniert werden. Zuerst wird die Chemotherapie durchgeführt, erst danach beginnt die antihormonelle Behandlung.
    Ob der Nutzen die zusätzliche Belastung durch die Chemotherapie aufwiegt, besprechen die Ärzte mit jeder betroffenen Frau anhand ihrer individuellen Befunde.
  • Bei vermehrtem Nachweis von HER2-Rezeptoren werden Operation, Chemotherapie, Antihormontherapie und gegebenenfalls Bestrahlung zudem durch Medikamente ergänzt, die gezielt dieses Merkmal auf Tumorzellen blockieren. Die HER2-Blockade und die Hormontherapie können - nach Abschluss der Chemotherapie - gleichzeitig durchgeführt werden.

Die neoadjuvante Behandlung bei großen Tumoren senkt nicht nur das Rückfallrisiko: Die Chemotherapie vor der Operation kann große Tumoren oft so verkleinern, dass eine Operation überhaupt erst möglich wird, oder dass statt einer Abnahme der Brust eine brusterhaltende Operation infrage kommt. Auch hier ist die zusätzliche Strahlentherapie eine Möglichkeit, die Wirkung weiter zu verstärken.

Auch bei Patientinnen mit einer Sonderform von Brustkrebs, dem inflammatorischen Mammakarzinom, ist die Chemotherapie die erste Behandlung. Hier hat sich Tumorgewebe innerhalb meist kurzer Zeit über einen größeren Teil der Brust ausgedehnt. Die Symptome können zunächst mit denen einer Entzündung verwechselt werden. Hier dient die Chemotherapie dazu, die Ausbreitung der Erkrankung so schnell wie möglich zu stoppen.

Dosisintensivierte oder dosisdichte Chemotherapie

Eine sogenannte dosisintensivierte Therapie kommt zur adjuvanten Behandlung bei Frauen mit einem sehr hohen Rückfallrisiko infrage, zum Beispiel dann, wenn zahlreiche Lymphknoten befallen sind.
Bei dieser Behandlung erhält die Patientin die gleiche Menge an Medikamenten, allerdings innerhalb eines kürzeren Zeitraums und mit kürzeren Pausen. Insgesamt ist die Wirkung der Chemotherapie deshalb stärker.
Allerdings hat das Knochenmark weniger Zeit, sich zu erholen, was das Risiko von Nebenwirkungen vor allem auf das Blutbild steigert. Bei Frauen, bei denen das Knochenmark tatsächlich stärker geschädigt wird, steigt das Risiko für Infektionen und Erschöpfung weiter an. 

Dosisintensivierte Chemotherapien werden daher ergänzt mit einer Behandlung, die das Knochenmark unterstützen: Zusätzlich zu den Zytostatika erhalten Patientinnen Medikamente, die die Neubildung von Blutkörperchen anregen, sogenann hämatopoetische Wachstumsfaktoren.

Hochdosistherapie

Eine Zeitlang versuchten Experten, die Rückfallrate bei Brustkrebs durch eine noch höhere Dosierung der Chemotherapie zu senken. Unter einer Hochdosistherapie versteht man eine Therapie mit maximal möglicher Dosis von Zytostatika. Das Knochenmark wird dabei fast vollständig zerstört, so dass es mit fremden Stammzellen von Knochenmarkspendern oder mit vorher gesammelten, eigenen Stammzellen wieder aufgebaut werden muss.

Heute weiß man: Der Nutzen wiegt die erheblichen Nebenwirkungen nicht auf, die Therapie wird daher nicht mehr empfohlen.

Hintergrund: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung - Chemotherapie bei Rückfällen und Metastasen

Wenn sich Brustkrebs im Körper ausgebreitet und Metastasen gebildet hat, kann er meist nicht mehr dauerhaft geheilt werden. Eine Chemotherapie soll dann das Tumorwachstum bremsen und krankheitsbedingte Symptome lindern. Ziel der Behandlung ist ein längeres Leben mit besserer Lebensqualität.

Ob eine antihormonelle Therapie oder zielgerichtete Medikamente wie etwa Antikörper eventuell besser wirken, diese Prüfung gehört zur Therapieplanung hinzu.
Ist die Entscheidung zur Chemotherapie gefallen, so gilt: Für die Chemotherapie bei metastasiertem Brustkrebs gibt es nur vergleichsweise wenige feste Vorgaben. Die Therapie orientiert sich an der einzelnen Patientin, mit ihrem individuellen Krankheitsverlauf, ihren Vorbehandlungen und ihren persönlichen Bedürfnissen.

Entwickeln sich die Metastasen langsam und verursachen keine oder wenige Beschwerden, erhalten Patientinnen meist nur ein einzelnes Medikament: Eine solche Monotherapie ist besser verträglich als die gleichzeitige Gabe mehrerer Substanzen. Wenn ein Medikament nicht mehr wirkt, kann so außerdem noch auf ein anderes gewechselt werden. Infrage kommen sowohl Substanzen, die auch für die adjuvante Behandlung genutzt werden, wie auch eine Reihe weiterer Zytostatika. Darunter sind einige, die auch eingenommen werden können und nicht als Infusion gegeben werden müssen.
Bei starken Beschwerden, die schnell gelindert werden müssen, und bei raschem Tumorwachstum empfehlen Experten dagegen die Kombination mehrerer Zytostatika, meist als Infusion.

Behandlung in Studien

Ob in klinischen Studien neue Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen mit Metastasen zur Verfügung stehen, sollten betroffene Frauen mit ihren Ärzten besprechen. Mehr zum Ablauf und zum Hintergrund solcher klinischen Prüfungen hat der Krebsinformationsdiensten in seinen Texten zum Thema "Krebsforschung" zusammengestellt. Eine weitere Unterstützung soll das kurz gefasste Informationsblatt "Klinische Studien" bieten, zum Laden und Drucken als PDF.