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Tabletten für die Hormonersatztherapie © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hormone und Krebsrisiko

Für gesunde Frauen: Was tun gegen Beschwerden in den Wechseljahren?

Viele Frauen bringen die Wechseljahre problemlos hinter sich. Bei anderen sind hormonelle Veränderungen sehr belastend: Hitzewallungen können auftreten, nicht selten auch Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen und mehr. Einige Symptome lassen sich auf die nachlassende Hormonproduktion zurückführen. Bei anderen ist der Zusammenhang weniger klar.
Lassen sich Wechseljahresbeschwerden behandeln? Warum eine Hormonersatztherapie kritisch gesehen wird, und was von pflanzlichen Präparaten zu halten ist, fasst der folgende Text zusammen.

Letzte Aktualisierung: 19.04.2013

Hinweis

Der folgende Text richtet sich an gesunde Frauen. Bei Frauen mit Brustkrebs können die Wechseljahre anders verlaufen. Der Krebsinformationsdienst hat für sie daher einen eigenen Text mit dem Titel "Nach einer Brustkrebserkrankung - was tun gegen Wechseljahresbeschwerden?" erstellt.
Allgemeine Informationen aus dem Internet können eine individuelle Beratung jedoch nicht ersetzen. Was sich gegen Beschwerden in den Wechseljahren konkret tun lässt, sollte man daher auf jeden Fall mit Hausarzt oder Frauenarzt besprechen.

Quellen und Links

Interessierte und Fachleute finden Hinweise auf Quellen und weiterführende Informationen zur Hormonersatztherapie (HRT) am Ende dieser Seite.

Beschwerden in den Wechseljahren: Krankheit oder ganz normal?

Zwischen dem 40. und dem 50. Lebensjahr lässt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone langsam nach und hört schließlich fast ganz auf. Der Zeitraum dieser hormonellen Umstellung wird als Wechseljahre bezeichnet. Die letzte Regelblutung, die Menopause, haben die meisten Frauen in Deutschland mit Anfang 50. Den Zeitabschnitt danach bezeichnet man als Postmenopause.

Die Umstellung des Hormonhaushalts verursacht manchen Frauen Probleme - sie leiden unter den sogenannten klimakterischen Beschwerden. Dazu gehören vor allem Hitzewallungen und Schweißausbrüche. Aber auch Verstimmungen, Nervosität und Schlafstörungen können unmittelbare Folgen des Hormonentzugs sein.
Nach und nach passt sich der Körper jedoch den veränderten Bedingungen an und die Beschwerden lassen nach. Langfristig kann sich das Ausfallen der weiblichen Hormone aber auch bis ins hohe Alter auswirken: Nicht wenige Frauen leiden in und vor allem nach den Wechseljahren unter einer unangenehmen Trockenheit der Scheide und des Blaseneinganges, die sie auch anfälliger für Infektionen macht.

Welche Rolle sinkende Hormonspiegel bei einigen anderen Veränderungen spielen, die im Alter von über 50 zunehmen, ist dagegen weniger klar.

Eventuell verstärken sie andere Risikofaktoren: Bei Frauen nach den Wechseljahren steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Osteoporose. Die Knochendichte nimmt ab, was bei starker Osteoporose das Risiko für Knochenbrüche erhöht. Auch das Risiko für bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle nimmt zu. Nicht wenige Frauen haben in und nach den Wechseljahren auch mit steigendem Körpergewicht zu kämpfen

Vergleichende Untersuchungen zeigen allerdings, dass Beschwerden während der Wechseljahre von Frau zu Frau unterschiedlich erlebt werden – auch der eigene Lebensstil sowie die persönlichen Umstände wirken sich aus.
Kulturkreis und Herkunftsland spielen beim subjektiven Erleben der Wechseljahre ebenfalls eine Rolle.
Die Wechseljahre sind zudem keine Krankheit, die behandelt werden müsste. Sie sind ein normaler Abschnitt im Leben jeder Frau.
Das bedeutet jedoch nicht, dass sich einzelne Symptome der Hormonumstellung nicht behandeln lassen oder Frauen nicht auch selbst unterstützend aktiv werden können.

Symptome auf natürliche Weise lindern: Lebensstiländerung, pflanzliche Mittel

Viele Frauen versprechen sich von einer gesunden Ernährung, Sport oder Entspannungsverfahren auch eine Linderung der Beschwerden des Hormonentzugs. Zur Vorbeugung und Behandlung von Wechseljahresbeschwerden werden zudem auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Arzneimittel beworben. Noch vor einigen Jahren galten als Medikament gegebene Östrogene und Gestagene als Standardtherapie. 

Was ist dran an diesen Möglichkeiten, typische Symptome abzumildern?

Lebensstil, Ernährung, Bewegung

Die Wechseljahre sind für viele Frauen ein Anlass, den bisherigen Lebensstil unter die Lupe zu nehmen. Die Reduktion von Übergewicht, eine gesunde Ernährung mit wenig Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen können zur allgemeinen Gesundheit beitragen. Eine aktive körperliche Belastung und regelmäßiger Sport können bei vielen Frauen auch die Lebensqualität verbessern. Die Wechseljahre werden dann unter Umständen als weniger einschneidend erlebt. 

Dass diese gängigen Verfahren jedoch auch direkt Wechseljahresbeschwerden lindern, dafür gibt es bisher erstaunlich wenige wissenschaftliche Belege.

Pflanzliche Mittel: Wirkung nicht ausreichend belegt

In Deutschland verwenden etwa 16 von 100 Frauen nach der letzten Regelblutung rezeptfreie Naturprodukte gegen Wechseljahresbeschwerden. Eine wirksame Linderung der Beschwerden, wie zum Beispiel Hitzewallungen, konnten bisher jedoch nicht nachgewiesen werden. Für viele Verfahren liegen noch zu wenige Daten vor, um ihre Wirkung - und somit auch mögliche Risiken - überhaupt beurteilen zu können. Zu diesem Schluss kommen im Sommer 2012 Fachleute, die viele vorliegende wissenschaftliche Daten zusammengeführt und ausgewertet haben, mehr dazu unter http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta307_bericht_de.pdf. Die Experten sind sich daher einig: 

  • Sanfte, pflanzliche oder vermeintlich natürliche Mittel sind keine Alternative zur früher üblichen Hormonersatztherapie.
  • Viele alternative Mittel, die als Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden beworben werden, sind in Deutschland zudem gar nicht als Medikamente zugelassen.

Sie gelten als Lebensmittel beziehungsweise "Nahrungsergänzungsmittel“: Ihre Inhaltsstoffe werden nicht in dem Umfang geprüft, wie es für eine Arzneimittelzulassung der Fall wäre.

Zunächst warnten die Behörden auch in Deutschland deshalb vor der längerfristigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem hohen Gehalt an Isoflavonen. Diese Stoffe können hormonähnlich wirken und gelten deshalb auch als sogenannte Phytoöstrogene.
Dazu zählen beispielsweise Produkte mit Sojaextrakten und Leinsamen, oder mit Inhaltsstoffen aus Rotklee oder Hopfen. In anderen Ländern sind auch Produkte aus der Kudzu-Pflanze üblich.

Ein Beispiel für frühere Warnungen gerade wegen der hormonähnlichen Wirkung war eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) von 2007: Das BfR wies nicht nur darauf hin, dass Allergien möglich sind. Vor allem konnten zum damaligen Zeitpunkt Schilddrüsenstörungen und eine Wirkung der Phytoöstrogene auf das Brustdrüsengewebe nicht ausgeschlossen werden. 
Um tatsächliche Risiken besser einschätzen zu können, wandte sich das BfR an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Nach längerer Prüfung und Diskussion der vorliegenden Daten durch Experten kam die EFSA 2015 zu dem Schluss:
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Isoflavone in den in Europa üblichen Dosierungen schädlich sind.
Die Untersuchungen bezogen sich auf Risiken für die Organe Brustdrüse, Gebärmutter und Schilddrüse, und auf die Verwendung der entsprechenden Produkte für drei Monate bis zu einem Jahr.
Für Frauen mit einer Krebserkrankung in der Vorgeschichte gibt es dagegen keine Daten zur Sicherheit. Auch äußert sich die EFSA nicht dazu, ob die Produkte gegen Wechseljahresbeschwerden helfen.

Hormone: Früher Standard, heute eher Ausnahme

Eine Behandlung mit weiblichen Hormonen galt bis vor etwa zehn Jahren als beste Lösung zur Linderung der Wechseljahresbeschwerden: Mit Hormonen lassen sich zum Beispiel Hitzewallungen deutlich reduzieren, und auch das nächtliche Schwitzen lässt nach.
Gebräuchlich waren vor allem Kombinationen aus Östrogenen und Gestagenen. Bei Frauen, die keine Gebärmutter mehr hatten, wurden auch reine Östrogenpräparate eingesetzt: Bei ihnen fällt das bei einer alleinigen Östrogenbehandlung bestehende Risiko einer Schleimhautwucherung und von Gebärmutterkrebs weg. Allein Progesteron zu geben, ohne Östrogene, ist bei Wechseljahresbeschwerden nicht üblich, und in Deutschland sind für eine sogenannte Monotherapie im Klimakterium keine Arzneimittel zugelassen.  

Experten schätzten, dass bis etwa 2002 rund fünf Millionen Frauen in Deutschland über einen mehr oder weniger langen Zeitraum Hormone verordnet wurden: Die Behandlung wurde häufig sogar weit über die eigentlichen Wechseljahre hinaus fortgesetzt, auch lange in die sogenannten Postmenopause hinein. Das ist die Zeit, in der die körpereigene Produktion von Östrogenen und Gestagenen altersgemäß praktisch ganz aufgehört hat. Damit verband man in der Vergangenheit einen Schutz vor Erkrankungen, die bei Frauen nach den Wechseljahren häufiger auftreten, etwa Herzinfarkte oder Knochenprobleme durch Osteoporose.

Heute gelten diese Ansichten als zum Teil widerlegt.

Einschätzung der Hormonersatztherapie seit 2002: Schwerwiegende Risiken

Studien hatten um das Jahr 2002 gezeigt: Die fehlenden Hormone per Tablette medikamentös zu ersetzen, kann ein Risiko darstellen, vor allem die Gabe der Östrogene: Die künstliche Hormonzufuhr hat Nebenwirkungen.

  • Sie steigert das Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken.
  • Der risikosteigernde Einfluss auf andere Krebsarten wird kontrovers diskutiert, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Neben Krebserkrankungen zeigten sich auch andere Komplikationen: Herzinfarkte, Schlaganfälle, Thrombosen oder Probleme mit der Gallenblase traten bei Frauen mit der damals üblichen Hormonersatztherapie bereits nach einem Jahr so viel häufiger auf, dass entsprechende Studien vorzeitig abgebrochen wurden.

Ebenfalls neu bewertet: Weniger Vorteile als erhofft

Auch einige der erhofften positiven Effekte der Hormonersatztherapie haben sich nicht bestätigt:

  • Anders als zunächst angenommen, sinkt zum Beispiel die Häufigkeit von Harnweginfekten in und nach den Wechseljahren durch eine Hormonersatztherapie nicht.
  • Auch ein "Anti-Aging"-Effekt auf die Haut, also die Verhinderung von Falten und ein jüngeres Aussehen durch die Hormonersatztherapie, ist nicht belegt.
  • Und die Gabe künstlicher Hormone schützt nicht vor Demenz, wie es eine Zeitlang diskutiert wurde. Zumindest für eine nachlassende Hirnleistung aufgrund von Durchblutungsstörungen und kleinen Gefäßverschlüssen scheint das Risiko sogar zu steigern.
  • Ob das Risiko für Darmkrebserkrankungen durch eine Hormonersatztherapie sinkt, gilt als noch nicht völlig gesichert.

Wie sieht es mit der Verhinderung von Knochenveränderungen im Alter aus?
Eine hormonelle Ersatztherapie beeinflusst tatsächlich die Knochengesundheit positiv. Allerdings gilt auch hier: Das Risiko für eine sogenannte Osteoporose lässt sich, so aktuelle fachliche Empfehlungen, bei vielen Frauen auch ohne Hormone lindern.
Eine Hormonersatztherapie kommt heute nur noch infrage, wenn Knochen bereits so instabil sind, dass die Bruchgefahr hoch ist, andere Medikamente zur Osteoporosebehandlung aber nicht vertragen werden.

Neuere Studien: Lokale Anwendung - geringeres Risiko?

Möglicherweise lassen sich einige dieser unerwünschte Wirkungen vermeiden, vor allem das Risiko für Thrombosen - wenn die Hormonersatztherapie nicht mit Wirkstoffen in Tablettenform durchgeführt, sondern nur lokal mit hormonhaltigen Cremes, die zum Beispiel gegen Scheidentrockenheit helfen sollen.
Eventuell sind auch niedrig dosierte Hormonpflaster weniger riskant: Darauf deuten neuere Studien hin, die vor allem Aussagen zum Risiko für Frauen im Alter unter 60 erlauben. Im Vergleich zu älteren Studien muss zudem berücksichtigt werden, dass Frauen heute meist eine niedriger dosierte Hormontherapie erhalten, was sich günstig auf die Häufigkeit von Nebenwirkungen auswirken könnte. 

Deutsche und U.S.-amerikanische Fachgesellschaften daher ihre Anwendungsempfehlungen für die Hormonersatztherapie entsprechend angepasst. Nach ihren Aussagen scheint das Risiko einer Hormonersatztherapie zumindest bei gesunden Frauen unter 60 im Vergleich zum Nutzen vertretbar, wenn Frauen unter durch Hormonmangel hervorgerufenen Beschwerden leiden.

Es gibt jedoch Wissenschaftler, die diese neueren Daten für nicht ausreichend belastbar halten. Sie verweisen auf eine neue Studie, nach der an den Krebsrisiken nicht zu rütteln sei - vor allem für Frauen, die schon vergleichsweise früh mit einer Hormonersatztherapie beginnen.

Empfehlungen: Wann ist eine Hormonersatztherapie eventuell möglich?

Viele Beschwerden, die mit den Wechseljahren in Verbindung gebracht werden, sind kein Anlass für eine Hormonersatztherapie, selbst wenn sie sehr stark und belastend sind.

  • Nach den 2003 veröffentlichten und bis heute gültigen Empfehlungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM, www.bfarm.de) sollten nur Frauen eine Hormonersatztherapie erhalten, bei denen sich die Wechseljahre besonders unangenehm bemerkbar machen und die andere Mittel nicht vertragen oder nicht nehmen dürfen.
  • Wenn überhaupt, dann sollte die Behandlung so niedrig wie möglich dosiert sein und so kurz wie möglich durchgeführt werden. Dies bedeutet auch, mindestens einmal im Jahr zu überprüfen, ob die Mittel überhaupt noch notwendig sind.

Die Hormonersatztherapie wird, wenn sie nicht zu umgehen ist, normalerweise mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen durchgeführt. Östrogene allein steigern das Risiko für Gebärmutterkörperkrebs, sogenannte Endometriumkarzinome. Dies wird durch die Kombination mit Gestagenen vermieden, auch wenn möglicherweise diese Hormone vor allem für das steigende Brustkrebsrisiko verantwortlich sind. Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, wird die alleinige Einnahme von Östrogen anstelle dieser Kombinationspräparate empfohlen: Sie benötigen den Schutz vor Gebärmutterkrebs nicht.

Indikation: Bei welchen Beschwerden eventuell doch Hormonersatztherapie?

Als Beschwerden, die besonders stark belasten, gelten vor allem ausgeprägte Hitzewallungen. Hinzu kommt bei bereits bestehender oder fortschreitender Osteoporose die Gefahr von Knochenbrüchen. Als Behandlung dieser Form der Knochenveränderung sollte die Hormonersatztherapie mit Östrogenen und Gestagenen aber nur dann diskutiert werden, wenn andere, gegen Osteoporose besser geeignete Mittel nicht infrage kommen.

Gynäkologische Fachgesellschaften empfehlen, die Hormonersatztherapie nicht für Frauen über 60 Jahre. Auch bei jüngeren Frauen sollte immer wieder geprüft werden, ob die Behandlung überhaupt noch nötig ist. Meist reicht eine Behandlungszeit von drei bis fünf Jahren. Dann können die Hormone "ausgeschlichen" werden, das heißt, die Dosis wird über einen Zeitraum von zwei bis drei Monaten schrittweise reduziert.

Frauen, die unter Trockenheit der Scheide und entsprechenden Schleimhautveränderungen leiden, sollten möglichst nicht mit Tabletten, sondern nur mit einer östrogenhaltigen Creme behandelt werden. Von den Hormonen in diesen Cremes gehen nur sehr geringen Mengen in den Körper über.
Ob sich Risiken auch durch besonders niedrig dosierte Hormonpflaster vermeiden lassen, gilt als möglich, ist aber noch nicht abschließend gesichert. Neuere Studien, die entsprechende Hinweise ergaben, sind nicht unwidersprochen geblieben.

Grundlage jeder Entscheidung soll, so die Vorgabe von Fachleuten, eine ausführliche Aufklärung über Nutzen und Risiken der Hormonersatztherapie sein.

Weitere Möglichkeiten: Symptome gezielt behandeln

Auch wenn für komplementäre oder alternative Therapien bei Wechseljahresbeschwerden überwiegend kein Nutzen nachgewiesen ist und die Hormontherapie wegen ihrer Risiken selten empfohlen wird – ohne Linderung müssen Frauen mit Beschwerden nicht auskommen. Heute steht das gezielte Vorgehen gegen einzelne Symptome im Vordergrund. Um den Körper nicht unnötig zu belasten, werden dabei Beschwerden ganz gezielt behandelt:

  • Einer Osteoporose, also einer Verminderung der Knochendichte mit einem steigenden Risiko für Knochenbrüche, lässt sich mit Bewegung und Belastung vorbeugen. Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine Rolle. Ist das Osteoporose-Risiko hoch oder besteht bereits Bruchgefahr, kommen zur Behandlung sogenannte Bisphosphonate infrage. Diese Medikamente hemmen den Knochenabbau.
  • Beeinflussen zum Beispiel Stimmungsschwankungen den Alltag besonders, kann der behandelnde Arzt eventuell eine kurzfristige psychotherapeutische Unterstützung vermitteln.
  • Auch einige Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva sind gezielt für Frauen mit unangenehmen Begleiterscheinungen der Wechseljahre entwickelt worden.
  • Gegen starkes Schwitzen und Hitzewallungen gibt es Medikamente, die die Schweißbildung reduzieren. Sie wurden zwar ursprünglich für andere Situationen und Patientengruppen entwickelt. Ihre Wirksamkeit gegen Wechseljahresbeschwerden ist inzwischen in Studien jedoch belegt worden.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Fachinformationen zur Hormonersatztherapie (Auswahl, Stand: 1/2016)

Für Patientinnen, die nach einem Mammakarzinom unter Wechseljahresbeschwerden leiden, hat der Krebsinformationsdienst einen eigenen Text zusammengestellt:

Bei Fragen zum Thema steht der Krebsinformationsdienst außerdem am Telefon zur Verfügung, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 - 420 30 40. Auch per E-Mail kann man Informationen einholen: Der Link krebsinformationsdienst@dkfz.de führt zu einem gesicherten Kontaktformular.