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Lungenkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Lungenkrebs

Häufig gestellte Fragen zu Lungenkrebs

Letzte Aktualisierung: 14.01.2020
  • Lungenkrebs ist in Deutschland eine sehr häufige Erkrankung.
  • Viele Menschen haben Fragen dazu: Gesunde, die vorbeugen möchten, Raucher, die sich um ihr Risiko sorgen, aber auch Patienten und ihre Angehörige, die mehr über die Behandlung wissen wollen.
  • Der folgende Text bietet Antworten auf Fragen zu Lungenkrebs, die Betroffene und Interessierte häufig an den Krebsinformationsdienst richten.
Eine Frau hustet. © Aleksandra Suzi, Shutterstock
Hält Husten lange an und verschlimmert sich sogar, ist das ein Fall für den Arzt. © Aleksandra Suzi, Shutterstock

In frühen Erkrankungsstadien haben Betroffene nur selten Beschwerden. Das ist ein Grund dafür, dass die Krankheit bei vielen Betroffenen erst spät entdeckt wird.

Ein weiterer Grund ist, dass es keine Symptome gibt, die eindeutig für Lungenkrebs sprechen. Es gibt zwar Krankheitszeichen, die bei Lungenkrebs vorkommen können. Aber auch andere Krankheiten wie eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung können solche Beschwerden verursachen.

Wer an sich selbst eines oder mehrere der folgenden Symptome beobachtet, sollte damit zum Arzt gehen. Das gilt vor allem für Raucherinnen und Raucher:

  • länger anhaltender Husten
  • sich verschlimmernder, chronischer Husten
  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • stärker werdender schleimiger Auswurf
  • schleimiger Auswurf mit Spuren von Blut
  • Schmerzen in der Brust
  • Schmerzen in den Knochen
  • Gewichtsverlust
  • länger anhaltende Schwäche und Müdigkeit
  • Fieber

Mehr dazu im Text "Lungenkrebs: Früherkennung, Symptome und Warnzeichen".

In der Regel ist der Hausarzt oder die Hausärztin erster Ansprechpartner. Auch wenn Hausärzte keine Krebsspezialisten sind, kennen sie meist den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Patienten und können auftretende Symptome beurteilen.

Sollten die Symptome weiter abgeklärt werden müssen, überweisen sie an einen Lungenfacharzt oder an die Ambulanz einer Krebsklinik.

Mehr zur Suche eines auf Lungenkrebs spezialisierten Arztes oder einer Klinik unter "Diagnostik: Untersuchungen bei Verdacht auf Bronchialkarzinom".

Es wurden verschiedene Früherkennungsuntersuchung auf Lungenkrebs geprüft. Bisher gibt es aber keine Untersuchung, die treffsicher und risikoarm genug ist, um sie auch bei Gesunden anzuwenden. Für Gesunde, die kein erhöhtes Risiko haben an Lungenkrebs zu erkranken, sind die möglichen Nachteile und/oder die Belastungen der Untersuchungen größer, als der mögliche Vorteil. Anders sieht es aus, wenn man ein erhöhtes Risiko hat, wie es zum Beispiel bei Rauchern der Fall ist. Für starke Raucher ab 55 Jahren empfiehlt die Leitlinie eine Computertomografie der Lunge zur Früherkennung. Kommt noch ein weiterer Risikofaktor hinzu, sogar ab 50.

Kein geregeltes Früherkennungsprogramm: Allerdings gibt es derzeit in Deutschland kein sogenanntes "Screening" auf Lungenkrebs. Die Untersuchung ist deshalb keine reguläre Kassenleistung. Man sollte sich vorab bei seiner Kasse erkundigen, ob sie eine Computertomografie der Lunge bezahlt. In der Regel ist das der Fall, wenn gesunde Personen mit hohem Risiko Beschwerden haben. Mehr zur Früherkennung bei Lungenkrebs finden Sie im Text "Lungenkrebs: Früherkennung, Symptome und Warnzeichen" und im PDF-Dokument "Lungenkrebs-Früherkennung: Bislang nicht in Deutschland".

Jemand zerbricht eine Zigarette. © Marc Bruxelle, Thinkstock
Die wichtigste Vorbeugung von Lungenkrebs ist nicht zu rauchen. © Marc Bruxelle, Thinkstock

Rauchen aufhören: Fachleute gehen davon aus, dass neun von zehn betroffene Männer Lungenkrebs haben, weil sie rauchen oder geraucht haben. Bei Frauen sind es sechs von zehn. Daher ist es die wichtigste Vorbeugemaßnahme für Lungenkrebs, nicht zu rauchen oder mit dem Rauchen aufzuhören. Direkt mit dem Rauchstopp hört man auf krebserregende Stoffe zu inhalieren und sein Risiko noch weiter zu erhöhen. Und je länger man Nichtraucher ist, desto mehr sinkt das eigene Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Gesund leben: Eine Lebensweise mit gesunder Ernährung und viel Bewegung senkt das allgemeine Krebsrisiko und damit auch das Lungenkrebsrisiko. Allerdings kann man sein Risiko nur senken, eine Garantie, bei gesundem Lebensstil nicht zu erkranken, gibt es nicht. Genauso wenig kann man einem einzelnen Betroffenen sagen, was genau den Krebs verursacht hat, denn die Risiken werden auf der Basis von Statistiken ermittelt.

Ja, das ist möglich, auch wenn statistisch gesehen die meisten Lungenkrebs-Patienten rauchen oder geraucht haben. Nichtraucherinnen und Nichtraucher, die Lungenkrebs bekommen, waren vielleicht anderen Risikofaktoren ausgesetzt, wie zum Beispiel ionisierender Strahlung am Arbeitsplatz oder Radon in der Raumluft.

Man kann aber auch Lungenkrebs bekommen, ohne dass ein Auslöser erkennbar wäre.

  • Bekommen Nichtraucherinnen oder Nichtraucher ohne erkennbaren Auslöser Lungenkrebs, sind sie in der Regel deutlich jünger als andere Betroffene.

Was genau die Ursache für ein Bronchialkarzinom ist, lässt sich beim Einzelnen schwer feststellen. Selbst für Raucher gilt, dass man nicht genau sagen kann, ob das Rauchen ursächlich ist. Denn es handelt sich um statistische Zusammenhänge, die sich nur auf Gruppen beziehen.

Zum Weiterlesen

Mehr zur Gesundheitsgefährdung von E-Zigaretten und Tabakerhitzern finden Sie in den beiden PDF-Dokumenten des DKFZ:

Immer mal wieder kursiert das Thema in den Medien. Und tatsächlich gibt es vorsichtige Empfehlungen, E-Zigaretten als Hilfsmittel beim Rauchtopp einzusetzen.

Vergleicht man E-Zigaretten mit herkömmlichen Zigaretten, enthalten sie im Schnitt weniger Schadstoffe. Für Raucher sind E-Zigaretten wahrscheinlich weniger schädlich als ihre bisherigen Tabakwaren. Deswegen gibt es Empfehlungen zu einem Wechsel. Für Nichtraucher ist es aber nicht unbedenklich, mit dem Rauchen von E-Zigaretten anzufangen. Denn auch E-Zigaretten können krebserregende Stoffe produzieren und sind keinesfalls gesund.

Eine Empfehlung für den Umstieg von Zigaretten auf Tabakerhitzer gibt es derzeit nicht. Sie enthalten von bestimmten krebserregenden Schadstoffen weniger als Zigaretten, allerdings stammen die Daten zum größten Teil von den Herstellern. Fachleute betrachten diese Daten daher kritisch. Und selbst die existierenden Studien zeigen: Auch Tabakerhitzer produzieren krebserregende Stoffe und sind daher nicht gesund.

Für E-Zigaretten und Tabakerhitzer gilt außerdem: Sie produzieren weitere Stoffe, die nicht im Zigarettenrauch enthalten sind. Wie sich diese Stoffe langfristig auf die Lunge und andere Organe auswirken, ist derzeit unbekannt. Die Produkte sind einfach zu kurz auf dem Markt, um das beurteilen zu können.

Zur Abklärung eines Verdachts auf Lungenkrebs führen die Ärzte zunächst eine sogenannte Basisdiagnostik durch. Dazu befragen sie den Betroffenen ausführlich und machen meistens folgende Untersuchungen:

  • Laboruntersuchungen
  • Röntgenbild des Brustkorbs
  • Computertomographie des Brustkorbs und des Oberbauchs
  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie)
  • Ultraschalluntersuchung von Brust- und Bauchraum

Falls die Ärzte den Verdacht so nicht ausräumen können oder sich der Verdacht sogar erhärtet, führen sie noch weitere Untersuchungen durch.

Die Unterscheidung von Lungenkrebs in "kleinzellig" und "nicht-kleinzellig" hat historische Gründe: Fachleute können diese beiden Gruppen anhand ihres Aussehens und ihrer Größe unter dem Mikroskop unterscheiden. Inzwischen können Experten mit molekularbiologischen Methoden jede Gruppe noch weiter unterteilen. Das tun sie im Verlauf der Diagnostik. Der Tumortyp und das Krankheitsstadium entscheiden über die Behandlung.

  • Weitere Informationen zum Tumortyp finden Sie im Abschnitt "Im Labor: Tumortyp bestimmen" unter Diagnostik.

Nicht jedes Krebsgeschwür in der Lunge ist ein Bronchialkarzinom: Manchmal finden Ärzte bei der Diagnose Metastasen eines anderen Krebstyps wie zum Beispiel Brustkrebs. Diese Tochtergeschwüre haben häufig noch Eigenschaften des Ursprungtumors und müssen dann auch wie dieser behandelt werden.

Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Das Problem ist, dass Bronchialkarzinome in frühen Stadien selten Beschwerden verursachen. Bei den meisten Betroffenen wird Lungenkrebs daher erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt.

Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, ist er häufig nicht mehr heilbar. Patientinnen und Patienten benötigen dann eine Behandlung, die das Tumorwachstum möglichst lange in Schach hält und Symptome mildert.

Konkretere Aussagen zum Krankheitsverlauf und den Heilungschancen können nur die behandelnden Ärzte treffen.

Die Lungenkrebs-Therapie richtet sich nach

  • dem Tumortyp,
  • dem Krankheitsstadium und
  • dem Gesundheitszustand des Betroffenen.

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom

Vor allem in frühen Stadien ist die Operation das Mittel der Wahl. Die meisten Betroffenen bekommen dazu eine ergänzende Chemotherapie. Die Ärzte versuchen, so den Krebs vollständig zu entfernen und einen Rückfall zu verhindern. In frühen Stadien besteht eine Chance auf vollständige Heilung.

Ist der Krebs schon weiter fortgeschritten, bekommen Betroffene eine Chemotherapie, eine Strahlentherapie oder eine Kombination aus beiden, eine sogenannte Radiochemotherapie.

Hat der Krebs schon Metastasen gebildet, gucken sich Fachleute die Krebszellen der Betroffenen genauer an. In Abhängigkeit von den molekularbiologischen Merkmalen der Zellen bekommen Patienten dann eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie. Nur ein Teil der Betroffenen erhält zuerst eine Chemotherapie.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom

Die Zellen des kleinzelligen Lungenkrebses teilen sich sehr schnell und sprechen daher zunächst gut auf eine Chemotherapie an. In frühen Stadien erhalten Betroffene in der Regel eine Chemotherapie zusammen mit einer Bestrahlung.

Auch wenn der Krebs schon Metastasen gebildet hat, erhalten Betroffene eine Chemotherapie. Je nach Situation bekommen sie eine ergänzende Bestrahlung des Primärtumors und/oder einzelner Metastasen.

Um die Bildung von Metastasen im Gehirn zu vermeiden, kann eine vorbeugende Bestrahlung des Kopfes infrage kommen. Das Risiko Hirnmetastasen zu bekommen, kann so reduziert werden. Da es gleichzeitig ein Risiko von neurologischen Ausfällen durch die Bestrahlung gibt, ist diese Hirn-Bestrahlung umstritten.

Beim kleinzelligen Lungenkrebs sind Rückfälle sehr häufig. Das liegt daran, dass die Krebszellen mit der Zeit unempfindlich gegen die verschiedenen Formen der Chemotherapie werden.

Jede Behandlung kann Nebenwirkungen haben. Eine Operation an der Lunge kann zum Beispiel dazu führen, dass Betroffene über längere Zeit nicht mehr so belastbar sind. Erhält man als Betroffener eine Chemotherapie, kann sie zu Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen oder zu Veränderungen des Blutbildes führen. Auch die Tumorerkrankung selbst kann zu belastenden Symptomen führen.
Viele Nebenwirkungen und Krankheitsfolgen lassen sich durch eine supportive oder palliative Therapie lindern.

Ein Mann sitzt mit geschlossenen Augen und einem Wasserglas am Tisch. © Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Übelkeit und Abgeschlagenheit sind typische Nebenwirkungen einer Chemotherapie. © Bild: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Die Therapie, aber auch die Krankheit selbst kann belastende Symptome zur Folge haben, wie zum Beispiel Atemnot, Husten, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit oder Schmerzen. Ärzte haben verschiedene Möglichkeiten, solche Symptome zu lindern.

Ist der Tumor die Ursache, können Medikamente, eine Operation oder eine Bestrahlung infrage kommen, um das Tumorwachstum zu verlangsamen. Auch bei Nebenwirkungen der Therapie wie zum Beispiel Übelkeit und Erbrechen, können Ärzte weiterhelfen. Alle Maßnahmen, die belastende Symptome lindern, gehören zu den supportiven oder palliativen Therapien.

Die Krebsdiagnose, die Krankheit und die Therapie, all das kostet Kraft – nicht nur körperlich. Zur Furcht vor dem ungewissen Ausgang kommt vielleicht noch die Angst um den Arbeitsplatz oder um die Familie. Auch für die Angehörigen kann die Krebserkrankung eine große Belastung sein.

Hilfe beim Umgang mit der Angst und der Bewältigung der Krankheit können verschiedene Ansprechpartner bieten. Neben Krebsberatungsstellen und Selbsthilfe- und Patientenorganisationen können das auch Psychoonkologen sein. Das sind Psychologen, die sich durch eine Weiterbildung auf die Bedürfnisse von Krebspatienten und deren Angehörigen spezialisiert haben.

Direkt nach der Therapie geht es erstmal darum sich zu erholen. Dafür bietet sich eine Reha an. Danach beginnt die Phase der Nachsorge, bei der Betroffene regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen. Je nach Situation geht es darum, einen möglichen Rückfall so früh wie möglich zu erkennen und/oder um die bestmögliche Behandlung der belastenden Symptome und die Erhaltung der Lebensqualität.

Betroffene können auch einiges selbst tun, um sich möglichst gut zu erholen und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören zum Beispiel eine gesunde Ernährung, Bewegung – vielleicht in einer Lungensportgruppe – und Entspannung.

Ist der Krebs nicht mehr heilbar und die Ärzte können den Krebs nicht mehr aufhalten, sind Betroffene nicht allein. Eine Reihe von Ansprechpartnern bietet medizinische, psychosoziale und pflegerische Unterstützung.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Eine Gesamtübersicht zu Quellen und weiterführenden Fachinformationen zum Thema findet sich im Kapitel
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Erstellt: 14.01.2020