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Fieberthermometer © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Fieber, Entzündungen und Infektionen bei Krebspatienten

Behandlung und Linderung

Welche Entzündungen und Infektionen kommen bei Krebspatienten besonders häufig vor? Woran lassen sie sich erkennen, welche Maßnahmen lindern Beschwerden? Der folgende Text ist Teil umfassender Informationen zum Thema "Entzündung, Infektion, Fieber bei Krebspatienten".
Für die im Folgenden aufgeführten Ratschläge zu unterstützenden pflegerischen Maßnahmen bei Entzündungen und Infektionen gilt: Es gibt bisher nur wenige gute Studien. Fachleute setzen daher vorwiegend auf Erfahrungswissen. Tipps, die von denen des Krebsinformationsdienstes abweichen, können daher ebenso gut und richtig sein.

Erkrankte Patienten sollten beachten: Informationen aus dem Internet können die persönliche Beratung durch Ärzte oder Pflegefachleute nicht ersetzen! 

Erstellt: 04.02.2011
Zuletzt überprüft: 04.02.2011

Genutzte Quellen und Links

Eine Gesamtübersicht der bei der Erstellung genutzten Quellen und Hinweise auf weiterführende Fachinformationen zum Thema findet sich im Kapitel "Fieber ohne Keime: Gibt es das bei Krebspatienten?" unter dem Stichwort "Verwendete Quellen und Fachliteratur für Interessierte und Fachkreise".

Haut: Veränderungen der Haut als Folge von Krebstherapien - Ausschläge, Infektionen

Wundinfektionen: Symptome erkennen und behandeln

Infizierte Wunden sind kein Fall für die Selbstbehandlung, unabhängig davon, ob es sich um eine Operationswunde oder Hautschäden aufgrund einer anderen Krebstherapie oder einer zufälligen Verletzung handelt. Betroffene, die Symptome feststellen, sollten im Krankenhaus sofort Arzt oder Pflegepersonal informieren. Ambulant behandelte Patienten sollten sich ebenfalls an ihre behandelnden Ärzte wenden.

  • Eine infizierte Wunde heilt schlecht oder gar nicht ab, weiteres Gewebe kann geschädigt werden.
  • Dringen Keime aus der Wunde in die Blutbahn vor, kann sich eine Infektion im ganzen Körper ausbreiten.

Infizierte Wunden sind stark gerötet, schmerzhaft und berührungsempfindlich, das umliegende Gewebe fühlt sich warm an. Meist tritt Wundflüssigkeit aus, die Wunde nässt, und je nach Erreger sammeln sich eitrige Beläge und abgestorbenes Gewebe in der Wunde. Manche infizierten Wunden verströmen sehr unangenehmen Geruch. Eine Infektion kann außerdem zu Fieber führen.

Die häufigsten Auslöser sind Bakterien, zum Beispiel Staphylokokken, Streptokokken, Clostridien und Pseudomonas. Der Arzt wird sich die Wunde genau ansehen, um erste Hinweise auf die Ursache zu erhalten. Um den Erreger eindeutig zu identifizieren, ist ein Wundabstrich nötig, der im Labor untersucht wird. Bis das Ergebnis vorliegt, kann es allerdings einige Zeit dauern.

Ursächlich wirkende, die Infektionserreger bekämpfende Medikamente gehören überwiegend zur Gruppe der Antibiotika. Sie gibt es zum Auftragen auf die Wunde, zum Einnehmen und bei sehr schweren Infektionen auch als Infusion. Greift diese Behandlung, bilden sich die Symptome meist sehr schnell zurück. Zur Heilung infizierter Wunden trägt außerdem bei, wenn sie regelmäßigen Abständen gereinigt sowie mit geeigneten Wundauflagen versorgt werden, am besten durch Arzt oder Pflegekräfte. Körperliche Schonung oder zumindest Ruhigstellung der betroffenen Region trägt ebenfalls zur Heilung und zur Vermeidung von Komplikationen bei.

Hautveränderungen nach Chemotherapie: Symptome erkennen und behandeln

Hautschäden zeigen sich bei einer Chemotherapie eher an den Schleimhäuten, mehr dazu hier. Kleine Wunden am Übergang zwischen Schleimhaut und normaler Haut können sich jedoch ausweiten, zum Beispiel als kleine, aber sehr schmerzhafte Einrisse der Mundwinkel. Trocknet die Haut durch die Behandlung stark aus, kann es zum Beispiel auch an den Fingern oder in Gelenkbeugen zu solchen kleinen Einrissen kommen. Manche Zytostatika beeinträchtigen das Nagelwachstum. Dadurch steigt auch das Risiko von Nagelbettentzündungen, und in der geschädigten Nagelsubstanz können sich Pilze einnisten, mehr dazu hier. Über Nebenwirkungen der Chemotherapie informiert der Krebsinformationsdienst in dem Text "Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Chemotherapie".

Entzündete Haut nach Strahlentherapie: Symptome erkennen und behandeln

Eine gerötete, trockene, juckende und verdickte Haut im Bestrahlungsfeld ist Zeichen einer unerwünschten Entzündungsreaktion der Haut, einer sogenannten Dermatitis. Sie tritt heute nur noch bei wenigen Patienten auf. Viele Bestrahlungspatienten weisen keine oder nur leichte Symptome auf, die einem Sonnenbrand ähneln. Bei leichten Entzündungen und Hautveränderungen gleichen sich vorbeugende und therapeutische Maßnahmen: Krebspatienten sollten zusätzliche Reize vermeiden, vor allem bei der Körperpflege. Mehr dazu hat der Krebsinformationsdienst im Text "Strahlentherapie - Nebenwirkungen" zusammengestellt, Stichwort Hautschäden.

Weiter fortgeschrittene Hautveränderungen und offene Wunden, sogenannte feuchte Läsionen der Haut, müssen beim Arzt mit besonderen Wundverbänden versorgt werden, beispielsweise einem sogenannten Hydrokolloidverband.
Bleiben Strahlenschäden lange über das Ende der Krebsbehandlung hinaus bestehen, erfordert die Behandlung viel Geduld. Ansprechpartner für bestrahlte Patienten ist der behandelnde Radiologe.

Hautreaktionen bei zielgerichteten Therapien: Symptome erkennen und behandeln

Juckende Pusteln und Knötchen, vor allem im Gesicht, auf der Kopfhaut, im Nacken, auf der Brust und im Rücken, sind sehr häufige Folgen moderner zielgerichteter Krebsmedikamente. Die Haut ist außerdem oft trocken, besonders unangenehm sind dann kleine Einrisse an Fingern oder Zehen. Auch Entzündungen des Nagelbetts kommen vor. Nach dem Ende der Krebsbehandlung verschwinden diese Probleme meist von allein wieder.

Treten Hautveränderungen auf, sollten Betroffene dennoch immer den betreuenden Arzt aufsuchen: Auf den ersten Blick ist oft nicht zu erkennen, ob zu den durch die Medikamente verursachten Problemen noch eine Infektion hinzugekommen ist. Mit einem Abstrich und der Untersuchung der Probe im Labor lässt sich feststellen, ob und wenn ja mit welchen Krankheitserregern die geschädigten Hautareale besiedelt sind oder ob es sich "nur" um entzündliche Veränderungen durch das Medikament handelt. Wichtig bei der Vorbeugung ist die Vermeidung weiterer Reize, vor allem bei der Haut- und Körperpflege. Was während der Behandlung und beim Auftreten von Hautproblemen zum Beispiel zum Waschen oder Eincremen weiter benutzt werden darf und was nicht, sollte unbedingt mit dem Arzt abgesprochen werden.

Die Behandlung der Hautveränderungen orientiert sich an den Symptomen: Sind die Probleme nicht sehr ausgeprägt, reicht unter Umständen eine angepasste Hautpflege nach Absprache mit dem Arzt aus. Bei starkem Juckreiz verordnen Ärzte antiallergische Medikamente, sogenannte Antihistaminika. Bei Ekzemen verschreiben sie auch kortisonhaltige Lotionen oder Cremes. Um die zusätzliche Besiedelung mit Bakterien zu behandeln oder einer solchen "Superinfektion" vorzubeugen, setzen Ärzte keimtötende Medikamente ein: Dies können bei leichteren Hautveränderungen zunächst antibiotikahaltige Cremes zum Auftragen auf die Haut sein, bei ausgedehnteren Ausschlägen auch Antibiotika zum Einnehmen, die im gesamten Körper wirken.

Eine Quelle für Fachleute bietet die ASO-Leitlinie "Hauttoxizität" von 2007 (PDF-Dokument) www.onkosupport.de/asors/content/e974/e2538/e2541/e2545/071123_ASOLeitlinie_Haut.pdf).

Erysipel bei Lymphödem: Symptome erkennen und behandeln

Patienten mit ausgeprägten oder schwer behandelbaren Lymphödemen neigen zu flächigen Hautinfektionen, dem sogenannten Erysipel. Ursache sind Bakterien, die durch kleinste oder sogar unbemerkte Verletzungen in das geschädigte Gewebe eindringen. Ein Erysipel kann sehr belastende Symptome verursachen: Oft beginnt die Infektion mit Fieber. Hinzu kommt eine flächige Hautrötung, die sich meist schnell ausbreitet. Die Haut ist überwärmt, geschwollen und brennt.

Bei diesen Anzeichen ist sofortiger Kontakt mit dem Arzt erforderlich. Da es sich bei den Verursachern meist um Streptokokken oder Staphylokokken handelt, sind zur Behandlung Antibiotika zum Einnehmen notwendig, meist vom Typ der Penicilline oder verwandte Substanzen. Bei Fieber und Schmerzen verschreibt der Arzt möglicherweise außerdem noch fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente. Zusätzliche lindernde Maßnahmen sollte man auf jeden Fall vorher absprechen, etwa das Kühlen durch Umschläge oder die Desinfektion des Wundgebiets durch geeignete Lösungen. Während der akuten Phase eines Erysipels sollten Physiotherapeuten keine manuelle Lymphdrainage durchführen. Ob die Kompressionsbandagen oder die Kompressionskleidung getragen werden darf, entscheidet der Arzt.

Gesichts- oder Gürtelrose: Symptome erkennen und behandeln

Bei der Gesichts- oder Gürtelrose wird das Windpockenvirus (Varicella-Zoster-Virus) reaktiviert, mit dem fast jeder Mensch schon in der Kindheit Kontakt hatte. Dieses Virus bleibt nach einer Windpockenerkrankung lebenslang im Körper. Während Gesunde damit in der Regel gut leben können, erkranken abwehrgeschwächte Patienten nicht nur häufig an "Lippenherpes" (Herpes simplex), sondern unter Umständen auch an der belastenden Gürtelrose (Herpes zoster).

Erste Symptome können Fieber, allgemeines Unwohlsein und Kopfschmerzen sowie ein Brennen, Jucken und Schmerzen der betroffenen Körperregion sein. An der Haut äußert sich eine Gürtelrose in Form von mehreren bis vielen Bläschen, meist am Rumpf, seltener im Gesicht oder an anderen Stellen, typischerweise nur auf einer Körperhälfte. Krebspatienten, die die Symptome an sich entdecken, sollten umgehend den behandelnden Arzt aufsuchen.

Zur Behandlung und bei gefährdeten Patienten auch schon zur Vorbeugung stehen seit einigen Jahren Medikamente zur Verfügung: Diese sogenannten Virustatika gibt es zum Auftragen, zum Einnehmen oder zur Infusion über eine Vene. Sie sollen zur Abheilung der Infektion beitragen und verhindern, dass sich die Infektion auf innere Organe ausweitet. Zur Hautpflege erhalten Patienten zudem geeignete Lotionen oder Cremes. Gegen die manchmal heftigen Schmerzen verschreiben Ärzte Schmerzmedikamente. Diese lindern nicht nur die akuten Symptome. Eine wirksame Schmerztherapie beugt bei vielen, wenn auch nicht allen Patienten einer Komplikation der Gürtelrose vor: noch Wochen nach dem Abheilen kann es zu Schmerzattacken im Gewebe kommen, der sogenannten Post-Zoster-Neuralgie.

Betroffene sollten sich bewusst sein, dass sie Menschen in ihrer Umgebung mit Windpockenviren anstecken können, die nicht geimpft sind oder noch keine entsprechende Erkrankung durchgemacht haben.

Haut- und Nagelmykosen: Symptome erkennen und behandeln

Gerötete, nässende, juckende, oft mit einem weißlichen Saum belegte Hautstellen oder kleine Bläschen sind unter Umständen Anzeichen einer Pilzinfektion der Haut. Betroffen sind bei abwehrgeschwächten Krebspatienten oft die Mundwinkel und der Genital- und Analbereich. Bei übergewichtigen Patienten finden sich Pilzinfektionen auch in Hautfalten am Bauch oder unterhalb der weiblichen Brust. Eine weitere Pilzinfektion kann die Zehen- oder Fingernägel betreffen (Onychomykose). Dies macht sich durch weißliche und gelbliche Verfärbungen am Nagel- und Nagelrand bemerkbar, aber auch durch verdickte Nagelplatten.

Zur Diagnose einer Pilzinfektion entnimmt der Arzt eine Probe mittels eines Abstrichs der betroffenen Hautstellen, die im Labor untersucht wird. Bei kranken Zehennägeln werden kleine Späne des Nagels abgetragen und zur Untersuchung eingeschickt.
Hautmykosen sprechen gut auf sogenannte Antimykotika an. Meist reicht es aus, sie als Creme oder Lotion äußerlich aufzutragen. Infektionen der Nägel werden mit pilztötenden Nagellacken und oft auch mit Tabletten zum Einnehmen behandelt. Die Therapie kann sich über einen langen Zeitraum hinziehen und erfordert oft viel Durchhaltevermögen, bis ein pilzfreier Nagel nachgewachsen ist. Diese Geduld ist notwendig: Auch wenn ein Nagelpilz vergleichsweise wenig Beschwerden verursacht, so bleibt er doch eine Quelle für Keime, die sich bei abwehrgeschwächten Patienten im Körper ausbreiten können.

Mund und Speiseröhre: Entzündungen und Infektionen der Schleimhäute

Orale Mukositis: Symptome erkennen und behandeln

Gerötete und geschwollene Mundschleimhäute, Bläschen an der Wangenschleimhaut, Schmerzen beim Essen: Entzündungen im Mund, auch orale Mukositis genannt, können Folge einer intensiven Chemotherapie oder einer Bestrahlung von Kopf und Hals sein. Stellen Krebspatienten Symptome an sich fest, sollten sie den behandelnden Arzt aufsuchen. Die Therapie ist abhängig vom Grad der Schleimhautentzündung. Bei leichten Entzündungen reicht es aus, die Schleimhaut nicht weiter zu reizen, etwa durch eine vorsichtige Mundpflege und eine angepasste Auswahl von Speisen und Getränken, mehr dazu im Abschnitt "Vorbeugung". Schreitet eine Infektion fort, ist nicht nur die ursächliche Behandlung wichtig, auch die meist auftretenden Schmerzen beim Essen und Trinken oder bei der Mundpflege müssen gelindert werden.

Bei leichten Beschwerden sind auf der Schleimhaut direkt wirkende Schmerzmittel in Form von Lösungen oder Sprays eine gute Möglichkeit. Bei etwas stärkeren Schmerzen verschreibt der Arzt auch Schmerzmedikamente zum Einnehmen, zum Beispiel in Tropfen- oder Tablettenform; Voraussetzung ist allerdings, dass Patienten keine Probleme mit dem Schlucken haben. Bei besonders schweren Verläufen mit starken Schmerzen und Schluckbeschwerden erhalten Betroffene schmerzlindernde Medikamente als Injektion oder Infusion, mehr in dem Text "Praxis der Schmerztherapie" des Krebsinformationsdienstes.

Durch die Entzündung und die dadurch ausgelösten Schmerzen können Kauen und Schlucken stark eingeschränkt sein. Nehmen Betroffene aufgrund einer ausgedehnten Entzündung im Mund und in der Speiseröhre nicht ausreichend Nahrung zu sich, kann es für einige Zeit sinnvoll sein, zusätzlich besondere Produkte wie Trinknahrung oder "Astronautenkost" einzusetzen. Ist auch dies nicht möglich, veranlasst der Arzt eventuell die zeitweilige Ernährung über eine Magen- oder Dünndarmsonde oder eine sogenannte parenterale Ernährung über eine Infusion in eine Vene. Mehr zur Behandlung von Ernährungsproblemen und Gewichtsverlust hat der Krebsinformationsdienst im Text "Was tun bei Gewichtsverlust oder Mangelernährung?" zusammengestellt.

Pilzinfektionen im Mund und Speiseröhre: Symptome erkennen und behandeln

Am häufigsten entstehen orale Pilzinfektionen durch den Hefepilz Candida albicans. Diese Infektion wird auch Soor genannt. Die Erreger finden sich auch bei vielen gesunden Menschen in der Mundflora, richten dort aber keinen Schaden an. Eine hochdosierte Chemotherapie, eine Bestrahlung von Kopf, Gesicht oder Hals sowie eine sehr fortgeschrittene Krebserkrankung können jedoch zu einer Schwächung der Abwehr führen und die Regeneration der Mundschleimhaut stören. Bei betroffenen Patienten breitet sich der Pilz dann leicht aus.

Fleckige, weiche, weißliche oder gelbliche Beläge auf der Zunge und an der Mundschleimhaut sind typisch für eine Infektion mit Candida albicans. Die Beläge lassen sich zwar abwischen, darunter ist die Schleimhaut aber oft hochrot und blutet leicht. Betroffene klagen häufig über ein als sehr unangenehm empfundenes "Gefühl von Watte" im Mund und über Geschmacksstörungen. Schreitet die Infektion weiter fort, kommt es zu Geschwüren, bei manchen Betroffenen breitet sich die Infektion unter Umständen in die Speiseröhre aus. Dies führt zu Schmerzen: Essen, Trinken und Medikamenteneinnahme fallen schwer.

Infektionen des oberen Verdauungstraktes durch andere Pilzarten kommen seltener vor. Im Zweifelsfall kann daher ein Erregernachweis im Labor sinnvoll sein. Meist kann eine Behandlung mit Antimykotika, also pilztötenden Mittel, auch ohne vorhergehende Testung begonnen werden. Die Medikamente gibt es in Form von Lutschtabletten, Lösungen, Kapseln oder Tabletten. Studien haben gezeigt, dass bei betroffenen Krebspatienten pilztötende Mittel zum Einnehmen wirksamer sind als solche, die nur örtlich aufgetragen werden. Diese Therapie verhindert, dass sich eine Pilzinfektion im gesamten Körper ausbreitet.

Virale Infektionen im Mund: Symptome erkennen und behandeln

Die häufigsten viralen Infektionen im Mund werden durch das Herpes-simplex-Virus ausgelöst. Auch diese Infektion kennen viele Gesunde, sie verursacht die typischen Lippenbläschen bei Erkältungen oder nach zu viel Sonne. Bei geschwächten Krebspatienten flackert die Infektion oft erneut auf und verläuft nicht selten schwerer: Es entstehen tiefe Risse und Verletzungen an den Mundwinkeln, die oft von einer weiß-grauen Haut bedeckt sind. Außerdem bilden sich an den Lippen am Übergang zur Mundschleimhaut Bläschen, die nach einiger Zeit aufbrechen und verkrusten. Gelegentlich kommen diese auch in der Mundhöhle auf der Zunge, am Zahnfleisch und am oberen Gaumen vor. Die geschädigten Stellen brennen, jucken und schmerzen oft sehr.

Bei viralen Infektionen mit Herpes simplex behandelt der Arzt zunächst die Symptome, wie zum Beispiel Schmerzen. Im Anfangsstadium einer Infektion verschreibt der Arzt auch virustatische Medikamente als Salben, die direkt auf die betroffenen Hautareale aufgetragen werden. Nimmt die Infektion einen besonders schweren Verlauf, ordnet der Arzt unter Umständen Virustatika als Infusion über die Vene an.

Bakterielle Infektionen im Mund: Symptome erkennen und behandeln

Bakteriell bedingte Entzündungen im Mund sind selten, obwohl im gesamten Verdauungstrakt überall Bakterien leben und über die Nahrung ständig Kontakt mit weiteren Keimen besteht.
Infektionen mit dem Bakterium Pseudomonas führen zu einem auffällig starken und üblen Mundgeruch. Bei betroffenen Patienten sind die Mundschleimhaut und das Zahnfleisch mit kleinen Geschwüren übersät. Die Pseudomonas-Infektion kann, muss aber nicht schmerzhaft sein. Eine Infektion mit Staphylokokken ist dagegen gekennzeichnet durch bräunlich-gelbe, trockene und runde Erhöhungen, die jucken, brennen und sehr stark schmerzen. Bakterielle Infektionen im Mund behandelt der Arzt mit Antibiotika, die im gesamten Körper wirken.

Lindernde Maßnahmen: Was kann man selbst tun?

Gerade bei Infektionen ist es für Patienten wichtig, ihren Mund mehrmals täglich auszuspülen und zu reinigen. Was zur Mundpflege notwendig ist, sollte mit dem Arzt oder dem Pflegedienst besprochen werden. Die Möglichkeiten reichen von einfachem Wasser über Salbeitee bis hin zu Fertigprodukten oder individuell für den Patienten in der Apotheke gemischten Mundpflegelösungen. Die verwendeten Spüllösungen sollten von dem Betroffenen als angenehm empfunden werden und keinen Ekel hervorrufen. Außerdem sollten Erkrankte nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste die Zähne putzen. Tragen Patienten Zahnprothesen, sind diese ebenfalls gründlich zu reinigen. Gilt normalerweise, dass Prothesen auch nachts getragen werden, sollten Erkrankte diesbezüglich nun Rücksprache mit dem Arzt oder den zuständigen Pflegefachkräften halten. Am Rand und unter Prothesen breiten sich besonders Pilzinfektionen leicht aus, eventuell ist es daher sinnvoll, ein Gebiss oder eine Teilprothese zumindest vorübergehend über Nacht herauszunehmen.

Hat der Arzt Schmerzmittel verschrieben, bietet es sich an, diese immer schon ein paar Minuten vor der Nahrungsaufnahme anzuwenden oder einzunehmen. Bei der Ernährung ist es ratsam, eher milde und keine scharfen Speisen zu sich zu nehmen. Püriertes Essen reizt die Mund- und Speiseröhrenschleimhaut weniger als Lebensmittel, die lange gekaut werden müssen. Es ist deshalb bei Schmerzen die verträglichere Alternative.

Lunge: Therapie- und erregerbedingte Lungenentzündungen

Therapiebedingte Pneumonitis: Symptome erkennen und behandeln

Eine Lungenentzündung ohne Beteiligung von Krankheitserregern wird als Pneumonitis bezeichnet. Mögliche Ursache kann eine Bestrahlung sein. Eine Pneumonitis als Nebenwirkung einer Strahlenbehandlung ist durch moderne Techniken allerdings wesentlich seltener als früher geworden. Betroffene, bei denen sich eine Bestrahlung des Lungengewebes nicht vermeiden lässt, werden über mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen aufgeklärt. Falls sich einige Wochen nach Bestrahlungsbeginn Anzeichen von Husten oder Atemnot zeigen, seltener auch Fieber, ist der Kontakt zum Arzt wichtig, um individuell geeignete Abhilfemaßnahmen zu finden.
Ähnliche Anzeichen deuten auf eine Pneumonitis als seltene Nebenwirkung mancher Krebsmedikamente hin, etwa bei einer Chemotherapie mit dem Zytostatikum Cyclophosphamid und einigen anderen ähnlichen Arzneimitteln.

Als Behandlung kommen vor allem Steroide ("Kortison") in Betracht. Sie sollen die Symptome lindern und langfristig einer Vernarbung des Lungengewebes vorbeugen, einer Fibrose. Unterstützende Maßnahmen wie Atemgymnastik tragen dazu bei, das Risiko einer zusätzlichen Besiedelung des Lungengewebes mit Krankheitskeimen zu senken.

Erregerbedingte Pneumonie: Symptome erkennen und behandeln

Erstes Anzeichen einer Lungenentzündung, auch Pneumonie genannt, ist oft Fieber. Eine Steigerung der Körpertemperatur bleibt bei den sogenannten atypischen Lungenentzündungen auch der einzige Hinweis. Ansonsten kommen als Symptome meist Atemnot, rasselnde Atemgeräusche, Husten sowie eitriger Auswurf hinzu. Achtung: Bei älteren Patienten treten unter Umständen nur leicht erhöhte Temperaturen, schneller Atem und gegebenenfalls Verwirrungszustände auf.
Lungenentzündungen werden verursacht durch Bakterien wie zum Beispiel Pneumokokken, Staphylokokken oder Legionellen, durch Pilze wie etwa dem Fadenpilz Aspergillus und dem Hefepilz Candida albicans, und auch durch Viren wie dem Herpes-Virus oder dem Zytomegalievirus.

Um eine Lungenentzündung zu diagnostizieren, wird der Arzt zunächst die Lunge abhören und ein Röntgenbild anfertigen. Eine Computertomographie oder eine Lungenspiegelung, eine Bronchoskopie, sind seltener notwendig. Um eine Lungenentzündung gezielt zu behandeln, ist es außerdem wichtig zu wissen, welcher Erreger verantwortlich ist. Der Arzt schickt deshalb abgehustetes oder abgesaugtes Sekret in ein Labor.

Gegen bakterielle Lungenentzündungen helfen Antibiotika, gegen Pilzinfektionen sogenannte Antimykotika und gegen virale Infektionen Virustatika. Diese Medikamente gibt es zum Einnehmen oder, zur Behandlung schwerer Infektionen, auch als Infusion. Um die teilweise sehr belastenden Symptome zu lindern, vor allem Atemnot, gibt es eine Reihe von weiteren Möglichkeiten. Diese reichen von physiotherapeutischen Atemübungen zur Unterstützung des Abhustens, Inhalationen von schleimlösenden Medikamenten, dem Absaugen des Bronchialsekretes durch Pflegefachleute bis zur Sauerstoffgabe und zur kurzfristigen künstlichen Beatmung.

Begünstigen tumorbedingte Verengungen der Atemwege immer wieder aufflackernde Infektionen, bieten unter Umständen kleine Eingriffe eine Möglichkeit der Linderung, mit Skalpell, Laser. Die Luftwege können unter Umständen auch durch sogenannte Stents offengehalten werden, kleine "Röhrchen", die die Wände der Luftröhre oder der Bronchien auseinanderhalten. Diese Eingriffe kommen allerdings nicht bei allen Patienten mit Lungenkrebs oder Lungenmetastasen infrage und können das Tumorwachstum selbst meist nicht aufhalten.

Harnwege: Blasen- und Nierenentzündungen

Therapiebedingte Blasenentzündung: Symptome erkennen und behandeln

Anzeichen einer Harnblasenentzündung, auch Zystitis genannt, sind häufiges Wasserlassen, obwohl die Blase gar nicht gefüllt ist, unter Umständen mit schmerzhaftem Brennen und Jucken oder Problemen, die Blase überhaupt zu entleeren. Unterbauchschmerzen oberhalb des Schambeins können hinzukommen. Manchmal befindet sich Blut im Urin. Eine leichte Zystitis ohne Keime kann durch eine Chemotherapie oder bei Bestrahlungen des Unterleibs, bei denen die Blase im Strahlengang liegt. Bei Männern ist die Harnröhre wesentlich länger als bei Frauen, daher kann unter Umständen auch nur sie betroffen sein (Urethritis), etwa nach einer Bestrahlung wegen Prostatakrebs.

Schmerzmedikamente und krampflösende Substanzen können die Beschwerden lindern. Patienten müssen viel trinken, um die Harnwege zu spülen; in Absprache mit dem Arzt kann es aber sinnvoll sein, den Konsum koffeinhaltiger Getränke einzuschränken und auf sehr scharfe Gewürze zu verzichten. Der Urin wird in regelmäßigen Abständen auf Bakterien kontrolliert, um eine zusätzliche Harnweginfektion möglichst früh zu erkennen. Konkrete Tipps zur Vorgehensweise im Einzelfall erhalten Betroffene von Pflegefachkräften und Ärzten.

Eine schwere Strahlenzystitis mit einer Fibrose, einer Vernarbung des Blasengewebes, ist als unerwünschte Langzeitfolge einer Bestrahlung heute wesentlich seltener geworden als noch vor einigen Jahren.

Harnweginfektion: Symptome erkennen und behandeln

Siedeln sich in den Harnwegen Krankheitserreger an, spricht man von einer Harnweginfektion. Ausgelöst werden sie meist durch Bakterien. Begünstigt wird eine Infektion durch

  • langfristig liegende Blasenkatheter
  • eine vorgeschädigte entzündete Blasenschleimhaut zum Beispiel aufgrund einer Bestrahlung oder als Nebenwirkung mancher Krebsmedikamente
  • tumor- oder operationsbedingte Abflusshindernisse
  • unvollständige Blasenentleerung mit Restharn, zum Beispiel bei Frauen, die mehrere Kinder geboren haben
  • ein Urostoma, eine künstliche Harnableitung

Die Symptome ähneln denen der nichtinfektiösen Blasenentzündung: Harndrang und Probleme oder Schmerzen beim Wasserlassen. Besteht der Verdacht auf eine Infektion, kann dies mit Schnelltests des Urins meist sofort in der Arztpraxis abgeklärt werden; die Untersuchung, welche Keime die Auslöser sind, dauert länger. Zur Behandlung geeignet sind Antibiotika, um die Ursachen der Infektion zu beseitigen. Bei Schmerzen können außerdem wie bei der Strahlenzystitis krampflösende Mittel oder Wärme hilfreich sein. Auch hier gilt: Reichlich trinken hilft, die Harnwege zu spülen.

Magen und Darm: Durchfälle, Blähungen und Verdauungsprobleme

Magen-und Unterbauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder auch starke Durchfälle und eventuell Fieber können Anzeichen für Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sein. Halten diese Beschwerden an, können sie sehr belastend sein. Länger anhaltende Durchfälle schwächen den Körper stark und führen bei Krebspatienten zu Gewichtsverlust und zu Mangelversorgung. Was die Ursache solcher Verdauungsprobleme ist, lässt sich jedoch oft nur schwer und mit aufwändigen Untersuchungen abklären. Die meisten Hinweise auf mögliche Auslöser lassen sich eher aus der individuellen Krankengeschichte ableiten:

  • Wurde der Unterbauch bestrahlt, kann es sich um eine Nebenwirkung handeln, eine Reaktion der Darmschleimhaut (Strahlencolitis, "Strahlentherapie und Nuklearmedizin").
  • Einige Krebsmedikamente können ebenfalls Auswirkungen auf das Gewebe des Darms und damit die Verdauung haben. Dazu zählen beispielsweise manche Zytostatika zur Chemotherapie, die auch die sich schnell teilenden Schleimhautzellen beeinträchtigen. Manche Schmerzmedikamente können die Darmbewegungen stark bremsen, was zu Verstopfung führt. Auch die Nebenwirkungen vieler Antibiotika und schließlich auch Allergien auf Arzneistoffe können sich in Form von Verdauungsproblemen und Durchfall äußern.
  • Probleme bei der Ernährung und der Aufnahme von Flüssigkeit, Bewegungsmangel und insgesamt ein eingeschränkter Allgemeinzustand führen zu Verdauungsproblemen.
  • Fortgeschrittene Tumoren können die Verdauungsfunktion stören, auch wenn die Tumorerkrankung ursprünglich von einem anderen Organ ausgeht, unter anderem durch tumorbedingte Veränderungen im Mineralstoffhaushalt oder durch Gewebshormone, die Tumoren abgeben können.
  • Ein Auslöser, der nur vergleichsweise wenige Patienten betrifft, ist eine Graft-versus-host-Reaktion nach allogener Knochenmark- oder Stammzelltransplantation.

Alle diese Voraussetzungen begünstigen darüber hinaus eine Störung der natürlichen Bakterienflora des Darms und die Besiedelung mit Krankheitskeimen. Zur Abklärung der Auslöser von Beschwerden kann es daher sinnvoll sein, vor allem bei starken Durchfällen, eine Stuhlprobe auf Bakterien und Pilze untersuchen zu lassen.
Um Verdauungsprobleme zu lindern, ist eine symptomorientierte Behandlung wichtig. Betroffene Patienten sollten nicht auf eigene Faust zu Hausmitteln oder rezeptfreien Arzneimitteln greifen, sondern sich auf jeden Fall mit ihren Ärzten absprechen. Der schnelle Kontakt zum Arzt ist vor allem bei plötzlich einsetzenden starken Schmerzen wichtig sowie bei anhaltenden Durchfällen.

Bei Verstopfung kommen zur Linderung verdauungsfördernde Arzneimittel infrage, vor allem während einer Schmerztherapie mit sogenannten Opioiden auch Abführmittel. Bei starken Durchfällen können Medikamente helfen, die die Darmtätigkeit verlangsamen und den Mineralstoff- und Wasserverlust bremsen. Infrage kommen außerdem krampflösende Mittel. Ist eine Infektion Ursache der Beschwerden, werden Antibiotika eingesetzt. Als unterstützende Maßnahme sollte mit dem Arzt eine Ernährungsumstellung besprochen werden. Bei schweren Störungen des Wasser- und Mineralstoffhaushaltes oder schwerer Mangelernährung benötigen Patienten meist sofortige Unterstützung durch Infusionen.

Intimbereich: Therapiebedingte Entzündungen der Scheide, Pilzinfektionen

Entzündungen der Scheide: Symptome erkennen und behandeln

Brennen und Jucken der Scheide, Ausfluss, gerötete Schleimhäute im Genitalbereich oder kleine offene Stellen: Bei Krebspatientinnen können solche Entzündungen der Schleimhäute im Genitalbereich als Folge einiger Chemotherapie-Formen auftreten. Auch eine Strahlentherapie, bei der Scheide und Genitalbereich im Strahlengang liegen, führt zu Reizungen. Für betroffene Frauen sind diese Probleme oft sehr unangenehm, schmerzhaft und belastend. Trotzdem scheuen sich viele, ihre Ärzte oder Pflegekräfte darauf anzusprechen. Die Beschwerden lassen sich jedoch lindern: Nach Absprache mit dem Arzt können Schmerzmedikamente zum Auftragen angewendet werden, bei starken Beschwerden kommen auch Schmerzmittel zum Einnehmen infrage. Zeigt die Schleimhaut offene Stellen und Wunden, ist eine Behandlung mit desinfizierenden Lösungen notwendig.

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses kommen folgende Maßnahmen - nach Absprache mit Arzt oder Pflegefachkraft - infrage:

  • Vorsichtige Intimhygiene: nur milde Mittel, weiche Waschlappen und Handtücher verwenden, keine Intimsprays oder Deos im Intimbereich, Slipeinlagen regelmäßig wechseln
  • Schleimhaut beobachten, dazu auch einen Spiegel zu Hilfe nehmen
  • Mechanische Reize vermeiden: keine einschneidende Kleidung, keine zu engen Hosen und Slips, keine Tampons verwenden, Slipeinlagen regelmäßig wechseln und weiches Toilettenpapier mit Vorsicht oder gar nicht verwenden
  • Spülen der entzündeten Stellen: Welche Mittel Betroffene zum Spülen am besten verwenden, sollte mit Arzt oder Pflegefachleuten geklärt werden.

Bei den meisten betroffenen Frauen heilen Therapienebenwirkungen nach Ende der Behandlung wieder ab. Bleibt der Genitalbereich weiter empfindlich gegenüber Reizungen oder kommt es zu narbigen Veränderungen der Schleimhaut, sollte auf jeden Fall der behandelnde Arzt darauf angesprochen werden.

Pilzinfektionen im Genitalbereich: Symptome erkennen und behandeln

Weißer, zähflüssiger Ausfluss, ein weißlicher Belag, der sich auf die umliegenden Hautpartien ausdehnen kann: Dahinter steckt bei Männern wie bei Frauen meist eine Pilzinfektion. In einer Abstrichuntersuchung zeigt sich als häufigster Erreger Candida albicans (Genitalsoor). Dieser Pilz nistet sich vor allem dann ein, wenn eine Vorschädigung oder Reizung die Schleimhäute und dünne Haut des Genitalbereichs besonders empfindlich gemacht hat. Als Auslöser kommen eine Chemotherapie, eine Bestrahlung der Region oder auch eine allgemeine Abwehrschwäche als Folge der Erkrankung oder mancher Krebsmedikamente infrage.

Zur Therapie verschreibt der Arzt pilztötende Mittel: Sie gibt es als Tabletten zum Einnehmen, als Zäpfchen, die bei Frauen in die Scheide eingeführt werden, und als Cremes, Gel, Lösungen und Sprays. Wichtig ist die vorsichtige Hautpflege, wie bei der nicht erregerbedingten Genitalentzündung. Bei Pilzinfektion ist besondere Hygiene auch deshalb erforderlich, um den Erreger nicht auf andere Körperteile zu übertragen. Daher sollten für die Intimhygiene auf jeden Fall getrennte Handtücher und Waschlappen verwendet werden. Bis die Pilzinfektion abgeheilt ist, sollten Betroffene auf Geschlechtsverkehr verzichten.

Herpes-simplex-Infektionen im Genitalbereich: Symptome erkennen und behandeln

Juckende Bläschen bei der Frau in der Scheide und der Genitalregion oder beim Mann am Penis sind Anzeichen für eine Besiedelung von Haut und Schleimhaut mit Herpes-simplex-Viren. Bei Patienten mit geschwächter Abwehr kann eine Herpes-Infektion aufflackern, auch wenn sie vorher nie entsprechende Anzeichen der Viren bemerkt hatten.

Ursächlich helfen Virustatika, die auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden, auch Präparate zum Einnehmen sind verfügbar. Um den Juckreiz einzudämmen, verordnet der Arzt eventuell zusätzlich pflegende Salben.

Allergie: Unverträglichkeitsreaktionen erkennen und behandeln

Die Symptome allergischer Reaktionen sind sehr unterschiedlich: Juckende Hautausschläge, Schwellungen der Augenlider, anschwellende Schleimhäute in Mund und Nase, Husten und Luftnot, aber auch Verdauungsprobleme und Durchfälle können erste Anzeichen sein. Eine schwere Unverträglichkeit zeigt sich im lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, bei dem der gesamte Organismus betroffen ist. Ursache von Allergien sind Substanzen, bei denen das Immunsystem bei empfindlichen Menschen eine starke Abwehrreaktion auslöst. Menschen, die nicht zu Allergien neigen, reagieren auf die gleichen Allergene dagegen gar nicht. Wer schon einmal auf Nahrungsmittel, Tierhaare, Gräser oder andere Naturstoffe allergisch reagiert hat, sollte daher unbedingt vor Beginn einer Behandlung die Ärzte informieren: Auslöser von Allergien können auch wichtige Medikamente sein.

Leidet ein Krebspatient unter solchen Unverträglichkeitsreaktionen, muss das auslösende Medikament oft, aber nicht immer abgesetzt werden. Eventuell lässt sich die Reaktion mit sogenannten Antiallergika unterdrücken. Dazu zählen Antihistaminika oder "Kortison". Die Anwendungsform der Arzneimittel richtet sich nach der Art der Entzündungsreaktionen: Bei Hautausschlägen kommen zum Beispiel Kortisonsalben zum Einsatz, bei einem Asthmaanfall Sprays und bei ausgeprägten allergischen Reaktionen erhalten Betroffene auch Tabletten zum Einnehmen und Injektionen über die Vene. Ein Patient mit anaphylaktischem Schock als schwerste Form einer allergischen Reaktion muss sofort ins Krankenhaus.

Venenentzündung, Lymphbahnentzündung, Sepsis: Gefährliche Keime

Breiten sich Keime entlang von Blutgefäßen oder Lymphbahnen aus, kann die Infektion trotzdem noch örtlich begrenzt bleiben. Anzeichen für eine Venenentzündung oder Thrombophlebitis sind Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit im Gewebe über einer Vene, die Haut ist heiß und gerötet. Auslöser können zum Beispiel Bakterien sein, die mit Injektionen oder Infusionsnadeln in die Ader gelangt sind. Eine Ausbreitung von Bakterien entlang der Lymphbahnen zeigt sich durch rötliche Striche, die entlang des betroffenen Lymphgefäßes auf der Haut sichtbar werden. Diese vergleichsweise seltene Lymphangitis wird wie eine bakterielle Venenentzündung mit Antibiotika behandelt. Schonung des betroffenen Areals, also etwa des Arms, unterstützt die Abheilung.

Gelangen Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze in den Blutstrom und verbreiten sich im gesamten Körper, sprechen Fachleute von einer Sepsis, auch Blutvergiftung oder Blutstrominfektion genannt. Ursprung einer Blutvergiftung sind oft zunächst leicht verlaufende und harmlos erscheinende lokale Infektionen, zum Beispiel im Mund, im Darm, in der Blase und auf der Haut. Eine Sepsis kann jedoch auch entstehen, wenn Keime durch Venenkatheter oder bei Operationen direkt ins Körperinnere und den Blutkreislauf gelangen.

Sehr hohes Fieber, ein beschleunigter Herzschlag, ein niedriger Blutdruck sowie eine schnelle Atmung sind oft erste Anzeichen einer Blutstromvergiftung. Bei Verdacht auf eine Sepsis werden Betroffene umgehend ins Krankenhaus eingewiesen. Eine Sepsis kann sehr gefährlich werden. Daher erfolgt eine Behandlung meist sofort, etwa mit Antibiotika, ohne das Ergebnis der Erregertestung abzuwarten. Die meisten Patienten mit einer schweren Sepsis benötigen außerdem eine Unterstützung ihres Kreislaufs und weiterer lebenswichtiger Funktionen durch Flüssigkeit, Salze und stützende Medikamente, in der Regel als Infusion über einen Venenzugang. Lässt sich als Quelle der Sepsis ein Eiterherd oder abgestorbenes Gewebe im Körper feststellen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.