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Prostatakrebs, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Prostatakrebs: Behandlungsplanung - eine Übersicht über die Therapiemöglichkeiten

Wohin gehen, wie entscheiden, wie behandeln?

Wie wird Prostatakrebs behandelt? Die Therapiewahl hängt davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wurde. Wichtig für betroffene Patienten ist auch, ob es die erste Diagnose ist oder die Erkrankung  nach zunächst erfolgreicher Behandlung erneut auftritt.
Vor allem für Männer mit einem frühen, noch auf die Prostata begrenzten Karzinom ist die Entscheidung nicht leicht: In ihrer Situation gibt es mehrere Möglichkeiten. Doch auch für Patienten, deren Erkrankung bereits fortgeschritten ist, gilt: Die Behandlung wird heute individuell auf ihre Situation angepasst.
Die folgenden Texte des Krebsinformationsdienstes bieten einen ersten Überblick. Links führen zu weiteren Informationen und Quellen für Interessierte und Fachkreise.
Wichtig für Patienten: Das Gespräch mit den behandelnden Ärzten lässt sich durch Informationen aus dem Internet nicht ersetzen.

 

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Zuletzt überprüft: 05.10.2015

Quellen und Links

Links im folgenden Text führen zu vertiefenden Informationen, die auch als Quelle genutzt wurden. Dabei handelt es sich sowohl um Texte des Krebsinformationsdienstes wie auch um Informationen Dritter. Eine Auswahl weiterer Quellen ist am Ende des Textes aufgeführt.

Ein kurzer Überblick: Möglichkeiten für betroffene Männer

Frühe Erkrankungsstadien: Wie behandeln bei lokal begrenztem Prostatakarzinom?

Für Männer, deren Karzinom auf die Prostata selbst begrenzt ist, gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten:

In frühen Stadien der Erkrankung kann es sinnvoll sein, unter engmaschiger Überwachung gar nicht zu behandeln. Diese Vorgehensweise wird als "aktive Überwachung" oder oft auch auf Englisch als "active surveillance" oder "deferred treatment" bezeichnet. Wichtig: Es handelt sich dabei nicht um den Verzicht auf eine langfristige Heilung - sie bleibt für viele Männer weiter möglich.  

Kommt diese abwartende Beobachtung nicht infrage? Oder steigt der PSA-Wert weiter an, als Hinweis auf eine fortschreitende Erkrankung? Dann zählen  Operation und verschiedene Formen der Bestrahlung von außen oder "von innen" als Brachytherapie zu den gängigen Verfahren.
Möchte man dies alles nicht, oder ist der allgemeine Gesundheitszustand eher schlecht? Dann kommt eventuell auch eine antihormonelle Therapie infrage. Sie bietet allerdings keine dauerhafte Heilung.

Was sind die Vorteile, was die Nachteile? Wenn man sich sowohl operieren lassen kann wie auch eine Bestrahlung möglich ist, und sogar Abwarten als Alternative gilt - wie soll man sich als Patient überhaupt entscheiden können?

Diese Frage lässt sich zurzeit nur mit Einschränkung beantworten. Für Betroffene ist es wichtig, sich intensiv mit ihren behandelnden Ärzten zu beraten und auch persönliche Sichtweisen mit einzubringen.

Aktuell besteht aber auch die Möglichkeit, an einer der größten vergleichenden Studien weltweit teilzunehmen, der sogenannten "PREFERE"-Studie. Darin wird die operative Entfernung der Prostata mit der Bestrahlung von außen, der Bestrahlung von innen mittels Brachytherapie oder sogenannten Seeds als Strahlungquelle verglichen, und auch auch die aktive Überwachung als Möglichkeit wird berücksichtigt.

  • Für Männer mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom bietet ein eigener Text weitere Hintergründe, auch zur PREFERE-Studie.

Fortgeschrittene Erkrankungsstadien: Was tun, wenn der Tumor die Prostata überschritten hat?

Hat der Tumor gestreut, sind Lymphknoten befallen oder wurden Fernmetastasen festgestellt? Eine nur auf die Prostata wirkende Behandlung kommt dann nur noch für wenige Männer infrage: Eine Operation oder eine lokale Bestrahlung würden bei den meisten Betroffenen nicht ausreichen, um die Erkrankung wirksam in Schach zu halten.

Wichtiger ist für Männer in dieser Situation eine Therapie, die sich gegen alle möglicherweise im Körper gestreuten Tumorzellen richtet. Eine solche "systemische" Behandlung ist mit Medikamenten möglich, die in den Hormonspiegel eingreifen. Zeigen diese keine ausreichende Wirkung, kommt auch eine Chemotherapie infrage. 

Der Eingriff in den Hormonhaushalt soll den wachstumsfördernden Effekt des männlichen Geschlechtshormons  Testosteron stoppen: Die meisten Prostatakarzinome entwickeln sich zumindest zu Beginn abhängig davon.  Dies wird auch als antihormonelle Therapie, als Antihormontherapie oder kurz als Hormontherapie bezeichnet. Sie ermöglicht keine Heilung, kann aber das Tumorwachstum bei Männern mit fortgeschrittenen Tumoren und Metastasen in anderen Geweben langfristig aufhalten.

Die Möglichkeiten der Antihormontherapie haben sich durch neuere Medikamente innerhalb der letzten Jahre stark erweitert: Zielgerichtete Medikamente können bei einigen Patienten mit einer fortgeschrittenen Erkrankung helfen, auch dann, wenn eine "klassische" Hormontherapie nicht mehr wirkt. 
Erst wenn auch sie versagen, kommt eine Chemotherapie infrage.  

Von Herbst 2013 an ergänzte eine Zeitlang in Europa ein weiteres Medikament die Behandlungsmöglichkeiten: Es wirkte wie eine Tumorimpfung. Allerdings kam dieses Verfahren längst nicht für alle betroffenen Männer infrage. Zurzeit  ist zudem unklar, ob die Tumorimpfung noch zur Verfügung steht: Der Hersteller hat die Zulassung zurückgezogen.

Aus der Forschung werden zudem weitere neue Medikamente erwartet, neue Bestrahlungsformen, aber auch neue Ansätze der Immuntherapie. Für Patienten mit Prostatakrebs werden solche neuen Verfahren durch die Teilnahme an klinischen Studien zugänglich.

Für Betroffene mit einer fortgeschrittenen Erkrankung ebenfalls wichtig:  Es gibt heute viele Möglichkeiten, um tumorbedingte Beschwerden oder Schmerzen zu lindern.

Wohin gehen bei Prostatakrebs: Arzt- und Kliniksuche

Der Urologe, der den ersten Krebsverdacht abgeklärt hat, ist ein wichtiger Ansprechpartner für die Frage, wie es weiter geht. Er kann bei der Suche nach geeigneten Krankenhäusern helfen und gegebenenfalls an Spezialisten verweisen. Bei ambulanter Behandlung bleibt er für viele Männer weiter der betreuende Arzt. 

  • Falls sich ein Patient für eine aktive Überwachung (active surveillance) entscheidet, erfolgt die weitere Betreuung ambulant.

Notwendig sind regelmäßige Arztbesuche, um den weiteren Verlauf der Erkrankung engmaschig zu kontrollieren. Dies kann in der Regel der bisher behandelnde Urologe übernehmen. Er wird sich bei Bedarf mit weiteren Fachleuten abstimmen oder zu diesen überweisen.

  • Die medikamentöse Therapie mit antihormonellen Medikamenten erfordert keinen Krankenhausaufenthalt. 

Entscheidet man sich als Betroffener bei fortgeschrittener Erkrankung für die Antihormontherapie, können Fachärzte für Urologie die Behandlung bei entsprechender Erfahrung ebenfalls ambulant durchführen. Ebenso möglich ist die Behandlung in der Ambulanz eines spezialisierten Krankenhauses. 

  • Auch eine Strahlen- oder Chemotherapie ist für die meisten Patienten von zu Hause aus möglich.

Zur Bestrahlung kann man in spezialisierten Radiologie-Praxen gehen. Für die ambulante Chemotherapie kommen Fachärzte mit einer Zusatzweiterbildung infrage. Beide Behandlungen können außerdem auch über die Ambulanzen spezialisierter Krankenhäuser erfolgen.

  • Eine Operation erfordert dagegen einen stationären Aufenthalt in einem Krankenhaus. 

Woran erkennt man eine spezialisierte Klinik?
Ausschlaggebend sind zum Beispiel die Erfahrung und die Zahl der jährlich behandelten Patienten mit Prostatakrebs. Erlaubt ist aber auch die Frage, ob die Klinik nach ärztlichen Leitlinien arbeitet oder sich an der klinischen Forschung beteiligt. Sie sollte außerdem nicht nur eine der verschiedenen Behandlungen anbieten - als Patient sollte man sich möglichst neutral über alle Alternativen beraten lassen können.

Da die Erkrankung vergleichsweise häufig ist, liegt diese Erfahrung bei vielen großen Krankenhäusern und Universitätskliniken vor. Seit einiger Zeit gibt es für sie außerdem die Möglichkeit, ihre Erfahrung durch eine besondere Zertifizierung auszuweisen. Es gibt die onkologischen Spitzenzentren, die eine besondere Qualifikation aufweisen, außerdem onkologische Zentren und die Organzentren, hier: die Prostatakarzinomzentren. Diese Kliniken sind auf die Behandlung von Prostatakarzinompatienten spezialisiert. Ihre Angebote werden im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft regelmäßig überprüft, mehr dazu unter www.onkozert.de, Stichwort "Prostatakarzinomzentren".

Zum Weiterlesen Stadienabhängige Behandlung

Wir beantworten Ihre Fragen: Wenn Sie Fragen zur Behandlung von Prostatakrebs haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen den Krebsinformationsdienst am Telefon, kostenlos, täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr, unter der Nummer 0800 - 420 30 40. Oder schreiben Sie uns eine E-Mail: Beim Klick auf krebsinformationsdienst@dkfz.de öffnet sich ein Formular, das Ihnen eine datensichere Verbindung bietet.

Die folgenden Texte auf unseren Internetseiten bieten Hintergründe zu den einzelnen Behandlungsmöglichkeiten und zu den Krankheitsstadien, in denen sie sinnvoll eingesetzt werden.

Für Interessierte und Fachkreise: Linktipps und Fachinformationen (Auswahl, Stand: 5/2016)

Sie betreuen beruflich Patienten mit Prostatakrebs oder mit dem Verdacht, es könne ein Karzinom vorliegen?

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