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Prostatakrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Prostatakrebs

Was ist Prostatakrebs?

Die Prostata: Anatomie, Funktion und Krebsentstehung

Letzte Aktualisierung: 27.01.2021
Diagnose Prostatakrebs: kein Todesurteil

Viele Männer erhalten die Diagnose Prostatakrebs in einem frühen Stadium der Erkrankung. Dann wächst der Krebs in der Regel langsam. Auch wenn bei Betroffenen das Prostatakarzinom bereits fortgeschritten ist oder gestreut hat, leben Männer immer häufiger noch viele Jahre mit der Krebserkrankung.

  • Die Vorsteherdrüse (Prostata) gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes.
  • Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor der Prostata. Fachleute bezeichnen solche Tumoren auch als Prostatakarzinom.
  • Bei Männern ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung: Jährlich erkranken ungefähr 60.000 Männer an einem Prostatakarzinom.

Die Vorsteherdrüse (Prostata) gehört wie die Hoden, Nebenhoden oder Samenblasen zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie ist ungefähr so groß wie eine Kastanie, mit dem Alter eines Mannes nimmt jedoch die Größe und das Gewicht der Prostata zu.

Lage im Körper: Die Prostata liegt zwischen der Harnblase und dem äußeren Blasenschließmuskel, der zur Beckenbodenmuskulatur gehört. In unmittelbarer Nähe befinden sich beidseits der Prostata die Samenblasen. Zum Rücken hin grenzt die Prostata an den Enddarm.

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und grenzt zum Rücken hin an den Enddarm.
Lage der Vorsteherdrüse (Prostata) im Körper eines Mannes. © Grafik: Frank Geisler

Anatomie der Prostata: Die Vorsteherdrüse gliedert sich in zwei Lappen, die den oberen Teil der Harnröhre umschließen. Umgeben ist sie von einer Gewebehülle, der sogenannten Prostatakapsel. Die Prostata selbst besteht neben Drüsengewebe vorwiegend aus Muskel- und Bindegewebe. Sie lässt sich zudem in verschiedene Zonen unterteilen:

  • Die äußere (periphere) Zone der Prostata grenzt nach hinten an den Darm. Daher können Ärzte diesen Bereich der Prostata über den Enddarm auf mögliche Veränderungen abtasten. Das passiert zum Beispiel, wenn ein Mann Beschwerden hat oder eine Untersuchung zur Prostatakrebs-Früherkennung in Anspruch nimmt.
  • Die innere (transitionale) Zone, also der mittlere Bereich der Prostatadrüse, umschließt die Harnröhre. Ab dem 50. Lebensjahr beginnt diese Zone bei einigen Männern zu wachsen.
  • Die zentrale Zone umgibt die Samenwege innerhalb der Prostata. Sie befindet sich im oberen hinteren Teil der Prostata und lässt sie daher nicht über den Darm abtasten. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung können Ärzte Veränderungen an der Prostata und im Gewebe jedoch feststellen.

Funktionen der Prostata: Die Hauptaufgabe der Drüse ist es eine milchig-weiße Flüssigkeit (Sekret) zu bilden. Spermien benötigen dieses Sekret der Prostata, damit sie beim Samenerguss beweglich genug sind und eine Eizelle befruchten können. Wichtig dafür ist das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA). Dieses Eiweiß aus dem Prostatasekret macht das Sperma dünnflüssiger. Ob ein Mann zeugungsfähig ist, hängt also auch von der Funktion der Prostata ab.



Prostatakrebs ist ein bösartiger Tumor in der Vorsteherdrüse (Prostata). Mediziner bezeichnen einen solchen Tumor auch als Prostatakarzinom.

Ein Prostatakarzinom kann in verschiedenen Bereichen der Prostata entstehen:

  • Bei den meisten Betroffenen wächst der Krebs in der äußeren Zone der Prostata, die auch den Großteil des Organs ausmacht.
  • Weniger häufig ist die kleinste sogenannte innere Zone von einem Tumor betroffen.
  • Vergleichsweise selten haben Betroffene einen Tumor in der zentralen Zone der Prostata, die zwischen der inneren und der äußeren Zone liegt.

Darüber hinaus kann sich Prostatakrebs aus unterschiedlichen Zelltypen der Prostata entwickeln. Am häufigsten entsteht Prostatakrebs aus den Drüsenzellen der Prostata: Etwa 95 von 100 Männern mit einem Prostatakarzinom erkranken an diesem sogenannten Adenokarzinom.

Wie schnell ein Tumor in der Prostata wächst und ob er sich auch auf andere Gewebe oder Organe ausbreitet, ist von Patient zu Patient verschieden. Ärzte unterscheiden grundsätzlich zwischen 3 Verlaufsformen von Prostatakrebs:

  • Örtlich begrenzter Prostatakrebs wächst meist nur sehr langsam und ist auf die Prostata begrenzt. Mit örtlich wirkenden Behandlungsverfahren ist er daher in der Regel gut heilbar.
  • Örtlich fortgeschrittener Prostatakrebs hat sich im umliegenden Gewebe und/oder Organen wie beispielsweise den Samenblasen ausgebreitet. Auch in diesem Stadium ist eine Heilung oft noch möglich. Die Prognose, also der wahrscheinliche Krankheitsverlauf, ist jedoch im Vergleich zu örtlich begrenztem Prostatakrebs ungünstiger.
  • Metastasierter, fortgeschrittener Prostatakrebs hat bereits gestreut: Krebszellen haben sich vom eigentlichen Tumor abgelöst und sich in Lymphknoten, den Knochen oder anderen Organen und Geweben angesiedelt. Fachleute bezeichnen diese Tumorabsiedlungen als Metastasen. Die Krebserkrankung ist für Betroffene dann nicht mehr heilbar. Viele Männer leben heute trotzdem viele Jahre mit der metastasierten Krebserkrankung. Ziel einer Therapie ist es daher die Lebensqualität von Patienten zu erhalten oder zu verbessern.

Rolle von Hormonen bei der Prostatakrebsentstehung

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Wie entsteht Krebs?

In der Prostata sorgt das männliche Geschlechtshormon Testosteron dafür, dass Prostatazellen wachsen und sich vermehren.

Testosteron fördert das Wachstum von Prostatatumoren: Haben sich in der Prostata Krebszellen ausgebildet, regt das Testosteron sie dazu an, sich schnell und unkontrolliert zu teilen. Es entsteht Prostatakrebs.

In der Pubertät sorgt Testosteron dafür, dass sich die Prostata entwickelt. Erst danach bildet die Prostata eine Flüssigkeit, die für die Fruchtbarkeit eines Mannes notwendig ist.

Nach der Pubertät wirkt das Hormon Testosteron weiterhin als Wachstumsreiz für die Prostata. Bei vielen Männern verursacht das in der zweiten Lebenshälfte eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die sogenannte gutartige Prostatahyperplasie (BPH).

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Zum Krankheitsbild einer gutartigen Prostatavergrößerung informiert Gesundheitsinformation.de

Eine gutartige Prostatahyperplasie ist kein Krebs: Bei Betroffenen mit einer gutartigen Vergrößerung der Prostata wächst der mittlere Bereich der Prostata, der die Harnröhre umschließt. Dabei vermehren sich jedoch keine entarteten Krebszellen, sondern gesunde Zellen aus dem Drüsengewebe und den Muskel- und Bindegewebeanteilen der Prostata.

Prostatakrebs ist bei Männern in Deutschland die häufigste Krebserkrankung: Jährlich erhalten etwa 60.0000 Männer die Diagnose Prostatakrebs. Deutlich weniger Betroffene sterben jedoch an ihrer Erkrankung.

Anzahl der Neuerkrankungen nimmt zu: Die hohe Lebenserwartung in Deutschland ist ein Grund dafür, warum Männer immer häufiger an Prostatakrebs erkranken. Denn: ein hohes Lebensalter ist einer der Hauptrisikofaktoren für Prostatakrebs. Beispielsweise waren Betroffene im Jahr 2016 zum Zeitpunkt der Diagnose durchschnittlich 72 Jahre alt.

Im Verlauf des Lebens muss 1 von 9 Männern damit rechnen, die Diagnose Prostatakrebs zu erhalten. Bei Männern unter 50 Jahren tritt Prostatakrebs nur selten auf. Das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken, steigt jedoch mit dem Alter. Statistisch gesehen erkrankt innerhalb der nächsten 10 Jahre

  • 1 von 5100 Männern im Alter von 35 Jahren,
  • 1 von 47 Männern im Alter von 55 Jahren,
  • 1 von 19 Männern im Alter von 75 Jahren.


Quellen und weiterführende Informationen (Auswahl)

Epidemiologie
Das Robert Koch-Instituts (RKI) veröffentlicht auf seiner Internetseite aktuelle Zahlen zur Häufigkeit von Prostatakrebs in Deutschland sowie zur Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit, siehe Krebs in Deutschland 2015/2016.

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Erstellt: 27.01.2021