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Prostatakrebs, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Mehr wissen zum Thema Prostatakrebs: Adressen, Links, Broschüren, Fachinformationen

Wer hilft weiter, wenn es um die Früherkennung von Prostatakrebs geht? Wohin kann man sich als Patient wenden? Gibt es Broschüren zum Thema?
Der Text "Mehr wissen: Adressen, Links, Broschüren zum Thema Prostatakrebs" ist Teil umfassender Informationen über Krebserkrankungen der Prostata. Patienten, Angehörige, Interessierte und Fachkreise finden Hinweise auf Ansprechpartner, Linktipps sowie Quellen zum Weiterlesen und zur eigenen Recherche. Diese Hinweise stellen eine Auswahl dar, das heißt, es kann weitere gute Informationsmöglichkeiten zum Thema geben. Wichtig: Erste Ansprechpartner für Patienten sind die behandelnden Ärzte.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2015

Wir sind für Sie da: Der Krebsinformationsdienst zum Thema Prostatakrebs

Fragen zu Prostatakrebs beantwortet der Krebsinformationsdienst täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Anrufe sind kostenlos. Wer lieber per E-Mail Fragen stellt, wendet sich an krebsinformationsdienst@dkfz.de (beim Klick auf den Link öffnet sich ein Link zu einem Kontaktformular, das eine datensichere Verbindung bietet).

 

Ärzte, Kliniken, Studienzentren: Gute Ansprechpartner finden

Wie findet man einen guten Arzt oder die geeignete Klinik? Erste Ansprechpartner bei Fragen, Symptomen oder Beschwerden sind normalerweise der Hausarzt oder ein Facharzt für Urologie.
Eine Suchmöglichkeit nach Fachärzten für Urologie ermöglicht unter anderem www.urologie.de, das gemeinsame Internetportal des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. Diese Suche ist allerdings auf die Mitglieder der beiden Verbände beschränkt.

Erfordern anstehende Untersuchungen oder Behandlungen eine besondere Spezialisierung?
Dann können Haus- oder Facharzt bei der Suche weiterhelfen: Sie wissen in der Regel, welche ärztliche Kollegen viel Erfahrung mit der Krebsbehandlung haben. Sie können zudem recherchieren, welche Ärzte eine entsprechende Zusatzweiterbildung absolviert haben, oder wer besondere Diagnosemethoden anbietet. Darüber hinaus können sie klären, wie viel Erfahrung die nächstgelegenen Kliniken haben, und in welchen Zentren bei Bedarf eine ambulante Betreuung möglich ist.

Auch die Krankenkasse bietet Hilfe bei der Suche nach Ansprechpartnern: über die nächstgelegene Geschäftsstelle, die Servicetelefone der Kasse oder über ihre Internetseiten.

Qualitätskriterien: Worauf kann man noch achten?

Geht es um die Entscheidung über eine anstehende Behandlung? 

  • Insbesondere für Männer mit einem noch auf die Prostata begrenzten Tumor gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Daher  sollte man sich erkundigen, ob Arzt oder Klinikambulanz auch über alle diese Therapiemöglichkeiten informieren können. Wichtig ist ebenso, ob die Klinik alle infrage kommenden Verfahren anbietet, oder ob sie auf nur eine davon spezialisiert ist.

Sichergestellt ist die ausgewogene Beratung bei Ärzten und Kliniken, die an der PREFERE-Studie teilnehmen. In dieser Studie soll geklärt werden, welche Behandlung für Männer mit einem frühen Karzinom die beste Möglichkeit ist. Adressen von Ärzten und Kliniken können Interessierte hier finden: www.prefere.de/fuer-patienten/die-prefere-studie/teilnehmende-urologen-und-studienzentren

Prostatakrebs ist vergleichsweise häufig, und so gibt es viele Krankenhäuser mit Erfahrung in der Behandlung. Bei der Kliniksuche kann man noch auf folgende Punkte achten:

  • Infrage kommen zum Beispiel Universitätskliniken oder größere städtische und regionale Krankenhäuser, die eine urologische oder onkologische Ambulanz haben. Viele dieser Kliniken arbeiten unter dem organisatorischen Dach eines sogenannten Tumorzentrums oder Onkologischen Schwerpunkts. 
  • Hinzu kommen die sogenannten onkologischen Spitzenzentren: Sie arbeiten forschungsorientiert, daher können sie vielen ihrer Patienten auch die Teilnahme an klinischen Studien und den Zugang zu neuen Verfahren anbieten.
  • Spezialisierte Kliniken haben zudem die Möglichkeit, ihre besondere Eignung als "Prostatakrebszentrum" zertifizieren zu lassen. Im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Prostatakrebskrebszentren finden sich unter www.oncomap.de
  • Onkologische Spitzenzentren, die nicht nur auf eine bestimmte Tumorart spezialisiert sind, werden von der Deutschen Krebshilfe gefördert: Eine Suchmöglichkeit bietet die Seite www.ccc-netzwerk.de
  • Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren bietet Adressen unter www.tumorzentren.de/mitglieder.html.

Achtung - manche Krankenhäuser weisen mehrere organisatorische Bezeichnungen auf: So kann es innerhalb eines Tumorzentrums zum Beispiel auch ein zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum geben, das gleichzeitig eine Abteilung innerhalb eines Universitätsklinikums darstellt.

Ebenso gilt: Nicht alle Zentren, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, haben bereits den Prozess der Zertifizierung durchlaufen. Das bedeutet: Es gibt weitere Kliniken ohne Zertifizierung, die trotzdem über viel Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Tumoren der Prostata verfügen. Hier hilft nur die direkte Nachfrage weiter, etwa nach der Zahl der jährlich behandelten Patienten.

Eine Zusammenstellung wichtiger Kriterien bietet das Informationsblatt "Arzt- und Kliniksuche: Gute Ansprechpartner finden" (PDF), zum Laden und Ausdrucken. Am Telefon oder per E-Mail hilft der Krebsinformationsdienst bei der Suche ebenfalls weiter. 

Selbsthilfe: Unterstützung durch andere Betroffene

Manchmal sind es gar nicht die umfassenden medizinischen Fragen, zu denen man als Patient Antworten sucht. Nicht selten sind es eher Aspekte des Alltags, über die man sich informieren möchte. Eine gute Möglichkeit ist der Austausch mit anderen Betroffenen: Wie haben sie es geschafft, mit der Erkrankung umzugehen?

Eine wichtige Anlaufstelle ist seit mehreren Jahren der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e.V., im Internet unter www.prostatakrebs-bps.de.
Der BPS kann nicht nur über Gruppen und Ansprechpartner vor Ort informieren. Er bietet auch ein Beratungstelefon an und bietet auf seinen Internetseiten, in Broschüren und einem regelmäßig erscheinenden Magazin viel Information. Zudem vertritt der Bundesverband die Interessen von Prostatakrebspatienten in Leitlinienkommissionen und vielen anderen Gremien.

Einen Überblick über weitere Organisationen bietet der Krebsinformationsdienst unter "Selbsthilfegruppen und Patientenverbände". Dort sind auch Ansprechpartner genannt, die nicht auf eine einzelne Tumorart beschränkt sind, oder die sich mit allgemeinen Fragen rund um Krankheit und Gesundheit auseinandersetzen.

Schriftliche Informationen: Broschüren und Informationsblätter

Hinweise auf schriftliches Informationsmaterial kann man von den behandelnden Ärzten, von der Krankenkasse und von Selbsthilfegruppen bekommen.

Broschüren des Krebsinformationsdienstes:

  • Der Krebsinformationsdienst bietet zu ausgewählten Themen eigene Broschüren an. Zum Stichwort Prostatakrebs gibt es beispielsweise Informationsmaterial zur Erkrankung an sich sowie kurz gefasste Texte zum Laden und Ausdrucken. Die Möglichkeit zur Bestellung oder zum Download bietet die Seite "Unsere Broschüren und Informationsblätter".

Weitere Anbieter:

  • Einen Überblick über kostenlose und werbefreie Broschüren anderer Anbieter hat der Krebsinformationsdienst unter dem Stichwort "Broschüren: Bestelladressen und Links" zusammengestellt.
    Dort sind auch Patientenleitlinien aufgeführt, die im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie von Fachgesellschaften erstellt wurden, parallel zu den medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien.

Beratung: Sozialrechtliche Fragen, Krankheitsbewältigung, Versorgung im Alltag

Wie geht es mit und nach einer Krebserkrankung weiter? Betroffene stehen häufig vor vielen Problemen auf einmal. Dazu gehören nicht nur rein organisatorische Dinge und die veränderte Situation in der Familie, mit Freunden oder am Arbeitsplatz. Sie müssen sich auch den psychischen und seelischen Anforderungen durch die Diagnose stellen.

Für fast alle Fragen sind zunächst die behandelnden Ärzte die ersten Ansprechpartner, die bei Bedarf weiter verweisen. Geht es um sozialrechtliche Fragen, können  die Versicherungen bei vielen Punkten Unterstützung bieten.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch weitere gezielte Beratungsangebote:

Dazu gehört in Kliniken der Kliniksozialdienst: Die Mitarbeiter beraten zu sozialrechtlichen Fragen wie etwa Kostenfragen, einen Antrag auf Rehabilitation, Rentenfragen, Schwerbehinderung oder Fragen zur Versorgung zuhause. Sie können außerdem psychosoziale Unterstützung für Patienten und oft auch Angehörige bieten.
In großen Zentren arbeiten zudem Psychoonkologen, die bei der Bewältigung der Diagnose Krebs helfen.
Patienten, die nicht stationär, sondern ambulant in einem Krankenhaus betreut werden, sollten sich erkundigen, ob ihnen diese Angebote ebenfalls zur Verfügung stehen.

Wer ambulant behandelt wird, findet in Deutschland eine weitere Anlaufstelle in den regionalen psychosozialen Krebsberatungsstellen (hier geht es zur Suche nach Adressen). Sie können meist sowohl bei sozialrechtlichen Fragen wie bei Fragen zum Umgang mit der Erkrankung helfen.
Längerfristige Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung bieten niedergelassene Psychoonkologen (zur Adresssuche).

Was ist, wenn man als Patient durch die Erkrankung oder die Behandlung auf Unterstützung zuhause und im Alltag angewiesen ist?
Ist die Unterstützung nur zeitweilig notwendig, etwa nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, ist häusliche Krankenpflege möglich. Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte, im Krankenhaus hilft auch der Kliniksozialdienst bei der Prüfung des Unterstützungsbedarfs und der Organisation. Wer langfristig Hilfe benötigt, kann unter Umständen Leistungen über die Pflegeversicherung erhalten.
Welche Unterstützung möglich ist und wo man Ansprechpartner findet, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Pflege zu Hause" aufgeführt.

Für Interessierte und Fachkreise: Leitlinien, Veröffentlichungen, Fachinformationen (Auswahl)

Sie betreuen beruflich Patienten mit Prostatakrebs? Wir unterstützen Sie: mit aktuellen Recherchen, Informationsmaterial oder individuellen Auskünften. krebsinformationsdienst.med steht Ihnen von Montag bis Freitag zur Verfügung, am Telefon unter 0800 – 430 40 50, kostenlos, oder per E-Mail an kid.med@dkfz.de. Nutzen Sie unser Kontaktformular, das Ihnen eine gesicherte Verbindung bietet.

Leitlinien
Evidenzbasierte Empfehlungen zur Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Prostatakarzinomen werden in Deutschland von mehreren Fachgesellschaften gemeinsam verantwortet. An der Erarbeitung sind auch Patientenvertreter beteiligt. Im Internet-Portal der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) lassen sich diese Leitlinien laden, online durchsuchen oder drucken. 2015 sind unter www.awmf.org/leitlinien verfügbar:

  • "Prostatakarzinom: Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien", als S3-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (Langfassung, Kurzfassung, Patientenleitlinien zur Früherkennung, zum lokal begrenzten und zum lokal fortgeschrittenen bzw. metastasierten Karzinom, Erscheinungsdatum je nach Fassung von 2012 bis 2014), mehr unter .
  • "PSA-Screening: Hausärztliche Beratung", als S1-Leitlinie von 2013 unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) e.V.
  • Für die Behandlung betroffener Männer mit Knochenmetastasen relevant ist auch die S1-Leitlinie "Radionuklidtherapie von Knochenmetastasen mittels Radium-223" von 2015: Dieses Nuklid ist bisher nur bei Prostatakrebs zugelassen.

Unter www.awmf.org/leitlinien/leitlinien-suche.html ist darüber hinaus die Suche nach verwandten Themen möglich. Ein Beispiel: die Leitlinie zur Behandlung erektiler Dysfunktion.

Eine europäische Leitlinie kann ebenfalls Anhaltspunkte bieten: European Association of Urology EAU (Hrsg., 2014). Guidelines on Prostate Cancer. http://uroweb.org/guideline/prostate-cancer/.

Arzneimittel
Als Quelle für Aussagen zu Medikamenten hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Fachinformationen der Hersteller herangezogen (über www.fachinfo.de für Fachkreise zugänglich). Frei zugänglich sind Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken (vor allem www.pharmnet.bund.de), aktuelle Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte unter www.bfarm.de sowie die Informationen der EU-Arzneimittelbehörde EMA unter www.ema.europa.eu/ema.
Zu neueren Arzneimitteln können als Quelle auch Nutzenbewertungen gemäß § 35a des SGB V herangezogen werden. Die bisher vorliegenden Texte sind abrufbar beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin unter www.iqwig.de, Stichwort " Projekte & Ergebnisse", dann " Publikationen".

Statistiken
Statistische Angaben zur Krebshäufigkeit in Deutschland haben die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID, www.gekid.de) und das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut zusammengestellt. Die Broschüre "Krebs in Deutschland 2011/2012" ist im Internet abrufbar unter www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/krebs_in_deutschland_node.html und www.gekid.de. Der gedruckte Bericht kann kostenlos per E-Mail an krebsdaten@rki.de oder gbe@rki.de bestellt werden.

Weitere Veröffentlichungen
Eine Auswahl weiterer Fachveröffentlichungen findet sich jeweils am Ende der Einzeltexte zum Prostatakarzinom.