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Prostatakrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Prostatakrebs

Prostatakrebs: Adressen, Broschüren, Fachliteratur

Letzte Aktualisierung: 17.02.2020
  • Patienten, Angehörige, Interessierte und Fachkreise finden im nachfolgenden Text Hinweise auf Ansprechpartner sowie Linktipps und Quellen zum Weiterlesen rund um das Thema Prostatakrebs.
  • Die Informationen stellen eine Auswahl dar.
  • Erste Ansprechpartner für Patienten mit Prostatakrebs bleiben die behandelnden Ärzte.

Wie findet man einen guten Arzt oder die geeignete Klinik?

Erste Ansprechpartner bei Fragen, Symptomen oder Beschwerden sind normalerweise der Hausarzt oder ein Facharzt für Urologie.
Eine Suchmöglichkeit nach Fachärzten für Urologie ermöglicht unter anderem das gemeinsame Internetportal des Berufsverbands der Deutschen Urologen e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. Diese Suche ist allerdings auf die Mitglieder der beiden Verbände beschränkt.

Erfordern anstehende Untersuchungen oder Behandlungen eine besondere Spezialisierung?

Dann können Haus- oder Facharzt bei der Suche weiterhelfen: Sie wissen in der Regel, welche ärztliche Kollegen viel Erfahrung mit der Krebsbehandlung haben. Sie können zudem recherchieren, welche Ärzte eine entsprechende Zusatzweiterbildung absolviert haben, oder wer besondere Diagnosemethoden anbietet. Darüber hinaus können sie klären, wie viel Erfahrung die nächstgelegenen Kliniken haben, und in welchen Zentren bei Bedarf eine ambulante Betreuung möglich ist.

Auch die Krankenkasse bietet Hilfe bei der Suche nach Ansprechpartnern: über die nächstgelegene Geschäftsstelle, die Servicetelefone der Kasse oder über ihre Internetseiten.

Qualitätskriterien: Worauf kann man achten?

Geht es um die Entscheidung über eine anstehende Behandlung? 

  • Insbesondere für Männer mit einem noch auf die Prostata begrenzten Tumor gibt es mehrere Behandlungsmöglichkeiten. Daher  sollte man sich erkundigen, ob Arzt oder Klinikambulanz auch über alle diese Therapiemöglichkeiten informieren können. Wichtig ist ebenso, ob die Klinik alle infrage kommenden Verfahren anbietet, oder ob sie auf nur eine davon spezialisiert ist.

Prostatakrebs ist vergleichsweise häufig, und so gibt es viele Krankenhäuser mit Erfahrung in der Behandlung. Bei der Kliniksuche kann man noch auf folgende Punkte achten:

  • Infrage kommen zum Beispiel Universitätskliniken oder größere städtische und regionale Krankenhäuser, die eine urologische oder onkologische Ambulanz haben. Viele dieser Kliniken arbeiten unter dem organisatorischen Dach eines sogenannten Tumorzentrums oder Onkologischen Schwerpunkts. 
  • Hinzu kommen die sogenannten onkologischen Spitzenzentren: Sie arbeiten forschungsorientiert, daher können sie vielen ihrer Patienten auch die Teilnahme an klinischen Studien und den Zugang zu neuen Verfahren anbieten.
  • Spezialisierte Kliniken haben zudem die Möglichkeit, ihre besondere Eignung als "Prostatakrebszentrum" zertifizieren zu lassen. Im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Prostatakrebskrebszentren finden sich bei OncoMap
  • Onkologische Spitzenzentren, die nicht nur auf eine bestimmte Tumorart spezialisiert sind, werden von der Deutschen Krebshilfe gefördert: Eine Suchmöglichkeit bietet die Seite Netzwerk Onkologische Spitzenzentren
  • Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren bietet ihren Mitgliedern Adressen von Tumorzentren.

Achtung – manche Krankenhäuser weisen mehrere organisatorische Bezeichnungen auf: So kann es innerhalb eines Tumorzentrums zum Beispiel auch ein zertifiziertes Prostatakarzinomzentrum geben, das gleichzeitig eine Abteilung innerhalb eines Universitätsklinikums darstellt.

Ebenso gilt: Nicht alle Zentren, die die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, haben bereits den Prozess der Zertifizierung durchlaufen. Das bedeutet: Es gibt weitere Kliniken ohne Zertifizierung, die trotzdem über viel Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Tumoren der Prostata verfügen. Hier hilft nur die direkte Nachfrage weiter, etwa nach der Zahl der jährlich behandelten Patienten.

Eine Zusammenstellung wichtiger Kriterien bietet das Informationsblatt "Arzt- und Kliniksuche: Gute Ansprechpartner finden" (PDF), zum Laden und Ausdrucken. Am Telefon oder per E-Mail hilft der Krebsinformationsdienst bei der Suche ebenfalls weiter. 

Manchmal sind es gar nicht die umfassenden medizinischen Fragen, zu denen man als Patient Antworten sucht. Nicht selten sind es eher Aspekte des Alltags, über die man sich informieren möchte. Eine gute Möglichkeit ist der Austausch mit anderen Betroffenen: Wie haben sie es geschafft, mit der Erkrankung umzugehen?

Eine wichtige Anlaufstelle ist seit mehreren Jahren der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) e.V..

  • Der BPS kann nicht nur über Gruppen und Ansprechpartner vor Ort informieren. Er bietet auch ein Beratungstelefon an und bietet auf seinen Internetseiten, in Broschüren und einem regelmäßig erscheinenden Magazin viel Information.
  • Zudem vertritt der Bundesverband die Interessen von Prostatakrebspatienten in Leitlinienkommissionen und vielen anderen Gremien.

Einen Überblick über weitere Organisationen bietet der Krebsinformationsdienst unter "Selbsthilfegruppen und Patientenverbände". Dort sind auch Ansprechpartner genannt, die nicht auf eine einzelne Tumorart beschränkt sind, oder die sich mit allgemeinen Fragen rund um Krankheit und Gesundheit auseinandersetzen.

Erfahrungen anderer Prostatakrebspatienten
Die Webseite krankheitserfahrungen.de ist keine Selbsthilfegruppe im eigentlichen Sinn, sondern eine Seite, auf der Patientinnen und Patienten über ihre persönlichen Erfahrungen mit Prostatakrebs berichten: zum Leben mit einer Prostatakrebserkrankung, zu den Behandlungen und zum täglichen Umgang damit. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, dem Bundesministerium für Gesundheit, der Deutschen Rentenversicherung, sowie von gesetzlichen und privaten Krankenkassen finanziert.

Hinweise auf schriftliches Informationsmaterial kann man von den behandelnden Ärzten, von der Krankenkasse und von Selbsthilfegruppen bekommen.

Broschüren des Krebsinformationsdienstes:

  • Der Krebsinformationsdienst bietet zu ausgewählten Themen eigene Broschüren an. Zum Stichwort Prostatakrebs gibt es beispielsweise Informationsmaterial zur Erkrankung an sich sowie kurz gefasste Texte zum Laden und Ausdrucken. Die Möglichkeit zur Bestellung oder zum Download bietet die Seite "Unsere Broschüren und Informationsblätter".

Weitere Anbieter:

  • Einen Überblick über kostenlose und werbefreie Broschüren anderer Anbieter hat der Krebsinformationsdienst unter dem Stichwort "Broschüren: Bestelladressen und Links" zusammengestellt.
    Dort sind auch Patientenleitlinien aufgeführt, die im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie von Fachgesellschaften erstellt wurden, parallel zu den medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien.

Weitere unabhängige Internetseiten:

Wie geht es mit und nach einer Krebserkrankung weiter? Betroffene stehen häufig vor vielen Problemen auf einmal. Dazu gehören nicht nur rein organisatorische Dinge und die veränderte Situation in der Familie, mit Freunden oder am Arbeitsplatz. Sie müssen sich auch den psychischen und seelischen Anforderungen durch die Diagnose stellen.

Für fast alle Fragen sind zunächst die behandelnden Ärzte die ersten Ansprechpartner, die bei Bedarf weiter verweisen. Geht es um sozialrechtliche Fragen, können  die Versicherungen bei vielen Punkten Unterstützung bieten.

Darüber hinaus gibt es jedoch noch weitere gezielte Beratungsangebote:

Dazu gehört in Kliniken der Kliniksozialdienst: Die Mitarbeiter beraten zu sozialrechtlichen Fragen wie etwa Kostenfragen, einen Antrag auf Rehabilitation, Rentenfragen, Schwerbehinderung oder Fragen zur Versorgung zuhause. Sie können außerdem psychosoziale Unterstützung für Patienten und oft auch Angehörige bieten.
In großen Zentren arbeiten zudem Psychoonkologen, die bei der Bewältigung der Diagnose Krebs helfen.
Patienten, die nicht stationär, sondern ambulant in einem Krankenhaus betreut werden, sollten sich erkundigen, ob ihnen diese Angebote ebenfalls zur Verfügung stehen.

Wer ambulant behandelt wird, findet in Deutschland eine weitere Anlaufstelle in den regionalen psychosozialen Krebsberatungsstellen (hier geht es zur Suche nach Adressen). Sie können meist sowohl bei sozialrechtlichen Fragen wie bei Fragen zum Umgang mit der Erkrankung helfen.
Längerfristige Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung bieten niedergelassene Psychoonkologen (zur Adresssuche).

Was ist, wenn man als Patient durch die Erkrankung oder die Behandlung auf Unterstützung zuhause und im Alltag angewiesen ist?
Ist die Unterstützung nur zeitweilig notwendig, etwa nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, ist häusliche Krankenpflege möglich. Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte, im Krankenhaus hilft auch der Kliniksozialdienst bei der Prüfung des Unterstützungsbedarfs und der Organisation. Wer langfristig Hilfe benötigt, kann unter Umständen Leistungen über die Pflegeversicherung erhalten.
Welche Unterstützung möglich ist und wo man Ansprechpartner findet, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Pflege zu Hause" aufgeführt.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Leitlinien
Evidenzbasierte Empfehlungen zur Früherkennung, Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Prostatakarzinomen werden in Deutschland von mehreren Fachgesellschaften gemeinsam verantwortet. An der Erarbeitung sind auch Patientenvertreter beteiligt. Im Internet-Portal der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) lassen sich diese Leitlinien herunterladen, online durchsuchen oder ausdrucken:

  • "Prostatakarzinom: Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien", als S3-Leitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (Langfassung, Kurzfassung, Patientenleitlinien zur Früherkennung, zum lokal begrenzten und zum lokal fortgeschrittenen und metastasierten Karzinom).
  • Für die Behandlung betroffener Männer mit Knochenmetastasen relevant ist auch die S1-Leitlinie "Radionuklidtherapie von Knochenmetastasen mittels Radium-223".

Auf dem AMWF-Portal ist darüber hinaus die Suche nach verwandten Themen möglich. Ein Beispiel: die Leitlinie zur Behandlung erektiler Dysfunktion.

Eine europäische Leitlinie der European Association of Urology EAU (Guidelines on Prostate Cancer) kann ebenfalls Anhaltspunkte bieten.

Arzneimittel
Als Quelle für Aussagen zu Medikamenten hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Fachinformationen der Hersteller herangezogen (über www.fachinfo.de für Fachkreise zugänglich). Frei zugänglich sind Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken, aktuelle Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie die Informationen der EU-Arzneimittelbehörde EMA.
Zu neueren Arzneimitteln können als Quelle auch Nutzenbewertungen gemäß § 35a des SGB V herangezogen werden. Die bisher vorliegenden Texte sind abrufbar beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin mit dem Stichwort "Projekte & Ergebnisse", dann " Publikationen".

Statistiken
Statistische Angaben zur Krebshäufigkeit in Deutschland haben die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) und das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut zusammengestellt. Von ihnen stammt auch die Broschüre "Krebs in Deutschland 2015/2016". Der gedruckte Bericht kann kostenlos per E-Mail an krebsdaten@rki.de oder gbe@rki.de bestellt werden.

Weitere Veröffentlichungen
Eine Auswahl weiterer Fachveröffentlichungen findet sich jeweils am Ende der Einzeltexte zum Prostatakarzinom.

Erstellt: 17.02.2020