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Magenkrebs, Foto: Clinical Pathomorphology and Cytology, Medical University, Lodz, Poland © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Magenkrebs: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung und Metastasen

Was tun, wenn die Erkrankung fortschreitet?

Welche Therapiemöglichkeiten bestehen für Patienten mit Magenkrebs, wenn ihre Erkrankung fortgeschritten ist und Metastasen auftreten? Gibt es wirksame Hilfe gegen Schmerzen, Ernährungsprobleme oder Bauchwasser, den sogenannten Aszites? Wie sind die Erfolgsaussichten einer Therapie?
Der folgende Text richtet sich an Patienten, Angehörige und Interessierte. Er informiert über Behandlungsmöglichkeiten bei Problemen, die im Lauf einer fortschreitenden Magenkrebserkrankung auftreten können. Magenkrebs entwickelt sich jedoch nicht immer gleich – wie es einem Patienten bei fortschreitender Erkrankung tatsächlich gehen wird, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Für Betroffene bieten Internet-Informationen daher zunächst nur einen Überblick. Die persönliche Behandlungsplanung sollten Patienten mit ihren Ärzten besprechen.

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Quellen und Links

Informationsquellen für diesen Text waren vor allem Behandlungsleitlinien deutscher und internationaler Fachgesellschaften. Weitere Quellen sind direkt im Text genannt und nach Möglichkeit verlinkt. Eine Zusammenstellung findet sich am Ende des Textes, außerdem im Kapitel "Mehr wissen über Magenkrebs" unter dem Stichwort "Fachliteratur".

Fortgeschrittenes Magenkarzinom: Behandlung ist möglich

Wie sieht es für Magenkrebspatienten aus, bei denen die Krebserkrankung in einem schon fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wurde? Wenn sich zum Beispiel der Tumor bereits auf angrenzende Organe ausgebreitet hat? Oder wenn Tumorabsiedlungen in entfernten Organen entdeckt wurden, sogenannte Metastasen?

Nur wenige Betroffene können in dieser Situation mit einer Heilung rechnen: Sind angrenzende Organe befallen, dann können die Ärzte sie unter Umständen während einer Operation mit entfernen. Bei wenigen Patienten kommt auch eine Entfernung von Metastasen infrage. Manche örtlich fortgeschrittenen Tumoren sind zwar noch weitgehend auf den Magen selbst begrenzt, lassen sich aber trotzdem nicht mehr operieren. Betroffenen hilft eventuell eine kombinierte Behandlung aus Bestrahlung und Chemotherapie, eine sogenannte "Radiochemotherapie". Mehr zu Operation und Radiochemotherapie im Text "Behandlungsverfahren bei Magenkrebs".

Ist der Ursprungstumor zu weit in benachbartes Gewebe eingewachsen? Finden sich Metastasen im Bauchfell, in Leber, Lunge oder in anderen Organen? Dann sind Operation oder Radiochemotherapie für die meisten Betroffenen nicht sinnvoll. Das heißt jedoch nicht, dass Ärzte für Patienten in dieser Situation nichts mehr tun können. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, die helfen können: Sie zielen nicht nur darauf ab, das Leben zu verlängern, sondern auch darauf, dem Betroffenen eine möglichst gute Lebensqualität mit wenig Beschwerden zu ermöglichen.

Der Tumor und seine Absiedlungen können zum Beispiel mithilfe einer Chemotherapie oder mit zielgerichteten Medikamenten in ihrem Wachstum gehemmt werden. Auch viele der belastenden Symptome lassen sich wirksam lindern. Insgesamt gilt:

  • Die Behandlung wird bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung immer den Problemen des jeweiligen Patienten angepasst.
  • Die individuelle Lebenssituation, sowie persönliche Wünsche und Vorstellungen des Betroffenen spielen bei der Planung eine wesentliche Rolle.

Den möglichen Nutzen einer Behandlung müssen Patienten daher gemeinsam mit ihren Ärzten immer wieder gegen das Risiko von Nebenwirkungen abwägen: Welche Ziele können erreicht werden, welche nicht? Welche Belastungen sind möglich, welche will man als Patient auf sich nehmen und welche möglichst vermeiden? Und schließlich: Was würde passieren, wenn man sich nicht behandeln lässt?

Ärzte und Wissenschaftler gehen bei Magenkrebs wie bei den meisten Tumorerkrankungen davon aus, dass sich die Krebszellen dann mehr oder weniger ungebremst weiter teilen. Langfristig würde die Erkrankung deshalb zum Tod führen - wenn man sich nicht behandeln lässt, statistisch gesehen schneller.
Dennoch ist die Frage legitim, ob man als Betroffener wirklich jede vorgeschlagene oder infrage kommende Therapie in Anspruch nehmen möchte. Eventuell gibt es persönliche Gründe, die gegen eine Behandlung sprechen. Auch die Abwägung Lebensqualität gegen Lebensdauer kann jeder Patient, jede Patientin nur für sich selbst treffen. Therapieziele und persönliche Vorstellungen können sich auch im Lauf der Erkrankung ändern. Deshalb muss man sich mit diesen Fragen immer wieder neu auseinandersetzen.

Unterstützung für Patienten und Angehörige

Eine fortgeschrittene Krebserkrankung ist eine belastende Situation, sowohl für Patienten selbst als auch für Angehörige und Freunde. Sich frühzeitig Unterstützung zu suchen, kann entlasten und Angst nehmen: In fast allen Krankenhäusern stehen heute psychoonkologische und psychosoziale Beratungsdienste zur Verfügung. Geschulte Mitarbeiter beraten zur Krankheitsverarbeitung, bei Bedarf helfen sie auch in sozialrechtlichen Fragen.

Für Patienten, die ambulant behandelt werden und für ihre Angehörigen sind die regionalen Krebsberatungsstellen gute Ansprechpartner. Suchmöglichkeiten bietet der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Wegweiser", Stichwort "Krebsberatungsstellen". In der gleichen Rubrik können Ratsuchende auch Adressen niedergelassener Psychotherapeuten finden, die eine besondere Ausbildung zur Begleitung Krebskranker absolviert haben: Sie bieten bei Bedarf längerfristige psychologische Unterstützung.

Das Tumorwachstum bremsen: Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente

Hat der Magentumor bereits in andere Organe gestreut, dann ist eine Operation normalerweise keine Möglichkeit: Bei den allermeisten Patienten würde es nicht gelingen, alles sichtbare Tumorgewebe zu entfernen. Und selbst wenn, so blieben wahrscheinlich einzelne Tumorzellen zurück, die durch die verfügbaren Untersuchungsverfahren nicht entdeckt werden können: Aus ihnen entwickeln sich dann wahrscheinlich neue Tumoren und Metastasen.

Chemotherapie

Patienten erhalten daher meist eine Chemotherapie, die Tumorgewebe und verstreute Tumorzellen im ganzen Körper erreicht. Sie zielt darauf ab, Tumor und Metastasen wenn möglich zu verkleinern oder zumindest für einige Zeit im Wachstum zu hemmen und so die Erkrankung zu stabilisieren. Häufig eingesetzte Medikamente sind 5-Fluorouracil, verschiedene Platinverbindungen, sowie Mittel aus der Gruppe der Taxane und der Anthrazykline. Diese Arzneimittel können einzeln gegeben werden, zwei oder drei dieser Zytostatika können aber auch kombiniert werden.

Welche Medikamente Patienten bekommen, hängt vom Allgemeinzustand und möglichen Begleiterkrankungen ab. Eine Rolle spielen beispielsweise die Nierenfunktion oder auch das Körpergewicht. Das Alter eines Patienten an sich hat dagegen keinen Einfluss auf die Behandlungswahl. Patienten erhalten diese Therapie normalerweise solange, wie sie wirkt und verträglich ist. Schreitet die Erkrankung trotz Chemotherapie weiter fort, dann kann der Wechsel auf andere Chemotherapie-Medikamente sinnvoll sein.

Zielgerichtete Medikamente

Moderne Krebsmedikamente richten sich gezielt gegen tumorspezifische Merkmale: Diese Angriffspunkte kommen entweder nur bei Tumorzellen vor, oder sie spielen zumindest für Tumorgewebe eine größere Rolle als für gesunde Gewebe. Wichtige Ziele sind zum Beispiel alle Vorgänge, die für das vermehrte Wachstum von Tumorgewebe eine Rolle spielen. Zur Behandlung von Magenkrebspatienten sind bisher zwei solche Medikamente zugelassen: Die Antikörper Trastuzumab, Handelsname Herceptin® und Ramucirumab, Handelsname Cyramza®. Man erhält sie entweder allein oder zusammen mit einer Chemotherapie. Für wen die Medikamente geeignet sind, hängt von der aktuellen Krankheitssituation und der bisherigen Behandlung ab. Pauschale Auskünfte, ob diese zielgerichteten Mittel oder neuere Wirkstoffe, die zurzeit noch in klinischen Studien geprüft werden, infrage kommen, sind daher schwierig: Betroffene sollten mit ihren Ärzten besprechen, was für sie sinnvoll ist.

Durch die bisher zugelassenen Antikörper können Magenkrebspatienten keine vollständige Heilung erwarten. Allerdings haben sie die Chance, länger mit ihrer Erkrankung zu leben.

Forschung: Teilnahme an klinischen Studien

In klinischen Studien prüfen Ärzte und Wissenschaftler neue Substanzen, aber auch Stoffe, die bei anderen Krebsarten als Magenkrebs bereits erfolgreich eingesetzt werden. Sogenannte Therapieoptimierungsstudien prüfen neue Kombinationen schon bekannter Medikamente. Welchen Nutzen und welche Risiken die Teilnahme an solchen Studien für Patienten haben kann, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Klinische Studien für Krebspatienten" zusammengestellt. Eine Entscheidungshilfe bietet außerdem das kurz gefasste Informationsblatt "Klinische Studien", als PDF-Datei zum Laden und Ausdrucken.

Metastasen und Bauchwasser: Gezielt eingreifen

Bei Magenkrebs gilt wie bei anderen Krebsarten: Wurden bei einem Patienten an einer Stelle im Körper Metastasen festgestellt, ist dies ein Hinweis darauf, dass sich Tumorzellen auch auf weitere Organe oder Gewebe ausgebreitet haben könnten. Daher erhalten Betroffene vorrangig eine sogenannte systemische Behandlung, die im ganzen Körper wirkt.

Dies schließt jedoch nicht grundsätzlich aus, dass sich gegen einzelne Symptome und Probleme nicht auch "lokal" etwas tun ließe: Bei manchen Patienten ist es möglich, einzelne Metastasen gezielt zu behandeln. Zwar lässt sich so ebenfalls keine dauerhafte Heilung erzielen. Um Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuschieben, kombinieren Ärzte aber solche lokalen Maßnahmen nach Möglichkeit mit systemischen Behandlungen, in der Regel also mit einer Chemotherapie.

Ein Beispiel sind Lebermetastasen: Hat sich eine Metastase in einem Leberanteil entwickelt, der über eine eigene Blutversorgung verfügt, kann diese Tumorabsiedlung eventuell bei einer Operation entfernt werden. Für Magenkrebspatienten mit mehreren Lebermetastasen oder Metastasen in nicht operablen Anteilen der Leber steht diese Möglichkeit allerdings nicht zur Verfügung. Auch Patientinnen mit sogenannten Krukenberg-Tumoren können durch eine Operation eventuell einen Krankheitsaufschub erzielen: Als Krukenberg-Tumor bezeichnen Fachleute Metastasen an den Eierstöcken, die sich durch Abwanderung von Magenkrebszellen innerhalb des Bauchraums entwickelt haben.

Knochenmetastasen

Durch Knochenmetastasen verursachte Schmerzen lassen sich mit einer gezielten Bestrahlung lindern. Dies kann eine Bestrahlung von außen durch die Haut sein. Je nach Situation kommt für Patienten aber auch eine sogenannte Radionuklidtherapie infrage. Dabei erhalten Patienten schwach radioaktive Stoffe in eine Armvene gespritzt. Diese lagern sich im Knochen ein, hemmen dort Entzündungsprozesse und schädigen die Tumorzellen. Mehr zu Diagnostik und Behandlung hat der Krebsinformationsdienst im Text "Knochenmetastasen" zusammengestellt.

Aszites durch Metastasen im Bauchfell

Manche Patienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung einen sogenannten Aszites. Das heißt: Es sammelt sich immer wieder Flüssigkeit im Bauchraum. Verursacht wird das bei Magenkrebspatienten häufig durch Metastasen im Bauchfell – auch Peritonealkarzinose genannt. Diese Bauchwassersucht kann für Betroffene sehr belastend sein.

Bei Patienten, deren Allgemeinzustand eine Chemotherapie zulässt, versuchen Ärzte, die Tumorzellen im Bauchfell mit einer solchen Behandlung zurückzudrängen. Gelingt das nicht, dann hilft oft nur eine regelmäßige Punktion. Dabei führt der Arzt unter örtlicher Betäubung eine Hohlnadel in den Bauch ein, über die die Flüssigkeit abläuft. Die Punktion ist unangenehm, führt für Betroffene aber meist unmittelbar zu einer Entlastung.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit dem Antikörper Catumaxomab. Er bindet an Oberflächenmerkmale der Krebszellen und lockt spezifische Immunzellen an. Diese leiten dann die Vernichtung der Tumorzellen ein. Den Antikörper erhalten Patienten direkt in die Bauchhöhle gespritzt. Eine vollständige Heilung der Peritonealkarzinose bewirkt er allerdings nicht. Er kann jedoch die Zeit bis zur nächsten Punktion stark verlängern. Als häufige Nebenwirkung können aber zum Beispiel Fieber, Übelkeit und Bauchschmerzen auftreten. Dieses Risiko müssen Patienten bei der Entscheidung für oder gegen die Therapie gegen den möglichen Nutzen abwiegen.

Noch untersucht  wird, ob manchen Patienten eine besondere Form der Chemotherapie helfen kann, die sogenannte hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC). Diese Behandlung wird während einer Operation durchgeführt. Dabei spülen die Ärzte während des Eingriffs die Bauchhöhle für etwa eine halbe bis zwei Stunden mit einer erwärmten Flüssigkeit, die ein Chemotherapie-Medikament enthält.

Nicht beeinflussen lässt sich Aszites nach heutigem Wissen über die Ernährung oder das Trinkverhalten: Es nützt also zum Beispiel nichts, weniger zu trinken.

Probleme mit der Ernährung: Individuell angepasste Hilfe

Viele Magenkrebspatienten haben bereits zum Zeitpunkt der Diagnose ungewollt Gewicht verloren. Im Verlauf ihrer Erkrankung kommen weitere Faktoren hinzu, die eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen beeinträchtigen: Operation, Chemotherapie oder das Tumorwachstum selbst können die Nahrungsaufnahme und die Verwertung der Nahrung erschweren.

  • Was Magenkrebspatienten selbst tun können, um möglichst gut versorgt zu sein, erläutert der Krebsinformationsdienst ausführlicher im Text "Magenkrebs: Gewicht und Ernährung".
  • Verengt oder versperrt der Tumor selbst den Weg der Nahrung durch den Magen in den Darm, bieten eventuell kleinere oder größere chirurgische Eingriffe Hilfe.  

Wenn ein Verschluss der Nahrungspassage droht, können Ärzte je nach Situation einen sogenannten "Stent" einsetzen. Dabei handelt es sich um ein festes Röhrchen, das die Engstelle offenhält. Der Stent wird bei einer Endoskopie platziert, eine offene Operation ist nicht nötig. Ähnlich wie bei einer Magenspiegelung werden dabei die Instrumente durch Mund und Speiseröhre bis zum Magen vorgeschoben. Ist ein Patient mit fortgeschrittener Erkrankung in der Lage, eine Operation zu verkraften, kommt eventuell auch eine Umgehung der Engstelle infrage. Dabei wird der vordere Teil des Magens direkt mit dem Dünndarm verbunden.

Manchen Patienten nützt auch eine Bestrahlung des Magens. Magenkarzinome reagieren jedoch wenig empfindlich auf eine Strahlentherapie. Bis die Wirkung einsetzt, dauert es zudem einige Zeit. Daher ersetzt eine Strahlentherapie nicht unbedingt die Einlage von Stents. Sie hat jedoch einen weiteren Effekt: Einige Patienten mit fortgeschrittenen Karzinomen leiden unter leichten, aber andauernden Blutungen im Magen. Diese lassen sich durch eine Bestrahlung oft stoppen.

Ist die Magenpassage vollständig verschlossen, kann es Patienten helfen, wenn sie über eine Sonde ernährt werden. Dazu wird durch die Bauchhaut ein kleiner Kunststoffschlauch unterhalb der Engstelle eingelegt, seltener in den Magen, meist direkt in den Dünndarm.

Die Entscheidung für oder gegen einen Stent, die Sondenernährung, Operationen oder Bestrahlungen fordert von Patienten und ihren Angehörigen, ihren Ärzten und Pflegenden viel Planung. Voraussetzung ist möglichst viel Information dazu, wie die individuelle Situation genau einzuschätzen ist. Bei Patienten, denen es sehr schlecht geht und deren Lebenserwartung kurz ist, verschlechtern intensive Therapien unter Umständen die Lebensqualität, statt sie zu verbessern.

Lebensqualität erhalten: Schmerzen lindern, Erschöpfung mildern

Im fortgeschrittenen Stadium einer Magenkrebserkrankung treten bei vielen Patienten Schmerzen auf: Wachsende Tumoren drücken auf benachbartes Gewebe, verdrängen oder zerstören es, oder sie beeinträchtigen die Nerven, die für die Reizleitung verantwortlich sind. Hinzu kommen Schmerzbelastungen durch die Therapie, etwa beim Legen von Infusionen oder bei der Punktion von Flüssigkeit im Bauchraum.

Schmerzen kosten Kraft und sie beeinträchtigen die Lebensqualität Betroffener erheblich. Ihre gezielte Behandlung ist deshalb wichtig: Patienten sollten rechtzeitig das Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt suchen und bei Bedarf auch nach der Einbeziehung eines Schmerztherapeuten fragen – Krebsschmerzen müssen nicht ertragen werden! Bei vielen Betroffenen gelingt es, die Krebsschmerzen durch die individuelle Anpassung einer Schmerztherapie wirksam zu bekämpfen.

Nebenwirkungen der Therapie, Schmerzen, körperliche Schwäche, Sorgen und Ängste führen bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs häufig auch zu ausgeprägter Erschöpfung. Typisch für diese sogenannte "Fatigue" bei Krebs ist, dass sie sich durch Ausschlafen oder häufiges Ruhen meist nicht bessert. Zur Behandlung dieser chronischen Erschöpfung gibt es keine "Patentrezepte". Stehen körperliche Auslöser im Vordergrund, benötigen Betroffene Entlastung. Ist der Allgemeinzustand an sich noch gut, kann statt Ruhen manchmal auch an die persönliche Situation angepasste Bewegung die Symptome lindern. Für Magenkrebspatienten, die durch ihre Erkrankung meist viel Gewicht verloren haben und wenig belastbar sind, gilt: Sie benötigen eine individuelle Beratung dazu, was sich gegen Erschöpfung und Fatigue in ihrer Situation tun lässt.

Fortgeschrittene Krebserkrankung: Beratung, Pflege und Betreuung

Welche Hilfen ein Patient mit fortgeschrittenem Magenkrebs langfristig benötigt, ist individuell unterschiedlich. Sich rechtzeitig zu informieren, kann viele Entscheidungen erleichtern, zum Beispiel die Frage, ob eine Versorgung zuhause möglich ist oder nicht. Wichtigste Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte, die den Krankheitsverlauf am ehesten abschätzen können.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl, Stand 7/2016)