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Diese Seiten sind Ausdrucke aus den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes www.krebsinformationsdienst.de. Angaben zum Erstellungsdatum und zu den Quellen der Information können Sie dem folgenden Text entnehmen. Einige der dort genannten weiterführenden Angaben sind allerdings nur über das Internet zugänglich. Bitte beachten Sie: Die folgenden Informationen sind nicht dazu geeignet, ein Gespräch mit behandelnden Ärzten, Psychologen oder weiteren Experten zu ersetzen.

Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte zum Beispiel zum Nachdruck, zur Kopie oder zur Speicherung und Weitergabe in elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des Krebsinformationsdienstes KID, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg.

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Magenkrebs, Foto: Clinical Pathomorphology and Cytology, Medical University, Lodz, Poland © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Magenkrebs: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung und Metastasen

Welche Therapiemöglichkeiten bestehen für Patienten mit Magenkrebs, wenn ihre Erkrankung fortgeschritten ist und Metastasen auftreten? Gibt es wirksame Hilfe gegen Schmerzen, Ernährungsprobleme oder Bauchwasser, den sogenannten Aszites? Wie sind die Erfolgsaussichten einer Therapie?
Der folgende Text richtet sich an Patienten, Angehörige und Interessierte. Er informiert über Behandlungsmöglichkeiten bei Problemen, die im Lauf einer fortschreitenden Magenkrebserkrankung auftreten können. Magenkrebs entwickelt sich jedoch nicht immer gleich – wie es einem Patienten bei fortschreitender Erkrankung tatsächlich gehen wird, lässt sich nicht pauschal vorhersagen. Für Betroffene bieten Internet-Informationen daher zunächst nur einen Überblick. Die persönliche Behandlungsplanung sollten Patienten mit ihren Ärzten besprechen.

Letzte Aktualisierung: 20.09.2013

Informationsquellen für diesen Text waren vor allem Behandlungsleitlinien deutscher und internationaler Fachgesellschaften. Weitere Quellen sind direkt im Text genannt und nach Möglichkeit verlinkt. Eine Zusammenstellung findet sich außerdem im Kapitel "Mehr wissen über Magenkrebs" unter dem Stichwort "Fachliteratur".

Fortgeschrittenes Magenkarzinom: Behandlung ist möglich

Was kann man tun, wenn bei Magenkrebspatienten Metastasen auftreten? Oder wenn eine Magenkrebserkrankung in einem schon fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert wird, sich der Tumor also bereits auf angrenzende Organe ausgebreitet hat?

Nur wenige Betroffene können in dieser Situation mit einer Heilung rechnen: Manche fortgeschrittenen Tumoren sind zwar noch weitgehend auf den Magen selbst begrenzt, lassen sich aber trotzdem nicht mehr operieren. Diesen Patienten kann eventuell eine kombinierte Behandlung aus Bestrahlung und Chemotherapie helfen, eine sogenannte "Radiochemotherapie", mehr dazu im Text "Behandlungsverfahren bei Magenkrebs".

Leidet ein Patient unter Metastasen im Bauchfell oder findet sich Tumorgewebe in Leber, Lunge oder in anderen Organen, wird die Radiochemotherapie nicht angewendet. Das heißt jedoch nicht, dass Ärzte für Betroffene in dieser Situation nichts mehr tun können. Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten, um eine Lebensverlängerung zu erreichen und Beschwerden zu behandeln: Der Tumor und seine Absiedlungen können mithilfe einer Chemotherapie oder mit zielgerichteten Medikamenten in ihrem Wachstum gehemmt werden. Auch viele der belastenden Symptome lassen sich wirksam lindern. Insgesamt gilt:

  • Die Behandlung wird bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung immer den Problemen des jeweiligen Patienten angepasst.
  • Die individuelle Lebenssituation, sowie persönliche Wünsche und Vorstellungen eines Betroffenen spielen bei der Planung eine wesentliche Rolle.

Ziel der Behandlung ist es, die Lebensqualität so lange wie möglich so gut wie möglich zu erhalten. Davon hängt auch die Wahl der Therapie ab. Den möglichen Nutzen einer Behandlung müssen Patienten gemeinsam mit ihren Ärzten immer wieder gegen das Risiko von Nebenwirkungen abwägen: Welche Ziele können erreicht werden, welche nicht? Welche Belastungen sind möglich, welche will man als Patient auf sich nehmen und welche möglichst vermeiden? Sich diese Fragen zu stellen kann helfen, wichtige Entscheidungen zu treffen.

Unterstützung für Patienten und Angehörige

Eine fortgeschrittene Krebserkrankung ist eine belastende Situation, sowohl für Patienten selbst als auch für Angehörige und Freunde. Sich frühzeitig Unterstützung zu suchen, kann entlasten und Angst nehmen: In fast allen Krankenhäusern stehen heute psychoonkologische und psychosoziale Beratungsdienste zur Verfügung. Geschulte Mitarbeiter beraten zur Krankheitsverarbeitung, bei Bedarf helfen sie auch in sozialrechtlichen Fragen.

Für Patienten, die ambulant behandelt werden und für ihre Angehörigen sind die regionalen Krebsberatungsstellen gute Ansprechpartner. Suchmöglichkeiten bietet der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Wegweiser", Stichwort "Krebsberatungsstellen". In der gleichen Rubrik können Ratsuchende auch Adressen niedergelassener Psychotherapeuten finden, die eine besondere Ausbildung zur Begleitung Krebskranker absolviert haben: Sie bieten bei Bedarf längerfristige psychologische Unterstützung.  

Bei der Suche nach Informationen und weiteren Ansprechpartnern steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung.

Das Tumorwachstum bremsen: Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente

Hat der Magentumor bereits in andere Organe gestreut, dann ist eine Operation normalerweise keine Möglichkeit: Bei den allermeisten Patienten würde es nicht gelingen, alles sichtbare Tumorgewebe zu entfernen. Und selbst wenn, so blieben wahrscheinlich einzelne Tumorzellen zurück, die durch die verfügbaren Untersuchungsverfahren nicht entdeckt werden können: Aus ihnen entwickeln sich dann wahrscheinlich neue Tumoren und Metastasen.

Chemotherapie

Patienten erhalten daher meist eine Chemotherapie, die Tumorgewebe und verstreute Tumorzellen im ganzen Körper erreicht. Sie zielt darauf ab, Tumor und Metastasen wenn möglich zu verkleinern oder zumindest für einige Zeit im Wachstum zu hemmen und so die Erkrankung zu stabilisieren. Häufig eingesetzte Medikamente sind 5-Fluorouracil, verschiedene Platinverbindungen, sowie Mittel aus der Gruppe der Taxane und der Anthrazykline. Diese Arzneimittel können einzeln gegeben werden, zwei oder drei dieser Zytostatika können aber auch kombiniert werden.

Welche Medikamente Patienten bekommen, hängt vom Allgemeinzustand und möglichen Begleiterkrankungen ab. Eine Rolle spielen beispielsweise die Nierenfunktion oder auch das Körpergewicht. Das Alter eines Patienten an sich hat dagegen keinen Einfluss auf die Behandlungswahl. Patienten erhalten diese Therapie normalerweise solange, wie sie wirkt und verträglich ist. Schreitet die Erkrankung trotz Chemotherapie weiter fort, dann kann der Wechsel auf andere Chemotherapie-Medikamente sinnvoll sein.

Zielgerichtete Medikamente

Bei etwa einem von fünf Patienten mit Magenkrebs weist das Tumorgewebe auffällige Merkmale auf, die sich in gesundem Gewebe nicht oder nur in geringem Umfang finden. Solche tumortypischen Merkmale sind Angriffspunkte für sogenannte zielgerichtete Arzneimittel.

Bei Magenkrebspatienten ist der Nachweis des sogenannten HER-2-Rezeptors Voraussetzung für eine Behandlung mit dem zielgerichteten Wirkstoff Trastuzumab (Handelsname: Herceptin®). Das HER-2-Molekül vermittelt Wachstumssignale an eine Zelle. Die "Andockstellen", über die solche Signale in eine Zelle gelangen, bezeichnet man als Rezeptoren. Weist Magenkrebsgewebe auffallend viele Rezeptoren für HER-2 auf, lässt sich das Tumorwachstum eventuell bremsen. Durch den therapeutischen Antikörper Trastuzumab können sie gezielt blockiert werden. Das heißt: Die Zelle reagiert nicht mehr auf diese Wachstumssignale.

Wurde der HER-2-Rezeptor nicht bereits bei früheren Gewebeuntersuchungen geprüft, dann wird der Test durchgeführt, wenn sich die Erkrankung weiter ausbreitet und das bisherige Behandlungskonzept deshalb umgestellt werden soll. Für die Laboruntersuchung lässt sich auch Gewebe nutzen, das bei einem früheren Eingriff entnommen und konserviert wurde. Weisen die Zellen im Tumorgewebe vermehrt HER-2-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche auf, dann können Betroffene von einer Therapie mit Trastuzumab profitieren. Sie wird zusätzlich zur Chemotherapie durchgeführt.

Doch auch von Trastuzumab können Magenkrebspatienten keine vollständige Heilung erwarten. Allerdings haben sie durch den Antikörper in Kombination mit einer Chemotherapie die Chance, länger mit ihrer Erkrankung zu leben.

Forschung: Teilnahme an klinischen Studien

In klinischen Studien prüfen Ärzte und Wissenschaftler neue Substanzen, aber auch Stoffe, die bei anderen Krebsarten als Magenkrebs bereits erfolgreich eingesetzt werden. Sogenannte Therapieoptimierungsstudien prüfen neue Kombinationen schon bekannter Medikamente. Welchen Nutzen und welche Risiken die Teilnahme an solchen Studien für Patienten haben kann, hat der Krebsinformationsdienst im Text "Klinische Studien für Krebspatienten" zusammengestellt. Eine Entscheidungshilfe bietet außerdem das kurz gefasste Informationsblatt "Klinische Studien", als PDF-Datei zum Laden und Ausdrucken.

Metastasen und Bauchwasser: Gezielt eingreifen

Bei Magenkrebs gilt wie bei anderen Krebsarten: Wurden bei einem Patienten an einer Stelle im Körper Metastasen festgestellt, ist dies ein Hinweis darauf, dass sich Tumorzellen auch auf weitere Organe oder Gewebe ausgebreitet haben könnten. Daher erhalten Betroffene vorrangig eine sogenannte systemische Behandlung, die im ganzen Körper wirkt.

Dies schließt jedoch nicht grundsätzlich aus, dass sich gegen einzelne Symptome und Probleme nicht auch "lokal" etwas tun ließe: Bei manchen Patienten ist es möglich, einzelne Metastasen gezielt zu behandeln. Zwar lässt sich so ebenfalls keine dauerhafte Heilung erzielen. Um Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung aufzuschieben, kombinieren Ärzte aber solche lokalen Maßnahmen nach Möglichkeit mit systemischen Behandlungen, in der Regel also mit einer Chemotherapie.

Ein Beispiel sind Lebermetastasen: Hat sich eine Metastase in einem Leberanteil entwickelt, der über eine eigene Blutversorgung verfügt, kann diese Tumorabsiedlung eventuell bei einer Operation entfernt werden. Für Magenkrebspatienten mit mehreren Lebermetastasen oder Metastasen in nicht operablen Anteilen der Leber steht diese Möglichkeit allerdings nicht zur Verfügung. Auch Patientinnen mit sogenannten Krukenberg-Tumoren können durch eine Operation eventuell einen Krankheitsaufschub erzielen: Als Krukenberg-Tumor bezeichnen Fachleute Metastasen an den Eierstöcken, die sich durch Abwanderung von Magenkrebszellen innerhalb des Bauchraums entwickelt haben.

Knochenmetastasen

Durch Knochenmetastasen verursachte Schmerzen lassen sich mit einer gezielten Bestrahlung lindern. Dies kann eine Bestrahlung von außen durch die Haut sein. Je nach Situation kommt für Patienten aber auch eine sogenannte Radionuklidtherapie infrage. Dabei erhalten Patienten schwach radioaktive Stoffe in eine Armvene gespritzt. Diese lagern sich im Knochen ein, hemmen dort Entzündungsprozesse und schädigen die Tumorzellen. Mehr zu Diagnostik und Behandlung hat der Krebsinformationsdienst im Text "Knochenmetastasen" zusammengestellt.

Aszites durch Metastasen im Bauchfell

Zum Weiterlesen

Manche Patienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung einen sogenannten Aszites. Das heißt: Es sammelt sich immer wieder Flüssigkeit im Bauchraum. Verursacht wird das bei Magenkrebspatienten häufig durch Metastasen im Bauchfell – auch Peritonealkarzinose genannt. Diese Bauchwassersucht kann für Betroffene sehr belastend sein.

Bei Patienten, deren Allgemeinzustand eine Chemotherapie zulässt, versuchen Ärzte, die Tumorzellen im Bauchfell mit einer solchen Behandlung zurückzudrängen. Gelingt das nicht, dann hilft oft nur eine regelmäßige Punktion. Dabei führt der Arzt unter örtlicher Betäubung eine Hohlnadel in den Bauch ein, über die die Flüssigkeit abläuft. Die Punktion ist unangenehm, führt für Betroffene aber meist unmittelbar zu einer Entlastung.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit dem Antikörper Catumaxomab. Er bindet an Oberflächenmerkmale der Krebszellen und lockt spezifische Immunzellen an. Diese leiten dann die Vernichtung der Tumorzellen ein. Den Antikörper erhalten Patienten direkt in die Bauchhöhle gespritzt. Eine vollständige Heilung der Peritonealkarzinose bewirkt er allerdings nicht. Er kann jedoch die Zeit bis zur nächsten Punktion stark verlängern. Als häufige Nebenwirkung können aber zum Beispiel Fieber, Übelkeit und Bauchschmerzen auftreten. Dieses Risiko müssen Patienten bei der Entscheidung für oder gegen die Therapie gegen den möglichen Nutzen abwiegen.
Nicht beeinflussen lässt sich Aszites nach heutigem Wissen über die Ernährung oder das Trinkverhalten: Es nützt also zum Beispiel nichts, weniger zu trinken.

Probleme mit der Ernährung: Individuell angepasste Hilfe

Viele Magenkrebspatienten haben bereits zum Zeitpunkt der Diagnose ungewollt Gewicht verloren. Im Verlauf ihrer Erkrankung kommen weitere Faktoren hinzu, die eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen beeinträchtigen: Operation, Chemotherapie oder das Tumorwachstum selbst können die Nahrungsaufnahme und die Verwertung der Nahrung erschweren.

  • Was Magenkrebspatienten selbst tun können, um möglichst gut versorgt zu sein, erläutert der Krebsinformationsdienst ausführlicher im Text "Magenkrebs: Gewicht und Ernährung".
  • Verengt oder versperrt der Tumor selbst den Weg der Nahrung durch den Magen in den Darm, bieten eventuell kleinere oder größere chirurgische Eingriffe Hilfe.

Wenn ein Verschluss der Nahrungspassage droht, können Ärzte je nach Situation einen sogenannten "Stent" einsetzen. Dabei handelt es sich um ein festes Röhrchen, das die Engstelle offenhält. Der Stent wird bei einer Endoskopie platziert, eine offene Operation ist nicht nötig. Ähnlich wie bei einer Magenspiegelung werden dabei die Instrumente durch Mund und Speiseröhre bis zum Magen vorgeschoben. Ist ein Patient mit fortgeschrittener Erkrankung in der Lage, eine Operation zu verkraften, kommt eventuell auch eine Umgehung der Engstelle infrage. Dabei wird der vordere Teil des Magens direkt mit dem Dünndarm verbunden.

Manchen Patienten nützt auch eine Bestrahlung des Magens. Magenkarzinome reagieren jedoch wenig empfindlich auf eine Strahlentherapie. Bis die Wirkung einsetzt, dauert es zudem einige Zeit. Daher ersetzt eine Strahlentherapie nicht unbedingt die Einlage von Stents. Sie hat jedoch einen weiteren Effekt: Einige Patienten mit fortgeschrittenen Karzinomen leiden unter leichten, aber andauernden Blutungen im Magen. Diese lassen sich durch eine Bestrahlung oft stoppen.

Ist die Magenpassage vollständig verschlossen, kann es Patienten helfen, wenn sie über eine Sonde ernährt werden. Dazu wird durch die Bauchhaut ein kleiner Kunststoffschlauch unterhalb der Engstelle eingelegt, seltener in den Magen, meist direkt in den Dünndarm.

Die Entscheidung für oder gegen einen Stent, die Sondenernährung, Operationen oder Bestrahlungen fordert von Patienten und ihren Angehörigen, ihren Ärzten und Pflegenden viel Planung. Voraussetzung ist möglichst viel Information dazu, wie die individuelle Situation genau einzuschätzen ist. Bei Patienten, denen es sehr schlecht geht und deren Lebenserwartung kurz ist, verschlechtern intensive Therapien unter Umständen die Lebensqualität, statt sie zu verbessern.

Lebensqualität erhalten: Schmerzen lindern, Erschöpfung mildern

Im fortgeschrittenen Stadium einer Magenkrebserkrankung treten bei vielen Patienten Schmerzen auf: Wachsende Tumoren drücken auf benachbartes Gewebe, verdrängen oder zerstören es, oder sie beeinträchtigen die Nerven, die für die Reizleitung verantwortlich sind. Hinzu kommen Schmerzbelastungen durch die Therapie, etwa beim Legen von Infusionen oder bei der Punktion von Flüssigkeit im Bauchraum.

Schmerzen kosten Kraft und sie beeinträchtigen die Lebensqualität Betroffener erheblich. Ihre gezielte Behandlung ist deshalb wichtig: Patienten sollten rechtzeitig das Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt suchen und bei Bedarf auch nach der Einbeziehung eines Schmerztherapeuten fragen – Krebsschmerzen müssen nicht ertragen werden! Bei vielen Betroffenen gelingt es, die Krebsschmerzen durch die individuelle Anpassung einer Schmerztherapie wirksam zu bekämpfen.

Zum Weiterlesen

Nebenwirkungen der Therapie, Schmerzen, körperliche Schwäche, Sorgen und Ängste führen bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs häufig auch zu ausgeprägter Erschöpfung. Typisch für diese sogenannte "Fatigue" bei Krebs ist, dass sie sich durch Ausschlafen oder häufiges Ruhen meist nicht bessert. Zur Behandlung dieser chronischen Erschöpfung gibt es keine "Patentrezepte". Stehen körperliche Auslöser im Vordergrund, benötigen Betroffene Entlastung. Ist der Allgemeinzustand an sich noch gut, kann statt Ruhen manchmal auch an die persönliche Situation angepasste Bewegung die Symptome lindern. Für Magenkrebspatienten, die durch ihre Erkrankung meist viel Gewicht verloren haben und wenig belastbar sind, gilt: Sie benötigen eine individuelle Beratung dazu, was sich gegen Erschöpfung und Fatigue in ihrer Situation tun lässt.

Fortgeschrittene Krebserkrankung: Beratung, Pflege und Betreuung

Welche Hilfen ein Patient mit fortgeschrittenem Magenkrebs langfristig benötigt, ist individuell unterschiedlich. Sich rechtzeitig zu informieren, kann viele Entscheidungen erleichtern, zum Beispiel die Frage, ob eine Versorgung zuhause möglich ist oder nicht. Wichtigste Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte, die den Krankheitsverlauf am ehesten abschätzen können.

Linktipps und genutzte Quellen für Interessierte und Fachkreise

Leitlinien
S3-Leitlinie "Magenkarzinom - Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs" www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-009OL.html, herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft und weiteren Fachgesellschaften. Eine allgemein verständliche Version finden Interessierte auf den Internetseiten des "Leitlinienprogramms Onkologie" unter dem Stichwort "Patientenleitlinien" (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/patientenleitlinien.8.0.html).

Die Europäische Gesellschaft für medizinische Onkologie (European Society for Medical Oncology, ESMO, www.esmo.org) publiziert in englischer Sprache die Leitlinie "Gastric cancer: ESMO Clinical Practice Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up". Sie ist im Internet abrufbar unter http://annonc.oxfordjournals.org/content/21/suppl_5/v50.full.

Als Quelle für Aussagen zu Medikamenten hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Fachinformationen der Hersteller herangezogen (über www.fachinfo.de für Fachkreise zugänglich), weiter Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken (vor allem www.pharmnet.bund.de), aktuelle Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte unter www.bfarm.de sowie die Informationen der EU-Arzneimittelbehörde EMA unter www.ema.europa.eu/ema/.

Eine Gesamtübersicht zu Quellen und weiterführenden Fachinformationen zum Thema findet sich im Kapitel "Mehr wissen über Magenkrebs: Adressen, Links, Broschüren, Fachinformation" unter dem Stichwort "Fachliteratur".