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Lungenkrebs, Foto: MOREDUN ANIMAL HEALTH LTD/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Was ist Lungenkrebs?

Anatomie, Tumorbiologie, Krebshäufigkeit

Die Lunge versorgt den Körper mit Sauerstoff. Sie ist so aufgebaut, dass sie mit der Umwelt in direktem Kontakt steht. Zwar reinigt der Körper die Atemluft, um sich vor Krankheitserregern und Schadstoffen zu schützen. Doch mit dieser Abwehr schafft er nicht alles. Manches gelangt trotzdem in die Lunge und manchmal führen Schadstoffe zu Lungenkrebs. Doch auch ohne erkennbaren Auslöser kann Lungenkrebs entstehen. Bronchialkarzinome, wie Ärzte Lungenkrebs auch nennen, sind nicht alle gleich: Sie werden in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Eigenschaften eingeteilt.

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Die Lunge: Aufbau und Funktion

Die Lunge erfüllt eine lebenswichtige Aufgabe: Sie versorgt den Körper mit Sauerstoff. Jedes Organ, jedes Gewebe benötigt ihn. Ohne Sauerstoff sterben die meisten Zellen schon nach wenigen Minuten.

Atem holen

Die Anatomie der Lunge, Grafik: © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Die Lunge, Grafik: © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungsinstitut

Mit jedem Atemzug strömt etwa ein halber Liter Luft durch die Nase und die Luftröhre bis in die beiden Lungenflügel. Sie liegen links und rechts hinter dem Brustbein. Der rechte Lungenflügel besteht aus drei Lappen: Ober-, Mittel- und Unterlappen. Der linke Lungenflügel hat nur zwei Lappen und ist etwas kleiner, denn hier schlägt das Herz und braucht Platz.

In den Lungenflügeln befindet sich ein weit verzweigtes Röhrensystem, die Bronchien. Dort hinein strömt die Atemluft. Sie folgt den sich immer feiner verästelnden Bronchien, bis sie schließlich am Ende der winzigsten Röhrchen in die Lungenbläschen fließt.

In den Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff aus der Luft geht ins Blut über; Kohlendioxid wird ausgeatmet.

Selbstreinigung der Lunge

Die einströmende Luft wird von den Härchen und der Schleimhaut in Nase und Rachen gereinigt. Zusätzlich sorgt ein schützender Schleim in den Bronchien dafür, dass viele Partikel aus der Atemluft haften bleiben. So verhindert der Körper, dass sie die kleinsten Luftwege verstopfen oder zu einer Erkrankung führen. Die Flimmerhärchen der Bronchien transportieren die Partikel wieder hinaus.

Doch diese Abwehrmechanismen schaffen nicht alles: Die Lunge ist über die Atemluft in ständigem Kontakt mit der Umwelt und kommt deshalb auch direkt mit Schadstoffen in Berührung.

Grundlagen: Wie Krebs entsteht

Experten gehen davon aus, dass sich vor der Krebsentstehung die Erbinformation in einer Zelle verändert. Solche Veränderungen können dazu führen, dass eine Zelle nicht mehr altert und abstirbt, sondern sich ungehemmt vermehren kann. Damit beginnt die Verwandlung in eine Krebszelle. Auslöser können krebserregende Schadstoffe sein, wie etwa Zigarettenrauch. Krebs kann aber zum Beispiel auch durch zufällige Fehler bei der Zellteilung entstehen – ganz ohne erkennbare Risikofaktoren.

Gutartige Tumoren sind anders

Gutartige Tumoren teilen sich wie Krebsgewebe schneller als normale, gesunde Zellen. Auch solche „benignen" Geschwülste wuchern. Sie bleiben aber im Ursprungsgewebe und wenn sie größer werden, verdrängen sie umliegendes Gewebe und Organe.

Krebs hingegen wächst in umliegendes Gewebe und Organe hinein und zerstört sie. Außerdem können solche bösartigen oder „malignen" Tumoren Tochtergeschwülste in anderen Organen bilden, sogenannte Metastasen. Gutartige Tumoren tun dies nicht.

Krebs in der Lunge: Die verschiedenen Tumorarten

Röntgenbild der Lunge, Foto: ©nito - stock.adobe.com
In der Lunge können sich verschiedene Formen von Lungenkrebs bilden, Foto: © nito, Fotolia

In der Lunge kommen gutartige Tumore selten vor. Es gibt jedoch verschiedene bösartige Tumoren, die im Lungengewebe entstehen können. Am häufigsten sind Bronchialkarzinome, auch als Lungenkarzinome oder Lungenkrebs bezeichnet. Bronchialkarzinome gehören zu den soliden Tumoren – diese gehen von einem Organ oder Gewebe aus und wachsen zunächst nur an diesem Ort in einem Gewebeverband. Wenn die Erkrankung fortschreitet, können sich aus solchen soliden Tumoren Zellen ablösen und im Körper verbreiten.

Zwei große Tumorgruppen

Fachleute können Lungenkrebs unter dem Mikroskop anhand des Aussehens der Zellen und der Zellgröße unterscheiden. Sie teilen Lungenkrebs aufgrund dieser Eigenschaften in zwei Gruppen ein: den kleinzelligen und den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs. Inzwischen können Ärzte die Lungentumoren mit Labormethoden noch besser unterscheiden. In jeder dieser beiden Gruppen finden sich daher verschiedene Tumorarten.

Welchen Tumor ein Betroffener hat, stellen Ärzte während der Diagnose fest. Das hat auch entscheidenden Einfluss auf die Therapie.

Weitere Krebsarten in der Lunge

In der Lunge können außerdem sogenannte Weichteilsarkome entstehen. Sie gehören ebenfalls zu den soliden Tumoren, sind jedoch sehr viel seltener als Bronchialkarzinome.

Neben solchen soliden Tumoren gibt es sogenannte systemische Krebsarten, die sofort den ganzen Körper betreffen – und damit auch die Lunge. Dazu gehören Leukämien und Lymphome. Bei ihnen sind Zellen des Immunsystems erkrankt, die mit Blut und Lymphe im ganzen Körper zirkulieren.

Metastasen in der Lunge: Nicht mit Bronchialkarzinomen verwechseln

Manchmal finden Ärzte in der Lunge von Betroffenen bösartige Krebstumoren, die kein Lungenkrebs sind. Sie gehören auch zu keiner anderen Krebsform, die im Lungengewebe entsteht. Denn ihr Ursprungsort ist ein Tumor in einem anderen Organ. Von diesem haben sich einzelne Zellen abgelöst und sind über das Blut oder die Lymphe in die Lunge geschwemmt worden. Hier haben sie sich angesiedelt und neue Tumoren gebildet, sogenannte Lungenmetastasen.

Diese Tumoren haben in der Regel noch Eigenschaften ihres Ursprungsgewebes. Das können Ärzte mit einem Mikroskop und mit Labortests feststellen: Brustkrebsmetastasen in der Lunge haben zum Beispiel oft Eigenschaften von Brustgewebe. Sie werden deshalb anders behandelt als Lungenkrebs.

Andersherum kann auch Lungenkrebs Metastasen in anderen Organen bilden, wie zum Beispiel im Gehirn, den Knochen, der Leber oder den Nebennieren.

Statistik: Häufigkeit des Bronchialkarzinoms

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 53.900 Menschen an Lungenkrebs. Bei Männern ist er nach Prostatakrebs der zweithäufigste Krebs, mit rund 34.600 Erkrankten. Bei Frauen ist das Bronchialkarzinom nach Brustkrebs und Darmkrebs der dritthäufigste Krebs, mit rund 19.300 Erkrankten.

Frauen sind im Durchschnitt 69 Jahre und Männer 70 Jahre alt, wenn Ärzte bei ihnen die Krankheit feststellen.

Absolut betrachtet gibt es immer mehr Betroffene mit Lungenkrebs. Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen, in dem eine Krebserkrankung wahrscheinlicher wird.
Nimmt man den Faktor „Alter" heraus, dann ergibt sich ein anderes Bild: Die Zahl der erkrankenden Männer nimmt seit einigen Jahren leicht ab, die der Frauen hingegen nimmt zu. Experten gehen davon aus, dass das am veränderten Rauchverhalten liegt. Über die letzten Jahrzehnte gab es immer mehr Raucherinnen und immer weniger Raucher.

Todesursache Lungenkrebs?

Krebspatient im Gespräch mit seinem Arzt. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Bei Männern ist Lungenkrebs die häufigste Krebs-Todesursache © Tobias Schwerdt, Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bei Männern ist Lungenkrebs mit rund 29.600 Verstorbenen pro Jahr die häufigste Krebs-Todesursache. Bei Frauen ist es die zweithäufigste Krebs-Todesursache, etwa 15.600 Frauen sterben jedes Jahr am Bronchialkarzinom.

Grundsätzlich gilt: Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Da sich Lungenkrebs jedoch bei den meisten Betroffenen erst spät mit Symptomen bemerkbar macht, entdecken Ärzte ihn häufig erst im fortgeschrittenen Stadium. Dann ist die Prognose in der Regel schlecht.

Was man wissen muss: Das sind Daten aus der Krebsstatistik, die man nicht ohne Weiteres auf eine einzelne Patientin oder einen einzelnen Patienten anwenden kann.

Zu welcher Gruppe ein Betroffener gehört – ob zu der Gruppe, die nach der Diagnose relativ kurz überlebt oder zu den Menschen, die eine längere Überlebenszeit haben – kann niemand mit absoluter Sicherheit sagen.

Mehr Information: Ansprechpartner, Linktipps, Quellen

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