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Lungenkrebs

Lungenkrebs: Entstehung, Prognose, Häufigkeit

Letzte Aktualisierung: 05.12.2022
  • In der Lunge können verschiedene bösartige Tumoren entstehen. Am häufigsten sind Bronchialkarzinome, auch als Lungenkrebs bezeichnet. Fachleute unterscheiden 2 große Tumorgruppen: das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom und das kleinzellige Bronchialkarzinom.
  • Lungenkrebs ist nicht dasselbe wie Lungenmetastasen: Lungenkrebs entsteht in der Lunge selbst. Lungenmetastasen sind Streuherde einer anderen Krebsart. Für die Behandlung ist es wichtig zu wissen, ob man an Lungenkrebs oder an Lungenmetastasen erkrankt ist.
  • In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 57.000 Menschen an Lungenkrebs. Bei Männern ist Lungenkrebs nach Prostatakrebs der zweithäufigste Krebs. Bei Frauen ist er nach Brustkrebs und Darmkrebs der dritthäufigste Krebs.

Die Lunge erfüllt eine lebenswichtige Aufgabe: Sie versorgt den Körper mit Sauerstoff. Jedes Organ, jedes Gewebe benötigt ihn. Ohne Sauerstoff sterben die meisten Zellen schon nach wenigen Minuten.

Atem holen

Anatomie der Lunge mit Darstellung des linken und rechten Lungenflügels, des oberen Lungenlappens, des unteren Lungenlappens, der Bronchien, der Luftröhre und der Lymphknoten
Die Lunge © Krebsinformationsdienst, DKFZ; erstellt mit BioRender.com

Mit jedem Atemzug strömt etwa ein halber Liter Luft durch die Nase und die Luftröhre bis in die beiden Lungenflügel. Sie liegen links und rechts hinter dem Brustbein. Der rechte Lungenflügel besteht aus drei Lappen: Ober-, Mittel- und Unterlappen. Der linke Lungenflügel hat nur zwei Lappen und ist etwas kleiner, denn hier schlägt das Herz und braucht Platz.

In den Lungenflügeln befindet sich ein weit verzweigtes Röhrensystem, die Bronchien. Dort hinein strömt die Atemluft. Sie folgt den sich immer feiner verästelnden Bronchien, bis sie schließlich am Ende der winzigsten Röhrchen in die Lungenbläschen fließt.

In den Lungenbläschen findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff aus der Luft geht ins Blut über; Kohlendioxid wird ausgeatmet.

Selbstreinigung der Lunge

Die einströmende Luft wird von den Härchen und der Schleimhaut in Nase und Rachen gereinigt. Zusätzlich sorgt ein schützender Schleim in den Bronchien dafür, dass viele Partikel aus der Atemluft haften bleiben. So verhindert der Körper, dass sie die kleinsten Luftwege verstopfen oder zu einer Erkrankung führen. Die Flimmerhärchen der Bronchien transportieren die Partikel wieder hinaus.

Doch diese Abwehrmechanismen schaffen nicht alles: Die Lunge ist über die Atemluft in ständigem Kontakt mit der Umwelt und kommt deshalb auch direkt mit Schadstoffen in Berührung.

Ein Arzt betrachtet ein Röntgenbild der Lunge auf einem Tablet (mobiles Endegerät)
In der Lunge können sich verschiedene Formen von Lungenkrebs bilden, Foto: © nito, Fotolia

Im Lungengewebe können verschiedene bösartige Tumoren entstehen. Am häufigsten sind Bronchialkarzinome, auch als Lungenkarzinome oder Lungenkrebs bezeichnet.

Bronchialkarzinome gehören zu den sogenannten soliden Tumoren. Diese gehen von einem Organ oder Gewebe aus und wachsen zunächst nur an diesem Ort in einem Gewebeverband.

Wenn die Erkrankung fortschreitet, können sich aus solchen soliden Tumoren Zellen ablösen, im Körper verbreiten und Metastasen bilden.

 



Zwei große Tumorgruppen

Fachleute können Lungenkrebs unter dem Mikroskop anhand des Aussehens der Zellen und der Zellgröße unterscheiden. Sie teilen Lungenkrebs aufgrund dieser Eigenschaften in 2 Gruppen ein:

  • den kleinzelligen Lungenkrebs und
  • den nicht-kleinzelligen Lungenkrebs.

Inzwischen können Ärztinnen und Ärzte die Lungentumoren mit Labormethoden noch besser unterscheiden. In jeder dieser beiden Gruppen finden sich daher verschiedene Tumorarten.

Welchen Tumor ein Betroffener hat, stellen Ärzte während der Diagnose fest. Das hat auch entscheidenden Einfluss auf die Therapie.



Weitere Krebsarten in der Lunge

In der Lunge können außerdem sogenannte Weichteilsarkome entstehen. Sie gehören ebenfalls zu den soliden Tumoren, sind jedoch sehr viel seltener als Bronchialkarzinome.

Neben solchen soliden Tumoren gibt es sogenannte systemische Krebsarten, die sofort den ganzen Körper betreffen – und damit auch die Lunge. Dazu gehören Leukämien und Lymphome. Bei ihnen sind Zellen des Immunsystems erkrankt, die mit Blut und Lymphe im ganzen Körper zirkulieren.

Merke

Lungenkrebs entsteht in der Lunge selbst.

Lungenmetastasen sind Folgen einer anderen Krebsart.

Für die Behandlung ist es wichtig zu wissen, ob man an Lungenkrebs oder an Lungenmetastasen erkrankt ist.

Manchmal finden Ärzte in der Lunge von Betroffenen bösartige Krebstumoren, die kein Lungenkrebs sind. Sie gehören auch zu keiner anderen Krebsform, die im Lungengewebe entsteht. Denn ihr Ursprungsort ist ein Tumor in einem anderen Organ. Von diesem haben sich einzelne Zellen abgelöst und sind über das Blut oder die Lymphe in die Lunge geschwemmt worden. Hier haben sie sich angesiedelt und neue Tumoren gebildet, sogenannte Lungenmetastasen.

Diese Tumoren haben in der Regel noch Eigenschaften ihres Ursprungsgewebes. Das können Ärzte mit einem Mikroskop und mit Labortests feststellen: Brustkrebsmetastasen in der Lunge haben zum Beispiel oft Eigenschaften von Brustgewebe. Sie werden deshalb anders behandelt als Lungenkrebs.

Andersherum kann auch Lungenkrebs Metastasen in anderen Organen bilden, wie zum Beispiel im Gehirn, den Knochen, der Leber oder den Nebennieren.



Grundsätzlich gilt: Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Da sich Lungenkrebs jedoch bei den meisten Betroffenen erst spät mit Symptomen bemerkbar macht, entdecken Ärzte ihn häufig erst im fortgeschrittenen Stadium. Dann ist die Prognose in der Regel schlecht.

Zu welcher Gruppe eine Betroffene oder ein Betroffener gehört – ob zu der Gruppe, die nach der Diagnose relativ kurz überlebt oder zu den Menschen, die eine längere Überlebenszeit haben – kann niemand mit absoluter Sicherheit sagen.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 57.000 Menschen an Lungenkrebs. Bei Männern ist er nach Prostatakrebs der zweithäufigste Krebs, mit rund 35.000 Erkrankten. Bei Frauen ist das Bronchialkarzinom nach Brustkrebs und Darmkrebs der dritthäufigste Krebs, mit rund 22.000 Erkrankten.

Frauen sind im Mittel 69 Jahre und Männer 70 Jahre alt, wenn Ärzte bei ihnen die Krankheit feststellen.

Absolut betrachtet gibt es immer mehr Betroffene mit Lungenkrebs. Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Menschen ein höheres Alter erreichen, in dem eine Krebserkrankung wahrscheinlicher wird.
Nimmt man den Faktor „Alter" heraus, dann ergibt sich ein anderes Bild: Die Zahl der erkrankenden Männer nimmt seit einigen Jahren leicht ab, die der Frauen hingegen nimmt zu. Experten gehen davon aus, dass das am veränderten Rauchverhalten liegt. Über die letzten Jahrzehnte gab es immer mehr Raucherinnen und immer weniger Raucher.

Todesursache Lungenkrebs: Bei Männern ist Lungenkrebs mit rund 28.000 Verstorbenen pro Jahr die häufigste Krebs-Todesursache. Bei Frauen ist es die zweithäufigste Krebs-Todesursache, etwa 16.500 Frauen sterben jedes Jahr am Bronchialkarzinom.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen auf die S3-Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften zurückgegriffen. Weitere Quellen sind unter Lungenkrebs: Adressen, Broschüren, Fachliteratur aufgeführt.

Epidemiologie

Aktuelle statistische Daten bietet das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts (RKI). Eine Zusammenfassung bietet die Broschüre "Krebs in Deutschland" der epidemiologischen Krebsregister e. V. (GEKID) und des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD). Sie enthält auch ein Kapitel zu Lungenkrebs. Aufgerufen am 22.11.2022.

Fachbücher

WHO Classification of Tumours of the Lung, Pleura, Thymus and Heart. Travis WD, Brambilla E, Burke AP, Marx A, Nicholson AG. International Agency for Research on Cancer, 2015, Fourth Edition, ISBN-13 9789283224365

 

Weitere Themen

Erstellt: 05.12.2022

Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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