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Wolkenhimmel © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Neuropathie bei Krebspatienten - Wie Nervenschäden entstehen

Mechanismen, Risikofaktoren, Vorbeugung

Bei manchen Tumorpatienten treten geschädigte Nerven als Folge einer Behandlung mit Krebsmedikamenten auf. Auch eine Strahlentherapie oder der Tumor selbst können Nerven schädigen. Die Störung kann vorübergehend sein, bei einigen Betroffenen aber auch anhalten. Von der "neurotoxischen" Wirkung mancher Therapien sind oft Nerven betroffen, die für Tastempfinden, Temperaturwahrnehmung und Schmerzweiterleitung zuständig sind. Fachleute bezeichnen diese Schädigung als "Neuropathie". Diesen therapiebedingten Schädigungen vorzubeugen, ist bislang nur bedingt möglich.

Dieser Text richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte. Er bietet Antworten auf folgende Fragen: Was genau kann Nervenschäden bei Krebspatienten auslösen? Welche Nerven sind häufig betroffen? Was passiert dabei im Körper? Und womit befasst sich die Forschung zur Vorbeugung dieser Nervenschäden? Wichtig zu wissen: Informationen aus dem Internet ersetzen nicht das Gespräch mit dem behandelnden Arzt.

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Genutzte Quellen und Links

Eine Gesamtübersicht der bei der Erstellung genutzten Quellen und Hinweise auf weiterführende Fachinformationen zum Thema findet sich im Kapitel "Neuropathie bei Krebspatienten - Beschwerden lindern" unter dem Stichwort "Weitere Informationen: Linktipps, Fachinformationen, Quellen".

Ursachen: Wann kommt es bei Krebspatienten zu Nervenschädigungen?

Schwierigkeiten beim Öffnen einer Wasserflasche © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Chemotherapie-bedingte Nervenschäden bei Krebs: Schon das Öffnen einer Flasche kann schwerfallen. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Als mögliche und häufige Ursache von Nervenschädigungen kommt bei Krebspatienten vor allem die Krebsbehandlung infrage. Einige Medikamente, vor allem manche Chemotherapie-Mittel, schädigen Nerven. Bei Operationen und bei manchen Strahlentherapien lässt es sich oft nicht vermeiden, dass kleine Nerven verletzt werden. Dies kann zu Taubheit oder Berührungsempfindlichkeit der Haut um die Narbe herum führen. Aber auch der Tumor selbst kann Nerven zerstören, indem er sie umwächst oder auf sie drückt. Darüber hinaus können auch Vorerkrankungen wie etwa eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), andere Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangel etwa Vitamin B1-Mangel, Alkoholmissbrauch, Infektionen mit dem Herpes-Virus oder neurologische Erkrankungen vergleichbare Beschwerden hervorrufen.

Insbesondere bei Krebspatienten mit einer fortgeschrittenen Tumorerkrankung ist es für Ärzte oft schwierig, die tatsächliche Ursache neuropathischer Beschwerden auf Anhieb herauszufinden. Oftmals spielen bei Tumorpatienten auch mehrere Faktoren eine Rolle.

Wie machen sich Nervenschäden bemerkbar? Patienten nehmen oft ein Kribbeln oder Ameisenlaufen in Fußsohlen oder Fingerspitzen wahr. Bei manchen Betroffenen werden Füße und Hände taub und es fällt ihnen schwer, etwas zu greifen, zu schreiben oder sicher zu gehen. Seltener kann eine Neuropathie auch mit brennenden und stechenden Schmerzen einhergehen. Sind nicht die Nerven in Armen oder Beinen, sondern Hirnnerven betroffen, können Patienten unter Umständen auch schlechter hören oder sehen. Betroffene sind durch diese belastenden Symptome in ihrem Alltag und in ihrer Lebensqualität oft stark eingeschränkt.

Krebsmedikamente als Auslöser

Chemotherapie-Medikamente, die zur Gruppe der Platinverbindungen, zu den Taxanen oder Vincaalkaloiden gehören, schädigen rein statistisch häufig bis sehr häufig periphere Nervenbahnen von Krebspatienten. Wie viele Menschen sind betroffen? Konkrete Wahrscheinlichkeitsangaben zu machen, ist schwierig: In der Literatur sind die Zahlenangaben dazu oft uneinheitlich und nicht immer vergleichbar. Beispielsweise kann das Auftreten von Beschwerden vom Medikament an sich, aber auch von seiner Dosierung abhängen. Wer sich über sein individuelles Risiko informieren möchte, langfristig Nervenschäden zu bekommen, sollte mit seinem behandelnden Arzt sprechen.

Um welche Medikamente geht es konkret? Zu den platinhaltigen Chemotherapie-Medikamenten zählen Oxaliplatin, Cisplatin und Carboplatin. Oxaliplatin führt statistisch gesehen bei sehr vielen Patienten direkt nach der Arzneimittelgabe zu akuten Missempfindungen, insbesondere bei Kälte. Diese bilden sich aber überwiegend nach einigen Tagen wieder von alleine zurück. Von länger anhaltenden peripheren Neuropathien nach Oxaliplatin-Gabe sind allerdings weniger Patienten  betroffen. Erhalten Patienten Cisplatin, ist die Wahrscheinlichkeit einer Innenohrschädigung hoch. Patienten können Hörstörungen vor allem bei hohen Tönen bekommen, aber auch Ohrgeräusche oder Gleichgewichtsprobleme, weil auch der Gleichgewichtssinn im Innenohr betroffen ist. Selten kommt es zu vorübergehenden Sehstörungen. Anhaltende Augenschäden sind sehr selten. Die Wahrscheinlichkeit langfristig eingeschränkt zu sein, hängt auch von der Dosierung ab, daher sind konkrete Zahlenangaben schwierig. Messbare Beschwerden können bei knapp einem Drittel aller Patienten allerdings schon nach einmaliger Gabe von Cisplatin auftreten.

Ein Beispiel für ein neurotoxisches Mittel aus der Gruppe der Taxane ist der Wirkstoff Paclitaxel: Missempfindungen aller Schweregrade werden ebenfalls sehr häufig beobachtet.
Zu den Vincaalkaloiden zählen Vincristin, Vinblastin und Vinorelbin; Neuropathien aller Schweregrade treten bei diesen Medikamenten mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auf.
Auch noch bei weiteren Chemotherapie-Medikamenten besteht ein gewisses Risiko solcher Beeinträchtigungen. Es ist allerdings deutlich niedriger, und die Neuropathien sind weniger ausgeprägt.

Chemotherapeutika sind allerdings nicht die einzigen Auslöser von Neuropathien: Auch einige neuere Krebsmedikamente können Nervenfasern in ihrer Funktion beeinträchtigen. Dazu zählen beispielsweise Bortezomib, Thalidomid oder Lenalidomid.

Bestrahlung oder Operation als Auslöser

Eine Bestrahlung kann bei manchen Patienten Nervenbahnen schädigen, die im Bestrahlungsfeld liegen. Häufig kommt es dazu, wenn größere Nervengeflechte mit bestrahlt werden. Die Nerven selbst werden dadurch entweder unmittelbar geschädigt oder das bestrahlte Gewebe verhärtet sich auf Dauer. Ob es zu einer Nervenschädigung kommt und wie schwer diese nach einer Strahlentherapie ausfällt, ist von folgenden Faktoren abhängig:

  • Wie hoch ist die tägliche Dosis der Strahlentherapie, die man erhält?
  • Wie hoch ist die Gesamtstrahlendosis?
  • Erhält man gleichzeitig nervenschädigende Medikamente oder hat früher schon welche eingenommen?

Weiterführende Informationen finden sich im Text "Strahlentherapie und Nuklearmedizin: Häufige Fragen zur Behandlung und ihren Nebenwirkungen".

Bei einer Operation lassen sich Nervenverletzungen nicht immer vermeiden. Auch diese können bei einem Einzelnen zu Taubheit oder Missempfindungen in den von den betroffenen Nerven versorgten Bereichen des Körpers führen, insbesondere in der Haut rund um die Wunde. Eine Regeneration ist möglich und oft bessern sich die Beschwerden nach einiger Zeit.

Tumorals Auslöser einer Neuropathie

Drückt ein Tumor auf Nervenbahnen oder wächst er in diese hinein, werden sie dadurch ebenfalls in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört. Wer betroffen ist, empfindet dann oft brennende stechende Schmerzen, sogenannte neuropathische Schmerzen. Wie sich diese von anderen Schmerzen unterscheiden und was man dagegen tun kann, wird in den Texten "Schmerztherapie bei Krebspatienten" näher erläutert.

Lokalisation: Welche Nerven sind überwiegend betroffen?

Von der nervenschädigenden Wirkung der meisten neurotoxischen Therapien sind überwiegend längere periphere Nervenbahnen betroffen. Sie sind für Tastempfinden, Temperaturwahrnehmung und Schmerzweiterleitung zuständig. Unter Umständen werden auch Nerven geschädigt, die die Muskeln stimulieren.

Seltener kommt es nach der Gabe von Krebsmedikamenten zu Nebenwirkungen an sogenannten vegetativen Nerven. Dabei handelt es sich um Nerven, die der Mensch nicht durch seinen Willen beeinflussen kann: Sie steuern beispielsweise innere Organe wie etwa Darm, Blase und Herz-Kreislaufsystem. Folgen können beispielsweise anhaltende Verstopfung oder Blutdruckprobleme sein.

Nur vergleichsweise wenige Krebsmittel wirken sich bei einigen Patienten auf das Gehirn oder Rückenmark aus, das sogenannte zentrale Nervensystem. Beispiele dafür sind die Chemotherapie-Medikamente Cytarabin, Ifosfamid oder Methotrexat sowie Platin-Verbindungen. Wie macht sich das bemerkbar? Betroffene leiden dann unter Umständen an Kopfschmerzen, fühlen sich antrieblos und müde. Bei den meisten Patienten klingen diese Symptome schnell wieder ab. Ob und wenn ja, welche langfristigen Einschränkungen Patienten nach einer Chemotherapie zum Beispiel in der Merkfähigkeit erleben, ist zurzeit noch unklar und wird in Studien untersucht.

Biologie: Wie kommt es zur Schädigung peripherer Nerven?

Was ist es eigentlich genau, was die einzelnen Zytostatika so giftig macht? Das Wissen über Schädigungsmechanismen einzelner Chemotherapie-Wirkstoffe ist bislang unzureichend. Aber: Seit einigen Jahren forschen Wissenschaftler immer gezielter nach diesen Ursachen.

Was man heute weiß: Leidet jemand an einer Neuropathie, sind immer Nervenzellen bzw. Nervenzellfortsätze betroffen, die Reize empfangen oder weiterleiten. Fachleute vermuten verschiedene Mechanismen, je nach verwendetem Krebsmedikament: Manche Arzneimittel zerstören Nervenenden oder die isolierende Hülle um die Nervenzellfortsätze, oder sie verändern die Kanäle, durch die der Stoffaustausch zwischen Nervenzellen und Gewebe verläuft und die für die Reizweiterleitung wichtig sind. Andere beeinflussen die Funktion von Strukturen im Innern einer Nervenzelle. Dazu zählen beispielsweise Mikrotubuli, die Zell"gerüste", oder Mitochondrien, die "Kraftwerke" der Zelle. Wieder andere zerstören kleine Blutgefäße um die Nervenzellen herum, so dass diese nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind.

Schäden an den peripheren Nerven können aber auch indirekt entstehen und nicht nur durch den Einfluss von Krebsmedikamenten. Dies kommt vor allem dann vor, wenn das sie umgebende Gewebe insgesamt beeinträchtigt wird. Dies ist zum Beispiel bei strahlenbedingten Haut- und Gewebeverhärtungen der Fall, einer "Sklerosierung", oder etwa bei einer Chemotherapie-bedingten Verminderung der Blutversorgung. Aber auch wenn der Tumor wächst und dadurch von außen auf Nervengewebe drückt, kann Nervengewebe zerstört und geschädigt werden.

Risikofaktoren: Was beeinflusst das Ausmaß von Nervenschäden?

Ob Nerven geschädigt werden und wenn ja, wie schwer, können Ärzte im Vorfeld einer Krebsbehandlung nicht immer abschätzen. Folgende Fragen kann man als Patient zur Vorbereitung für ein Gespräch mit dem Arzt nutzen. Sie können helfen, mehr Klarheit über das eigene Risiko zu bekommen:

  • Welche Krebsmedikamente kommen für meine Behandlung infrage?
  • Können sie nervenschädigende Nebenwirkungen haben?
  • Lässt sich die Gefahr einer Neuropathie durch eine geringere Medikamentendosis oder die Wahl eines anderen Medikaments vermindern?
  • Kommt zusätzlich eine Bestrahlung hinzu?
  • Werden gleichzeitig weitere nervenschädigende Behandlungen eingesetzt?
  • Bestehen bei mir Begleiterkrankungen, die Schäden an Nervenbahnen hervorrufen oder bereits hervorgerufen haben, etwa eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)? Wie beeinflussen diese mein Risiko für eine Nervenschädigung durch die Krebsbehandlung?

Vorbeugung: Können Ärzte etwas gegen die Schädigung peripherer Nerven tun?

Kein nervenschädigendes Medikament einsetzen: Bei den meisten Krebsmedikamenten mit nervenschädigender Wirkung ist nach wie vor die sicherste Vorbeugung der Beschwerden der Wechsel auf ein weniger oder gar nicht nervenschädigendes Präparat. Dies ist allerdings nicht bei allen Krebspatienten möglich, ohne die Heilungschancen drastisch zu verringern.

Niedrige Dosierung: Bei ersten Anzeichen neuropathischer Symptome verringern Ärzte nach Möglichkeit die Chemotherapie-Dosis. Verschlimmern sich die belastenden neurologischen Symptome trotzdem, kann bei manchen Patienten auch ein Abbruch der Behandlung notwendig werden.

Vor allem bei einer Krebstherapie mit Aussicht auf Heilung sollten Patienten und Ärzte gemeinsam intensiv Nutzen und Risiken diskutieren. Folgende Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten, sie muss jeder einzelne Patient aufs Neue mit seinen Ärzten erörtern: Ist es sinnvoll, die Dosis eines Krebsmedikaments zu verringern und dadurch in Kauf zu nehmen, dass es weniger wirksam ist, dafür aber Nerven weniger geschädigt werden? Ist es möglich eine Therapiepause einzulegen oder auf ein nebenwirkungsärmeres Medikament zu wechseln, das für die Behandlung der vorliegenden Erkrankung weniger geeignet ist?

Nervenschützende Medikamente oder andere Verfahren

Wissenschaftler suchen seit Jahren nach Medikamenten, die Nervenschädigungen verhindern oder wenigstens lindern. Optimal wären nervenschützende Medikamente, die man vor der Gabe eines Chemotherapie-Medikaments verabreichen könnte. Einige aktuell untersuchte Ansätze stammen aus der Erforschung von Nervenschädigungen bei Patienten mit Diabetes mellitus, der Zuckerkrankheit. Momentan liegen aber kaum aussagekräftige Studien vor, die die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit sogenannter nervenschützender Mittel für die verschiedensten Krebsmedikamente ausreichend belegen. Auch Medikamente, die Patienten vor Chemotherapie-bedingten Hörstörungen schützen, existieren bislang noch nicht.

Mittel wie Calciumglukonat, Magnesiumsulfat, Vitamin E, Amifostin, Glutathion, Glutaminsäure, Glutamat und weitere Substanzen wurden und werden in Studien untersucht. Bislang empfehlen Fachleute aber keines dieser Präparate zur Vorbeugung von Nervenschädigungen. Viele vorliegende Daten sind unzureichend: Um Aussagen darüber zu treffen, ob sie im Zusammenhang mit bestimmten Krebsmedikamenten nervenschützend wirken oder nicht, sind noch weitere Studien mit einer größeren Anzahl an Studienteilnehmern notwendig. Es gilt: Solange nicht geklärt ist, ob und wie solche Mittel wirken, und ob sie auch keine unerwünschten Wirkungen haben, sollte man sie außerhalb von Studien nicht anwenden.

Kältehandschuhe und -socken

Geprüft wird in Studien außerdem, ob sich periphere Nervenschäden vermeiden lassen, wenn man während der Infusion von Zytostatika die Blutzufuhr in den besonders empfindlichen Händen drosselt – so sollen die Medikamente gar nicht erst an die Nerven gelangen. Dies lässt sich zum Beispiel durch Unterkühlung mittels besonderer "Eis"- oder Kühlhandschuhe und -socken erreichen.

Was Betroffene selbst tun können

Patienten können selbst nur wenig tun. Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel sollten Patienten beispielsweise während der Krebsbehandlung weglassen – ihr Nutzen ist nicht belegt. Wer auf eigene Faust aktiv werden möchte und nach alternativen und begleitenden Therapien sucht, sollte dies vorher mit seinem Arzt besprechen.

Auch praktische Tipps gibt es nur wenige: Um etwa den kurzfristigen kältebedingten Reaktionen durch Oxaliplatin vorzubeugen, raten Fachleute Betroffenen: schon bei milderen Temperaturen dicke Handschuhe, warme Socken und Schuhe anziehen und einen zu langen Aufenthalt in der Kälte vermeiden. Dadurch beugen sie kältebedingten Missempfindungen vor, die bei dieser Chemotherapie typisch sind. Die Wirksamkeit dieser und ähnlicher Maßnahmen ist aber nicht durch wissenschaftliche Studien belegt. Sie basieren vielmehr auf dem Erfahrungswissen von Fachleuten. Wer eine Chemotherapie erhält, die Nervenschädigungen nach sich ziehen kann, sollte im Vorfeld seine behandelnden Ärzte oder betreuenden Pflegefachkräfte fragen, ob es bestimmte Dinge zu beachten gilt.