Neben einer Tasse Tee liegen verschiedene Kapseln und Tabletten.

Krebsrisiko von Tees und Nahrungsergänzungsmitteln

"Natürlich" ist nicht immer harmlos

Aktualisiert am:

Von: Dr. Anke Ernst (Pharmazeutin)

  • Tees und Nahrungsergänzungsmittel mit Pflanzenextrakten fallen immer mal wieder in Bezug auf ein mögliches Krebsrisiko auf.
  • Die Überwachsungsbehörden bemängeln bei den betreffenden Produkten insbesondere einen zu hohen Gehalt an krebserregenden Inhalts- oder Zusatzstoffen. Dazu gehören Pyrrolizidinalkaloide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Schermetalle wie Blei und Arsen.
  • Auch hochdosierte Vitamine und Multivitamin-Präparate sehen Fachleute kritisch und raten davon ab. Denn ein Mangel an Vitaminen kommt in Deutschland nur selten vor, gleichzeitig bewirken Vitaminpräparate oft nichts. Manche erhöhen sogar das Krebsrisiko.

Kräutertees und pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel rücken beim Thema "Krebsrisiko" immer wieder in den Fokus von Experten und der Öffentlichkeit. Denn: "Natürlich" bedeutet nicht immer automatisch sicher. Selbst so vergleichsweise harmlose Mittel wie Tees, Salben mit Pflanzenextrakten oder manche Duftöle zur Aromatherapie können bei unkritischer Verwendung ein Risiko bergen.

In den folgenden Abschnitten haben wir häufige Fragen zu krebserregnden Inhaltsstoffen von Tees und Nahrungsergänzungsmitteln beantwortet, die immer wieder in die Schlagzeilen geraten sind: Dazu gehören Pyrrolizidinalkaloide, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Schermetalle wie Blei und Arsen.

Zum Weiterlesen

Der Text Vitamine und Spurenelemente: (K)ein Plus für die Gesundheit? Informiert, welche Empfehlungen zu Vitaminen und Mineralstoffen für Gesunde und Krebspatienten gelten.

Seinen Körper möglichst gut mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen möchte jeder. Viele Menschen greifen in dieser Absicht zu Vitaminpräparaten.

Aber immer mehr Experten sehen hochdosierte ACE-Vitamine und Multivitamin-Präparate kritisch und raten davon ab. Denn ein Mangel an Vitaminen kommt in Deutschland nur selten vor, gleichzeitig bewirken Vitaminpräparate oft nichts, wie sich in Studien zeigte. Manche erhöhen sogar das Krebsrisiko.

Wichtig zu wissen

Von Vitaminen, die über die ganz normale Ernährung aufgenommen werden, sind keine Krebsrisiken bekannt: Obst und Gemüse schaden nicht, sondern senken das Krebsrisiko.

Inzwischen weisen Studien beispielsweise darauf hin, dass das Lungenkrebs-Risiko durch bestimmte Vitamine steigen kann. Dies gilt beispielsweise für

  • Beta-Carotin oder Vitamin A. Vor allem Risikogruppen für Lungenkrebs (zum Beispiel Raucher oder Menschen, die mit Asbest arbeiten) sind davon betroffen: Für sie erhöhte sich in Studien durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Beta-Carotin beziehungsweise Vitamin A das Risiko für Lungenkrebs.
  • Vitamin B6 und B12. In einer Beobachtungsstudie hatten Männer, die Vitamin B6 und Vitamin B12 über einen längeren Zeitraum in hohen Dosen zu sich nahmen, ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Bei Frauen war das nicht beobachtet worden.

Noch nicht sicher belegt ist ein Zusammenhang zwischen Vitamin C und Lungenkrebs. Hier sind nach Meinung der Experten noch weitere Studien notwendig. Es gibt aber bereits Hinweise aus der Forschung, dass hochdosiertes Vitamin C aus Nahrungsergänzungsmitteln bei Frauen das Lungenkrebsrisiko erhöhen könnte. Als "hochdosiert" gelten Mengen von mehr als 500 mg am Tag.

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