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Port zur Chemotherapie: Wie pflegen, wann entfernen?

Häufige Fragen zu Portsystemen während der Krebsbehandlung

Ein Portkatheter oder kurz "Port" ist ein dauerhafter Zugang von außen in eine Vene. Er soll Krebspatientinnen und -patienten helfen, die häufig Medikamente direkt in die Blutbahn erhalten. Dies ist insbesondere bei der Chemotherapie der Fall.

Ohne Port müssten die Ärztinnen und Ärzte für jede Infusion wieder eine Vene anstechen. Das tut weh. Mit der Dauer der Behandlung steigt außerdem das Risiko für Entzündungen. Darüber hinaus könnten die Zytostatika aus Versehen statt in die Vene ins Gewebe laufen.

Ein Port soll diese Probleme verhindern. Er wird in einer kleinen Operation unter der Haut eingepflanzt. Der Port besteht aus einer kleinen Kammer mit einem Schlauch, der in eine herznahe Vene mündet. Über eine Spezialnadel erhält man Medikamente direkt in den Port. So muss nicht jedes Mal neu in eine Vene "gestochen" werden. Auch Blutentnahmen sind darüber möglich.

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Portkatheter: Was ist ein Port?

Port zur Chemotherapie © NINUN/shutterstock
Ein Portkatheter besteht aus einer kleinen Metall- oder Kunststoffkammer mit Membran und einem Kunststoffschlauch. © NINUN/shutterstock

Was ist ein Port? Um eine länger dauernde Behandlung, wie etwa eine Chemotherapie, zu erleichtern, wird vielen Patientinnen und Patienten ein sogenannter Portkatheter oder "Port" unter die Haut eingepflanzt: eine kleine, drei Zentimeter durchmessende Kammer aus Metall oder Kunststoff mit einer Membran und einem flexiblen Schlauch, der in eine herznahe Vene mündet, einem sogenannten Katheter.

Wo befindet sich der Port? Eingesetzt wird das Portsystem bei den meisten Betroffenen etwas unterhalb des Schlüsselbeins. Den kleinen Eingriff kann man in der Regel ambulant machen lassen. Dazu reicht eine örtliche Betäubung aus. Je nach Situation kommt eine leichte Schlafnarkose hinzu. Nach dem Einsetzen sieht man nur noch eine kleine Erhebung unter der Haut, die man mit den Fingern ertasten kann.

Ab wann kann der Port genutzt werden? Das System kann im Prinzip sofort genutzt werden. Meist warten die behandelnden Ärzte damit aber, bis der Port nach einigen Tagen eingeheilt ist. So vermeidet man, dass Zytostatika oder andere Medikamente die Wundheilung behindern.

Venen schonen: Welche Vorteile hat ein Port?

Patientin mit Port © KatarzynaBialasiewicz/thinkstock
Eine Patientin erhält eine Chemotherapie über einen Port © KatarzynaBialasiewicz/thinkstock

Erleichterung bei längerer Behandlung: Chemotherapie-Medikamente reizen die Blutgefäße im Bereich der Einstichstelle und führen leicht zu Venenentzündungen. Einen Port zu haben, hat daher Vorteile während der Chemotherapie: Der Katheter mündet in eine größere, herznahe Vene, wo sich die Medikamente im stärkeren Blutstrom rasch verteilen. Die Gefäßwände der Venen werden so geschont.

Auch das Risiko eines sogenannten "Paravasats" ist geringer: Anders als bei einem Zugang über eine Armvene kann man bei einem Port kaum daneben stechen. Die Gefahr, dass die Infusion versehentlich ins Gewebe läuft, ist geringer. Man bekommt nicht so leicht eine Venenentzündung, das gesunde Gewebe wird geschont.

Nicht nur für Chemotherapie-Medikamente: Nicht nur Zytostatika kann man über den Port erhalten, sondern auch andere Medikamente – zum Beispiel viele Schmerzmittel oder auch Blutprodukte. Bei Krebspatientinnen und -patienten mit schlecht zugänglichen Venen nehmen Ärzte manchmal auch über den Port Blut ab. Betroffene, die eine parenterale Ernährung benötigen, also eine künstliche Ernährung über Infusionen, können diese ebenfalls über den Port erhalten.

Da der Port vollständig unter der Haut liegt, können die meisten Betroffenen mit einem Port ohne Probleme baden, duschen oder sogar Sport treiben. Was sie dabei beachten müssen, sollten sie mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten besprechen.

Portpass: Zu Untersuchungen immer mitbringen

In vielen Kliniken erhalten Patientinnen oder Patienten nach dem Einsetzen eines Ports einen Portpass. In diesem findet man Hinweise zum eigenen Port-Modell. Wer einen Port-Pass besitzt, sollte diesen möglichst immer bei sich führen und auch zu den Kontrollterminen mitbringen. Wichtig sind die Informationen insbesondere bei einem Arztwechsel oder in Notfallsituationen.

Spülung: Wie pflegt man den Port in den Therapiepausen?

Wie bei anderen venösen Zugängen gilt auch für den Port: Bei der Nutzung sollte man bestimmte Hygiene-Regeln beachten. Vor einer Injektion oder Infusion muss die Haut über der Einstichstelle sorgfältig desinfiziert werden. Um funktionsfähig zu bleiben, benötigt ein Portsystem außerdem eine gewisse Pflege, auch in den Therapiepausen.

Wie oft muss ein Port gespült werden?

Nach Gebrauch spülen: Immer, wenn ein Port benutzt wurde, sollte er auch gespült werden – also immer, wenn man Medikamente über den Port erhält oder wenn Blut über ihn abgenommen wird. Darum kümmert sich das Pflegepersonal.

So wird verhindert, dass sich Blutgerinnsel im Kathetersystem bilden. Diese könnten nicht nur den Port verstopfen, sondern auch die angeschlossenen Venen. Symptome solcher Thrombosen sind schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen.

Und in den Therapiepausen? Sollte ein Port auch gespült werden, wenn er auf absehbare Zeit nicht benutzt werden wird? Hierzu liegen bisher keine einheitlichen Studienergebnisse vor. Bei der Frage, womit und wie oft ein Port gespült werden muss, richten sich Kliniken nach ihren bisherigen Erfahrungen und den Empfehlungen der Port-Hersteller.

Einige Experten halten die Spülung über das Ende der eigentlichen Behandlung hinaus nicht für notwendig. Manche Hersteller empfehlen eine Spülung alle vier bis sechs Wochen. Viele Patientinnen und Patienten werden aber nur alle drei Monate zum Spülen aufgefordert, in einigen Kliniken sogar seltener.

Da die Empfehlungen sich zudem für die einzelnen Port-Modelle unterscheiden, sollten Betroffene mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen, ob und wie oft sie einen Termin zum Spülen ausmachen müssen.

Spülung mit Heparin oder Kochsalzlösung?

Oft verwenden die Ärztinnen und Ärzte zur Spülung eine Heparinlösung. Heparin kommt natürlicherweise im Körper vor und ist an der Blutgerinnung beteiligt. Als Spüllösung verhindert Heparin die Bildung von Blutgerinnseln in den Venen oder im Kathetersystem eines Ports.

Heparin kann jedoch bei einigen wenigen Betroffenen zu schweren Nebenwirkungen führen, zum Beispiel zu einer heparininduzierten Thrombozytopenie (HIT). Bei dieser ist die Blutplättchenzahl vermindert. Nachfolgend kann es auch zur Verklumpung der Blutplättchen (Thrombozyten) und zu Blutgerinnseln oder Blutungen kommen.
Aufgrund dieser seltenen, aber schweren Nebenwirkung verzichten einige Kliniken inzwischen auf eine Spülung der Ports mit Heparin. Stattdessen spülen Ärztinnen und Ärzte die Ports ihrer Patienten mit einer Kochsalzlösung, deren Salzgehalt dem des Blutes ähnelt.

Es gibt bislang nur wenige Studien, die Vor- und Nachteile der beiden Methoden untersucht haben.

  • Derzeit vorliegende Untersuchungen zeigen keine wesentlichen Unterschiede zwischen einer Spülung mit Heparin oder einer Kochsalzlösung.

Liegedauer: Wie lange kann der Port im Körper bleiben?

Port unter der Haut © Elisa Manzati/shutterstock
Ein Portkatheter unter der Haut. © Elisa Manzati/shutterstock

"Lebensdauer" eines Ports: Ein Port hält etwa 1.500 bis 2.000 Nadelstiche mit dafür vorgesehenen Spezialnadeln aus. Sofern diese "Lebensdauer" des Ports nicht abgelaufen ist, kann er bei richtiger Pflege beliebig lange im Körper verbleiben – auch nach Abschluss der Therapie.

Wann muss der Port entfernt werden? Wichtig ist, dass der Port sich nicht entzündet: Bei Infektionen muss er herausgenommen werden, da sonst die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) besteht. Auch ein Verrutschen, ein Leck sowie eine dauerhafte Verstopfung des Katheters oder eine "Port-Thromobose" können Gründe sein, den Port vorzeitig zu entfernen.

Der Port muss nach Abschluss der Therapie nicht sofort raus: Viele Ärztinnen und Ärzte empfehlen Betroffenen, den Port nach Therapieende noch für zwei oder drei Jahre im Körper zu belassen. Während dieser Zeit ist das Rückfallrisiko bei vielen Krebserkrankungen am höchsten. Sollte man doch noch einmal eine Chemotherapie oder eine andere medikamentöse Behandlung benötigen, kann der alte Port gleich verwendet werden. So spart man sich die Eingriffe für das Herausnehmen und Legen eines neuen Ports.

Der liegende Venenzugang lässt sich außerdem zum Beispiel für eine Schmerztherapie nutzen, oder auch für eine sogenannte parenterale Ernährung mit Infusionslösungen.

Wenn man nach Abschluss der Therapie keinen Port mehr benötigt, kann man ihn auch wieder entfernen lassen. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte beraten zu möglichen Vor- und Nachteilen. Falls später doch noch einmal eine Chemotherapie notwendig wird, ist ein neuer Port möglich. Dieser lässt sich allerdings in der Regel nicht an derselben Stelle einpflanzen. Der Katheter wird bei den meisten Betroffenen in einer anderen herznahen Vene platziert, die ausreichend groß ist.

Um den Port zu entfernen, ist ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig: Er wird in der Regel ambulant durchgeführt. Meist erhält man dazu eine örtliche Betäubung. Bei manchen Betroffenen ist eine Allgemeinnarkose notwendig, insbesondere bei schmerzhaften Entzündungen oder bei umfangreicher Narbenbildung rund um den Port.

Wenn möglich, schneiden die Chirurgen im Bereich der bestehenden Operationsnarbe, um den Port herauszunehmen. So entsteht keine zweite Narbe. Wie auch beim Einpflanzen des Ports kann es sein, dass man nach dem Eingriff einige Zeit unter Wundschmerzen im Operationsgebiet leidet. Diese lassen sich mit Medikamenten jedoch gut behandeln.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise