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Chemotherapie © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Port zur Chemotherapie: Wie pflegen, wann entfernen?

Im Lauf ihrer Behandlung bekommen viele Krebspatienten Medikamente als Infusion in eine Vene. Notwendig ist das vor allem bei einer Chemotherapie - die meisten Zytostatika lassen sich nicht als Tablette schlucken. Das Legen immer neuer Venenzugänge tut jedoch weh, das Risiko für Entzündungen steigt mit der Dauer der Behandlung, auch gibt es ein gewisses Risiko, dass die Zytostatika aus Versehen nicht in die Vene, sondern in das umliegende Gewebe gelangen.
Deshalb wird Patienten oft ein sogenannter Port unter die Haut eingepflanzt: eine kleine Kammer mit einem Katheter, der in eine herznahe Vene mündet. Mit einer Spezialnadel können Ärzte über den Port Zytostatika geben, ohne jedes Mal neu nach einer geeigneten Vene suchen zu müssen. Ist der Port einmal eingeheilt, stört er Patienten meist auch nicht in ihrer Bewegungsfreiheit.
Doch was geschieht mit dem Port, wenn die Therapie beendet ist? Wie muss er gepflegt werden und wie lange kann er im Körper verbleiben?
In diesem Text beantwortet der Krebsinformationsdienst häufig gestellte Fragen zu Portsystemen, wie sie in der Krebstherapie verwendet werden. Eine persönliche ärztliche oder pflegerische Beratung lässt sich durch die Informationen jedoch nicht ersetzen.

Erstellt: 11.12.2012
Zuletzt überprüft: 11.12.2012

Genutzte Quellen

Genutzte Quellen sind nach Möglichkeit direkt im Text verlinkt; Fachquellen finden sich zudem am Ende des Textes. Linktipps zur Chemotherapie allgemein bietet zudem der Text "Mehr wissen über Chemotherapie".

Portsysteme: Erleichterung bei längerer Behandlung

Um eine länger dauernde Behandlung wie etwa eine Chemotherapie zu erleichtern, wird Patienten oft ein sogenannter Port unter die Haut eingepflanzt: eine kleine Kammer aus Metall oder Kunststoff mit einer Membran und einem Katheter, der in eine herznahe Vene mündet.
Eingesetzt wird dieses Portsystem meist etwas unterhalb des Schlüsselbeins. Für den kleinen Eingriff reicht eine örtliche Betäubung aus. Das System kann im Prinzip sofort genutzt werden. Meist warten die Ärzte damit aber, bis der Port nach einigen Tagen eingeheilt ist. So vermeidet man, dass Zytostatika oder andere Medikamente die Wundheilung behindern.

Welche Vorteile hat ein Port?

Chemotherapie-Medikamente reizen die Blutgefäße im Bereich der Einstichstelle und führen oft zu Venenentzündungen. Während der Chemotherapie bietet ein Port daher Vorteile: Der Katheter mündet in eine größere, herznahe Vene, wo sich die Medikamente im stärkeren Blutstrom rasch verteilen. Die Gefäßwände der Venen werden so geschont.
Auch die Gefahr, dass die Infusion versehentlich ins Gewebe läuft, als sogenanntes Paravasat, ist bei einem Port geringer als bei einem Zugang über eine Armvene: Man kann kaum "danebenstechen" und vermeidet so auch Entzündungen und Gewebezerstörungen.

Hinzu kommt: Nicht nur Zytostatika, auch andere Medikamente, zum Beispiel viele Schmerzmittel, können über den Port gegeben werden. Bei Patienten mit schlecht zugänglichen Venen nehmen Ärzte manchmal auch über den Port Blut ab. Betroffene, die eine parenterale Ernährung benötigen, also eine künstliche Ernährung über Infusionen, können diese ebenfalls über den Port erhalten.

Da der Port vollständig unter der Haut liegt, können Patienten - nach Absprache mit den behandelnden Ärzten - mit einem Port meist ohne Probleme baden, duschen oder sogar Sport treiben.

Spülung: Portpflege in den Therapiepausen

Das Einhalten allgemeiner Hygiene-Regeln ist bei der Nutzung des Ports genauso wichtig wie bei allen anderen Injektionen oder Infusionen. Um funktionsfähig zu bleiben, benötigt ein Portsystem außerdem eine gewisse Pflege, auch in den Therapiepausen.

Portpass

In vielen Kliniken ist es üblich, dass der Arzt, der den Port eingesetzt hat, Patienten einen Portpass ausstellt. Hier finden Patienten Hinweise zu ihrem Port-Modell. Patienten, die einen Port-Pass besitzen, sollten diesen möglichst immer bei sich führen und auch zu den Kontrollterminen mitbringen. Wichtig sind die Informationen insbesondere bei einem Arztwechsel oder in Notfallsituationen.

Wie oft muss ein Port gespült werden?

Nach jeder Medikamentengabe über den Port und immer, wenn über ihn Blut abgenommen wird, sollte er gespült werden. Damit wird verhindert, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) im Kathetersystem bilden. Sie könnten nicht nur den Port verstopfen, sondern auch die angeschlossenen Venen. Symptome solcher Thrombosen sind schmerzhafte Schwellungen und Entzündungen.

Sollte aber ein Port auch gespült werden, wenn er auf absehbare Zeit nicht benutzt werden wird? Hierzu liegen bisher keine einheitlichen Studienergebnisse vor. Bei der Frage, womit und wie oft ein Port gespült werden muss, richten sich Kliniken nach ihren bisherigen Erfahrungen und den Empfehlungen der Port-Hersteller.
Einige Experten halten die Spülung über das Ende der eigentlichen Behandlung hinaus nicht für notwendig. Manche Hersteller empfehlen eine Spülung alle vier bis sechs Wochen. Viele Patienten werden aber nur alle drei Monate zum Spülen aufgefordert, in einigen Kliniken sogar seltener.

Da die Empfehlungen sich zudem für die einzelnen Port-Modelle unterscheiden, sollten Patienten die Notwendigkeit regelmäßiger Spülungen und die Termine mit ihren Ärzten besprechen.

Spülung mit Heparin oder Kochsalzlösung?

Oft verwenden Ärzte zur Spülung eine Heparinlösung. Heparin kommt natürlicherweise im Körper vor und ist an der Blutgerinnung beteiligt. Als Spüllösung verhindert Heparin die Bildung von Blutgerinnseln in den Venen oder im Kathetersystem eines Ports.
Heparin kann jedoch bei einigen Patienten zu schweren Nebenwirkungen führen, zum Beispiel zu der heparininduzierten Thrombozytopenie (HIT), einer Abnahme der Blutplättchenzahl, bei der es auch zur Verklumpung der Blutplättchen (Thrombozyten) und nachfolgend zu Blutgerinnseln oder auch Blutungen kommen kann.
Aufgrund dieser seltenen, aber schweren Nebenwirkung verzichten einige Kliniken inzwischen auf eine Spülung der Ports mit Heparin. Stattdessen spülen Ärzte die Ports ihrer Patienten mit einer Kochsalzlösung, deren Salzgehalt dem des Blutes ähnelt.

Es gibt bislang nur wenige Studien, die Vor- und Nachteile der beiden Methoden untersucht haben.

  • Derzeit vorliegende Untersuchungen zeigen keine wesentlichen Unterschiede zwischen einer Spülung mit Heparin oder einer Kochsalzlösung.

Liegedauer: Wie lange kann der Port im Körper bleiben?

Ein Port hält etwa 1.500 bis 2.000 Nadelstiche mit dafür vorgesehenen Spezialnadeln aus. Sofern diese 'Lebensdauer' des Ports nicht abgelaufen ist, kann er bei richtiger Pflege beliebig lange im Körper verbleiben - auch nach Abschluss der Therapie.

Wichtig ist, dass der Port sich nicht entzündet: Bei Infektionen muss er herausgenommen werden, da sonst die Gefahr einer Blutvergiftung (Sepsis) besteht.
Auch ein Verrutschen, ein Leck sowie  eine dauerhafte Verstopfung des Katheters oder eine "Port-Thromobose" können Gründe sein, den Port vorzeitig zu entfernen.

Viele Ärzte empfehlen Patienten, den Port nach Therapieende noch für zwei oder drei Jahre im Körper zu belassen. Während dieser Zeit ist das Rückfallrisiko bei vielen Krebserkrankungen am höchsten. Sollten Patienten doch noch einmal eine Chemotherapie oder eine andere medikamentöse Behandlung benötigen, kann der alte Port gleich verwendet werden. Patienten sparen sich die Eingriffe für das Herausnehmen und Legen eines neuen Ports.
Der liegende Venenzugang lässt sich außerdem zum Beispiel auch für eine Schmerztherapie nutzen oder auch für eine sogenannte parenterale Ernährung mit Infusionslösungen.

Wie wird ein Port wieder entfernt?

Wenn Patienten nach Abschluss der Therapie keinen Port mehr benötigen, können sie ihn - nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten über alle Vor- und Nachteile - aber auch entfernen lassen. Falls  später doch noch einmal eine Chemotherapie notwendig wird, ist ein neuer Port möglich. Dieser lässt sich allerdings in der Regel nicht an derselben Stelle einpflanzen. Der Katheter wird meist in einer anderen herznahen Vene platziert, die ausreichend groß ist.

Um einen Port zu entfernen, ist erneut ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig. Er wird in der Regel ambulant durchgeführt. Meist erhalten Patienten dazu eine örtliche Betäubung. Manchmal ist eine Allgemeinnarkose notwendig, insbesondere bei schmerzhaften Entzündungen oder bei umfangreicher Narbenbildung rund um den Port.
Wenn möglich, schneiden die Chirurgen im Bereich der bestehenden Operationsnarbe, um den Port herauszunehmen. So entsteht keine zweite Narbe. Wie auch beim Einpflanzen des Ports können Patienten nach dem Eingriff einige Zeit unter Wundschmerzen im Operationsgebiet leiden. Diese lassen sich mit Medikamenten jedoch gut behandeln.