Unsere Antwort
Es ist nachvollziehbar, dass Sie sich über alle verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten informieren und sich fragen, ob eine Immuntherapie für Sie geeignet wäre.
Die Berichterstattung über die Immuntherapie vermittelt oft den Eindruck, dass sie besser als andere Therapien sei. Tatsächlich hat sie die Behandlung einiger Krebsarten deutlich verbessert. Dennoch ist die Immuntherapie keine Behandlung, die bei jeder Krebserkrankung oder jeder Person mit Krebs infrage kommt.
Bei Brustkrebs hängt ihr Nutzen von verschiedenen Voraussetzungen ab. Zum Beispiel davon
- welchen Brutkrebstyp Sie haben. Eine Immuntherapie kommt nur beim sogenannten triple-negativen Brustkrebs infrage. Bei anderen Typen von Brustkrebs empfehlen Fachleute andere Behandlungen.
- welche biologischen Eigenschaften Ihr Tumor hat. Krebszellen müssen die Angriffspunkte besitzen, an denen die Medikamente ansetzen. Das können Ärzte an einer Gewebeprobe untersuchen.
- welche vorherige Therapie Sie eventuell schon bekommen haben.
- ob und welche Begleiterkrankungen Sie haben. Manche Autoimmunerkrankungen können zum Beispiel gegen eine Immuntherapie sprechen.
Dass andere Patientinnen mit Brustkrebs eine Immuntherapie erhalten, bedeutet deshalb nicht zwangsläufig, dass dieselbe Behandlung auch für Sie geeignet wäre – oder dass Ihnen eine wirksame Therapie vorenthalten wird.
Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam
Wenn Sie unsicher sind, warum Ihnen keine Immuntherapie empfohlen wurde, können Sie Ihre behandelnde Ärztin oder Ihren behandelnden Arzt gezielt danach fragen.
Diese können Ihnen erläutern, welche Behandlungsmöglichkeiten für Sie infrage kommen und aus welchen Gründen sie eine Immuntherapie nicht empfehlen. So können Sie die Entscheidung besser nachvollziehen. Außerdem können Sie gemeinsam besprechen, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Möglichkeiten für Ihre persönliche Situation haben.
Nebenwirkungen der Chemotherapie sind behandelbar
Sie haben außerdem beschrieben, dass Sie Angst vor den Nebenwirkungen der Chemo haben. Diese Nebenwirkungen gibt es – allerdings gibt es heutzutage auch zahlreiche unterstützende Maßnahmen. Mit diesen ist es häufig möglich, Nebenwirkungen gut zu lindern oder ihnen sogar vorzubeugen.
Zudem sind nicht alle Chemotherapien gleich: Art und Ausmaß der Nebenwirkungen hängen von den eingesetzten Medikamenten und von Ihrer individuellen Situation ab.
Wichtig zu wissen
Auch Immuntherapien haben Nebenwirkungen. Das sind in der Regel andere als bei einer Chemotherapie, sie können aber ebenfalls belastend sein.
Im Folgenden haben wir Hintergrundinformationen zu unserer Antwort für Sie zusammengestellt.
Hintergrund: Die Zukunft der Immuntherapie
Immuntherapien sind bisher nicht bei allen Krebserkrankungen zugelassen – und innerhalb einer Krebsart nicht in allen Erkrankungssituationen.
Warum ist das so? Nicht alle Tumorarten sprechen gleich gut auf Immuntherapien an. Bei manchen Krebserkrankungen sind klassische Therapien wie Chemotherapie, Bestrahlung oder Operationen deshalb nach wie vor die Standardbehandlung.
Es gibt auch Krebsarten und Erkrankungssituationen, bei denen die Wirkung der Immuntherapie noch nicht gut genug untersucht worden ist. Deshalb ist nicht klar: Wirkt sie besser oder weniger gut als die bisher üblichen Therapien? Es gibt also keinen gesicherten Vorteil gegenüber den bisher empfohlenen Behandlungen.
In Zukunft häufiger eine Option? Im Moment wird im Bereich der Immuntherapie sehr aktiv geforscht. Deshalb werden die Arzneimittelbehörden in naher Zukunft wahrscheinlich weitere neue Medikamente zulassen oder bereits bestehende Zulassungen um neue Anwendungsgebiete erweitern. Dann kommt eine Immuntherapie vermutlich für weitere Krebsarten und in weiteren Erkrankungssituationen infrage.
Zum Weiterlesen
Welche Therapien bei metastasiertem Brustkrebs infrage kommen, lesen Sie unter Brustkrebs: Therapie bei Metastasen.
Mehr Informationen zur Immuntherapie finden Sie unter Immuntherapie gegen Krebs.
*Hinweis: Solche Fragen erreichen den Krebsinformationsdienst regelmäßig. Die verwendete Frage ist keine Original-Anfrage, sondern ein redaktionell bearbeitetes Beispiel.

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