Die HPV-Impfung schützt vor Gebärmutterhalskrebs

Lang erwartete wissenschaftlichte Bestätigung nun veröffentlicht

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Seit 2007 ist die Impfung gegen Humane-Papillomviren (HPV) in Deutschland zugelassen. Da sich Gebärmutterhalskrebs über viele Jahre entwickelt, waren lange Beobachtungszeiträume notwendig, um einen direkten Schutzeffekt der Impfung gegen Krebs nachzuweisen. Zwei aktuelle systematische Übersichtsarbeiten sowie eine kürzlich veröffentlichte bevölkerungsbasierte Studie liefern nun diese lang erwartete Bestätigung: Die HPV-Impfung ist sicher und kann das Risiko von Gebärmutterhalskrebs deutlich senken – insbesondere bei Frauen, die im Jugendalter geimpft wurden. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ordnet ein.

Bei den Übersichtsarbeiten handelt es sich um sogenannte Cochrane-Reviews: Für die Erstellung haben Fachleute weltweit zahlreiche Studien zur HPV-Impfung systematisch auf ihre Qualität geprüft und die Ergebnisse zusammengefasst. Cochrane-Reviews gelten international als “Goldstandard der evidenzbasierten Medizin“, da sie nach strengen, transparenten Methoden erstellt werden und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen sind. Bereits seit längerem ist bekannt, dass die HPV-Impfung Krebsvorstufen verhindert. Ob sich dieser Effekte auch direkt in einer Verringerung von Krebserkrankungen widerspiegelt, wurde lange mit Spannung erwartet – und kann nun nach Beobachtungszeiträumen von fast 10 Jahren als wissenschaftlich belegt gelten.

Jemand erhält eine Impfung in den Oberarm.
In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.
Bild: © Hyttalo Souza, Unsplash

Schutz vor Gebärmutterhalskrebs

Die HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs messbar und nachhaltig.

Das wichtigstes Ergebnis einer der Übersichtsarbeiten ist, dass die HPV-Impfung das Risiko, an Gebärmutterhals zu erkranken, deutlich senkt. Daten aus Schweden, Schottland und Indien zeigen: Mädchen, die vor dem 16. Geburtstag geimpft wurden, hatten im Zeitraum von 10 bis 14 Jahren nach der Impfung ein deutlich geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs als ungeimpfte Frauen.

“Damit liegen die bislang umfassendsten und aktuellsten wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der HPV-Impfung vor”

Dr. med. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)

Zusätzliche Unterstützung erhalten diese Ergebnisse durch eine kürzlich in der Fachzeitschrift “The Lancet Public Health” veröffentlichte bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden. Sie zeigt, dass in Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfung auch bei ungeimpften Frauen hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals deutlich seltener auftreten. Dieses sogenannte Herdenschutz-Phänomen spricht dafür, dass die Impfung nicht nur individuell wirkt, sondern auch die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung insgesamt verringert und somit zur Krebsprävention auf Bevölkerungsebene beiträgt. 

Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ erklärt: “Besonders wenn Mädchen früh geimpft werden, idealweise vor dem ersten sexuellen Kontakt, bietet die Impfung einen sehr starken Schutz, der die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt. In einigen Einzelstudien wurden in der Gruppe der Geimpften sogar gar keine Krebsfälle beobachtet. Der starke vorbeugende Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs zeigt, welches Potenzial HPV-Impfprogramme für die Krebsprävention insgesamt haben.”

Gutes Sicherheitsprofil der HPV-Impfstoffe

Die HPV-Impfstoffe weisen ein gutes Sicherheitsprofil auf.

Die zweite Übersichtsarbeit, die auf 60 randomisiert kontrollierten Studien mit insgesamt 157.414 Teilnehmenden basiert, untersuchte die Sicherheit der Impfstoffe. 

Die Daten belegten die Wirksamkeit der Impfung: 

  • Alle 4 zugelassenen HPV-Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer anhaltenden Infektion mit den jeweils abgedeckten HPV-Typen.
  • Zudem verringern sie innerhalb eines Nachbeobachtungszeitraums von bis zu 7 Jahren die Häufigkeit der Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen. 

Die Daten belegten auch im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen die Sicherheit der Impfung: Meist treten nur kurzfristig anhaltende und leichte Nebenwirkungen auf, wie etwa Schmerzen, Schwellungen oder Rötung an der Einstichstelle. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als nach einer Scheinimpfung – also nach der Injektion eines Placebos.

Hintergrund: HPV-Infektionen sind häufig – Krebs ist selten

Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Rund 40 der über 200 HPV-Typen werden hauptsächlich sexuell übertragen und befallen vor allem Schleimhaut und Haut des Genital- und Analbereichs. Je nach Virustyp kann eine Infektion Gewebeveränderungen verursachen, aus denen sich in seltenen Fällen Krebs entwickeln kann.

Fakten zur HPV Impfung

  • 2006 wurde der erste HPV-Impfstoff zugelassen, der vor den wichtigsten Virustypen schützt.
  • In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.
  • Bis zum 18. Geburtstag kann sie auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen nachgeholt werden.

Zum Weiterlesen

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) vom 09.02.2026.

Unserer Informationen zur HPV-Impfung und Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs:

HPV: Impfung gegen Humane Papillomviren

Humane Papillomviren (HPV) als Krebs-Auslöser

Gebärmutterhalskrebs: Risikofaktoren und Vorbeugung

Informationsblatt “Humane Papillomviren: Ein Risiko für die Gesundheit?” (PDF)

Informationsblatt "HPV-Impfung: Schutz vor humanen Papillomviren" (PDF)

Veröffentlichungen:

Bergman, H., Henschke, N., Arevalo-Rodriguez, I., Buckley, B. S., Crosbie, E. J., Davies, J. C., Dwan, K., Golder, S. P., Loke, Y. K., Probyn, K., Petkovic, J., Villanueva, G., & Morrison, J. (2025). Human papillomavirus (HPV) vaccination for the prevention of cervical cancer and other HPV-related diseases: a network meta-analysis. The Cochrane database of systematic reviews, 11(11), CD015364. https://doi.org/10.1002/14651858.CD015364.pub2

Henschke, N., Bergman, H., Buckley, B. S., Crosbie, E. J., Dwan, K., Golder, S. P., Kyrgiou, M., Loke, Y. K., McIntosh, H. M., Probyn, K., Villanueva, G., & Morrison, J. (2025). Effects of human papillomavirus (HPV) vaccination programmes on community rates of HPV-related disease and harms from vaccination. The Cochrane database of systematic reviews, 11(11), CD015363. https://doi.org/10.1002/14651858.CD015363.pub2

Meglic, E., Ploner, A., Clements, M., Elfström, M., & Lei, J. (2026). Herd effect of human papillomavirus vaccination on incidence of high-grade cervical lesions: a population-based cohort study in Sweden. The Lancet. Public health, 11(1), e35–e43. https://doi.org/10.1016/S2468-2667(25)00297-X 

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