Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
Die HPV-Impfung senkt das Risiko für Gebärmutterhalskrebs messbar und nachhaltig.
Das wichtigstes Ergebnis einer der Übersichtsarbeiten ist, dass die HPV-Impfung das Risiko, an Gebärmutterhals zu erkranken, deutlich senkt. Daten aus Schweden, Schottland und Indien zeigen: Mädchen, die vor dem 16. Geburtstag geimpft wurden, hatten im Zeitraum von 10 bis 14 Jahren nach der Impfung ein deutlich geringeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs als ungeimpfte Frauen.

“Damit liegen die bislang umfassendsten und aktuellsten wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der HPV-Impfung vor”
Zusätzliche Unterstützung erhalten diese Ergebnisse durch eine kürzlich in der Fachzeitschrift “The Lancet Public Health” veröffentlichte bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden. Sie zeigt, dass in Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfung auch bei ungeimpften Frauen hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals deutlich seltener auftreten. Dieses sogenannte Herdenschutz-Phänomen spricht dafür, dass die Impfung nicht nur individuell wirkt, sondern auch die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung insgesamt verringert und somit zur Krebsprävention auf Bevölkerungsebene beiträgt.
Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ erklärt: “Besonders wenn Mädchen früh geimpft werden, idealweise vor dem ersten sexuellen Kontakt, bietet die Impfung einen sehr starken Schutz, der die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt. In einigen Einzelstudien wurden in der Gruppe der Geimpften sogar gar keine Krebsfälle beobachtet. Der starke vorbeugende Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs zeigt, welches Potenzial HPV-Impfprogramme für die Krebsprävention insgesamt haben.”
Gutes Sicherheitsprofil der HPV-Impfstoffe
Die HPV-Impfstoffe weisen ein gutes Sicherheitsprofil auf.
Die zweite Übersichtsarbeit, die auf 60 randomisiert kontrollierten Studien mit insgesamt 157.414 Teilnehmenden basiert, untersuchte die Sicherheit der Impfstoffe.
Die Daten belegten die Wirksamkeit der Impfung:
- Alle 4 zugelassenen HPV-Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer anhaltenden Infektion mit den jeweils abgedeckten HPV-Typen.
- Zudem verringern sie innerhalb eines Nachbeobachtungszeitraums von bis zu 7 Jahren die Häufigkeit der Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen.
Die Daten belegten auch im Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen die Sicherheit der Impfung: Meist treten nur kurzfristig anhaltende und leichte Nebenwirkungen auf, wie etwa Schmerzen, Schwellungen oder Rötung an der Einstichstelle. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als nach einer Scheinimpfung – also nach der Injektion eines Placebos.
Hintergrund: HPV-Infektionen sind häufig – Krebs ist selten
Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Rund 40 der über 200 HPV-Typen werden hauptsächlich sexuell übertragen und befallen vor allem Schleimhaut und Haut des Genital- und Analbereichs. Je nach Virustyp kann eine Infektion Gewebeveränderungen verursachen, aus denen sich in seltenen Fällen Krebs entwickeln kann.
Fakten zur HPV Impfung
- 2006 wurde der erste HPV-Impfstoff zugelassen, der vor den wichtigsten Virustypen schützt.
- In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren.
- Bis zum 18. Geburtstag kann sie auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen nachgeholt werden.
Zum Weiterlesen
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) vom 09.02.2026.
Unserer Informationen zur HPV-Impfung und Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs:
HPV: Impfung gegen Humane Papillomviren
Humane Papillomviren (HPV) als Krebs-Auslöser
Gebärmutterhalskrebs: Risikofaktoren und Vorbeugung
Informationsblatt “Humane Papillomviren: Ein Risiko für die Gesundheit?” (PDF)
Informationsblatt "HPV-Impfung: Schutz vor humanen Papillomviren" (PDF)
Veröffentlichungen:
Bergman, H., Henschke, N., Arevalo-Rodriguez, I., Buckley, B. S., Crosbie, E. J., Davies, J. C., Dwan, K., Golder, S. P., Loke, Y. K., Probyn, K., Petkovic, J., Villanueva, G., & Morrison, J. (2025). Human papillomavirus (HPV) vaccination for the prevention of cervical cancer and other HPV-related diseases: a network meta-analysis. The Cochrane database of systematic reviews, 11(11), CD015364. https://doi.org/10.1002/14651858.CD015364.pub2
Henschke, N., Bergman, H., Buckley, B. S., Crosbie, E. J., Dwan, K., Golder, S. P., Kyrgiou, M., Loke, Y. K., McIntosh, H. M., Probyn, K., Villanueva, G., & Morrison, J. (2025). Effects of human papillomavirus (HPV) vaccination programmes on community rates of HPV-related disease and harms from vaccination. The Cochrane database of systematic reviews, 11(11), CD015363. https://doi.org/10.1002/14651858.CD015363.pub2
Meglic, E., Ploner, A., Clements, M., Elfström, M., & Lei, J. (2026). Herd effect of human papillomavirus vaccination on incidence of high-grade cervical lesions: a population-based cohort study in Sweden. The Lancet. Public health, 11(1), e35–e43. https://doi.org/10.1016/S2468-2667(25)00297-X
