© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Blasenkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Krebs der Blase: Häufigkeit, Risikofaktoren, Symptome

Was ist ein Harnblasenkarzinom? Kann man ihm vorbeugen?

Wie häufig tritt Blasenkrebs auf und warum? Welche Symptome verursacht er? Dieser Text des Krebsinformationsdienstes gibt Antworten auf Fragen zu Risikofaktoren, Möglichkeiten der Vorbeugung und Früherkennung sowie zu typischen Warnsignalen.
Er richtet sich an Patientinnen und Patienten, Angehörige und alle Interessierten, die sich über diese Tumorart informieren möchten. Dabei gilt: Informationen aus dem Internet können das Gespräch mit einem Arzt nicht ersetzen. Wer sich über Risikofaktoren Gedanken macht oder Beschwerden hat, sollte sich daher möglichst beim Hausarzt oder Facharzt beraten lassen.

Erstellt:
Zuletzt überprüft:

Quellen und Links

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen zurückgegriffen auf eine S3-Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften. Ebenfalls genutzt wurden aktuelle deutsche und internationale Fachartikel. Die bei der Erstellung genutzten Quellen sind am Textende aufgeführt. Weitere Quellen finden sich im Text "Mehr wissen: Links, Adressen, Fachinformationen".

Tumorbiologie: Was ist ein Harnblasenkarzinom?

Blasenkrebs, ein sogenanntes Harnblasenkarzinom, ist ein bösartiger Tumor in der Harnblase. Er entsteht meist in der Schleimhautschicht der Blase, der inneren Auskleidung des Organs. Breitet sich der Tumor weiter aus, können auch tiefere Schichten der Blasenwand oder andere Harnorgane befallen sein, etwa Nierenbecken, Harnleiter und der Teil der Harnröhre, der direkt an die Harnblase anschließt. Es kann jedoch auch passieren, dass Tumoren aus anderen Organen auf die Blase übergreifen. Möglich ist das beispielsweise bei Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs oder bei Frauen mit fortgeschrittenem Krebs des Gebärmutterkörpers oder des Gebärmutterhalses. Tumoren, die von der Niere ausgehen, betreffen in fortgeschrittenen Stadien unter Umständen ebenfalls die Harnblase und die Harnleiter.

  • Dann handelt es sich allerdings nicht um Blasenkrebs im eigentlichen Sinn, sondern um Metastasen der Ausgangstumoren. Wie diese behandelt werden, wird nicht hier, sondern in den Texten zu den genannten Tumorarten geschildert.

Blasenkrebs im engeren Sinn geht meist von der Schleimhaut der ableitenden Harnwege aus. Diese Schleimhaut bezeichnen Fachleute als "Urothel" oder Übergangsepithel. Die meisten Patienten mit einem Blasentumor haben dementsprechend ein Urothelkarzinom. Bei mehr als 90 von 100 Patienten wachsen Urothelkarzinome direkt in der Blase. Seltener entstehen sie in den oberen Harnwegen, also den Harnleitern oder den Nierenbecken, wo die gleiche Schleimhaut vorkommt. Harnblasentumoren können sowohl flach als auch warzenförmig, in der Fachsprache als "papillär" bezeichnet, wachsen.

Wesentlich seltener sind Tumoren, die von anderen Geweben in der Blase ausgehen. Dazu gehören sogenannte Plattenepithelkarzinome oder die aus den Deckschichten des Drüsengewebes hervorgehenden "Adenokarzinome". Außerdem gibt es Mischformen, in denen sich Anteile von Tumorzellen aus verschiedenen Ausgangsgeweben finden.

Bei sieben von zehn Patienten ist der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose noch auf die Blasenschleimhaut begrenzt und nicht in die Muskelschicht der Blase eingedrungen.
Bei drei von zehn Patienten ist der Tumor bei der Entdeckung weiter fortgeschritten und bereits in die Muskelschicht eingewachsen. Fachleute sprechen dann von einem "muskelinvasiven" Tumor.

Neben bösartigen Tumoren kommen in den Harnwegen auch gutartige Veränderungen vor, etwa sogenannte Papillome. Sie gelten selbst nicht als Krebsvorstufe. Es gibt allerdings Unterformen, die ein hohes Risiko haben, immer wieder nachzuwachsen.

Häufigkeit: Wie viele Menschen in Deutschland sind betroffen?

An einem invasiven Harnblasentumor, der bereits ins tiefer liegende Gewebe vorgedrungen war, erkrankten im Jahr 2012 etwa 15.400 Menschen in Deutschland. Diese Zahlen legen die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (www.gekid.de) und das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut (www.krebsdaten.de) in ihrer gemeinsamen Broschüre "Krebs in Deutschland 2011/2012" vor.
Hinzu kamen mehr als 13.500 weitere Patienten mit sogenannten in-situ-Tumoren und weiteren bösartigen Veränderungen der Blasenschleimhaut, die das darunter liegende Gewebe (noch) nicht beeinträchtigt hatten.

Männer tragen ein größeres Risiko als Frauen, an Blasenkrebs zu erkranken. Seit einigen Jahren sinkt die Erkrankungsrate bei Männern aber: Experten führen den Rückgang darauf zurück, dass Männer inzwischen weniger rauchen als früher – Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren. Möglicherweise sind sie zudem beruflich seltener krebsauslösenden Stoffen ausgesetzt als noch vor einigen Jahrzehnten.

Bei Frauen stieg die Rate über mehrere Jahre an, blieb aber zuletzt konstant. Experten machen auch dafür das Rauchverhalten von Frauen verantwortlich. Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten beim Zigarettenkonsum im Vergleich zu den Männern aufgeholt und damit ihr Blasenkrebsrisiko gesteigert.
Die Wahrscheinlichkeit, Blasenkrebs zu bekommen, steigt außerdem mit dem Alter.

Anatomie: Wie ist die Blase aufgebaut? Wie funktioniert sie?

Die Grafik zeigt den Aufbau des weiblichen und männlichen Urogenitaltrakts von der Niere über die Blase bis zur Harnröhre © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Urogenitaltrakt bei der Frau (links) und beim Mann (rechts) © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (zum Vergrößern auf die Lupe klicken)

Die Harnblase ist ein Hohlorgan, in dem sich der Urin sammelt. Bei Erwachsenen kann sie bis zu einem Liter Flüssigkeit aufnehmen. Der Drang, die Blase zu entleeren, setzt jedoch deutlich früher ein. Ab einer Füllmenge von etwa 150 bis 300 Millilitern verspürt man bereits das Bedürfnis, auf die Toilette zu müssen.
Der Sitz der Blase befindet sich im sogenannten kleinen Becken. Bei Männern sind unmittelbar benachbarte Organe die Vorsteherdrüse (Prostata), die Samenblasen und die Samenleiter. Bei Frauen ist die Harnblase mit der vorderen Scheidenwand und teilweise mit der Gebärmutter fest verbunden.

Die Harnleiter, die sogenannten Ureter, befördern den in der Niere gebildeten Urin vom Nierenbecken in die Harnblase. Die Harnröhre, Urethra genannt, stellt den untersten Abschnitt der Harnwege dar. Durch sie entleert sich der Urin aus der Blase nach außen. Bei Männern ist die Harnröhre etwa 20 bis 25 Zentimeter lang und mündet an der Eichel des Gliedes; bei Frauen mündet sie im Scheidenvorhof und ist nur etwa drei bis vier Zentimeter lang.

Ausgekleidet ist die Harnblase mit widerstandsfähigen Schleimhautzellen. Diese Zellen erneuern sich häufiger als andere Zellen im Körper. Die Blase ist durch dieses "Urothel" gegen Bakterien und andere Krankheitserreger normalerweise gut geschützt. Die Schleimhautschicht bietet auch Schutz vor reizenden, allergisierenden, giftigen oder krebserzeugenden Substanzen.

Sehr starke und/oder lang anhaltende Reize, Giftstoffe oder andere schädliche Einflüsse können die Schleimhautbarriere jedoch zerstören. Dann kann es zu einer chronisch-entzündlichen Schädigung der Blasenschleimhaut kommen. Diese chronische Veränderung der Schleimhautzellen kann ein erstes Anzeichen dafür sein, dass auch das Krebsrisiko größer wird.

Risikofaktoren: Was begünstigt die Entstehung von Karzinomen?

Zahlreiche Giftstoffe und auch krebserzeugende Substanzen gelten als mögliche Risikofaktoren für Blasenkrebs, weil sie über die Harnwege aus dem Körper ausgeschieden werden. Kann man vorbeugen? Und wenn ja, wie?

Tabak: Rein von der Anzahl der betroffenen Menschen her ist das Rauchen der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Blasenkrebs. Sowohl aktive Raucher als auch passiv Mitrauchende sind gefährdet: Tabakrauch enthält Chemikalien aus der Gruppe der sogenannten aromatischen Amine. Diese Stoffe sind "kanzerogen", das bedeutet "Krebs auslösend". Die Amine werden über die Nieren ausgeschieden und gelangen so auch in die Blase. Je mehr Zigaretten am Tag ein Mensch raucht und je länger er aktiver Raucher ist, desto höher ist das Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken.

  • Fachleute machen Tabakkonsum für etwa die Hälfte aller Blasenkrebserkrankungen verantwortlich.

Berufliche Risiken: Aromatische Amine kommen nicht nur in Tabakrauch vor. Auch bei einigen beruflichen Tätigkeiten kann man ohne Schutzmaßnahmen in Kontakt mit krebsfördernden Stoffen kommen. Heute werden die als gefährlich geltenden Substanzen am Arbeitsplatz aber entweder gar nicht mehr eingesetzt oder nur, wenn entsprechende Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind. Was viele Menschen nicht wissen: Vom Zeitpunkt, zu dem ein Betroffener Kontakt zu einem krebserregenden Stoff hatte, bis hin zur Krebsentstehung können bis zu vierzig Jahre vergehen. Daher erkranken trotz heutiger Schutzmaßnahmen noch weiter Menschen an Blasenkrebs, da sie vor vielen Jahren mit Giftstoffen in Berührung kamen.
Schon seit längerem vermuten Wissenschaftler und Ärzte, dass es auch Medikamente geben könnte, die die Blase schädigen, als unerwünschte Nebenwirkung. Den Wirkstoff Pioglitazon, der gegen die Zuckerkrankheit eingesetzt wird, stuft man heute als "wahrscheinlich" krebserregend ein. Trotzdem ist das Mittel nicht vom Markt genommen worden: Es gibt Diabetespatienten, denen kein anderes Arzneimittel hilft, mehr dazu im Text "Medikamente und Krebsrisiko".

Bei einigen Medikamenten muss ebenfalls sehr sorgfältig das Risiko gegen den Nutzen abgewogen werden: Dazu zählen etwa Krebsmedikamente auf Cyclophosphamid-Basis. Derartige Zytostatika bekommen unter anderem Patienten mit Leukämien oder Brustkrebs. Um das Risiko zu senken, erhalten Betroffene bei der Behandlung heute gleichzeitig blasenschützende Medikamente.

Vererbung: Forscher haben beobachtet, dass Kinder von Blasenkrebspatienten ein erhöhtes Risiko haben, selbst einmal an Blasenkrebs zu erkranken: Je jünger der betroffene Elternteil zum Zeitpunkt der Erkrankung war, desto größer ist das Risiko für deren Kinder im Lauf des Lebens an Blasenkrebs zu erkranken. Wer sich Sorgen um ein möglicherweise familiäres Risiko macht, kann sich beim Hausarzt oder Facharzt beraten lassen. Weitere genetische Faktoren, die das Risiko für Harnblasenkrebs beeinflussen, werden zwar erforscht, haben aber bisher keine Konsequenz für die Prävention.

Infektionen, Blasenreizungen: Auch eine chronisch entzündliche Schädigung der Blasenschleimhaut kann das Risiko erhöhen, an Blasenkrebs zu erkranken. Sie entsteht, wenn lange Jahre Reize auf die Blase einwirken, die zu einer Entzündung führen. Ein Beispiel sind Blasensteine oder nicht behandelte Infektionen.

Bestrahlung: Krebspatienten, die vor mehreren Jahren eine Strahlentherapie im Bereich des unteren Beckens erhalten haben, können ein erhöhtes Risiko für Harnblasenkrebs tragen. So konnten Forscher Harnblasenkrebs als Spätfolge zum Beispiel nach der Behandlung eines Gebärmuttertumors beobachten. Verbesserte und modernere Bestrahlungstechniken tragen heute dazu bei, dass zukünftig Harnblasenkrebs als Spätfolge möglicherweise seltener ist.

Ernährung, Lebensstil: Einen Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln oder Alkohol und Blasenkrebs konnten Wissenschaftler bisher nicht abschließend belegen. Kaffee galt lange Zeit als ein möglicher Risikofaktor. Neuere Studien geben aber Entwarnung.
Auch der Einfluss der Gesamtflüssigkeitsaufnahme, also die Menge des getrunkenen Wassers, wird als Risikofaktor diskutiert. So könnten Schadstoffe bei geringer Flüssigkeitsaufnahme hohe Konzentrationen in der Blase erreichen und dort auch lange verweilen. Die Studienlage dazu ist jedoch nicht eindeutig, so dass eine Einstufung als Risikofaktor nicht besteht. Hinweise existieren jedoch darauf, dass eine fettreiche und obstarme Ernährung das Risiko für Blasenkrebs erhöht.

Umweltgifte: Relativ neu ist die Erkenntnis, dass es manchmal gar nicht einzelne Schadstoffe in höherer Konzentration sein müssen, die zu Krebs führen. Wissenschaftler bemühen sich heute darum, die Auswirkungen von Mischungen mehrerer, aber nur in kleinen Mengen vorhandener Schadstoffe zu überwachen.
Ein Beispiel ist die Bewertung der Luftverschmutzung: Auch sie kann das Blasenkrebsrisiko beeinflussen. Ein relevantes Risiko sehen Experten vor allem in Ländern, in denen Umweltschutz kaum eine Rolle spielt. Mehr zum Thema Umweltgifte bietet der gleichnamige Text.

Früherkennung: Welche Tests kommen infrage, und für wen?

In Deutschland gibt es ein gesetzliches Krebsfrüherkennungsprogramm. Die darin enthaltenen Angebote werden von allen Krankenversicherungen finanziert. Harnblasenkrebs gehört allerdings nicht zu den im Früherkennungsprogramm erfassten Tumorarten. Der Grund: Bislang konnte noch für keines der infrage kommenden Untersuchungsverfahren belegt werden, dass es zum Harnblasenkrebs-Screening geeignet ist. Das heißt: Es steht nicht fest, dass Gesunde einen Nutzen davon haben, wenn sie sich regelmäßig untersuchen lassen.
Forscher arbeiten jedoch an der Weiterentwicklung und Verbesserung verschiedener Tests. Ihr Ziel: Ärzte sollen Blasenkrebs zumindest früher diagnostizieren können als es heute möglich ist, insbesondere dann, wenn Betroffene ein besonderes Risiko aufweisen. Bei solchen Tests werden unter anderem aus dem Urin oder Blut kennzeichnende Biomarker bestimmt, die einen Hinweis darauf geben, ob ein Mensch an Blasenkrebs erkrankt ist oder bald erkranken könnte.
Noch lässt sich der Nutzen solcher Untersuchungen für Patienten allerdings nicht abschließend beurteilen: Ob sie treffsicher genug sind, ohne zu oft "falschen Alarm" auszulösen, dazu fehlen noch Daten. Trotzdem kommen immer wieder Tests auf den Markt, die etwas anderes versprechen. Ärzte bieten sie als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine solche "Vorsorgeuntersuchung" auf Harnblasenkrebs nicht.

Regelmäßige Untersuchungen bei höherem Risiko?

Etwas anderes ist es, wenn ein besonderes Erkrankungsrisiko oder ein Krankheitsverdacht besteht: Dann sind die gängigen Verfahren zur Diagnostik, wie etwa eine Blasenspiegelung, Leistung der gesetzlichen sowie der privaten Versicherung. Wer unter länger anhaltenden Beschwerden leidet, Blut im Urin entdeckt oder andere auffällige Symptome aufweist, sollte daher nicht mit dem Arztbesuch zögern.

Symptome: Auf welche Warnsignale sollte man selbst achten?

Patientinnen und Patienten mit Harnblasenkrebs haben in frühen Stadien oft gar keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden. Männer neigen dazu, leichtere Probleme zunächst für Prostatabeschwerden zu halten, viele Frauen denken zuerst an eine Blasenentzündung.

Das häufigste, wenn auch zunächst wenig verlässliche Symptom ist eine schmerzlose Blutung aus der Blase: Betroffene stellen beim Wasserlassen fest, dass ihr Urin rötlich oder auch braun verfärbt ist. Der Fachausdruck für Blut im Urin lautet "Hämaturie".
Ein weiteres, aber ebenfalls unspezifisches Warnzeichen kann es sein, dass man häufiger als sonst das Gefühl hat, auf die Toilette gehen zu müssen. Trotz des Harndrangs "kommt nichts", man muss nur wenig Wasser lassen.
Bei weiter fortgeschrittenen Blasenkarzinomen empfinden viele, aber längst nicht alle Betroffenen Schmerzen im Unterleib und in der Nierengegend. Größere Tumoren kann der Arzt im Bauchraum auch von außen tasten. Ist es zu Absiedlungen des Blasentumors gekommen, zeigt sich dies unter Umständen an Lymphknotenvergrößerungen, Lymph- oder Venenstauungen oder Knochenschmerzen.
Wer sich Sorgen macht: Die aufgeführten Symptome können zwar auf eine bösartige Erkrankung der Blase hindeuten, es sind aber auch andere Ursachen dafür denkbar. Auf die leichte Schulter sollte man längere Beschwerden trotzdem nicht nehmen.

  • Bessern sich die Symptome nicht innerhalb weniger Tage, sollte man unbedingt zum Arzt gehen.

Ansprechpartner: Wer hilft bei Beschwerden?

Ansprechpartner bei Beschwerden können zunächst der Hausarzt oder die Hausärztin sein. Falls sich keine akute Infektion oder ähnliche, vergleichsweise harmlose Auslöser finden lassen, überweisen sie Betroffene dann weiter an Fachärzte für Urologie. Urologen stehen besondere Diagnoseverfahren zur Abklärung von Symptomen zur Verfügung.
Die Basisuntersuchungen bei Krebsverdacht und zum Ausschluss anderer Erkrankungen können ambulant durchgeführt werden, ein Krankenhausaufenthalt ist dazu in der Regel nicht erforderlich.
Hat man einen auffälligen Befund, der auf Harnblasenkrebs hindeutet? Dann veranlasst der Facharzt normalerweise auch die weitere Abklärung, mehr dazu im Text "Untersuchungen bei Verdacht". Wichtige Adressen und Links finden Betroffene, Angehörige und Interessierte auch im Text "Mehr wissen: Links, Adressen, Fachinformationen".

Zum Weiterlesen: Linktipps und Quellen (Auswahl)