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Blasenkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diagnostik bei Verdacht auf Blasenkrebs

Ansprechpartner, Untersuchungsverfahren, Befunde

Was kommt auf Patienten zu, bei denen der Verdacht auf ein Harnblasenkarzinom im Raum steht? Welche Verfahren sind notwendig, um Symptome wie Blasenbeschwerden oder auffällige Veränderungen abzuklären, zum Beispiel Blut im Urin? Wer führt die notwendigen Untersuchungen durch? Und: Falls sich der Krebsverdacht bestätigt, was sind die nächsten Schritte?

Im folgenden Text bietet der Krebsinformationsdienst einen Überblick über das Vorgehen, wenn ein Verdacht auf Blasenkrebs besteht. Informationen aus dem Internet können jedoch nicht das Gespräch mit den Ärzten über Beschwerden und mögliche Untersuchungsverfahren ersetzen.

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Quellen und Links

Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen zurückgegriffen auf die S3-Behandlungsleitlinie deutscher Fachgesellschaften. Die bei der Erstellung genutzten Quellen sind nach Möglichkeit direkt im Text verlinkt oder am Ende des Textes aufgeführt. Eine Übersicht findet sich zudem unter "Mehr wissen: Links, Adressen, Fachinformationen".

Verdacht auf Blasenkrebs: Wer führt die Untersuchungen zur Abklärung durch?

Ansprechpartner für die wichtigsten Untersuchungen zur Abklärung von Beschwerden sind zunächst Hausärztin oder Hausarzt, bei Frauen können es auch die behandelnden Gynäkologen sein. Ist klar, dass hinter auffälligen Symptomen eher keine vergleichsweise harmlose Blasenentzündung steht? Dann überweisen die meisten Hausärzte und Frauenärzte zu einem Facharzt für Urologie, eventuell auch in die Ambulanz eines entsprechend spezialisierten Krankenhauses.

Fast alle wichtigen Untersuchungen kann man ambulant in der Arztpraxis durchführen lassen. Ein Krankenhausaufenthalt ist bei ansonsten gutem Gesundheitszustand zunächst normalerweise nicht notwendig. Wichtig für die Terminplanung: Man sollte sich für alle Fälle erkundigen, wie viel Zeit man einplanen muss, und ob mehrere Termine notwendig sind.

Erste Untersuchungen: Gibt es Hinweise auf einen Tumor? Sind Krebszellen im Urin?

Zunächst erkundigt sich der Arzt nach den Beschwerden, insbesondere nach Blut im Urin, Blasenreizungen und ungewöhnlichem Harndrang oder Problemen mit dem Wasserlassen. Er fragt meist auch, ob andere Erkrankungen vorliegen, und ob man regelmäßig Medikamente braucht.

Im Anschluss daran folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei tastet der Arzt den Bauch und die Nierengegend ab. Bei Frauen untersucht er eventuell auch, ob sich die Blase durch die Scheide ertasten lässt. Bei Männern tastet er durch den Enddarm die Prostata ab. Blasentumoren lassen sich allerdings erst tasten, wenn sie bereits vergleichsweise groß sind.

Für Laboruntersuchungen bittet der Arzt, eine kleine Urinprobe in einem Behälter abzugeben – in der Regel direkt in der Praxis. Ist eine Blasenspiegelung geplant, kann der Arzt die notwendige Harnprobe auch direkt bei der Untersuchung aus der Blase entnehmen.

Welche Untersuchungen sind mit der Harnprobe möglich? Mit einer Urinkultur lässt sich im Labor beispielsweise feststellen, ob ein Infekt der Harnwege vorliegt. Im Labor kann der Harn außerdem auf Tumorzellen untersucht werden. Mit dieser auch "Urinzytologie" genannten Methode lassen sich Tumorzellen nachweisen, die sich von einem Karzinom gelöst haben.

Im Urin lassen sich auch verschiedene Tumormarker bestimmen, manche dieser Tests werden als Zusatzleistung gegen Bezahlung angeboten. In der aktuellen ärztlichen Leitlinie werden aber solche Urinmarkertests zumindest für die erste Abklärung oder gar die Früherkennung nicht empfohlen. Vor allem gilt: Ob Krebs vorliegt oder nicht, lässt sich durch eine Tumormarker-Untersuchung nicht eindeutig klären. Zur Abklärung eines Krebsverdachts kann sie insbesondere die Blasenspiegelung nicht ersetzen.

Eine wichtige Untersuchung ist außerdem die sogenannte Sonographie: Mit dieser Ultraschalluntersuchung des Bauchraums kann der Arzt Nieren, Nierenbecken und Blase ansehen. So lassen sich auch einige der möglichen anderen Ursachen für Beschwerden erkennen, beispielsweise Nieren-, Blasen- oder Harnleitersteine.

Lassen sich Symptome durch diese Untersuchungen nicht vollständig erklären, und bleibt der Krebsverdacht bestehen? Dann werden Fachärzte in der Regel zu einer Blasenspiegelung raten.

Zystoskopie: Was verrät der Blick ins Innere der Blase bei einer Spiegelung?

Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf Harnblasenkrebs ist die Spiegelung der Harnröhre und der Harnblase, die "Urethro-Zystoskopie". Dabei können Ärzte nicht nur die Schleimhaut der Blasenwand beurteilen, sondern aus verdächtigen Stellen gleich eine Gewebeprobe entnehmen.
Viele Urologen und die urologischen Ambulanzen größerer Krankenhäuser führen eine diagnostische Blasenspiegelung ambulant durch.
Welche Vorbereitung notwendig ist, und ob man vor der Zystoskopie nüchtern sein sollte, erfährt man von seinem behandelnden Arzt beim vorhergehenden Aufklärungsgespräch. Da es bei der Blasenspiegelung zu kleineren Blutungen kommen kann, wird rechtzeitig vorher auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes getestet.
Wer Angst vor der Untersuchung hat, sollte auch darüber vorab mit dem Arzt sprechen: Normalerweise reicht für die einfache Blasenspiegelung eine örtliche Betäubung aus. Eventuell kann man aber auch ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten. Danach sollte man sich allerdings abholen lassen, nicht selbst Auto fahren oder arbeiten.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten, hinzu kommt die Vorbereitungszeit. Bei der Spiegelung liegt man mit angezogenen und gespreizten Beinen auf einer Liege. Zunächst wird die Harnröhre mit einem schmerzstillenden Medikament und einem Gleitmittel behandelt, auch dann, wenn man schon ein Medikament zur Beruhigung und Entspannung bekommen hat.

Danach führt der Arzt das Untersuchungsgerät ein: Das Zystoskop ist ein Gerät mit einer kleinen Kamera am Ende eines biegsamen Schlauchs, seltener eines starren Rohrs: Flexible Systeme machen die Blasenspiegelung weniger unangenehm, ihre Verwendung ist allerdings nicht immer möglich.
Vor Beginn der eigentlichen Untersuchung wird die Blase über das Zystoskop mit steriler Flüssigkeit gefüllt. Dann untersucht der Arzt systematisch die gesamte Blase. In vielen Praxen kann man über einen Bildschirm selbst mit verfolgen, was der Arzt sieht.
Während der Blasenspiegelung kann der Arzt aus verdächtigen Bereichen der Blasenwand eine Gewebeprobe entnehmen, eine sogenannte Biopsie. Unter Umständen kann er auch den gesamten Tumor auf diese Weise entfernen, mehr dazu hier. Die entnommenen Gewebeproben werden in ein Labor zur Untersuchung gebracht. Bis das Ergebnis vorliegt, können einige Tage vergehen.

Weiterentwicklung der Zystoskopie – Nutzen in der Erstdiagnostik noch nicht vollständig geklärt

Standardmäßig führen Ärzte die Spiegelung unter weißem Licht durch. Kleine Blasentumoren und flache Tumorherde oder auch Krebsvorstufen lassen sich jedoch mit der Weißlichtzystoskopie nicht immer erkennen.

Eine empfindlichere Methode ist die sogenannte Fluoreszenzzystoskopie (photodynamische Diagnostik, PDD). In der aktuellen Leitlinie für Fachleute wird sie für die Abklärung eines ersten Krebsverdachts als eine mögliche Untersuchungsmethode genannt. Ein Nachteil des Verfahrens sind offenbar aber "falsch-positive" Diagnosen, die bei der Fluoreszenzzystoskopie vermehrt auftreten können – zumindest deuten Studien das an. Das würde bedeuten: Der Verdacht einer Tumorerkrankung steht im Raum, obwohl gar kein Tumor vorhanden ist. Das kann für Betroffene psychisch belastend sein. Hinzu kommt, dass der Krebsverdacht zu weiteren diagnostischen und auch therapeutischen Eingriffen führen kann, die eigentlich gar nicht notwendig sind, aber unter Umständen Nebenwirkungen haben und körperlich belastend sind.

Mit welchen Nebenwirkungen muss man als Patientin oder Patient rechnen?

Die Blasenspiegelung empfinden viele Menschen als unangenehm, sie kann unter Umständen auch kurz schmerzhaft sein. Durch den Eingriff wird die Harnröhre gereizt. Im Anschluss an die Spiegelung sind vorübergehend leichte Blutungen oder Schmerzen beim Wasserlassen möglich, ähnlich wie bei einer Blasenentzündung. Die Infektionsgefahr durch Keime ist an sich gering. Trotzdem sollte man den Arzt informieren, wenn die Beschwerden nach wenigen Tagen noch andauern. Über wenige Tage kann die Dehnung des Blasenschließmuskels zu unkontrolliertem Harnabgang führen. Das Risiko einer dauerhaften Schädigung der Muskulatur ist aber sehr gering.

Wie geht es nach der Blasenspiegelung weiter?

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Harnblasenkarzinom, kommen unter Umständen weitere Untersuchungen auf Betroffene zu. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind wichtig für die anschließende Behandlungswahl.

Eine erweiterte Form der Blasenspiegelung ist die transurethrale Resektion von Blasengewebe, abgekürzt TUR-B. Sie kann sowohl zur Untersuchung als auch zur Behandlung dienen, mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Transurethrale Resektion von Blasengewebe (TUR-B): Lassen sich Tumorteile durch die Harnröhre entnehmen?

Hat sich in den Voruntersuchungen gezeigt, dass mit großer Wahrscheinlichkeit Blasenkrebs vorliegt? Dann lassen sich bei einer transurethralen Resektion von Blasengewebe, abgekürzt TUR-B, mehrere und größere Biopsieproben entnehmen. Und bei kleineren, oberflächlichen Blasentumoren ist die TUR sogar dazu geeignet, alles Krebsgewebe zu entfernen – dann ist die Untersuchung gleichzeitig auch die Behandlung, mehr dazu im Text "Behandlung und Nachsorge bei nicht muskelinvasiven Tumoren".

Die TUR kann zwar ambulant durchgeführt werden, in spezialisierten Urologie-Praxen wie auch in urologischen Kliniken. Notwendig ist aber eine Teil- oder Vollnarkose: Die Ärzte verwenden keinen biegsamen Schlauch, sondern führen ein starres Untersuchungsinstrument in die Harnröhre ein. Auch wird je nach Situation vergleichsweise viel Gewebe auch aus tieferen Schichten der Blasenwand entnommen. Daher werden viele Patienten zur TUR für ein oder mehrere Tage stationär aufgenommen. Dies gilt vor allem dann, wenn gleichzeitig noch weitere Untersuchungen durchgeführt werden sollen, oder wenn vorab schon feststeht, dass danach gleich eine Behandlung folgen wird, zum Beispiel eine Spülung der Blase mit Medikamenten.

Der Eingriff selbst dauert meist zwischen 20 und 60 Minuten, je nachdem, wie weit sich Tumoren bereits ausgebreitet haben. Im Labor untersuchen Spezialisten das entnommene Gewebe. Bis die vollständigen Ergebnisse vorliegen, kann es einige Tage dauern: Wichtig für die Beurteilung des Tumorstadiums ist, wie weit der Tumor in tiefere Schichten der Blasenwand eingewachsen ist. Bei kleineren, oberflächlichen Tumoren prüfen die Pathologen auch, ob bei der Biopsie schon alles Krebsgewebe vollständig entfernt werden konnte.

Die TUR hat ähnliche Nebenwirkungen wie eine Blasenspiegelung: Blasenreizungen und Blutbeimischungen im Urin. Außerdem kann man kurzfristig Probleme damit haben, den Urin zu halten, bis sich der gedehnte Schließmuskel wieder erholt hat. Ungewollte Verletzungen der Blase oder stärkere Blutungen kommen laut aktueller Studien bei höchstens fünf von hundert Patienten vor, in anderen Veröffentlichungen wird das Risiko als noch geringer eingeschätzt.
Hinzu kommt wie bei allen Eingriffen ein gewisses Infektionsrisiko sowie mögliche, wenn auch vergleichsweise geringe Risiken durch die Narkose, mehr dazu im Text "Operationen bei Krebs".

Weiterentwicklung: Fluoreszenzgestützte TUR-B – Wann ist sie sinnvoll?

Bei der Fluoreszenzzystoskopie oder photodynamischen Diagnostik (PDD) füllen die Ärzte über einen Katheter eine Lösung mit einer lichtsensibilisierenden Substanz in die Harnblase ein. Dies erfolgt eine Stunde vor dem geplanten Eingriff. In dieser Zeit reichert sich die Substanz vor allem in Tumorzellen an: Ihr Stoffwechsel ist anders als der gesunder Zellen.
Diese Methode ist empfindlicher als die Untersuchung mit Weißlicht. Sie birgt jedoch auch gewisse Nachteile: Gerade da sie so empfindlich ist, kann es zu mehr "falsch-positiven" Diagnosen kommen, weil zum Beispiel Reste einer Entzündung oder Verletzung als Krebsgewebe fehlgedeutet werden.

In der aktuellen Leitlinie empfehlen Fachleute, die TUR-B fluoreszenzgestützt bei Patienten durchzuführen, die bereits einen aggressiv wachsenden Tumor hatten, oder bei denen mehrere Tumoren gleichzeitig vorliegen, oder auch, wenn der Verdacht auf ein sogenanntes Carcinoma in situ (CIS) besteht. Der Grund ist das höhere Risiko, weitere, auch kleine Veränderungen zu übersehen. Gerade die CIS sind bei der normalen Weißlicht-Untersuchung schlechter zu sehen als unter Fluoreszenzlicht.
Nicht alle Praxen verfügen über Geräte, mit denen eine fluoreszenzgestützte TUR-B möglich ist. Außerdem sollte vorab mit der Krankenkasse geklärt werden, ob sie die Kosten übernimmt.

Wenn die Krebsdiagnose feststeht: Welche weiteren Untersuchungen folgen?

  • Ließ sich der Tumor bei der transurethralen Resektion bereits komplett entfernen, und war er nicht in tiefere Schichten der Blasenwand vorgedrungen?

Dann erübrigen sich bei vielen Patienten weitere Untersuchungen und auch eine weitere Behandlung, mehr dazu im Text "Behandlung und Nachsorge bei nicht muskelinvasiven Tumoren".

Bei einigen Patienten kann es jedoch auch in dieser Situation sinnvoll sein, dass die behandelnden Ärzte nicht nur die Blase, sondern auch den oberen Harntrakt genauer untersuchen. So können sie abklären, ob sich weitere Tumoren außerhalb der Harnblase in den Harnleitern oder dem Nierenbecken befinden.

Zu diesen weiteren Untersuchen gehört beispielsweise die sogenannte CT-Urographie. Die Computertomographie kann vor allem in Ambulanzen spezialisierter Krankenhäuser durchgeführt werden. Als Alternative zur der Untersuchung lassen sich die oberen Harnwege auch bei einer sogenannten Ausscheidungsurographie oder intravenösen Pyelographie (IVP) beurteilen. Für diese Röntgenuntersuchung bekommt man ein Kontrastmittel gespritzt. Im Röntgenbild ist dann sichtbar, wie das Kontrastmittel über die Nieren und den weiteren Harntrakt ausgeschieden wird. Im Vergleich zur Computertomographie ist die einfache Röntgenuntersuchung mit einer deutlich geringeren Strahlenbelastung verbunden, das bildgebende Verfahren liefert jedoch auch weniger Informationen. Auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann zum Einsatz kommen. Eine nuklearmedizinische Diagnostik durch eine sogenannte Positronen-Emissions-Tomographie (PET) hingegen halten Experten bei dieser Fragestellung nicht für nötig.

  • Ist der Tumor bereits in die Muskelschicht der Blasenwand eingewachsen? Gibt es weitere Hinweise darauf, dass die Krebserkrankung fortgeschritten war? Dann werden die Ärzte zusätzlich abklären, ob sich bereits Absiedlungen im Körper ausgebreitet haben.

Zu den weiteren Untersuchungen gehören beispielsweise eine Computertomographie (CT) der Harnwege sowie des Bauchraums, Beckens und Brustkorbs. Alternativ kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) erfolgen. Bei Verdacht auf Knochenmetastasen ist eventuell auch eine Knochenszintigraphie notwendig. Auch eine CT-Untersuchung des Kopfes ist möglich.

Einen Überblick über die Technik und Durchführung dieser ergänzenden Untersuchungen bieten die Texte unter dem Stichwort "Bildgebende Verfahren".

Diagnose Krebs: Wie geht es in den ersten Tagen weiter?

Die Diagnose Krebs ist für viele Menschen zunächst ein Schock. Woran muss man jetzt denken, was kann man organisieren und vorbereiten, wo gibt es Unterstützungsmöglichkeiten? Antworten auf viele Fragen, die Krebspatienten möglicherweise in den ersten Tagen nach der Diagnose beschäftigen, bietet der Text "Diagnose Krebs – wie geht es weiter? Rat und Hilfe für die ersten Tage".
Welche Unterstützungsmöglichkeiten es für Patienten und ihnen nahestehenden Menschen gibt, listen auch die Texte zum Thema "Krankheitsverarbeitung" auf.

Befunde verstehen: Einteilung der Tumorstadien – was muss man als Patient wissen?

Das Tumorstadium beschreiben Fachleute mithilfe des TNM-Systems. Es ist international gültig: T steht für Tumor, N für Lymphknoten oder lateinisch "Nodus" und M für Metastasen.
Die TNM-Einstufung lässt sich noch weiter unterteilen:

  • Eine frühe Form von Blasenkrebs mit warzenförmigen, sogenannten papillären und auf die Schleimhaut begrenzten Tumoren, wird nach TNM als Ta bezeichnet.
  • T1-Tumoren sind tiefer vorgedrungen, nämlich in das Bindegewebe zwischen Urothel und Muskelschicht.

Tumoren in den Stadien Ta und T1 werden als "oberflächliche Blasenkarzinome" oder "nicht muskelinvasive Karzinome" zusammengefasst. Sie lassen sich vergleichsweise leicht entfernen, und bei vielen Patienten ist keine weitere Behandlung notwendig: Das Risiko, dass die Erkrankung zurückkehrt, ist gering.
Zu dieser Gruppe gehören auch flache, auf die Schleimhaut begrenzte Tumoren, die "Carcinoma in situ" ("Tis" oder "CIS"). Bei ihnen ist das Risiko für einen Rückfall allerdings etwas höher.

Wenn der Tumor in tiefere Schichten eingewachsen ist

Muskelinvasive Tumoren tragen die Bezeichnungen T2 bis T4: T2-Tumoren sind in die Muskelschicht der Blase eingedrungen, T3-Tumoren auch in umliegendes Fettgewebe. T4-Tumoren sind noch weiter vorgedrungen und haben angrenzende Organe befallen, etwa bei Männern die Prostata, bei Frauen Gebärmutter oder Scheide, eventuell auch die Becken- oder Bauchwand. Fachleute untergliedern die Stufen T2 bis T4 noch weiter mit dem Zusatz "a" und "b", je nachdem welche Gewebeanteile und/oder Organe genau betroffen sind.

Das sogenannte Grading beschreibt, wie aggressiv der Tumor wahrscheinlich wächst. Es gibt an, wie sehr sich die Krebszellen von normalem Blasengewebe unterscheiden: Tumorzellen, die als "gut differenziert" bezeichnet werden, sind gesunden, ausgereiften Zellen noch recht ähnlich. "Schlecht differenzierte" Zellen haben nur noch wenig Ähnlichkeit mit gesunden Zellen, sie wachsen deutlich aggressiver. Bei Blasenkrebs, der von der Blasenschleimhaut ausgeht, unterscheiden Fachleute nach einer Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO von 2016

  • bei den nicht muskelinvasiven Tumoren sogenannte "papilläre urotheliale Neoplasien niedrigen malignen Potentials" (PUNLMP) von
  • gut differenzierten, papillären "Low-grade-Karzinomen" und
  • schlecht bis undifferenzierten, papillären "High-grade-Karzinomen" und
  • sogenannten Carcinoma in situ (CIS).
  • Außerdem sind riesenzellige, plasmozytoide, sarkomatoide, mikrozystische, mikropapilläre, lymphoepitheliale und Nested-Varianten des muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms bekannt.
  • Darüber hinaus können auch Mischformen dieser Tumoren auftreten.

Behandlungsplanung: Tumorstadium bestimmt weiteres Vorgehen

Wie Blasenkrebs behandelt wird, hängt stark davon ab, wie weit fortgeschritten der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose ist.

Zum Weiterlesen: Linktipps und Quellen (Auswahl)