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Blühende Topfpflanzen vor einem Gartenschuppen © Art Tower, Pixabay sizes="(min-width: 1440px) 1440px"
Schutz vor Keimen

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Gesundheitsrisiko bei Krebs: Umgang mit Pflanzen, Kompost und Müll

Schutzmaßnahmen bei geschwächter Immunabwehr

Letzte Aktualisierung: 22.07.2020
  • In vielen Abfällen, aber auch in der Blumenerde von Zimmerpflanzen sowie in Gartenerde befinden sich Bakterien, im Biomüll auch Pilze und ihre Sporen.
  • Ist die Immunabwehr bei Krebspatienten stark eingeschränkt, können Keime schwere Infektionen auslösen.
  • Krebspatienten mit geschwächtem Immunsystem sollten mit ihren Ärzten klären, ob sie den Biomüll wegbringen, den Garten umgraben oder Blumen umtopfen dürfen.

Hinweis: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.

Im Alltag kommen Krebspatienten nicht nur in der Küche mit krankheitserregenden Keimen in Kontakt. Auch der Umgang mit Pflanzen und Erde bringt ein Infektionsrisiko mit sich. Passionierten Gärtner und Blumenfreunde können sich trotz einer bestehenden Krebserkrankung meist weiter um ihre Pflanzen kümmern, wenn sie Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen einhalten.

Pflanzen im Wohnbereich: Wie das Infektionsrisiko gesenkt werden kann

Blühende Topfpflanzen vor einem Schuppen © Art Tower, Pixabay
Gartenarbeit kann für Krebspatienten Erholung bieten und dadurch die Lebensqualität erhöhen. © Art Tower, Pixabay

Blumen und Topfpflanzen gibt es fast in jedem Haushalt. In der Blumenerde befinden sich Pilzsporen und Bakterien und auch im Blumenwasser sind Bakterien enthalten. Für Krebspatientinnen oder Krebspatienten können Pflanzen ein Risiko für ihre Gesundheit darstellen. Insbesondere bei einer Immunschwäche ist Vorsicht geboten.

  • Fragen Sie Ihren Arzt: Ob Sie auf Pflanzen in Ihrer Wohnung verzichten müssen und ob besondere Vorsichtmaßnahmen für Sie wichtig sind, kann Ihnen Ihr behandelnden Arzt beantworten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) rät Patientinnen und Patienten mit einer Immunschwäche zu folgenden Maßnahmen, um das Infektionsrisiko zu reduzieren:

  • Waschen Sie nach Kontakt mit den Blumen oder Pflanzen gründlich die Hände. Mehr zum Händewaschen lesen Sie im Abschnitt "Hygienetipps Nummer eins: Hände waschen" unter Krebs und Infektionen: Schutz durch Hygiene und Vorbeugung.
  • Stellen Sie keine Pflanzen in den Küchenbereich oder in die Nähe von Nahrungsmitteln, da sich in der Erde Keime befinden, die in Kontakt mit den Speisen kommen könnten.
  • Welk gewordene Pflanzen sollten sofort entsorgt werden, möglichst durch ein Angehören oder Freund.
  • Entfernen Sie Zimmerpflanzen aus dem Schlafzimmer.
  • Topfen Sie keine Zimmerpflanzen um oder ziehen Sie dazu Handschuhe an: Die Erde enthält Keime, die durch kleine Verletzungen der Hände in den Körper eindringen können. Pilzsporen aus der Erde können durch die Einatemluft in die Lunge gelangen.

Infektionsrisiko im Garten: Wie sich Krebspatienten schützen können

Gärtner mit Gartenhandschuhen hält eine blühende Topfpflanze © suetot, Pixabay
Infektionsschutz bei Krebs: Handschuhe schützen die Hände bei der Gartenarbeit. © suetot, Pixabay

Gartenarbeit hat für viele Krebspatientinnen und Krebspatienten einen hohen Erholungswert. Im Garten kommt man jedoch unvermeidlich in direkten Kontakt mit organischem Material und zahlreichen Mikroorganismen. Dies kann bei immungeschwächten Menschen das Risiko für Infektionen verstärken. Bei der Gartenarbeit kann es auch schnell zu Verletzungen kommen. Durch kleine Wunden können unter Umständen Keime in die Blutbahn eintreten.

Bei Immunschwäche ist Vorsicht geboten: Während einer Krebsbehandlung, die die Immunabwehr stark beeinträchtigt, sollten betroffene Patienten möglichst auf Gartenarbeit verzichten. Wenn sich dies nicht umsetzen lässt, rät das Robert Koch-Institut zu folgenden Maßnahmen, um sich zu schützen:

  • Tragen Sie geeignete Kleidung und Handschuhe.
  • Mähen Sie den Rasen mit einer Atemschutzmaske, denn bei dieser Arbeit wird viel organisches Material in die Luft gewirbelt.
  • Tragen Sie auch beim Kompostieren möglichst einen Atemschutz und verzichten Sie auf das Verteilen von Rindenmulch, denn dabei kann es zu einer Pilzbelastung der Luft kommen.
  • Waschen Sie sich nach Ende der Gartenarbeit gründlich die Hände. Mehr zum Händewaschen lesen Sie im Abschnitt "Hygienetipps Nummer eins: Hände waschen" unter Krebs und Infektionen: Schutz durch Hygiene und Vorbeugung.
  • Behandeln Sie auch kleine Verletzungen sofort mit einem geeigneten Hautdesinfektionsmittel.

In Abfällen sind Krankheitserreger, beispielsweise Bakterien, enthalten. Krebspatientinnen und Krebspatienten mit einem geschwächten Immunsystem sollten der Müllentsorgung in Haushalt und Garten besondere Aufmerksamkeit widmen.

Hygienische Abfallentsorgung: Ist das möglich?

Eine Hand wirft ein Taschentuch in einen großen grünen Mülleimer. © analogicus, Pixabay
Im Abfall können krankheitserregende Keime sein. © analogicus, Pixabay

Im Abfall ist eine Vielzahl von Keimen enthalten. Daher rät das Robert Koch-Institut Krebspatienten mit einer Immunschwäche zur Vorsicht und empfiehlt folgendes Vorgehen bei der Entsorgung von Abfällen:

  • Bringen Sie Ihren Abfall spätestens nach 24 Stunden nach draußen. Tauschen Sie dabei immer auch die Mülltüte aus.
  • Benutzen Sie einen Abfallbehälter mit Deckel.
  • Als Krebspatient oder Krebspatientin mit Immunschwäche sollten Sie den Biomüll nicht selbst zur Biotonne bringen. Beim Öffnen oder Schließen können krankheitserregende Pilzsporen in die Einatemluft gelangen.
  • Stellen Sie Ihre Biotonne draußen möglichst an einen kühlen schattigen Ort, da Wärme die Vermehrung von Keimen begünstigt.
  • Waschen Sie gründlich Ihre Hände nach dem Kontakt mit Abfällen – egal welcher Art. Mehr zum Händewaschen lesen Sie im Abschnitt "Hygienetipps Nummer eins: Hände waschen" unter Krebs und Infektionen: Schutz durch Hygiene und Vorbeugung.

Richtiger Umgang mit dem Kompostmüll

Drei verschieden große Kompostbehältnisse im Garten © Antranias, Pixabay
Im Biomüll zersetzt sich der organische Abfall mithilfe von Mikroorganismen. © Antranias, Pixabay

Im Kompost- und Biomüll befinden sich zahlreiche krankheitserregende Keime, insbesondere Schimmelpilze. Beim Öffnen und Schließen eines Biomülleimers gelangen große Mengen an Schimmelpilzsporen in die Luft. Biomüll zieht darüber hinaus Fliegen oder Wespen an, die wiederum Krankheitserreger übertragen können.

Krebspatientinnen und Krebspatienten mit einer Immunschwäche sollten den Biomüll nicht in der Küche sammeln. Bitten Sie Ihre Angehörigen oder Freunde oder Personen, die nicht unter einer Immunschwäche leiden, den Biomüll möglichst gleich nach draußen zu bringen.



Genutzte Quellen

Weitere Informationen zu den für die Erstellung des Textes genutzten Quellen sowie nützliche Links sind in der Übersicht zum Thema Schutz vor Keimen aufgeführt.

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Erstellt: 22.07.2020

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