- Nein, Krebs ist nicht ansteckend: Krebszellen können normalerweise nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Sie können deshalb als Krebspatientin oder Krebspatient engen Kontakt zu anderen Menschen haben und auch Gegenstände bedenkenlos gemeinsam benutzen.
- Es gibt aber Viren, die das Risiko erhöhen können, später an Krebs zu erkranken – zum Beispiel humane Papillomviren (HPV) oder Hepatitisviren. Vor ihnen kann man sich jedoch schützen, beispielsweise durch eine Impfung. Hinzu kommt: Nur ein sehr kleiner Teil der Menschen, die sich mit diesen Viren anstecken, bekommen auch Krebs.
- In diesem Text beantworten wir häufige Fragen zu diesem Thema und erklären, warum Krebs nicht ansteckend ist.
Krebs ist nicht ansteckend – Wichtiges in Kürze
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Wichtig: Informationen aus dem Internet können Ihnen einen Überblick bieten. Sie sind aber nicht dazu geeignet, die Beratung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu ersetzen.
Der Kontakt zu Krebspatienten ist nicht gefährlich: Überblick
Wie Krebs entsteht
Krebs entsteht durch Veränderungen im eigenen Körper – nicht durch Ansteckung von anderen Menschen.
Einen verständlichen Überblick über die Bildung von Krebs bietet der Text Krebsentstehung.
Krebs ist keine ansteckende Krankheit. Krebszellen verhalten sich nicht wie Bakterien oder Viren. Sie können Menschen nicht "infizieren" – auch nicht über offene Wunden, Blut, Speichel oder andere Körperflüssigkeiten. Deshalb besteht für gesunde Menschen kein Risiko, wenn sie mit einer Krebspatientin oder einem Krebspatienten zusammen sind.
Wichtig zu wissen:
- Menschen mit Krebs geben normalerweise keine lebenden Krebszellen nach außen ab.
- Selbst wenn Krebszellen in den Körper eines anderen Menschen gelangen würden, ist die Gefahr, davon krank zu werden oder Krebs zu bekommen, sehr gering.
- Der Grund: Das Immunsystem erkennt die fremden Krebszellen sehr schnell als nicht zum Körper gehörend und zerstört sie.
Deswegen ist der enge Kontakt mit Krebspatienten ungefährlich – auch umarmen, küssen oder Geschlechtsverkehr. Krebs lässt sich auch nicht durch gemeinsames Benutzen von Gegenständen im Alltag übertragen.
Nur wenige Krebsarten hängen mit Viren zusammen
Bei wenigen Krebsarten können bestimmte Viren das Erkrankungsrisiko erhöhen.
- Dazu gehört zum Beispiel Leberkrebs. Hier gilt eine chronische Infektion mit Hepatitis C- und Hepatitis B-Viren als Krebsrisiko.
- Bei Gebärmutterhalskrebs und auch bei einigen Krebsarten im Mund-, Rachen- und Genitalbereich können Human Papillomviren (HPV) Viren eine Rolle spielen.
Vor Hepatitis B und HPV schützt eine Impfung.
Bei den allermeisten Krebsarten spielen Viren allerdings keine Rolle. Das gilt auch für die häufigsten Krebsarten wie Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs.
Wichtig zu wissen
Ansteckend ist nur das Virus – nicht die Krebserkrankung selbst.
Fast alle Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren in Kontakt. Das Virus allein verursacht jedoch keinen Krebs. Erst wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen, kann sich nach einigen Jahren Krebs entwickeln.
Häufige Fragen und Antworten
Kann ich mich über die Toilette oder Wäsche mit Krebs anstecken?
Nein, denn Krebs ist nicht ansteckend – auch nicht über Alltagsgegenstände. Der Körper einer Patientin oder eines Patienten scheidet normalerweise keine lebenden Krebszellen aus. Daher gilt:
- Krebszellen können nicht mit Kleidung, Bettwäsche, Handtücher oder Decken einer Person mit Krebs übertragen werden.
- Sie müssen sich auch keine Sorgen machen, wenn Sie dieselbe Toilette benutzen wie ein Mensch mit Krebs.
Kann ich mich an einer offenen Krebswunde anstecken?
Nein. Wenn Sie versehentlich eine offene Krebswunde berühren oder mit Körperflüssigkeiten wie Blut in Kontakt kommen, ist das ungefährlich. Denn: Krebszellen können außerhalb des Körpers normalerweise nicht überleben. Selbst wenn Krebszellen in den Körper eines anderen Menschen kommen, erkennt das Immunsystem sie als fremde Zellen und zerstört sie.
Achten Sie trotzdem auf gute Hygiene: Viele Menschen mit Krebs sind anfälliger für Infektionen mit Viren oder Bakterien. Gute Hygiene schützt daher nicht nur Sie, sondern vor allem auch den Menschen mit Krebs, den Sie versorgen. Dazu gehören beispielsweise gründliches Händewaschen oder das Tragen von Einmalhandschuhe.
Ist es gefährlich, sich mit einer benutzten Spritze oder Kanüle zu stechen?
Nein – nicht in Bezug auf ein Krebsrisiko. Wenn Sie sich versehentlich an einer Spritze oder Kanüle stechen, die zuvor bei einem Menschen mit Krebs verwendet wurde, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Es ist äußerst unwahrscheinlich, dadurch Krebs zu bekommen.
Es gibt nur wenige Einzelfall-Berichte aus der Medizin, in denen Krebs auf diesem Weg übertragen wurde. Diese Ausnahmesituationen hatten jedoch besondere medizinische Ursachen:
- Das Immunsystem der betroffenen Personen war stark geschwächt oder arbeitete nicht normal.
- Teilweise lagen bisher unerkannte Erkrankungen vor, die das Immunsystem zusätzlich schwächten.
Wenn Sie sich versehentlich stechen:
- Desinfizieren Sie die Wunde sofort. So schützen Sie sich vor Bakterien und Viren. Über infiziertes Blut können beispielsweise HIV oder bestimmte Hepatitis-Viren übertragen werden. Sie stellen ein deutlich größeres Risiko dar als Krebs.
- Informieren Sie Ihren Arbeitgeber sowie Betriebsarzt oder Betriebsärztin. Jede Stich- oder Schnittverletzung bei der Arbeit gilt als Arbeitsunfall und sollte dokumentiert werden.
Kann Krebs über Bluttransfusionen übertragen werden?
Nach heutigem Wissen nein. Bis heute wurde kein Fall bekannt, bei dem Krebs durch eine Bluttransfusion übertragen wurde. Selbst wenn Blut eines Menschen mit Krebs übertragen würde, erkennt das Immunsystem die Krebszellen normalerweise als fremd und zerstört sie.
Trotzdem gehen Blutspendedienste kein unnötiges Risiko ein. Deshalb dürfen Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder waren, in Deutschland kein Blut spenden.
Kann Krebs durch Spenderorgane übertragen werden?
Das Risiko ist sehr gering. Vor einer Organspende prüfen Ärztinnen und Ärzte sorgfältig, ob das Spenderorgan Krebszellen enthalten könnte.
Menschen mit einem Spenderorgan müssen Medikamente einnehmen, die das Immunsystem abschwächen. Sie verhindern, dass der Körper das neue Organ abstößt. Dadurch kann das Immunsystem aber auch Krebszellen schlechter erkennen. In solchen Situationen wurde sehr selten beobachtet, dass der Empfänger eines Organs am Krebs der Spenderin oder des Spenders erkrankt ist.
In einer großen amerikanischen Studie waren 13 von mehr als 100.000 Organtransplantierten von einer Krebsübertragung betroffen. Das Risiko war also sehr niedrig. Heute dürfte es wegen strengerer Auswahlkriterien und besserer Untersuchungen noch geringer sein.
Wichtig zu wissen: Auch Menschen mit einer Krebserkrankung können grundsätzlich Organe spenden. Ob eine Organspende möglich ist, entscheidet das Transplantationsteam nach einer sorgfältigen Prüfung. Bei einer aktiven Krebserkrankung ist eine Organspende in der Regel nicht möglich. Liegt die Krebserkrankung länger zurück und gilt als geheilt, kann eine Organspende unter bestimmten Voraussetzungen infrage kommen.
Ich bin schwanger und habe Krebs: Kann ich mein ungeborenes Kind anstecken?
Das ist extrem selten. In Ausnahmesituationen können Krebszellen von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden. Schätzungen zufolge betrifft das etwa 1 von 500.000 Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft an Krebs erkrankt sind.
Der Grund: Mutter und Kind haben getrennte Blutkreisläufe. Die Plazenta bildet eine natürliche Schutzbarriere zwischen beiden. Nur sehr selten können Krebszellen diese Barriere überwinden.
Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise
Im Folgenden finden Sie eine Auswahl an hilfreichen Links zum Weiterlesen und Quellen, die für die Erstellung dieses Textes genutzt wurden.
Quellen und weiterführende Informationen
Behördeninformationen
Das Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben (Transplantationsgesetz) ist die rechtliche Grundlage für die Organ- und Gewebespende.
Auf Grundlage von § 16 TPG regelt die Bundesärztekammer einzelne Themen zur Transplantation in Richtlinien und Leitlinien. So gibt es zum Beispiel eine Richtlinie zur Spendererkennung und zum Empfängerschutz.
Das “European Directorate for the Quality of Medicines & HealthCare (EDQM)” ist eine Direktion des Europarats. Es hat den Guide to the quality and safety of organs for transplantation erarbeitet, der Ärztinnen und Ärzten eine praktische Entscheidungshilfe bei Fragen rund um die Transplantation bietet.
Fachartikel (Auswahl)
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