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Erwerbsminderungsrente bei krebsbedingter Fatigue

Tipps zur Antragstellung

Allein die Diagnose Fatigue im Antrag auf Erwerbsminderungsrente anzugeben, reicht nicht. krebsinformationsdienst.med informiert, welche weiteren Angaben für einen erfolgreichen Antrag notwendig sind.

70 bis 90 Prozent der Krebsbetroffenen leiden während oder nach einer Tumorbehandlung unter tumorassoziierter Fatigue. Das beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die berufliche Leistungsfähigkeit. Viele Krebserkrankte stehen dann vor der Entscheidung, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. krebsinformationsdienst.med. zeigt, wie Sie Patienten mit Fatigue beim Antrag auf Erwerbsminderungsrente unterstützen.

Unabhängig davon gilt: Nach dem Grundsatz "Reha vor Rente" kann es sinnvoll sein, vor der Beantragung einer Erwerbsminderungsrente eine onkologische Rehabilitation anzustreben.

Sonne über Gebirgszug © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
krebsinformationsdienst.med bringt Licht in den Rentenantrag. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum


Definition Erwerbsminderung

Ein Anspruch auf volle Erwerbsminderungsrente besteht, wenn Krebsbetroffene keine drei Stunden täglich mehr arbeiten können (§ 43 Absatz 2 SGB VI). Teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn jemand weniger als sechs, aber mindestens drei Stunden täglich arbeiten kann (§ 43 Absatz 1 SGB VI).

Erwerbsminderung bei Krebs und Fatigue

Allein das Bestehen einer Krebserkrankung sagt nichts über die berufliche Leistungsfähigkeit eines Menschen aus. Vor allem auch nicht darüber, ob die Voraussetzungen einer Erwerbsminderungsrente erfüllt sind oder nicht. Es reicht daher bei einem Krebserkrankten nicht aus, im Renten-Antragsformular nur die Diagnosen nach ICD-10 einzutragen.

Auch die Angabe "Fatigue" ist nicht ausreichend. Dies gilt besonders bei der tumorbedingten Fatigue, die zudem keine eigene Krankheit im Sinne einer ICD-Klassifikation ist. In ICD-10 G 93.3 oder auch 53.0 ist Fatigue lediglich als ein Symptomkomplex zusammengefasst. Dieser kann nicht nur im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung, sondern auch mit anderen Krankheiten auftreten. Und: Für jeden Menschen kann Fatigue ganz unterschiedliche Auswirkungen im Alltag haben.

Praktische Aspekte bei der Antragstellung

Für einen erfolgreichen Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei tumorbedingter Fatigue reicht es auch nicht aus, nur die allgemeinen Symptome (z.B. Erschöpfung, hohes Schlafbedürfnis, Schwächegefühl) der Fatigue aufzulisten. Entscheidend ist, das Leistungsvermögen des Patienten so konkret wie möglich zu beschreiben.

Erholungsphasen konkretisieren: So können zum Beispiel notwendige Ruhepausen im Bezug zur beruflichen Tätigkeit und zu Alltagstätigkeiten aufgelistet werden. Oder es kann angegeben werden, wie viele Pausen eingelegt werden, bis alltägliche Hausarbeiten wie z.B. das Saugen der Wohnung erledigt sind.

Einschränkungen im Alltag benennen: Bedeutsam ist auch, welche Alltagstätigkeiten gar nicht mehr selbst bewerkstelligt werden können und von Familienmitgliedern oder Freunden übernommen werden.

Alltagsprotokoll erstellen: Häufig ist es sinnvoll, wenn die Patientin oder der Patient über mehrere Tage notiert, wie sich ihr ganz persönlicher Alltag aufgrund der Fatigue gestaltet.

Diese Details machen die Leistungseinschränkungen im privaten Alltag deutlich und können so im Rentenverfahren auf die berufliche Leistungsfähigkeit übertragen werden.



krebsinformationsdienst.med: Service für Fachkreise