Warum bekommen Krebspatienten so häufig Thrombosen – und kann man das verhindern?

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Krebs erhöht das Risiko für Thrombosen. Neben der Art und dem Stadium der Krebserkrankung beeinflussen auch persönliche Faktoren das Risiko. Wir informieren, wie man vorbeugen kann und auf welche Symptome man achten sollte.

Ihre Frage an uns

"Ich habe in meiner Selbsthilfegruppe gehört, dass man bei Krebs ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose haben kann. Das hat mich nun verunsichert. Ich habe Nierenkrebs und bald steht die OP an. Jetzt frage ich mich, ob das auch für mich zutrifft. Wenn ja: Gibt es etwas, womit ich eine Thrombose verhindern kann?"*

Frau macht Yogaübungen auf einem Balkon
Bewegung kann verhindern, dass sich ein Blutgerinnsel bildet und ein Blutgefäß verstopft – eine sogenannte Thrombose [Symbolbild].
Bild: © Krebsinformationsdienst, DKFZ; Foto: Tobias Schwerdt

Unsere Antwort

Sie fragen nach Ihrem Risiko für eine Thrombose im Zusammenhang mit Ihrer Krebserkrankung. 

Es stimmt: Viele Krebserkrankte haben ein erhöhtes Thromboserisiko, verglichen mit gesunden Personen.

  • Dies trifft auch auf Patientinnen und Patienten mit Nierenkrebs zu. 

Die meisten Thrombosen treten innerhalb der ersten 6 Monate nach der Krebsdiagnose auf.

Zudem kann sich Ihr Thrombose-Risiko abhängig vom Umfang Ihrer bevorstehenden Operation erhöhen. 

Was können Sie selbst vorbeugend tun? Grundsätzlich können Sie Ihr Risiko für eine Thrombose senken, indem Sie nach Ihrer Operation

  • sich so früh wie möglich wieder bewegen, beispielsweise die Beine dehnen und die Füße bewegen. 
  • sobald wie möglich wieder kleinere oder größere Strecken zu Fuß gehen.
  • genügend trinken.
  • Kompressionsstrümpfe tragen.
  • nicht rauchen.

Abhängig von der Art des Eingriffs und Ihrem persönlichen Risiko, kann es auch notwendig sein, dass Sie für einige Zeit Medikamente zur Blutverdünnung erhalten, beispielsweise Heparin. Gegebenenfalls müssen Sie diese Anti-Thrombose-Behandlung für einige Zeit zu Hause selbst fortführen.

Fragen Sie nach

Blutgerinnsel können gefährlich werden. Daher ist es richtig und wichtig, dass Sie sich über Ihr persönliches Risiko und vorbeugende Maßnahmen informieren möchten. 

  • Dafür möchten wir Sie ermutigen, Ihren behandelnden Arzt oder Ihre behandelnde Ärztin zu fragen. Diese kennen Ihre individuelle Erkrankungssituation und können Sie zu Ihrem persönlichen Risiko beraten.

Im Folgenden haben wir für Sie allgemeine Antworten auf Fragen zu Risikofaktoren und Symptomen von Thrombose bei Krebs zusammengestellt.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko für eine Thrombose bei Krebs?

Bestimmte Krebsarten erhöhen das Thrombose-Risiko: Dazu gehören  

  • Bauchspeicheldrüsenkrebs,
  • Lungenkrebs, 
  • Eierstockkrebs,
  • Nierenkrebs, 
  • Hodenkrebs, 
  • Hirntumoren, 
  • Magenkrebs sowie 
  • Lymphome. 

Auch das Stadium der Krebserkrankung beeinflusst das Thrombose-Risiko: Grundsätzlich erhöht sich das Risiko, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist und sich auf andere Organe ausgebreitet hat (Metastasen).

Einige Behandlungsformen erhöhen das Risiko für Thrombosen: Dazu gehören

  • Operationen
  • Bestrahlungen,
  • Chemotherapien,
  • Immuntherapien oder
  • Antihormontherapien.

Je umfangreicher die Behandlung, desto eher erhöht sich das Risiko.

Auch persönliche Faktoren spielen eine Rolle.  Beispielsweise, wenn Krebserkrankte 

  • in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. 
  • bereits eine oder mehrere Thrombosen hatten. 
  • eine Infektion haben.
  • älter sind.

Welche Symptome können auf eine Thrombose hindeuten?

Wichtig zu wissen

Haben Sie den Verdacht auf eine Thrombose, ist es wichtig, die Beschwerden schnellst möglich ärztlich abklären zu lassen.

können aber auch in anderen Körperregionen vorkommen.

Ein Blutgerinnsel im Bein macht sich zum Beispiel durch folgende Symptome an der betroffenen Stelle bemerkbar:

  • Schwellungen 
  • Rötung
  • Wärmegefühl
  • Schmerzen 
  • Krämpfe

Zum Weiterlesen

Mehr zum Thromboserisiko nach einer Operation lesen Sie unter Operation – ein Überblick für Krebspatienten.

Geeignete Anlaufstellen für Bewegungsangebote für Krebserkrankte finden Sie unter Bewegung und Sport: Tipps für Krebspatienten

Quellen und Links (Auswahl)

Linnemann B, Blank W, Doenst T, Erbel C, Isfort P, Janssens U, Kalka C, Klamroth R, Kotzerke J, Ley S et al. Diagnostik und Therapie der tiefen Venenthrombose und Lungenembolie – AWMF-S2k-Leitlinie (Stand: 02/2023, abgerufen am: 29.12.2025).

Farge D, Frere C, Connors JM, Khorana AA, Kakkar A, Ay C, Muñoz A, Brenner B, Prata PH, Brilhante D et al. 2022 international clinical practice guidelines for the treatment and prophylaxis of venous thromboembolism in patients with cancer, including patients with COVID-19. Lancet Oncol. 2022. Jul;23(7):e334-e347. doi: 10.1016/S1470-2045(22)00160-7

Falanga A, Ay C, Di Nisio M, Gerotziafas G, Jara-Palomares L, Langer F, Lecumberri R, Mandala M, Maraveyas A, Pabinger I, Sinn M, et al; ESMO Guidelines Committee. Electronic address: clinicalguidelines@esmo.org. Venous thromboembolism in cancer patients: ESMO Clinical Practice Guideline. Ann Oncol. 2023 May;34(5):452-467. doi: 10.1016/j.annonc.2022.12.014.

*Hinweis: Solche Fragen erreichen den Krebsinformationsdienst regelmäßig. Die verwendete Frage ist keine Original-Anfrage, sondern ein redaktionell bearbeitetes Beispiel.

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