Langzeit-Überlebende nach Krebs: Wer gesünder lebt, lebt länger

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Von: Dr. Nicolas Scheuplein (Medizinalchemiker)

Viele Menschen fragen sich nach einer Krebsdiagnose: Lohnt es sich noch, etwas am Lebensstil zu ändern? Eine aktuelle Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) mit über 6.000 Langzeit-Überlebenden gibt eine klare Antwort: Ja. Wer sich bewegt, nicht raucht und auf das Körpergewicht achtet, lebt länger. Das zeigte sich bei Frauen und Männern gleichermaßen und bei allen 3 untersuchten Krebsarten: Brust-, Darm- und Prostatakrebs. Schon einzelne Veränderungen im Lebensstil können sich lohnen.

Illustration: Zwei ältere Menschen fahren gemeinsam Fahrrad. Im Hintergrund eine Stadt-Silhouette.
Schon einzelne Veränderungen im Alltag können sich nach Krebs lohnen.
Bild: © pch.vector, freepik.

In Deutschland leben mehr als 5 Millionen Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung. Bei 2 von 3 dieser Krebs-Überlebenden (engl. "Cancer Survivor") liegt die Diagnose mehr als 5 Jahre zurück. Fachleute sprechen dann von Krebs-Langzeit-Überlebenden. 

Die Studie im Überblick

  • Teilnehmende: über 6.000 Langzeit-Überlebende mit oder nach Brust-, Darm- oder Prostatakrebs.
  • Beobachtungszeit: bis zu 12 Jahre.
  • Untersuchte Lebensstil-Faktoren: Rauchen, Bewegung, Körpergewicht, Alkoholkonsum.
  • Methode: Die Forschenden bewerteten alle 4 Faktoren gemeinsam. Je mehr Empfehlungen jemand einhielt, desto gesünder war sein Lebensstil. Ein einzelner schwacher Wert reichte noch nicht, um den Lebensstil insgesamt als ungesund einzustufen.
  • Forschungsfrage: Wie stark beeinflussen diese Faktoren das Sterberisiko?

Wer nicht raucht, profitiert am meisten

Langzeit-Überlebende mit einem gesünderen Lebensstil lebten deutlich länger. In der Studie starben pro Jahr etwa 46 von 1.000 Betroffenen mit ungesundem Lebensstil, bei gesundem Lebensstil nur 30. Das ist rund ein Drittel weniger.

Die Faktoren und ihre Auswirkungen im Einzelnen:

  • Nichtrauchen senkte das Sterberisiko am stärksten. Pro Jahr starben unter Nie-Raucherinnen und Nie-Rauchern nur halb so viele wie unter Rauchenden.
  • Auch Bewegung senkte das Sterberisiko deutlich. Fachleute empfehlen mindestens 150 Minuten pro Woche, also gut 20 Minuten pro Tag. Dazu zählen etwa zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Gartenarbeit.
  • Auch das Körpergewicht beeinflusste das Sterberisiko. Am niedrigsten war es bei Normalgewicht und leichtem Übergewicht. Höher war es bei starkem Übergewicht (Adipositas) und bei Untergewicht.
  • Beim Alkohol war das Ergebnis nicht eindeutig. Aus anderen Studien ist jedoch bekannt, dass Alkohol das Krebsrisiko erhöht. Daher gilt: Je weniger, desto besser. Fachleute raten, am besten ganz auf Alkohol zu verzichten.

Gut zu wissen

Diese Ergebnisse waren unabhängig von Alter, Geschlecht und Krebsart. Auch wer zusätzlich eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Diabetes hatte, profitierte von einem gesunden Lebensstil.

Anfangen lohnt sich, denn jede Verbesserung zählt

Auch wer nur einzelne Gewohnheiten ändert, profitiert: In der Studie war das Sterberisiko umso niedriger, je mehr Empfehlungen jemand befolgte. Gleichzeitig hielt sich über die Hälfte der Teilnehmenden nur an einen Teil der Empfehlungen.

Für viele gibt es also noch Spielraum und jede zusätzliche Verbesserung des Lebensstils macht sich bezahlt.

Gut zu wissen

Gewohnheiten zu ändern, kostet Kraft – besonders nach einer Krebstherapie. Sie müssen nicht alles auf einmal angehen und Sie müssen das auch nicht allein schaffen. 

  • Sprechen Sie bei Ihren Nachsorge-Terminen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, welche Ziele für Sie realistisch sind.
  • Auch eine psychoonkologische Beratung kann Sie dabei unterstützen. Das ist eine psychologische Beratung speziell für Menschen mit Krebs. Anlaufstellen sind zum Beispiel die psychosozialen Krebsberatungsstellen.

Häufige Fragen zum Lebensstil nach Krebs

Zum Weiterlesen

Quellen und Links (Auswahl)

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