Krebsregister: Wie Daten zur besseren Versorgung von Krebspatienten beitragen

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Von: Dr. Nicolas Scheuplein (Medizinalchemiker)

In Krebsregistern werden Daten zu Krebserkrankungen gesammelt, etwa zu Diagnose, Behandlung und Verlauf. Fachleute werten diese Daten aus. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen zu einer besseren Versorgung bei. Eine neue Auswertung von über 5 Millionen Datensätzen zeigt: Krebspatientinnen und -patienten erhalten heute schonendere Operationen und gezieltere Medikamente. Persönliche Daten sind dabei geschützt.

Beim Deutschen Krebskongress 2026 stellten Fachleute vor, wie Daten aus Krebsregistern zu einer besseren medizinischen Versorgung Krebskranker beitragen. Bei 3 Krebsarten wird dies besonders deutlich:

  • Gebärmutterhalskrebs: Laut den Daten reicht eine kleinere Operation oft aus. Sie erzielt ähnlich gute Ergebnisse wie ein größerer Eingriff, bei dem mehr Gewebe entfernt wird. Für Betroffene bedeutet das meist weniger Belastung und eine kürzere Erholungszeit.
  • Lungenkrebs: Zielgerichtete Therapien und Immuntherapien verbessern die Überlebenschancen von Betroffenen. Die Registerdaten belegen, welche dieser Therapien sich im Alltag bewähren. So können sich wirksamere Behandlungen schneller durchsetzen.
  • Brustkrebs mit Metastasen: Die Registerdaten belegen, dass die Behandlung individueller wird. Betroffene Frauen erhalten heute häufiger zielgerichtete Medikamente und werden seltener operiert.

Die Beispiele verdeutlichen, dass sich die systematische Arbeit der Krebsregister für die medizinische Versorgung lohnt.

 

Illustration einer Ärztin vor einem Computerserver und einem Klemmbrett mit Körperumriss
Aus Daten werden bessere Therapien: Krebsregister dokumentieren, was Patientinnen und Patienten wirklich hilft.
Bild: © vectorjuice, Freepik.com

Wie funktioniert ein Krebsregister?

Wichtig zu wissen

Ihre persönlichen Daten sind in Krebsregistern gut geschützt. Wie genau, lesen Sie weiter unten in den häufigen Fragen.

In Deutschland erfassen die Krebsregister der einzelnen Bundesländer Patientinnen und Patienten mit einer Krebserkrankung und dokumentieren Diagnose, Behandlung und Verlauf. Ärztinnen, Ärzte und Zahnärzte sind gesetzlich dazu verpflichtet, diese Daten zu melden. 

Es gibt 2 Arten von Krebsregistern: 

  • Epidemiologische Register erfassen, wie häufig welche Krebsart in einer Region auftritt.
  • Klinische Register dokumentieren zusätzlich, wie die Erkrankung behandelt wird und verläuft. Sie sammeln also sogenannte "klinische" Daten. 

Beide Arten von Krebsregistern liefern Daten für die Forschung. Jahr für Jahr ziehen Fachleute daraus Erkenntnisse, die beispielsweise in die medizinische Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten einfließen. 

Potenzial der Krebsregister noch nicht ausgeschöpft

Projekt "PLATO 2"

Mehrere Fachorganisationen haben ein Konzept für eine bundesweite Plattform entwickelt.

Noch ist aber nicht entschieden, ob die Plattform wirklich kommt.

Krebsregister sollen in Zukunft noch mehr leisten können. Fachleute denken deshalb über eine bundesweite Plattform nach. Aktuell gibt es bei den deutschen Registern aber noch Hürden:

  • Die gesammelten Daten sind über die verschiedenen Landeskrebsregister der Bundesländer verteilt.
  • Sie lassen sich bisher nur schwer mit anderen Quellen verknüpfen, etwa mit Datenbanken von Krankenkassen.

Häufige Fragen zu Krebsregistern und Datenschutz

Zum Weiterlesen

  • Wie viele Menschen in Deutschland an Krebs erkranken und wie sich die Zahlen entwickeln, erfahren Sie in unserem Text Krebszahlen.
  • Grundlegende Informationen darüber, wie ein Krebsregister funktioniert und welche Aufgaben es erfüllt, finden Sie in unserem Text Krebsregister.

Quellen und Links (Auswahl)

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