© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Wegweiser, Foto: Image Source/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Kliniksuche: Wo gibt es gute Krankenhäuser?

Gute Versorgung, gute Behandlung, gute Ansprechpartner

Die Diagnose Krebs ist gestellt, der Haus- oder Facharzt plant die Überweisung ins Krankenhaus. Doch wo findet man gute Kliniken? Welche Krankenhäuser haben sich auf die Krebsbehandlung spezialisiert? Was ist der Unterschied zwischen einer Akutklinik und einer Rehabilitationsklinik?
Der folgende Text soll Krebspatienten einen Überblick bieten, wie die stationäre Versorgung in Deutschland organisiert ist, wie man gute Ansprechpartner finden kann, und welche Kriterien heute zur Zertifizierung von Krebs-Spezialzentren führen. Links verweisen zu entsprechenden Informationsquellen.

Wichtig bleibt aber: Das Gespräch mit den Ärzten, die die Überweisung ins Krankenhaus veranlassen, lässt sich durch Internetinformationen nicht ersetzen. Geht es um die Kostenübernahme, sind auch die Krankenkassen wichtige Ansprechpartner.

Erstellt: 16.06.2014
Zuletzt überprüft: 16.06.2014

Zum Laden und Ausdrucken: Gute Ansprechpartner finden - das Wichtigste in Kürze

Auf der Suche nach guter Versorgung: Welche Klinik ist für mich geeignet?

Auf die Krebsbehandlung eingerichtet sind heute die meisten großen Krankenhäuser und Universitätskliniken. Welches Zentrum im individuellen Fall für die Behandlung geeignet sein mag, können Hausarzt oder einweisender Facharzt und Patienten am besten gemeinsam herausfinden. Empfehlungen aus dem Internet können dieses Gespräch über die jeweils beste Klinik nicht ersetzen.

Es gibt jedoch einige wichtige Kriterien, über die man sich informieren kann, und die eine Entscheidung eventuell erleichtern:

  • Die Klinik hat Erfahrung mit der jeweiligen Krebserkrankung.
    Dies lässt sich zum Beispiel indirekt aus der Zahl der jährlich behandelten Patienten ableiten.
  • Ärzte verschiedener Fachrichtungen und auch Fachleute aus anderen Berufsgruppen arbeiten Hand in Hand: Die Betreuung erfolgt interdisziplinär.
  • Die spezialisierten Krankenhäuser oder Klinikverbünde verfügen über Tumorkonferenzen oder Tumorboards. Das sind regelmäßige Besprechungen aller, die an der Behandlung beteiligt sind:  Als Patient ist man so nicht auf das Fachwissen eines einzelnen Arztes allein angewiesen. Und auch die nichtärztlichen Fachleute sind informiert und können wertvolle Erfahrung einbringen.
  • Eine berechtigte Frage ist auch, ob sich die Klinik an aktuellen medizinischen Leitlinien orientiert. Ärztliche Leitlinien werden heute von medizinischen Fachgesellschaften herausgegeben. Sie fassen die aktuell besten Möglichkeiten der Diagnose, Behandlung und Nachsorge einer Erkrankung zusammen. Sie geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Ärzte die Therapie dann individuell auf den Patienten anpassen können.
  • Ein weiteres Kriterium kann sein: Die Klinik führt klinische Studien mit neuen Verfahren und noch nicht zugelassenen Medikamenten durch. Sie arbeitet mit anderen forschenden Einrichtungen zusammen.
  • Die Klinik verfügt über eine Ambulanz. Dann sind Untersuchung und Behandlung von Krebspatienten auch ohne stationären Aufenthalt möglich. Auch die Nachsorge kann dann von der Klinik übernommen werden, wenn sich kein niedergelassener Facharzt findet.
  • Die Klinik bietet eine Beratung in sozialrechtlichen, psychologischen und psychosozialen Fragen für Krebspatienten und Angehörige. Es gibt eine Ernährungsberatung für Krebspatienten, gegebenenfalls auch Beratung zu geeignetem Sport und weiteren wichtigen Themen.
  • Die Einrichtung hat eine Zulassung als reguläres Krankenhaus, die gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die Kosten. Ob es sich tatsächlich um ein Krankenhaus zur stationären Behandlung handelt, oder zum Beispiel um eine große Arztpraxis oder um eine Tagesklinik handelt, muss für Patienten eindeutig erkennbar sein.

Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, dürfen auch persönliche Wünsche wie die Nähe zum Wohnort oder die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine Rolle spielen. So fällt die Unterstützung durch Angehörige leichter, oder eine ambulante Behandlung wird weniger anstrengend.

Selbst kundig werden: Wo finde ich die entsprechenden Informationen?

Praktisch alle Krankenhäuser verfügen heute über eigene Internetseiten und informieren ihre Patienten über ihr Angebot. Dies macht einen Vergleich jedoch nicht unbedingt leichter.  Daher sollte man auf jeden Fall auch den betreuenden Arzt in die Informationssuche miteinbeziehen. Seit einigen Jahren ist  gesetzlich vorgeschrieben, dass Patienten auch von ihren Krankenkassen ausführliche Informationen und Hilfe bei der Suche nach Ansprechpartnern erhalten:

  • über die jeweilige Geschäftsstelle der Krankenkasse,
  • bei der telefonischen Patientenberatung der Krankenkasse
  • auf der Internetseite der Krankenkasse. 

Worauf kann man selbst achten, wo kann man im Internet suchen?

Außer der Internetseite des Krankenhauses selbst gibt es inzwischen eine Reihe von Kliniksuchmaschinen. Fast alle Krankenversicherungen bieten auf ihren Internetseiten solche Datenbanken an. Doch woher kommen die Daten, die dort aufgeführt sind? Quelle sind die Qualitätsberichte, zu denen Krankenhäuser seit einigen Jahren verpflichtet sind.

Qualitätsberichte: Was schreiben die Gesetze zur Qualität von Krankenhäusern vor?

Wie kommen solche Qualitätsberichte zustande?

Seit 2005 sind alle Kliniken der sogenannten Regelversorgung per Gesetz verpflichtet,einen strukturierten Qualitätsbericht zu erstellen. Darin steht unter anderem, welche Erkrankungen die Kliniken im Berichtszeitraum behandelt hat, wie viele Patienten betreut wurden, aber auch, wie viele Ärzte und andere Spezialisten dort arbeiten.  

  • Für Privatkliniken und andere Therapieangebote, die nicht zur Regelversorgung einer Stadt oder Region gehören, gilt diese Vorgabe zur Offenlegung von Daten allerdings noch nicht.

Ganz einfach zu verstehen sind die bisherigen Qualitätsberichte in den Kliniksuchmaschinen jedoch nicht. Patienten sollten daher auch ihre Ärzte oder Versicherungen um Unterstützung bitten, wenn sie Fragen dazu haben.

Wer bietet außer den Krankenversicherungen noch Zugang zu den Klinikdatenbanken?

Wie die Qualitätsberichte erstellt werden, welche Institutionen beteiligt sind und welche gesetzlichen Grundlagen zur Qualitätssicherung bestehen, dazu finden Interessierte und Fachkreise weitere Informationen beim Gemeinsamen Bundesausschuss, etwa unter https://www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/qualitaetssicherung/.

Klinikkategorien: Was sind Tumorzentren, was Organzentren, was Spitzenzentren? Was ist besser für mich?

Krebspatienten und ihre Angehörigen sehen sich heute einer Vielzahl von verwirrenden Begriffsbezeichnungen gegenüber, wenn es um das Thema Krankenhaus geht. Oft firmiert ein und dieselbe Klinik sogar unter mehreren Bezeichnungen oder lässt sich mehreren Kategorien zuordnen.
Was "besser" ist, lässt sich daraus nicht zwangsläufig ableiten:

  • Einige Bezeichnungen orientieren sich an der Organisationsform.
  • Andere geben an, dass ein bestimmter Bereich oder eine ganze Klinik extern überprüft wurde oder eine entsprechende Zertifizierung durchlaufen hat.

Ein Beispiel: Ein Universitätsklinikum oder ein großes Regionalkrankenhaus besteht in der Regel aus mehreren Einzelkliniken. Diese können sogar, je nach Universität oder Stadt, auf mehrere Standorte verteilt sein.  Diese einzelnen Kliniken haben dann noch einzelne Fachabteilungen. Mehrere Kliniken oder ihre Abteilungen können sich zu einem rein organisatorischen Verbund zusammenschließen, wenn es um die Behandlung einzelner Erkrankungen geht, bei Krebs etwa zu einem Tumorzentrum. Daneben kann sich die einzelne Abteilung oder Fachklinik innerhalb eines Verbundes auch als Organzentrum oder Onkologisches Zentrum besonders zertifizieren lassen. Auf die sogenannten Onkologischen Spitzenzentren trifft oft sogar alles zu, sie lassen sich überwiegend allen Kategorien zuordnen.

Hier ein Überblick über die gängigsten Bezeichnungen:

Tumorzentren, Onkologische Schwerpunkte

In den meisten größeren Städten und auch in vielen ländlichen Regionen  haben sich schon vor rund 20 Jahren die Kliniken der Krebsbehandlung vor Ort untereinander vernetzt: Sie arbeiten in so genannten Tumorzentren (TZ) oder Onkologischen Schwerpunkten (OSP) zusammen.
Als Dachverband fungiert die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT), unter www.tumorzentren.de.
Eine Zertifizierung ist mit dem Begriff jedoch nicht verbunden.

Was verbirgt sich hinter diesen beiden Konzepten? Ihr Ansatz ist vor allem „interdisziplinär“ und setzt auf fachliche Zusammenarbeit: Die der einzelnen Klinik übergeordnete Struktur des Tumorzentrums soll für einen intensiven Austausch von Experten aus verschiedenen Fachrichtungen untereinander sorgen. So sind Krebspatienten nicht auf das Wissen eines einzelnen Arztes oder einer einzelnen Abteilung angewiesen.
Solche Verbünde tragen zudem auch die psychosoziale Betreuung von Krebspatienten und viele weitere andere Angebote mehr oder weniger gemeinsam. Sie bieten öffentliche Patiententage an, bei denen man sich informieren kann, oder geben Broschüren heraus. Sie beteiligen sich an klinischen Krebsregistern und führen in der Regel auch klinische Studen durch.

Der ältere Begriff Tumorzentren ist inzwischen durch weitere Begriffe ergänzt worden. Sie zielen eher darauf, die tatsächliche Struktur und die tatsächlichen Angebote überprüfbar zu machen. Viele Tumorzentren oder die beteiligten Kliniken sind daher heute auch Organzentrum, Onkologisches Zentrum oder sogar Onkologisches Spitzenzentrum.  

Organzentren

Bei Organzentren wird einer Fachabteilung oder einer Fachklinik besondere Spezialisierung auf eine Krebsart bescheinigt. Diese Organzentren finden sich meist innerhalb eines größeren Verbundes, sind also zum Beispiel in einer Universitätsklinik oder einem anderen großen Krankenhaus angesiedelt. 

Derzeit stehen zertifizierte Brustkrebszentren zur Verfügung, weiter Gynäkologische Krebszentren (für Erkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke), Darmkrebszentren, Prostatakrebszentren, Lungenkrebszentren und Hauttumorzentren.

  • Eine Liste der zertifizierten Zentren ist unter www.oncomap.de abrufbar.

Noch sind aber nicht für alle genannten Tumorarten in allen Regionen Deutschlands entsprechende Zentren zertifiziert. Die Zertifizierung ist außerdem freiwillig, eine Klinik ohne Zertifikat kann eventuell genauso spezialisiert sein, oder eine andere Art des Qualitätsnachweises wählen.
Ein Beispiel sind Kliniken in Nordrhein-Westfalen. Dort ist der Aufbau von Fachzentren für die Brustkrebsbehandlung Ziel einer konzertierten Aktion. Die in diesem Rahmen eingerichteten Zentren können über den einweisenden Arzt oder die Krankenkasse recherchiert werden, auch die regionalen Ärztekammern verfügen über Adressen. Eine Adressliste bietet außerdem das nordrheinwestfälische Gesundheitsministerium unter www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/gesundheit/Brustzentren_NRW_2014_11.pdf.

Onkologische Zentren, Kompetenzzentren

  • Außer den Organzentren gibt es noch die Onkologischen Zentren: Unter diesem Begriff werden von der Deutschen Krebsgesellschaft Kliniken mit mehreren Organzentren zertifiziert, mehr unter www.onkozert.de. Dort sind auch die Zertifizierungskriterien offen gelegt.
  • Die gleiche Bezeichnung verwenden allerdings auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, der Berufsverband der Niedergelassenen Hä­matologen und Internistischen Onkologen und die Arbeitsgemeinschaft der leitenden Häma­tologen und Onkologen im Krankenhaus.
    Sie zertifizieren damit nicht nur Krankenhäuser, sondern auch spezialisierte Praxen niedergelassener Ärzte. Die Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen ist eine der Voraussetzungen für diese Zertifizierung. Außerdem gibt es noch die sogenannten Kompetenzzentren für Kopf-Hals-Tumoren und Neuroonkologie.
    Die Liste sowie die Zertifizierungskriterien sind zugänglich unter www.onkologie-zertifizierung.de.

Comprehensive Cancer Centers - Onkologische Spitzenzentren

Seit einigen Jahren gibt es außerdem Zentren, die sich durch eine ganz besondere Erfahrung und Spezialisierung auf Krebsthemen auszeichen. Das Modell folgte den U.S.-amerikanischen Comprehensive Cancer Centers, abgekürzt CCC. Dort steht der Begriff für Krebszentren der höchsten gesetzlich definierten Versorgungsstufe.

  • In Deutschland hat sich  der Begriff der Onkologischen Spitzenzentren eingebürgert. Die Stiftung Deutsche Krebshilfe stellt eine besondere Zusatzfinanzierung zur Verfügung.

Wichtige Merkmale sind interdisziplinäre Betreuung und umfassende Information der Patienten sowie die so genannte translationale Forschung. Hierunter versteht man die enge Zusammenarbeit von Grundlagenwissenschaftlern und Klinikern. Ihr Ziel ist, die Erkenntnisse aus der Krebsforschung so schnell wie möglich zum Vorteil für die Patienten in die Klinik zu übertragen.

Die Zentren, die in Deutschland von bereits vorher hochspezialisierten Klinik- und Forschungsverbünden zurzeit aufgebaut werden, gehen daher über das Konzept der heutigen Tumorzentren, Organzentren oder Onkologischen Zentren noch hinaus. Sie versuchen zum Beispiel, die verschiedenen Angebote zur Krebsversorgung in einer Großstadt oder Region für den Patienten noch leichter zugänglich zu machen und Forschung schneller ans Krankenbett zu bringen.
Während in den meisten „klassischen“ Tumorzentren die verschiedenen onkologischen Ambulanzen an unterschiedlichen Standorten in den einzelnen Kliniken angesiedelt sind, wollen die CCCs unter anderem zentrale und gemeinsame Sprechstunden für Krebspatienten bieten. So kann bei einem Termin gleich Kontakt zu mehreren Spezialisten hergestellt werden. Die fachübergreifende Krebsforschung wird groß geschrieben, nicht nur im Bereich der klinischen Studien.

Das erste Onkologische Spitzenzentrum in Deutschland war das Heidelberger Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), an dessen Gründung das Universitätklinikum Heidelberg, das Deutsche Krebsforschungszentrum und die Stiftung Deutsche Krebshilfe gemeinsam beteiligt waren. Inzwischen gibt es auch in anderen Regionen insgesamt 13 solche Zentren, von Dresden über Berlin und Hamburg, Essen, Düsseldorf, Köln/Bonn, Frankfurt/Main, Würzburg, Erlangen, Ulm, München und Freiburg.

Seltene Erkrankungen, Studienzentralen, Kompetenznetze

Manche Erkrankungen sind so selten, dass die meisten Ärzte und selbst größere Kliniken pro Jahr nur wenige oder gar keine dieser Patienten sehen. Damit auch für seltenere medizinische Eingriffe eine gute Versorgungsqualität gewährleistet ist, hat der Gesetzgeber die sogenannte Mindestmengenvereinbarung erarbeitet. Sie sieht derzeit vor, dass zum Beispiel komplexere Operationen der Bauchspeicheldrüse oder der Speiseröhre sowie Stammzelltransplantationen nur Zentren abrechnen können, die pro Jahr eine festgesetzte Mindestzahl von Patienten behandeln.

Welche Kliniken diese Kriterien jeweils erfüllen, kann der einweisende Haus- oder Facharzt anhand der genannten Qualitätsberichte nachprüfen oder direkt dort erfragen. Hintergrundinformationen gibt es beim Gemeinsamen Bundesausschuss unter www.g-ba.de, Stichwort Mindestmengen.

Manche Patienten erhalten die Empfehlung, sich innerhalb von klinischen Studien und nur innerhalb sehr qualifizierter Zentren behandeln zu lassen. Diese Empfehlung kommt in der Regel von der thematisch zuständigen Fachgesellschaften. Dabei handelt es sich entweder um vergleichsweise seltene Krebsarten oder um besondere Situationen, die nur wenige Patienten betreffen.

  • Sind solche Empfehlungen vorhanden, hat der Krebsinformationsdienst sie bei seinen Informationen in der Rubrik "Krebsarten" nach Möglichkeit berücksichtigt, und er informiert am Telefon oder per Mail

Welche Beispiele gibt es?

Aktuell sind die wichtigsten (wenn auch nicht alle) Beispiele Patienten mit Weichteilsarkomen, Leukämien oder Lymphomen, sowie Kinder und Jugendliche mit Krebs. Die Empfehlungen sind nicht bindend, selbstverständlich können Betroffene auch zu anderen Ärzten oder Kliniken gehen, und die Teilnahmen an Studien ablehnen.

Weitere Informationen, auch für Ärzte, bietet zum Beispiel das Kompetenznetz Leukämien an,  unter www.kompetenznetz-leukaemie.de. Für Lymphompatienten gibt es ein vergleichbares Angebot vom Kompetenznetz Lymphome, online unter www.lymphome.de/Gruppen/Studienzentralen.jsp; dort sind auch Fachärzte und Krankenhäuser abrufbar, die im Kompetenznetz mitarbeiten. Das Kompetenznetz Pädiatrische Hämatologie und Onkologie gibt Eltern erkrankter Kinder und Jugendliche entsprechende Auskünfte unter  www.kinderkrebsinfo.de und listet die beteiligten Zentren auf.

Schließlich haben sich einige Zentren in Deutschland in den letzten Jahren ausdrücklich zu Anlaufstellen für Patienten mit sehr seltenen Erkrankungen entwickelt. Eine Übersicht übergeordneter Einrichtungen bietet beispielsweise der se-atlas unter www.se-atlas.de/map/parent-institution. Unter www.se-atlas.de können Betroffene, Ärzte, nicht-medizinisches Personal und die breite Öffentlichkeit deutschlandweit nach entsprechenden Versorgungseinrichtungen suchen. Gibt man beispielsweise in die Suchmaske den Begiff "Onkologische Krankheit, seltene" ein, erscheinen Kontaktdaten zu Selbsthilfegruppen und Fachzentren. Zunächst werden diese in Form einer interaktiven und anklickbaren Landkarte ausgegeben. Man kann aber auch oben auf das Listensymbol klicken und erhält dann eine ausführliche Liste.

Ansprechpartner und Kontaktadressen kann der Krebsinformationsdienst am Telefon und per E-Mail nennen. Noch gibt es allerdings keine Zertifizierung oder Prüfung. Alle Angaben beruhen deshalb auf Selbstauskünften der jeweiligen Zentren.

Expertenrat gesucht: Wohin zur zweiten ärztlichen Meinung?

Krebspatienten haben das Recht, vor anstehenden schwerwiegenden Entscheidungen eine zweite ärztliche Meinung in einer qualifizierten Einrichtung einzuholen. Dies gilt auch für gesetzlich Versicherte. Die Kosten für das Einholen einer zweiten ärztlichen Meinung werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet.  Bei privat Versicherten gilt nur der jeweilige Vertrag. 

Die Möglicheit zur zweiten oder gar dritten und vierten Meinung hat jedoch Grenzen. Es liegt im Ermessen der gesetzlichen Krankenversicherung, welche Leistungen sie im Rahmen der erneuten ärztlichen Begutachtung erstattet. Ein Beispiel sind Untersuchungen, die sehr häufig nicht wiederholt werden müssen - oft reicht es für eine zweite Meinung aus, die bisherigen Befunde durch andere Ärzte prüfen zu lassen.

Was bedeutet dies für Patienten? 
Man sollte prüfen, was man genau möchte, wenn das Thema zweite Meinung zur Sprache kommt. Fühlt man sich ausreichend informiert, möchte aber eine unabhängige zweite Meinung haben, um "auf Nummer sicher" zu gehen? Gibt es mehrere Behandlungsalternativen, und man kann sich schlecht entscheiden? Oder gibt es Probleme im persönlichen Verhältnis zu den bisherigen Ärzten? All diese Fragen sollte man zunächst mit ihnen besprechen. Entweder werden sie selbst eine Überweisung empfehlen, oder das Gespräch trägt zur besseren Klärung der Situation bei.

Was tun, wenn dies nicht der Fall ist? Dann kann man auch aktiv um eine Überweisung bitten. Wenn man dies nicht möchte, sollte man spätestens jetzt die Krankenversicherung um Rat bitten, wie die Möglichkeit einer zweiten Meinung aussehen könnte und wer dazu infrage kommt.

Um Doppeluntersuchungen und unnötige Belastungen für Patienten zu vermeiden, sollten von den bisher behandelnden Ärzten möglichst alles an Unterlagen, Bildern und Arztbriefen zur Verfügung gestellt werden. Allerdings muss man für bestimmte Unterlagen Kopiergebühren oder andere Kosten selbst tragen. Auch darüber informiert im Detail die Krankenkasse.

So komme ich ins Krankenhaus: Wichtige Schritte bei der Planung

Es gibt zurzeit keine einzelne für Krebs spezifische Linkliste für Krankenhäuser, auf die Krebspatienten zurückgreifen könnten. Wichtig ist daher immer die Rücksprache mit Haus- oder Facharzt, und der Krankenversicherung. Auch der Krebsinformationsdienst kann am Telefon oder per E-Mail die Suche nach Auskünften unterstützen.

Linktipp: Checkliste - was muss mit in die Klinik?

Was gehört in die Tasche, bevor man ins Krankenhaus geht? Welche Unterlagen muss man mitnehmen, welche sollten besser zuhause bleiben? Was muss geklärt werden, bevor man entlassen wird?

Aus dem Krankenhaus entlassen, und dann? Rehabilitationskliniken

Kliniken, die eine besondere Nachbetreuung von Krebspatienten während einer stationären Rehabilitation oder einer so genannten Anschlussheilbehandlung durchführen können, müssen ihre besondere Qualifikation im Rahmen der Bestimmungen des Sozialgesetzbuches nachweisen. Sie sind nicht zu verwechseln mit den normalen Krankenhäusern für die Akutbehandlung. Und sie haben auch nichts zu tun mit Kurhotels oder anderen Einrichtungen, in denen man sich eher auf der privatern Basis eines Urlaubs erholen kann.

Derzeit können gesetzlich versicherte Krebspatienten, bei denen eine Anschlussrehabilitation oder eine stationäre "Reha" zu einem späteren Zeitpunkt geplant ist, sich nur bedingt aussuchen, in welche Klinik sie möchten: Ihr Versicherungsträger entscheidet nach Verfügbarkeit von freien Zimmern und vor allem anhand der ganz besonderen Vorgaben, die sich aus der individuellen Situation ergeben.
Gibt es aus individueller Sicht wichtige Gründe, die für eine ganz bestimmte Einrichtung sprechen, sollten Patienten jedoch ihre Ärzte oder den Kliniksozialdienst um Hilfe bitten. So lässt sich möglicherweise innerhalb des vorgegebenen Rahmens eine individuelle Lösung finden.

Anlaufstellen bei Fragen zur Rehabilitation

Ob eine stationäre medizinische Rehabilitation oder andere Maßnahmen sinnvoll sind und welche Ansprüche im Rahmen der persönlichen Versicherung bestehen, lässt sich meist schon vor der Entlassung während des Klinkaufenthaltes klären. Die Mitarbeiter der Kliniksozialdienste stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und helfen bei Bedarf gemeinsam mit den behandelnden Ärzten auch bei der Antragsstellung. Kostenträger kann die Krankenkasse sein, auch die Rentenversicherung kommt infrage, bei beruflich bedingten Krebserkrankungen kann es auch die gesetzliche Unfallversicherung sein.

Für Patienten, die bereits entlassen sind, fungieren die zentralen Servicestellen REHA als Ansprechpartner. Für den Kontakt mit einer dieser Servicestellen ist es egal, bei welcher Versicherung man  ist oder ob man privat oder gesetzlich versichert ist. Die nächste Anlaufstelle kann bei der Krankenkasse oder der Rentenversicherungerfragt werden; eine Liste gibt es auch online.
Die gesetzlichen Rentenversicherungen arbeiten seit Oktober 2005 gemeinsam und bieten neben Auskünften auch Adressen von Beratungsstellen vor Ort sowie von Rehabilitationskliniken.

Wie eine Reha abläuft und welche Leistungen infrage kommen, erläutert der Krebsinformationsdienst im Text "Rehabilitation nach Krebs".