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Kliniksuche

Wie findet man ein gutes Krankenhaus? Worauf kann man bei der Suche nach einer passenden Einrichtung achten?

Die Diagnose Krebs ist gestellt, der Haus- oder Facharzt plant für die weitere Behandlung die Überweisung ins Krankenhaus. Wo findet man ein auf die Behandlung von Krebs spezialisiertes Krankenhaus? Worin unterscheiden sich zum Beispiel Organzentren, Krebszentren und Tumorzentren von Onkologischen Spitzenzentren? Und wie findet man nach der Entlassung aus dem Krankenhaus die passende Rehabilitationsklinik?

Der folgende Text bietet Patienten und Patientinnen einen Überblick über wichtige Kriterien, auf die man bei der Auswahl einer guten Klinik achten kann. Er zeigt auf, wie man nach dem passenden Krankenhaus sucht, und wer bei der Entscheidung unterstützt.

Wichtig: Informationen aus dem Internet können die Beratung mit den überweisenden Ärzten nicht ersetzten. Bei Fragen zur Kostenübernahme der Krankenhausbehandlung sind die Krankenkassen wichtige Ansprechpartner.

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Quellen und Links

Grundlage des folgenden Textes sind gesetzliche Reglungen zur Zulassung und zur Bedarfsplanung von Krankenhäusern, weiter das Sozialgesetzbuch (SGB V), sowie Empfehlungen zur strukturellen Versorgung in onkologischen Leitlinien (eine Suchmöglichkeit unter www.awmf.org/leitlinien). Weitere genutzte Quellen sind im Text direkt verlinkt oder benannt; eine Auswahl von Links für Interessierte und Fachkreise findet sich zudem am Textende.

Auf der Suche nach guter Versorgung: Welche Kriterien kann man bei der Klinikwahl beachten?

Die meisten größeren Krankenhäuser und Universitätskliniken sind heutzutage auf die Krebsbehandlung eingerichtet. Welches Zentrum im individuellen Fall am besten für die Behandlung geeignet ist, können Betroffene am besten gemeinsam mit dem einweisenden Arzt herausfinden. Auch die Krankenkassen helfen weiter.

Es gibt jedoch einige wichtige Kriterien, die man selbst prüfen kann. Sie erleichten dann unter Umständen auch eine Entscheidung:

  • Die Einrichtung hat eine Zulassung als reguläres Krankenhaus. Damit erfüllt sie die Voraussetzung für die Übernahme der Behandlungskosten durch die gesetzlichen Krankenversicherungen.
  • Die Klinik veröffentlicht den gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Qualitätsbericht.
  • Die Klinik hat Erfahrung mit der jeweiligen Krebserkrankung. So kann man zum Beispiel prüfen, wie viele Patienten mit der gleichen Erkrankung pro Jahr bisher behandelt wurden. Auch diese Angaben finden sich im Qualitätsbericht.
  • Die Betreuung der Patienten erfolgt interdisziplinär: Verschiedene Fachärzte und Fachleute aus anderen Berufsgruppen, zum Beispiel Pflegepersonal und Physiotherapeuten, arbeiten bei der Versorgung der Patienten eng zusammen. Sie beraten gemeinsam, wie die Behandlung zu planen ist.
  • Die Einrichtung berät Patienten und Angehörige bei sozialrechtlichen, psychosozialen und psychoonkologischen Fragen. Fragen kann man außerdem, ob die Klinik eine Ernährungsberatung für Krebspatienten anbietet.
  • Die Behandlung orientiert sich an wissenschaftlich fundierten Behandlungsempfehlungen.
  • Die Einrichtung führt klinische Studien mit neuen Medikamenten und Verfahren durch, oder sie beteiligt sich an Studien zur Verbesserung der bisherigen Therapieverfahren.
  • Die Klinik verfügt über eine Ambulanz. Als Krebspatient hat man so die Möglichkeit zur Untersuchung und Behandlung auch ohne stationären Aufenthalt. Auch die Nachsorge kann je nach Situation von der Klinikambulanz übernommen werden.
  • Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, dürfen auch persönliche Wünsche eine Rolle spielen; etwa die Nähe zum Wohnort oder die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Selbst kundig werden: Wo finde ich die entsprechenden Informationen?

Praktisch alle Krankenhäuser verfügen heute über eigene Internetseiten und informieren ihre Patienten über ihr Angebot. Im Internet gibt es außerdem zahlreiche Suchmöglichkeiten, die weitere Informationen über Kliniken bieten. Wichtig ist immer die Quelle dieser Information: Zumindest die wichtigsten Angaben sollten aus den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsberichten der Krankenhäuser stammen.

Wo kann man nach einer passenden Klinik suchen?

Welche Internetseiten sind verlässlich? Eine gute Möglichkeit bieten insbesondere die Internetauftritte der Krankenkassen an. Dort findet man regelrechte Klinik-Suchmaschinen. Sie greifen auf Daten aus den Qualitätsberichten zurück. Suchen kann man über Namen der Kliniken, über den Wohnort oder Schlagworte, z.B. den Krankheitsnamen oder - für Fachleute - den ICD-Code, das internationale Codierungsverzeichnis für Krankheiten.
Bei vielen Suchmaschinen gibt es die Möglichkeit, die Daten mehrerer Kliniken nebeneinander darzustellen – dies erleichtert einen direkten Vergleich. Der Gemeinsame Bundesausschuss bietet eine Liste ausgewählter Suchmaschinen unter www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/qualitaetssicherung/qualitaetsbericht/suche.

Wer hilft bei der Suche?

Ganz einfach zu verstehen sind die Qualitätsberichte und die Ergebnisse der Kliniksuchmaschinen jedoch nicht. Daher sollte man als Patientin oder Patient auf jeden Fall den betreuenden Arzt in die Informationssuche und die Entscheidung miteinbeziehen.
Seit einigen Jahren ist gesetzlich vorgeschrieben, dass Patienten auch von ihren Krankenkassen ausführliche Informationen und Hilfe bei der Suche nach Ansprechpartnern erhalten:

  • über die jeweilige Geschäftsstelle der Krankenkasse
  • bei der telefonischen Patientenberatung der Krankenkasse
  • auf der Internetseite der Krankenkasse.

Zentren der onkologischen Versorgung: Was bedeuten die verschiedenen Bezeichnungen?

Krebspatienten und ihre Angehörigen stehen heute einer Vielzahl von Begriffen gegenüber, wenn es um die Bezeichnung von auf die Behandlung von Krebs spezialisierten Krankenhäusern geht. Das kann unter Umständen recht verwirrend sein: Oft trägt die Klinik eine bestimmte Bezeichnung, die Abteilung, in der man tatsächlich behandelt wird, verwendet aber noch einen anderen Begriff im Namen. Manchmal ist ein und dieselbe Einrichtung mehreren Kategorien zugeordnet, und verwendet je nach Situation auch mehrere Bezeichnungen. Was "besser" ist, lässt sich daraus nicht zwangsläufig ableiten:

  • Einige Bezeichnungen beziehen sich zum Beispiel auf den Träger der Einrichtung. Ein Beispiel dafür ist der Begriff "Universitätsklinik": Das sind Krankenhäuser, die direkt der Medizinischen Fakultät einer Universität zugeordnet sind. In Regionen, in denen es keine Universitäten gibt, sind es oft die großen Krankenhäuser der Kreise und Städte, kirchliche Krankenhäuser oder auch die Kliniken privater Träger, die die Krebstherapie übernehmen.
  • Andere Bezeichnungen geben dagegen die Spezialisierung einer Klinik an. Dahinter steht meist, dass ein bestimmter Bereich oder eine ganze Klinik von externen Gutachtern überprüft wurde, und deshalb ein entsprechendes Zertifikat tragen darf. Ein Beispiel dafür wäre die besondere Spezialisierung etwa auf die Brustkrebsbehandlung, weitere Beispiele folgen hier in diesem Text.

Wie wichtig sind diese Angaben?

Allgemein sind die meisten großen Krankenhäuser und Kliniken heutzutage auf die Behandlung von Krebspatienten spezialisiert.

  • Manche Einrichtungen haben ein Zertifikat: ein Nachweis über die qualitativ hochwertige Ausstattung und große Erfahrung bei der Behandlung von Krebspatienten.
  • Doch auch Kliniken ohne solche Prüfungen können gut geeignet sein: Die Zertifizierung ist freiwillig und nicht alle spezialisierten Zentren haben bereits eine Zertifizierung durchlaufen oder streben eine Zertifizierung an. Zudem gibt es längst nicht für alle Krebsarten überhaupt ein Zertifizierungsverfahren.

Tumorzentren, Onkologische Schwerpunkte

Diese Bezeichnungen galten seit den 70er Jahren für große Zentren in Deutschland, zu denen sich alle an der Krebsbehandlung beteiligten Kliniken einer Region zusammenschlossen. Das Ziel damals: die aktive Zusammenarbeit sollte die Versorgung aller Krebspatienten einer Region verbessern. Insbesondere der Begriff Tumorzentrum findet sich daher heute noch oft im offiziellen Namen entsprechender Klinikverbünde. In Baden-Württemberg wird auch noch die Bezeichnung Onkologischer Schwerpunkt verwendet.

Heute gibt es solche Tumorzentren in fast allen Regionen Deutschlands. Eine Zertifizierung ist mit dem Begriff Tumorzentrum an sich nicht mehr verbunden. Der Begriff bezeichnet heutzutage eine organisatorische Einheit, die Versorgungseinrichtungen in einer Region vernetzt und die Qualität der Behandlung sichert und verbessert. Der Dachverband, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e.V. (ADT) bietet unter www.tumorzentren.de nicht nur Adressen von Tumorzentren in Deutschland, sondern informiert auch über die heutigen Aufgaben und Qualitätsansprüche eines Tumorzentrums.

Die meisten Kliniken innerhalb der Tumorzentren oder Onkologischen Schwerpunkte tragen heute aber noch weitere Bezeichnungen: So sind viele Kliniken innerhalb der Tumorzentren beispielsweise außerdem noch Universitätskliniken. Oder sie haben Zertifizierungen durchlaufen, um ihre besondere Spezialisierung auf einem bestimmten Gebiet der Krebsmedizin nachzuweisen.

Organkrebszentren

Organkrebszentren sind Fachabteilungen oder Fachkliniken, die sich besonders auf eine Tumorart spezialisiert haben. Ein Organkrebszentrum fungiert damit als ein Netzwerk, in dessen ambulanten und stationären Einrichtungen alle an der Behandlung eines Krebspatienten Beteiligten eng zusammenarbeiten. Dazu gehören Fachärzte und Pflegepersonal, aber zum Beispiel auch Psychoonkologen und Mitarbeiter der Kliniksozialdienste, die Krebspatienten unterstützen.

Eine Zertifizierung erfolgt in Deutschland aktuell insbesondere im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Zurzeit können sich Krankenhäuser oder ihre spezialisierten Abteilungen für folgende Tumorartenzertifizieren lassen:

  • Brustkrebs
  • Hautkrebs
  • Gynäkologische Tumoren
  • Darmkrebs
  • Lungenkrebs
  • Prostatakrebs

Auf der Internetseite www.oncomap.de kann man nach zertifizierten Organkrebszentren suchen. Die Hintergründe und Kriterien zur Zertifizierung finden sich auf der Internetseite www.onkozert.de.

Wie verlässlich ist diese Zertifizierung?

Sie ist freiwillig. Das heißt: Es gibt viele Kliniken, die keine solche Prüfung durchlaufen haben oder eine andere Art des Qualitätsnachweises wählen. Trotzdem können diese Kliniken genauso spezialisiert sein wie eine Einrichtung mit Zertifikat der DKG.

Hier zwei Beispiele für andere Qualitätsnachweise:

  • Die auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisierten Zentren in Nordrhein-Westfalen werden vom dortigen Landesgesundheitsministerium als Brustzentren anerkannt. Informationen zu den Kriterien und dem Zertifizierungsverfahren sowie eine Liste der zertifizierten Brustzentren bietet das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen unter www.mgepa.nrw.de/gesundheit/praevention/krebs/brustkrebs/index.php.
  • Für chirurgische Abteilungen, die sich besonders auf Operationen bestimmter Organe spezialisiert haben gibt es eine eigene Zertifizierung. Sie wird im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) durchgeführt, mehr Informationen unter www.dgav.de/studoq/zertifizierungen.html.

Onkologische Zentren

Onkologische Zentren sind auf die Behandlung von Krebs spezialisierte Einrichtungen, die verschiedene Kriterien erfüllen.

  • In Deutschland zertifiziert unter anderem die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) Onkologische Zentren. Zertifizierte Kliniken sind mit anderen Fachbereichen vernetzt und verfügen über ein anerkanntes Qualitätsmanagementsystem. Zudem enthalten sie mindestens zwei zertifizierte Organzentren. Zusätzlich zertifiziert die DKG innerhalb onkologischer Zentren auf bestimmte Tumorarten spezialisierte Module: Kopf-Hals-Tumor-Zentren, neuroonkologische Zentren und Pankreaskarzinomzentren. Von der DKG zertifizierte Onkologische Zentren und Module sind beispielsweise unter www.oncomap.de abrufbar.
  • Die Bezeichnung Onkologisches Zentrum verwenden allerdings auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO), der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO) und die Arbeitsgemeinschaft der Hämatologen und Onkologen im Krankenhaus (ADHOK). Sie zertifizieren damit in Deutschland nicht nur Krankenhäuser, sondern auch spezialisierte Praxen niedergelassener Ärzte. Innerhalb eines Onkologischen Zentrums zertifiziert die DGHO zusätzlich auf die Behandlung eines spezifischen Tumors spezialisierte Strukturen: Die sogenannten Kompetenzzentren. Eine Übersicht über die von der DGHO zertifizierten Onkologischen Zentren und Kompetenzzentren bietet zum Beispiel die Internetseite www.onkologie-zertifizierung.de.

Comprehensive Cancer Centers - Onkologische Spitzenzentren

Welche Kliniken setzen aktuell in Deutschland besondere Standards in der interdisziplinären Versorgung von Krebspatienten und sind darüber hinaus in der Forschung besonders aktiv? Seit einigen Jahren gibt es Zentren, die sich durch ganz besondere Erfahrung und hohe Spezialisierung auf die Behandlung von Krebs auszeichnen. Das Modell folgt dem Vorbild der U.S.-amerikanischen Comprehensive Cancer Centers, abgekürzt CCC. Dort steht der Begriff für Krebszentren der höchsten gesetzlich definierten Versorgungsstufe.

Deutsche CCCs gehen über die Konzepte der Tumorzentren, Organzentren und Onkologischen Zentren hinaus. Ein Schwerpunkt liegt auf der Patientenversorgung: CCCs verfügen über eine interdisziplinäre Ambulanz als zentrale Anlaufstelle für Patienten in einer Region. So kann bei einem Termin gleich Kontakt zu mehreren Spezialisten hergestellt werden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Forschung: Wissenschaftler aus Forschungsinstituten und Ärzte in den Zentren arbeiten eng zusammen, um Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung möglichst schnell und vorteilhaft bei der Behandlung von Patienten in der Klinik anzuwenden. CCCs führen daher besonders viele klinische Studien durch, in denen man als Patient von neuen Ergebnissen der Forschung profitieren kann.

In Deutschland gibt es noch kein Zertifizierungsverfahren für CCCs. Die Stiftung Deutsche Krebshilfe fördert wissenschaftlich herausragende Zentren durch eine besondere Zusatzfinanzierung. Diese derartig geförderten Zentren tragen die Bezeichnung Onkologisches Spitzenzentrum. Mehr Informationen und eine Liste der Zentren bietet das Netzwerk Onkologische Spitzenzentren unter www.ccc-netzwerk.de/onkologische-spitzenzentren.html

Darüber hinaus haben sich CCCs und Forschungseinrichtungen an sieben Standorten in Deutschland zu einem Netzwerk, dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) zusammengeschlossen. Im Focus des Konsortiums steht die translationale Krebsforschung, deren Ziel ist es ist, Forschungsergebnisse aus dem Labor möglichst schnell in die klinischen Anwendung zu bringen. Fördermittel zur Unterstützung der Forschungsvorhaben stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg ist Kernzentrum des Konsortiums, mehr Informationen unter www.dkfz.de/de/dktk/ueber_uns/ueber_uns.html.

Seltene Erkrankungen: Wohin bei seltenen Tumoren und besonderen Krankheitssituationen?

Manche Tumorarten oder auch bestimmte Erkrankungssituationen sind so selten, dass die meisten Ärzte und selbst größere Kliniken pro Jahr nur wenige oder gar keine Patienten mit einer dieser Erkrankungen sehen. Wie kann man sich als Betroffener dann orientieren?
Mehr Informationen zu seltenen Tumoren und deren Behandlungsmöglichkeiten sowie Ansprechpartner und Links bietet der Text Krebsinformationsdienst im Text "Seltene Tumoren: Informationen und Ansprechpartner finden". Liegen besondere Empfehlungen zur Behandlung vor, zum Beispiel die Empfehlung zur Behandlung innerhalb einer Studie, ist dies in den Texten in der Rubrik "Krebsarten" berücksichtigt. Fragen zu seltenen Tumorarten und Krankheitssituationen beantwortet der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail.

Einige Zentren in Deutschland haben sich in den letzten Jahren ausdrücklich zu Anlaufstellen für Patienten mit seltenen Erkrankungen entwickelt. Betroffene, Ärzte, Pflegefachleute und weitere an der Versorgung Beteiligte können beispielsweise unter www.se-atlas.de deutschlandweit nach entsprechenden Versorgungseinrichtungen suchen. In der Suchmaske kann man nach Krankheitsnamen oder – für Fachleute - dem ICD-Code suchen. Eine Übersicht übergeordneter Einrichtungen bietet der se-atlas unter www.se-atlas.de/map/zse. Der se-Atlas ist eine Einrichtung des Klinikums der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und wird vom Bundesministerium für Gesundheit finanziert, mehr zur Finanzierung und den am Projekt beteiligten Organisationen untern www.se-atlas.de/aboutus/imprint.

Expertenrat gesucht: Wohin zur zweiten ärztlichen Meinung?

Krebspatienten haben das Recht, angesichts der Schwere ihrer Erkrankung oder auch vor anstehenden weitreichenden Entscheidungen eine zweite ärztliche Meinung in einer qualifizierten Einrichtung einzuholen. Dies gilt auch für gesetzlich Versicherte. Die Kosten für das Einholen einer zweiten ärztlichen Meinung werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet. Bei privat Versicherten gilt nur der jeweilige Vertrag.

Die Möglichkeit zur zweiten oder gar dritten und vierten Meinung hat jedoch Grenzen. Es liegt im Ermessen der gesetzlichen Krankenversicherung, welche Leistungen sie im Rahmen der erneuten ärztlichen Begutachtung erstattet. Ein Beispiel sind Untersuchungen, die sehr häufig gar nicht wiederholt werden müssen - oft reicht es für eine zweite Meinung aus, die bisherigen Befunde durch andere Ärzte prüfen zu lassen.

Was bedeutet dies für Patienten?
Man sollte prüfen, was man genau möchte, wenn das Thema zweite Meinung zur Sprache kommt. Fühlt man sich ausreichend informiert, möchte aber eine unabhängige zweite Meinung haben, um "auf Nummer sicher" zu gehen? Gibt es mehrere Behandlungsalternativen, und man kann sich schlecht entscheiden? Oder gibt es Probleme im persönlichen Verhältnis zu den bisherigen Ärzten? All diese Fragen sollte man zunächst mit ihnen besprechen. Entweder werden sie selbst eine Überweisung empfehlen, oder das Gespräch trägt zur besseren Klärung der Situation bei.

Was tun, wenn dies nicht der Fall ist? Dann kann man auch aktiv um eine Überweisung bitten. Wenn man dies nicht möchte, sollte man spätestens jetzt die Krankenversicherung um Rat bitten, wie die Möglichkeit einer zweiten Meinung aussehen könnte und wer dazu infrage kommt.

Um Doppeluntersuchungen und unnötige Belastungen für Patienten zu vermeiden, sollten von den bisher behandelnden Ärzten möglichst alle Unterlagen, Bilder und Arztbriefe zur Verfügung gestellt werden. Allerdings muss man für bestimmte Unterlagen Kopiergebühren oder andere Kosten selbst tragen. Auch darüber informiert im Detail die Krankenkasse.

Aus dem Krankenhaus entlassen - und dann? Entlassmanagement, Rehabilitationskliniken

Entlassmanagement

Viele Krebspatienten bleiben heutzutage vergleichsweise nur kurz im Krankenhaus. Was benötigt man als Patient oder Patientin, damit man in der Zeit zwischen der Entlassung aus dem Krankenhaus und dem nächsten Arzttermin oder dem Beginn einer Rehabilitation gut versorgt ist? Die Bedürfnisse sind sehr individuell und Betroffene sollten diese frühzeitig vor der Entlassung von sich aus ansprechen. Informationen zu wichtigen Themen beim Entlassmanagement und welche Ansprechpartner beteiligt sind bietet der Text "Aus der Klinik entlassen – wie geht es danach weiter".

Rehabilitation

Sehr viele Krebspatienten haben Anspruch auf eine Rehabilitation, nachdem ihre erste Behandlung abgeschlossen ist. Ob eine stationäre medizinische "Reha" oder andere Maßnahmen sinnvoll sind und welche Ansprüche im Rahmen der persönlichen Versicherung bestehen, lässt sich meist schon frühzeitig während des Klinikaufenthalts klären. Wie eine Rehabilitation abläuft, wer die Ansprechpartner sind und welche Leistungen infrage kommen, erläutert der Krebsinformationsdienst ausführlich im Text "Rehabilitation nach Krebs- Was hilft beim Gesundwerden?".

Die freie Klinikwahl ist bei Rehabilitationskliniken für gesetzlich Versicherte und meist auch für privat Versicherte begrenzt: Jede Reha wird an die Bedürfnisse des Patienten oder der Patientin angepasst. Als Antragsteller kann man Wünsche äußern, zum Beispiel nach einer bestimmten Klinik. Die letztendliche Entscheidung trifft jedoch der Kostenträger.