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Arztsuche

Wie hilft der Hausarzt? Wo findet man den Spezialisten?

Eigentlich ist alles ganz einfach: Man geht zum Arzt, um seine Fragen zu stellen oder seine Beschwerden zu schildern, und dieser kümmert sich um alles Weitere.
Doch was tun, wenn man lange keinen Hausarzt mehr benötigt hat, nun aber wegen eines verdächtigen Symptoms einen Ansprechpartner sucht? Gibt es einen Facharzt für Krebs? Muss man immer gleich ins Krankenhaus, wenn es um die Nachbetreuung nach einer Krebsbehandlung geht?
Die folgenden Informationen richten sich an Krebspatienten und ihre Angehörigen. Sie zeigen auf, worauf man bei der Suche nach einem guten Arzt achten kann, wo man weitere Informationen findet und warum die Suche nach d e m Spezialisten manchmal gar nicht so schwierig ist.
Wichtig: Welcher Arzt für Krebspatienten der jeweils "Richtige" ist, hängt zum Teil auch von der persönlichen Einschätzung ab. Informationen aus dem Internet können das persönliche Gespräch nicht ersetzen.
Auf der folgenden Seite bietet der Krebsinformationsdienst zudem Informationen zur Suche nach guten Krankenhäusern.

Letzte Aktualisierung: 04.05.2012

Qualifikation: Hausärzte, Fachärzte, Spezialisten

Als Hausarzt tätig sind überwiegend Fachärzte für Allgemeinmedizin oder für Innere Medizin. Sie können neben ihrer Facharztausbildung weitere Zusatzqualifikationen angeben. Für Krebspatienten sind darüber hinaus viele Fachleute zuständig, je nach Situation werden die meisten Betroffenen zumindest zeitweise "interdisziplinär" von mehreren Spezialisten behandelt.
Welche Bezeichnungen Ärzte in Deutschland führen dürfen, und welche Zusatzqualifikationen sie erwerben können, listet die Bundesärztekammer in einem Dokument zur Weiterbildungsordnung für Ärzte auf. Dieses ist online abrufbar unter www.bundesaerztekammer.de/downloads/20130628-MWBO_V6.pdf. In den Abschnitten B und C finden sich die Fach- und Zusatzbezeichnungen.

Qualitätscheck: Woran erkennt man eine gute Praxis?

Sich gut aufgehoben fühlen, das will jeder Patient, wenn er zum Arzt geht. Doch woran erkennt man eine gute Praxis?
Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben gemeinsam mit den seit 2000 im Patientenforum zusammengeschlossenen Patientenvertretern eine Broschüre in Auftrag gegeben, die wichtige Kriterien aufführt. Herausgeber ist das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin, das seinerseits von den beiden ärztlichen Organisationen gegründet wurde.
Diese Checkliste richtet sich an alle Patientinnen und Patienten, die sich darüber informieren wollen, was eine gute Ärztin/einen guten Arzt und eine gute Arztpraxis ausmacht. Im Internet ist die Broschüre unter www.arztcheckliste.de/ abrufbar, die Kurzfassung steht als Faltblatt (PDF) zum Laden und Ausdrucken unter www.patienten-information.de/mdb/edocs/pdf/schriftenreihe/schriftenreihe43.pdf bereit.

Ansprechpartner finden: Wann zu welchem Arzt?

Partner im Alltag: Hausärzte

Die eigentliche Krebsbehandlung gehört in der Regel nicht zum Spezialgebiet der Allgemeinmediziner. Trotzdem kann ein Hausarzt eine wichtige Vertrauensperson für seine krebskranken Patienten sein und auch als Vermittler wirken: Er koordiniert die Zuweisungen zu Fachärzten und Krankenhäusern, bei ihm laufen viele Informationen aus Befunden und Laborberichten zusammen, und er ist erster Ansprechpartner, wenn es um die Versorgung zu Hause und im Alltag geht.
Nicht vergessen werden sollte, dass auch Krebspatienten einen Schnupfen bekommen oder andere Alltagswehwehchen haben; auch sie müssen geimpft werden, wollen sich den Blutdruck oder die Herztätigkeit messen lassen: hier bleibt der Hausarzt der wichtigste Ansprechpartner.

Wie der bisherige Hausarzt selbst seine Rolle bei der Mitbehandlung definiert, wie er mit dem behandelnden Krankenhaus zusammenarbeitet und wo er die Grenze sieht, von der an er bei Problemen grundsätzlich weiter verweist, können Patienten auch noch nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mit ihm besprechen.

Übernimmt der Hausarzt diese Koordination nicht, sollte er einen Facharzt oder eine Klinikambulanz für die verantwortliche Therapieführung empfehlen. Teilen sich mehrere Ärzte die Betreuung oder findet die Krebsbehandlung im Krankenhaus statt, sollten die Zuständigkeiten eindeutig geregelt sein. So kann sichergestellt werden, dass Doppeluntersuchungen oder sich möglicherweise gegenseitig störende Therapieverfahren vermieden werden. Bei Notfällen müssen nicht erst verschiedene Ansprechpartner befragt werden.

Auf Krebs spezialisiert: Fachärzte

Der Hausarzt ist für viele Menschen auch der erste Ansprechpartner, wenn es um die Krebsfrüherkennung oder die Abklärung von Symptomen geht. Zwar führen viele  Allgemeinmediziner oder hausärztlich tätigen Internisten entsprechende Untersuchungen nicht  selbst durch. Sie stellen aber eine Überweisung zum Facharzt aus, und sie können über Arztbriefe über die Befunde informiert bleiben, wenn der Patient dies wünscht.  
Für die Krebsfrüherkennung und die Abklärung von Symptomen sind je nach Fragestellung Gynäkologen, Internisten, Urologen oder auch Hautärzte zuständig. Werden besondere Untersuchungen notwendig, überweisen sie zu weiteren Fachärzten, etwa zu einem Radiologen wegen Röntgenaufnahmen oder anderer bildgebender Verfahren.

Die eigentliche Krebsbehandlung und zum Beispiel die Nachsorge nach der Erstbehandlung in einer Klinik können je nach Situation und Art der Erkrankung ebenfalls durch Fachärzte verschiedener Disziplinen durchgeführt werden, zum Beispiel durch Chirurgen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner, Schmerztherapeuten oder andere Spezialisten. Manche Fachärzte bekommt ein Patient unter Umständen nie zu Gesicht, etwa den Pathologen oder den Laboratoriumsmediziner.

Einen Facharzt für „Krebs“ im engeren Sinn gibt es zwar nicht. Innerhalb der eigentlichen Fachdisziplinen gibt es jedoch die Möglichkeit zur weiteren Spezialisierung. Hier einige von mehreren Beispielen: Gynäkologen können sich den Schwerpunkt „Gynäkologische Onkologie“ erarbeiten. Internisten mit besonderer Spezialisierung auf die Krebsbehandlung haben sich in „Hämatologie und Onkologie“ weitergebildet. Für Kinderärzte steht dieser Schwerpunkt  als „Kinder-Hämatologie und –onkologie“ offen. Anästhesisten sind nicht nur Narkosespezialisten, sondern mit dem Schwerpunkt „Spezielle Schmerztherapie“ auch Ansprechpartner für die Planung einer Krebsschmerzbehandlung, die der Hausarzt weiterführen kann.

Leistungsangebot: Auf Besonderheiten achten!

Heute können auch aufwändigere Behandlungsverfahren außerhalb der Klinik durchgeführt werden, zum Beispiel die Chemotherapie. Sie wird nicht nur von den Krankenhäusern selbst, sondern auch von vielen niedergelassenen Fachärzten angeboten.
Dazu gehören zum Beispiel niedergelassene Internisten mit dem Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie. Auch Gynäkologen, Urologen oder Ärzte anderer Fachrichtungen mit der Zusatzweiterbildung "Medikamentöse Tumortherapie" führen Krebsbehandlungen ambulant durch.

Die Erlaubnis zur ambulanten Behandlung mit Zytostatika werden über die Standesorganisationen geregelt, also die jeweils zuständige Ärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung. Adressen lassen sich über die Arztsuchsysteme dieser Organisationen und auch zum Beispiel die Arztsuchsysteme der Krankenkassen und die Berufsverbände finden (Adressen im Kasten am Textende).

Auch für einige Diagnoseverfahren sind besondere Kenntnisse und die Einhaltung von Qualitätsstandards vorgeschrieben:

  • Die Mammographie zur Abklärung von verdächtigen Symptomen in der Brust, zum Beispiel eines Knotens, darf nur von Ärzten durchgeführt werden, die eine besondere Qualifikation nachweisen können, auch ihre Praxis als solche muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Mehr dazu lesen Sie im Text "Mammographie“.
  • Das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs bei gesunden Frauen darf sogar nur von besonders spezialisierten Zentren angeboten werden, mehr dazu hier.
  • Auch die Darmspiegelung, die in der Früherkennung für Menschen im Alter ab 55 Jahren angeboten wird, muss von nachweislich qualifizierten Ärzten und qualitätsgeprüften Praxen durchgeführt werden.
  • Das Hautkrebs-Screening erfordert ebenfalls eine besondere Zusatzqualifikation; sie kann von Hausärzten und anderen Fachärzten und natürlich von Hautärzten bzw. Dermatologen erworben werden.

Teamarbeit: Nicht nur Ärzte spielen eine Rolle

Dass eine gute Arztpraxis keineswegs nur mit Medizinern arbeitet, weiß jeder: Ein großer Teil der Organisation, aber auch viele Untersuchungen und einzelne Behandlungen, von der Blutabnahme bis zur Mammographie, wird heute nicht durch Ärzte, sondern durch Arzthelferinnen, Schwestern, technische Assistentinnen und andere Fachkräfte mit entsprechender Ausbildung übernommen. Physiotherapeuten kümmern sich in eigener Praxis um Krankengymnastik, Bewegungstherapie oder Lymphdrainage. Ernährungsberater, die ebenfalls immer häufiger in eigener Praxis tätig sind, helfen bei Fragen der täglichen Ernährung weiter.
Besonders wichtig ist ein solches Teamwork bei der häuslichen Pflege von Krebspatienten. Hier arbeiten viele Berufsgruppen Hand in Hand; eine Übersicht von Ansprechpartnern bietet KID im Bereich Pflege.

Einen Arzt finden: Adressen und Links

Über die Empfehlung von Freunden und Bekannten oder den Blick ins Telefonbuch hinaus können sich Ratsuchende über folgenden Suchweg weiter informieren:

Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Ärztekammern bieten die Möglichkeiten einer Online-Arztsuche: Unter www.arzt.de oder unter www.kbv.de gelangt man beim Stichwort "Patienten" zur Arztsuche, über eine Deutschlandkarte sind dann die regionalen Verzeichnisse abrufbar. Die regionalen Kammern sind überwiegend auch am Telefon mit Auskünften bei der Suche nach qualifizierten Ansprechpartnern behilflich.
Diese Verzeichnisse bzw. die dahinter stehenden Kammern informieren auch darüber, welche Kassenzulassung ein Arzt hat. Dies ist wichtig wegen der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen, aber auch wegen des Ausstellens von wichtigen Bescheinigungen wie etwa der Krankmeldung.

Die gesetzlichen Krankenkassen ihrenVersicherten Hilfe bei der Arztsuche an, entweder über die nächstgelegene Geschäftsstelle, über die Servicetelefone der Kasse oder über das Internet: Die Krankenkassen haben Portale entwickelt, in denen man Ärzte suchen, aber auch die eigenen Erfahrungen mit dem Arzt weitergeben sowie die Bewertung anderer Patienten einsehen kann.
Ein Beispiel ist ein Projekt der AOK und der Barmer GEK mit Unterstützung des Suchportals "Weisse Liste", abrufbar unter https://arzt.weisse-liste.de/. Die Ersatzkassen bieten den "Arztlotsen" unter www.vdek-arztlotse.de/.

Der Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland e.V. (BNHO) bietet seit kurzem die Online-Suche nach Krebsspezialisten mit eigener Praxis, unter www.bnho.de/arztsuche.html. Ratsuchende können dort viele Adressen von Fachärzten für Innere Medizin finden, die zum Beispiel eine ambulante Chemotherapie durchführen oder bei fortgeschrittener Krebserkrankung betreuen können. Doch Achtung: Es gibt weitere Ärzte aus anderen Fachrichtungen, die sich auf die Krebsbehandlung spezialisiert haben, aber kein Mitglied im BNHO sind und deshalb auch nicht in dieser Arztsuche aufgeführt werden.

  • Bei der Suche nach weiteren Berufsverbänden, die Listen spezialisierter Mitglieder führen, kann der Krebsinformationsdienst am Telefon und per E-Mail helfen.

Immer häufiger genutzt werden Online-Bewertungsportale für Ärzte. Meist stehen dahinter kommerzielle Anbieter, und es gab bereits viel Kritik daran, dass nicht alle diese Angebote seriöse Information bieten. Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat eine Checkliste erarbeitet, mehr unter www.aezq.de/aezq/arztbewertungsportale. Arztbewertungsportale lassen sich im Internet unter dem entsprechenden Stichwort finden.