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Collage: HPV-Viren und Spritze mit Impfstoff, Foto: Eisenhans- Fotolia.com © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Humane Papillomviren: Mehr wissen

Hintergrundinformationen, Adressen, Links

Welche Rolle humane Papillomviren (HPV, HP-Viren) bei der Krebsentstehung spielen, hat für viele Diskussionen gesorgt. Die meisten Daten liegen zu Gebärmutterhalskrebs vor, aber es gibt weitere Studien auch zu anderen Krebsarten.  Wo finden sich weitere, vertiefende Informationen zum Thema?

Im folgenden Text nennt der Krebsinformationsdienst Linktipps, Hintergrundinformationen, Stellungnahmen und Quellen.

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Infektion, Impfung, Krebsvorbeugung, Früherkennung: Wir beantworten Ihre Fragen

Kurz gefasste Informationen zum Thema bieten folgende Informationsblätter des Krebsinformationsdienstes, zum Laden und Ausdrucken als PDF-Datei:

Auf unseren Internetseiten finden Sie mehr zum Schutz vor Krebsrisiken unter "Risiken vermeiden - Krebs vorbeugen".

Was es an Vorsorgetests heute gibt, lesen Sie unter "Früherkennung: Krebs und Krebsvorstufen rechtzeitig erkennen".

Weitere Informationen von Fachgesellschaften, Institutionen und Behörden

Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung

2014 erschien eine Neufassung des "Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung". Auch diese Empfehlungen betonen die Bedeutung der Impfung zum Schutz vor Tumoren. Verantwortlich ist die Internationale Krebsforschungsagentur, die zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehört. Der Kodex wurde im Auftrag der EU überarbeitet.

Die deutsche Fassung ist abrufbar unter http://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de/. Hintergrundinformationen zum Schutz vor Krebsviren bietet ein Kapitel unter http://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de/12-moeglichkeiten/impfungen-und-infektionen.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG)

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) bietet verschiedene Texte zum Thema an, unter www.gesundheitsinformation.de:

Robert Koch-Institut, Ständige Impfkommission STIKO

Das Robert Koch-Institut (RKI) bietet auf seinen Internetseiten www.rki.de viele Hintergrundinformationen zum Thema Infektionskrankheiten und Impfen.

Wie hoch im die HPV-Impfquote bei Mädchen in Deutschland? Ein Faktenblatt mit Ergebnissen der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (erste Folgebefragung KiGGS Welle 1) ist abrufbar unter www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsF/KiGGS_W1/kiggs1_fakten_impfen_hpv.pdf.

Paul-Ehrlich-Institut

Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, ist für die nationale Zulassung von Impfstoffen in Deutschland verantwortlich. Informationen zu den HPV-Impfstoffen, wie zum Beispiel zu den klinischen Studien und zur Zulassung, bietet das PEI unter www.pei.de, Stichwort "Patienten und Verbraucher", Stichwort "Informationen zu Impfstoffen und Impfungen" und weiter zu "Informationen zu HPV-Impfstoffen".

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert allgemein über Impfungen unter www.impfen-info.de. Zur HPV-Impfung informiert der Text unter www.impfen-info.de/impfempfehlungen/fuer-jugendliche-12-17-jahre/hpv-humane-papillomaviren/infektion/. Auf der Internetseite www.liebesleben.de informiert die BZgA über sexuell übertragbare Infektionen und die daraus entstehenden Krankheiten, unter anderem auch über HPV.

Für Interessierte und Fachkreise: Hintergrundinformationen, Stellungnahmen und Fachpublikationen (Auswahl)

Deutsches Krebsforschungszentrum: Fakten zur Krebsprävention

In der Publikationsreihe "Fakten zur Krebsprävention" fasst das Deutsche Krebsforschungszentrum wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen verschiedenen Krebsrisikofaktoren und Krebs in zweiseitigen Factsheets zusammen. Die Informationen richten sich vorwiegend an Fachleute und Multiplikatoren.

Die Factsheets "HPV-Infektion - Von der Infektion zum Krebs" und "Impfung gegen HPV-Infektionen" sowie weitere Themen sind als PDF abrufbar unter www.dkfz.de/de/krebspraevention/Informationen_zur_Krebspraevention.html.

Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC)

Die Monographie der Internationalen Agentur für Krebsforschung zu humanen Papillomviren als Risikofaktor von 2007 ist in englischer Sprache über das Internet abrufbar unter http://monographs.iarc.fr/ENG/Monographs/vol90/index.php.

Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)

Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über Schutzimpfungen nach § 20d Abs. 1 SGB V (Schutzimpfungs-Richtlinie) ist abrufbar unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/60/. Sie ist Grundlage für die Kostenerstattung der HPV-Impfung durch die gesetzliche Krankenversicherung.

Die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie) ist unter folgendem Link als PDF abrufbar: www.g-ba.de/informationen/richtlinien/17. Dort wird auch auf die HPV-Impfung und ihre Auswirkungen auf die Früherkennung bei Frauen sowie die Rolle des HPV-Tests Bezug genommen.

Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)

Auf den Internetseiten der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (www.awmf.org/leitlinien) finden Interessierte Leitlinien deutscher Fachgesellschaften. Mehrere der aktuell verfügbaren Fachempfehlungen behandeln auch das Thema Humane Papillomviren, die Vorbeugung einer Infektion und die Behandlung assoziierter Erkrankungen. Hier eine Auswahl:

  • Die S3-Leitlinie "Impfprävention HPV-assoziierter Neoplasien" von 2013 ist abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/082-002.html. Sie wurde unter Federführung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG) erstellt.
  • Die S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom" von 2014 ist abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-033OL.html. Federführende Fachgesellschaften waren die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) sowie die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e. V. (AGO).
  • Die S2k-Leitlinie "Anale Dysplasien und Analkarzinom bei HIV-Infizierten: Prävention, Diagnostik und Therapie" von 2013 ist abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/055-007.html. Sie wurde unter Federführung der Deutschen AIDS-Gesellschaft e.V. (DAIG) erstellt.
  • Die S2k-Leitlinie "HPV-assoziierte Läsionen der äußeren Genitalregion und des Anus – Genitalwarzen und Krebsvorstufen der Vulva, des Penis und der peri- und intraanalen Haut" von 2017 ist abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/082-008.html. Sie wurde unter Federführung der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. erstellt.
  • Zum Zusammenhang mit Hautkrebs äußert sich die S3-Leitlinie "Prävention von Hautkrebs" von 2014, entstanden unter Federführung der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-052OL.html.
Arzneimittelfachinformationen zu den Impfstoffen

Hintergrundinformationen zu den verfügbaren Impfstoffen bietet die Europäische Arzneimittelagentur EMA (www.ema.europa.eu). Die EMA ist für die europaweite Zulassung von Arzneimitteln und Impfstoffen zuständig. Ausführliche Berichte sind im Internet in englischer Sprache abrufbar, in Deutsch gibt es eine Zusammenfassung für die Öffentlichkeit.

Als Quelle für Aussagen zu den Impfstoffen hat der Krebsinformationsdienst außerdem die aktuellen Fachinformationen der Hersteller herangezogen (zum Beispiel über www.fachinfo.de, für Fachkreise zugänglich). Frei zugängliche Arzneimittelinformationen in deutschen Datenbanken finden sich etwa unter www.pharmnet.bund.de. Wegen der Verfügbarkeit aktueller Impfstoffe wurden Anfragen direkt an die Hersteller gerichtet.

Analysen und Stellungnahmen von Institutionen und Fachgesellschaften zur HPV-Impfung

Bewertung der Ständigen Impfkommission STIKO
Die Ständige Impfkommission STIKO am Robert Koch-Institut (www.rki.de) ist in Deutschland für die jeweils geltenden Impfempfehlungen und Impfkalender zuständig. Veröffentlicht werden die Texte im "Epidemiologischen Bulletin" des RKI.

Die Impfung gegen Humane Papillomviren wurde 2007 erstmals aufgeführt, die konkreten Impfempfehlungen hat die STIKO seitdem mehrfach aktualisiert und in Einzelheiten verändert.
Die aktuell letzte Änderung stammt aus dem Sommer 2017. Die jeweils aktuelle Ausgabe des Epidemiologischen Bulletins ist abrufbar unter www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html; ältere Fassungen bleiben über das Archiv der Seite zugänglich.

Europäischer Kodex gegen Krebs
Im Europäischen Kodex gegen Krebs von 2014 empfehlen Fachleute, Mädchen gegen humane Papillomviren impfen zu lassen. Die deutsche Fassung ist abrufbar unter http://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de/. Die wissenschaftliche Begründung für die Impfempfehlung steht nur in englischer Sprache zur Verfügung, ein Link findet sich unter http://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/de/wissenschaftliche-beweise.

Zum Vergleich: Einschätzungen der HPV-Impfung in Nicht-EU-Ländern
Die U.S.-Amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration, www.fda.gov) bietet Informationen zur Zulassungsindikation der jeweiligen Impfstoffe unter www.fda.gov/BiologicsBloodVaccines/Vaccines/ApprovedProducts/ucm172678.htm.
Die U.S.-Centers for Disease Control and Prevention informieren über die aktuellen Impfpläne und Empfehlungen unter www.cdc.gov/vaccines/default.htm und zu HPV im Besonderen unter www.cdc.gov/hpv/index.html.

Auch in Australien sind inzwischen Jungen in das staatliche Impfprogramm eingeschlossen. Mehr dazu findet sich in englischer Sprache auf den Seiten des australischen Gesundheitsministeriums: www.immunise.health.gov.au/internet/immunise/publishing.nsf/Content/immunise-hpv.

HTA-Bericht zum Nutzen und zu möglichen Risiken der HPV-Impfung
Im Jahr 2009 erschien ein sogenannter HTA-Bericht zum Nutzen und zu möglichen Risiken der HPV-Impfung. HTA steht für "Health Technology Assessment": Dieser Begriff bezeichnet einen Prozess, mit dem Fachleute medizinische Verfahren und Technologien systematisch bewerten. Ziel ist die Sicherung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Gesundheitsversorgung.
Die Autoren des Berichts sehen als belegt an, dass die HPV-Impfung wirksam vor Krebsvorstufen des Gebärmutterhalses schützt, die von HPV 16 und 18 verursacht werden. Schwere Nebenwirkungen könnten nicht ursächlich mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Einige Fragen seien aber noch offen.
Herausgeber des HTA-Berichts ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI, www.dimdi.de). Der HTA-Bericht trägt den Titel "Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) zur Prävention HPV 16/18 induzierter Zervixkarzinome und derer Vorstufen" und ist im Internet als PDF abrufbar unter http://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta234_bericht_de.pdf.

Stellungnahme des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM e.V.)
Fachleute des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM e.V.) hatten 2009 kritisch Stellung zur HPV-Impfung genommen. Sie forderten, den Nutzen und die Risiken der Impfung durch wissenschaftliche Studien weiter zu begleiten und zu bewerten, mehr dazu unter www.ebm-netzwerk.de/netzwerkarbeit/images/stellungnahme_hpv.pdf.

Erneute Analyse des Sicherheitsprofils der HPV-Impfstoffe
Im Juli 2015 gab die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) bekannt, dass eine zusätzliche Überprüfung des Sicherheitsprofils der HPV-Impfstoffe erfolgen wird. Die EMA weist darauf hin, dass die Analyse das positive Nutzen/Risiko-Profil der Impfstoffe nicht in Frage stellt. Mehr dazu finden Interessierte in englischer Sprache bei der EMA unter www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages/news_and_events/news/2015/07/news_detail_002365.jsp&mid=WC0b01ac058004d5c1.
Auf Deutsch informiert das Paul-Ehrlich-Institut unter www.pei.de/DE/arzneimittelsicherheit-vigilanz/archiv-sicherheitsinformationen/2015/ablage2015/2015-07-13-hpv-impfstoffe-artikel-20-verfahren.html.

Stellungnahmen von Institutionen und Fachgesellschaften zum HPV-Test

Stellungnahme des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Im Jahr 2010 beauftragte der Gemeinsame Bundesausschuss (www.g-ba.de) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), den Stellenwert der HPV-Testung in der Krebsfrüherkennung neu und auf wissenschaftlicher Basis zu bewerten. Schwerpunkt war die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Der Bericht des IQWiG vom Januar 2012 ist im Internet einsehbar unter www.iqwig.de/de/projekte_ergebnisse/projekte/nichtmedikamentoese_verfahren/s10_01_nutzenbewertung_des_hpv_tests_im_primarscreening_des_zervixkarzinoms.1267.html. Aus den begutachteten Forschungsergebnissen ergeben sich Hinweise auf einen Nutzen des HPV-Tests. Noch ist der Test jedoch kein Bestandteil der regulären "Krebsvorsorge" beim Frauenarzt.

Cochrane-Review zur HPV-Testung
Arbyn M, Roelens J, Simoens C, Buntinx F, Paraskevaidis E, Martin-Hirsch PPL, Prendiville WJ. Human papillomavirus testing versus repeat cytology for triage of minor cytological cervical lesions. Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, Issue 3. Art. No.: CD008054. DOI: 10.1002/14651858.CD008054.pub2.

Weitere Quellen und Fachpublikationen (Auswahl)