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Kernspintomographiebild, Foto: Ivansmuk/iStock/Thinkstock © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Häufige Fragen zur Magnetresonanztomographie (MRT)

Informationen für Patienten, Angehörige und Interessierte

Wie funktioniert ein MRT? Wer führt eine Magnetresonanztomographie durch?  Kann man auf dem MRT-Bild erkennen, ob ein Tumor bösartig ist?
Die Magnetresonanztomographie oder Kernspinuntersuchung dient in der Krebsmedizin der Suche nach einem Tumor, oder sie wird für die Kontrolle nach einer Behandlung eingesetzt. Im folgenden Text beantwortet der Krebsinformationsdienst wichtige Fragen von Krebspatienten, Angehörigen oder Interessierten und nennt Linktipps zum Weiterlesen.
Wann eine MRT sinnvoll ist und wann andere Untersuchungen besser geeignet sind, müssen Betroffene mit ihren behandelnden Ärzten besprechen – die persönliche Beratung lässt sich durch Informationen aus dem Internet nicht ersetzen.

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Quellen und Links

Für den folgenden Text hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Lehrbücher der bildgebenden Diagnostik als Quelle genutzt. Weitere Quellen und ergänzende Informationen sind am Ende des Kapitels "Magnetresonanztomographie: Technik, Forschung, Fachinformationen" aufgeführt.

Überblick: Was ist Magnetresonanztomographie oder Kernspintomographie?

Mit der Magnetresonanztomographie können Bilder aus dem Körperinnern erzeugt werden. Sie zählt zu den sogenannten bildgebenden Untersuchungsverfahren, wie auch herkömmliches Röntgen, Computertomographie, Ultraschall, PET oder Szintigraphie.

Eine MRT-Untersuchung ist schmerzfrei und belastet nach bisherigem Wissensstand nicht. Von den im Körper bei der Magnetresonanztomographie ablaufenden Vorgängen bemerkt man nichts. Auch Spätschäden sind nicht bekannt: Bei der MRT entsteht keine Strahlenbelastung. Anders als bei vielen anderen bildgebenden Verfahren werden die Bilder nicht durch ionisierende Strahlung erzeugt.

Welche technische Grundlage hat die Magnetresonanztomographie?

Bei der MRT benutzt man stattdessen sehr starke Magnetfelder und Radiowellen. Sie beeinflussen  kleinste Bausteine der Moleküle im Körper, nämlich Wasserstoffatome: Während der Untersuchung richten sich die Wasserstoffatome im Körper entlang des starken Magnetfelds aus.
Anschließend wird ein Radiowellen-Impuls zugeschaltet. Dieser lenkt die Wasserstoffatome aus ihrer Bahn. Dabei nehmen sie etwas Energie auf.  Werden die Radiowellen wieder abgeschaltet, fallen die Wasserstoffatome in ihre ursprüngliche Position zurück, die aufgenommene Energie wird wieder frei. Diese Energieabgabe wird aufgezeichnet.

Wie entstehen daraus Bilder, auf denen sich Organe und andere Strukturen im Körper erkennen lassen?

Wasserstoffatome kommen überall im Körper vor, allerdings in den unterschiedlichen Organen unterschiedlich häufig und in verschiedenen Verbindungen mit anderen Atomen. Aus der Energie, die die so unterschiedlich verteilten Wasserstoffatome abgeben, kann ein integrierter Computer Bilder berechnen.
Wasserreiches und fetthaltiges Gewebe bilden dabei Kontraste. Auf den Bildern lassen sich so die unterschiedlichen Gewebe voneinander abgrenzen: Fettgewebe sieht anders aus als Deck- und Bindegewebe, Muskeln lassen sich deutlich von Knochen unterscheiden und gut durchblutetes Gewebe stellt sich anders dar als Vernarbungen oder Verkalkungen.

Indikation: Wann kommt eine Magnetresonanztomographie für Krebspatienten infrage?

Die MRT ist besonders gut geeignet, um Weichteile und Organe darzustellen, zum Beispiel das Gehirn. In der Krebsmedizin verwendet man die MRT, um Lage und Größe von Tumoren und Metastasen einschätzen zu können.

Knöcherne Strukturen sind schlechter zu beurteilen. Um zum Beispiel einen Knochenbruch aufgrund von Knochenmetastasen beurteilen zu können, ist das klassische Röntgenbild besser geeignet, da Knochen wenig Wasser oder Fett enthält.
Aber Entzündungen oder Tumoren des Knochens können mit der MRT dargestellt werden: Hier ist das kranke Gewebe gegenüber der gesunden Knochensubstanz so verändert, dass sie im Bild zu sehen ist.

Vergleich: Welche Vor- und Nachteile hat eine MRT gegenüber anderen Untersuchungen?

Bei der MRT entsteht keine Strahlenbelastung - anders als bei der herkömmlichen Röntgenaufnahme, der Computertomographie, Szintigraphien oder modernen PET-Untersuchungen. Sie kann die übrigen Untersuchungsmethoden aber trotzdem nicht vollständig ersetzen, sondern nur ergänzen.

Welche Untersuchung ist besser?

Welche Untersuchung für einen Krebspatienten jeweils infrage kommt oder die bessere Aussagekraft hat, hängt von der zu klärenden Frage ab. Auch die zu untersuchende Körperregion und das Gewebe, das untersucht werden soll, spielen eine Rolle.

  • Die verschiedenen bildgebenden Verfahren haben alle ihre Vor- und Nachteile, die es im Einzelfall gegeneinander abzuwägen gilt.

MRT oder Computertomographie?

Die Magnetresonanztomographie hat die  Computertomographie (CT) in vielen Bereichen abgelöst. Sie ist ihr insbesondere in der Darstellung von Weichteilen überlegen. 

Es gibt jedoch eine Reihe von Fragen, bei denen die CT besser ist:

Wasserarme Strukturen wie die Knochen lassen sich besser mit der CT abbilden. MRT-Untersuchungen dauern in der Regel länger und sind anfälliger für Bildstörungen, etwa wenn der Patient sich unwillkürlich bewegt, zum Beispiel beim Atmen. Notfallpatienten und Patienten, die den Atemanweisungen der Untersucher nicht folgen können, etwa bewusstlose oder beatmete Patienten, erhalten daher in der Regel eher eine CT. 

Auch andere Gründe können gegen eine MRT sprechen: So stört das starke Magnetfeld des Kernspintomographen die allermeisten Herzschrittmacher, Defibrillatoren und ähnliche Geräte. Ältere Prothesen oder andere Metallteile können sich im Körper  erwärmen oder sich durch das Magnetfeld bewegen.

MRT oder Ultraschall?

Mit modernen Ultraschallgeräten (Sonographie) lassen sich zwar heute in der Krebsmedizin viele Fragestellungen gut abklären, ebenfalls ohne Strahlenbelastung des Patienten. Eine Magnetresonanztomographie lässt sich durch eine Sonographie jedoch nur in wenigen Fällen ersetzen: Eine MRT- Aufnahme ist wesentlich detailreicher.

Was ist wann für wen geeignet?

Weitere Informationen zu den Untersuchungsmethoden bietet der Krebsinformationsdienst in den Übersichtstexten zu den einzelnen Krebsarten und dort jeweils im Abschnitt "Untersuchung" oder "Diagnostik".

Ansprechpartner: Wer führt eine Magnetresonanztomographie durch?

Auch wenn die MRT-Untersuchung nichts mit Röntgenstrahlen zu tun hat, wird sie doch von Röntgen-Fachärzten (Radiologen) und medizinisch-technischen Radiologieassistenten durchgeführt.
Wohin kann man sich für eine Untersuchung wenden? In den meisten größeren Städten gibt es heute radiologische Praxen, die über ein MRT- Gerät verfügen. Zudem gibt es in den Röntgenabteilungen fast aller Krankenhäuser Magnetresonanztomographen für stationär behandelte Patienten.

Wenn der behandelnde Arzt eine MRT für notwendig hält, bekommt man als Patient eine Überweisung, entweder an eine solche Facharztpraxis oder in eine spezialisierte Klinikambulanz. Der Röntgenarzt kann nach der Untersuchung erste Hinweise darauf geben, was auf den Bildern zu sehen ist.

Was der Befund genau bedeutet und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, bespricht man ausführlich allerdings meist nicht mit dem Radiologen, sondern mit dem behandelnden Arzt, der die Untersuchung veranlasst hat. Den Befund erhält dieser per Arztbrief, oft bekommt man als Patient aber die kompletten Unterlagen auch gleich nach der Untersuchung mit. Die Bilder selbst können als Ausdruck oder elektronisch zur Verfügung gestellt werden, zum Beispiel auf einer CD.

Gut zu wissen: Wie sieht die Vorbereitung auf die Untersuchung aus?

Voraussetzung für die Untersuchung ist eine ausführliche Aufklärung:

  • Warum hält der Arzt die Untersuchung für notwendig?
  • Gibt es Gründe, die gegen eine MRT sprechen, zum Beispiel, weil man einen Herzschrittmacher hat oder Implantate aus einem magnetischen Metall?
  • Welche anderen Untersuchungsmethoden kommen infrage?
  • Ist eine Kontrastmittelgabe erforderlich?

Um Risiken der Untersuchung möglichst auszuschließen, benötigt der Arzt Angaben zu Herzschrittmachern oder Defibrillatoren, Implantaten und auch Fremdkörpern im Körper, zum Beispiel Metallsplittern durch Unfälle oder Schussverletzungen.
Manche Farben, wie sie für Tätowierungen oder auch Make-up verwendet werden, enthalten eisenhaltige Pigmente und können im MRT Hautreizungen hervorrufen.
Auch die Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, sowie mögliche Allergien sollten dem Arzt mitgeteilt werden.

Zusätzlich zum Gespräch bekommt man einen Aufklärungsbogen, in dem die wichtigsten Informationen zur Magnetresonanztomographie zusammengefasst sind. Ist man als Patient mit der Durchführung der MRT einverstanden, wird man gebeten, diese Einwilligung schriftlich auf dem Aufklärungsbogen zu bestätigen.

Hier eine Zusammenstellung, welche Themen im Aufklärungsgespräch noch angesprochen werden können:

"Platzangst" - nicht nötig

Manche Menschen haben Bedenken, das Stillliegen im Magnetresonanztomographen nicht auszuhalten, zum Beispiel, weil sie Schmerzen haben. Oder sie leiden unter Klaustrophobie, der Angst vor engen Räumen, kurz: Raumangst oder umgangssprachlich "Platzangst".
Wer befürchtet, die Untersuchung nicht durchzustehen, kann vorher ein angstlösendes oder beruhigendes Medikament bekommen, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Solche Medikamente wirken allerdings oft noch etwas nach, sodass man nach einer ambulanten Untersuchung zum Beispiel nicht selbst Auto fahren oder zurück an den Arbeitsplatz gehen sollte. In der Regel erhält man die Empfehlung, sich abholen zu lassen.

In einigen Praxen und Kliniken gibt es sogenannte "offene" Magnetresonanztomographen, die einen nicht ganz umschließen und daher eventuell weniger beunruhigend wirken. Diese Geräte sind aber nicht überall in Deutschland verfügbar und noch wichtiger:

  • Sie sind auch nicht für alle Situationen und Fragestellungen geeignet.

Sinnvoll ist ihr Einsatz aber zum Beispiel dann, wenn während der Untersuchung gleichzeitig kleine Eingriffe vorgenommen werden sollen, etwa Gewebeentnahmen.

Piercings, Metallgegenstände, Implantate – möglicherweise ein Hindernis

Metallteile werden von dem Magneten im Innern des Tomographen angezogen und erhitzen sich. Sie  dürfen deshalb in der Regel nicht mit in den Untersuchungsraum genommen werden: Es besteht Verletzungsgefahr! Dies gilt zum Beispiel für Schmuck, Uhren, Schlüssel, Hörgeräte, Brillen oder Piercings.

Betroffen können aber auch medizinische Geräte und Implantate aller Art sein, Kanülen oder ein herausnehmbarer Zahnersatz mit Metallteilen.

Chipkarten oder Magnetkarten müssen ebenfalls abgelegt werden: Sie könnten beschädigt werden.

Herzschrittmacher und andere implantierte Geräte

Wer einen Herzschrittmacher oder einen implantierten Defibrillator (ICD) trägt, darf üblicherweise keine Magnetresonanztomographie erhalten: Der starke Magnet könnte die Funktion des Schrittmachers oder Defibrillators empfindlich stören. Ähnliches gilt auch für andere Geräte im Körper, wie beispielsweise ein Cochleaimplantat (also ein "künstliches Innenohr") oder eine eingebaute Insulinpumpe bei Zuckerkranken. 

Ob von diesem MRT-Verbot eventuell Ausnahmen möglich sind, kann nur der Arzt entscheiden. Er kann sich im Zweifelsfall auch mit den Herstellern in Verbindung setzen und die möglichen Risiken genauer abklären. 

Prothesen und Implantate

Auch wer andere Metallteile im Körper hat, sollte den untersuchenden Arzt darauf hinweisen. Prothesen, wie etwa ein künstliches Hüftgelenk, Nägel oder Schrauben nach einem Knochenbruch, Wundklammern, eine Verhütungs-Spirale, sogenannte Stents (Gefäßprothesen aus einem Drahtgeflecht) oder Metallsplitter aufgrund von Arbeitsunfällen oder Schussverletzungen könnten verrutschen, unangenehm erwärmt werden oder sogar zu Verbrennungen führen.

Viele, aber nicht alle neueren Materialien, etwa Gelenkprothesen aus nicht magnetischem Titan, sind weniger bedenklich, können aber eventuell zu Bildstörungen führen. Ob mit Metallteilen im Körper eine MRT möglich ist, entscheidet das Fachpersonal daher im Einzelfall.

Wundverbände oder Pflaster

Achtung, auch manche Wundverbände oder Pflaster, zum Beispiel Medikamentenpflaster oder Nikotinpflaster, können eine Metallbeschichtung enthalten. Bei der Vorbereitung sollte man sicherheitshalber fragen, ob dies der Fall sein könnte. Dann müssen die Auflagen unter Umständen für die MRT entfernt werden.

Make-Up, Kosmetik und Tätowierungen

Kosmetika und Schminke müssen unter Umständen vor der Untersuchung entfernt werden: Einige Produkte, zum Beispiel manche Lidschatten, enthalten feinste metallhaltige Partikel. Wenn die aufgetragene Farbe sich im Untersuchungsgebiet befindet, kann sie auf den MRT-Bildern als Störung sichtbar sein und so die Beurteilung der untersuchten Körperregion erschweren.
Auch einige Farbstoffe, die für "Permanent-Make-up" verwendet werden, können solche Substanzen enthalten.

Auch manche Tätowierungen können bei der Kernspintomographie Probleme machen, weil die verwendete Farbe metallhaltige und damit magnetische Teile enthält. Dies trifft insbesondere auf rote, aber auch schwarze oder blaue Farben zu, die Eisenoxid enthalten.
Während der Untersuchung können die metallhaltigen Farbpigmente sich wie elektrische Leiter verhalten: Es kann zu einer Erwärmung und Reizung der Haut und schlimmstenfalls zu Verbrennungen kommen. In Einzelfällen können frisch gestochene Tattoos durch Einwirkung des Magneten auch "verlaufen". 

Solche Zwischenfälle sind sehr selten, dennoch sollten Betroffene den Arzt auf vorhandene Tätowierungen hinweisen und mit ihm besprechen, ob die Gefahr durch eine Tätowierung eventuell größer ist als das Risiko einer nicht erfolgten Untersuchung.

 

Schwangerschaft

In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft sollte eine MRT nur in absolut notwendigen Fällen durchgeführt werden. Auch wenn schädigende Wirkungen bisher nicht nachgewiesen wurden, können mögliche Auswirkungen der Radiowellen auf den Embryo nicht ausgeschlossen werden. In späteren Phasen der Schwangerschaft gibt es keine Bedenken gegen eine MRT.

Durchführung: Wie läuft die Magnetresonanztomographie ab?

MRT-Kontrollraum © James Steidl/Fotolia
Während der Untersuchung ist man nicht allein: Über eine Gegensprechanlage ist das Personal im Überwachungsraum jederzeit erreichbar. © James Steidl/Fotolia

Ein Magnetresonanztomograph ist ein sehr großes und schweres Gerät. Er benötigt einen eigenen, besonders abgeschirmten Raum, da elektrische Geräte und Funkwellen die Untersuchung stören können. Das Gerät selbst besteht aus zylinderförmig angeordneten Magneten, in deren Mitte sich eine Art "Röhre" oder kurzer Tunnel befindet.

Eine Magnetresonanztomographie dauert - je nach Fragestellung und Zahl der Aufnahmen - zwischen einigen Minuten und einer Stunde, in der Regel etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten. Während der Untersuchung verlassen Ärzte und technische Assistenten den Raum, in dem der Tomograph steht. Der Raum besitzt aber ein Fenster zum Überwachungsraum, in dem sie sich währenddessen aufhalten.

Bei der Magnetresonanztomographie entstehen Klopfgeräusche durch das Zu- und Wiederabschalten der Magnetspulen, die für die Bildgebung notwendig sind. Da diese Geräusche sehr laut sind, bekommt man als Patient einen Gehörschutz oder weitgehend schalldichte Kopfhörer mit Musik.

Über eine Gegensprechanlage steht man außerdem die ganze Zeit in Kontakt mit den Untersuchern. Für Notfälle bekommt man zudem eine Klingel in die Hand.

Still liegen - nicht immer einfach

Für die Untersuchung wird man als Patient auf einer bequemen, wenn auch schmalen Liege in das Gerät hineingefahren.
Auch wenn dies nicht gerade bequem ist: Es ist wichtig, während der Dauer der Untersuchung stillzuliegen, da die entstehenden Bilder sonst unscharf sein können. Dann muss die Untersuchung wiederholt werden.

Bei der Lagerung sollte außerdem darauf geachtet werden, dass man die Röhre selbst nicht berührt, da der Kontakt mit der nackten Haut zu Verbrennungen führen kann.

Müssen Kinder während der Untersuchung alleine bleiben?

Kinder müssen während der Magnetresonanztomographie nicht alleingelassen werden. Vater oder Mutter dürfen in der Regel mit im Untersuchungsraum bleiben und erhalten einen Gehörschutz. Sollte die Begleitperson selbst allerdings einen Herzschrittmacher oder Implantate haben, muss man den Arzt unbedingt darauf hinweisen. Auch die Eltern müssen vor Betreten des Raumes alle Metallgegenstände ablegen.
Sehr kleine oder unruhige Kinder, die das Stillliegen nicht schaffen, können vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel erhalten.

Gibt es eine Strahlenbelastung bei der MRT?

Bei der Magnetresonanztomographie kommen keine ionisierenden Strahlen zum Einsatz, anders als bei der herkömmlichen Röntgenuntersuchung oder der Computertomographie. Man ist daher keiner Belastung durch Strahlung oder Radioaktivität ausgesetzt.

Können bei einer MRT Gesundheitsschäden durch Elektrosmog entstehen?

"Elektrosmog" ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für sogenannte elektromagnetische Felder durch Stromleitungen, elektrische Geräte und Ähnliches. Obwohl die Magnetresonanztomographie seit mehr als zwei Jahrzehnten eingesetzt und erforscht wird, konnten in bisherigen Studien keine gesundheitlichen Schädigungen durch ihren Einsatz nachgewiesen werden.

Welche Wirkungen die elektromagnetischen Felder, die bei der MRT entstehen, auf den menschlichen Körper haben, ist aber auch weiterhin Gegenstand aktueller Forschung. Untersucht wird nicht nur die Wirkung auf Patienten, die dem starken Magnetfeld für kurze Zeit ausgesetzt sind, sondern auch die auf das Personal, das im Laufe des Berufslebens immer wieder Kontakt mit den elektromagnetischen Feldern hat.

Kontrastmittel: Wann ist es notwendig, wann nicht? Gibt es Risiken?

Manche Gewebe, wie zum Beispiel Muskeln und Blutgefäße, werden in der MRT in ähnlichen Grautönen dargestellt. Um sie besser voneinander abgrenzen zu können, kann die Gabe eines Kontrastmittels hilfreich sein.

Dieses erscheint im Bild hell. Auch bei der Darstellung von Tumoren oder Metastasen kann ein Kontrastmittel nützen: In Tumoren werden oft vermehrt neue Blutgefäße gebildet. In solchem Tumorgewebe reichert sich dann vermehrt Kontrastmittel an.
Auffällig ist auch, falls ein Gewebe weniger Kontrastmittel aufnimmt, als erwartet, zum Beispiel, weil es schlechter durchblutet ist als die Umgebung. Dies kann unter anderem bei narbigen, bindegewebsartigen Veränderungen der Fall sein.  

Wie wird das Kontrastmittel verabreicht?
Die bei der MRT am häufigsten verwendeten Kontrastmittel enthalten Gadolinium. Man bekommt sie über eine Kanüle in die Armvene gespritzt. Über das Blut breitet es sich rasch im Körper aus.
Eine besondere Nachsorge ist nicht notwendig: Innerhalb weniger Stunden wird das Kontrastmittel über die Nieren wieder ausgeschieden. Bei Menschen mit Nierenproblemen kann dies länger dauern: Daher fragen die Ärzte vor der Untersuchung danach und führen die Untersuchung nur durch, wenn es unbedingt sein muss.

Kann das Kontrastmittel Nebenwirkungen haben? Scheidet der Körper wirklich alles aus?

Gadolinium gehört zu den Metallen und wäre für sich allein genommen giftig, da es sich in Leber, Milz und Knochen anreichern würde. Bei der Magnetresonanztomographie wird es aber nicht "pur", sondern in einer stabilen Verbindung mit anderen Molekülen gegeben.   

Wie sieht es mit Risiken oder Nebenwirkungen aus? Gadolinium-DTPA galt bisher als gut verträglich und nebenwirkungsarm. Trotzdem gilt:

  • Ein Kontrastmittel wird nur verwendet, wenn die Untersuchung sonst keine Aussagekraft hätte, und man als Patient deshalb Risiken eingehen würde.

Vorübergehend können nach dem Spritzen ein Wärme- oder Kältegefühl, Kopfschmerzen und Unwohlsein, manchmal auch ein Kribbeln oder eine Hautreizung auftreten - Symptome, die jedoch im Allgemeinen rasch abklingen. In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen. Wer zu Allergien neigt, sollte die Ärzte im Vorgespräch darauf hinweisen.
Bemerkt man während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Symptome, sollte man nicht zögern, das Personal darauf anzusprechen.

Bleiben Ablagerungen im Körper, zum Beispiel im Gehirn?

Auch wenn Gadolinium bisher als gut verträglich galt, werden zu möglichen Risiken weitere Forschungen durchgeführt. Dazu gehört etwa die Frage, ob die chemische Verbindung wirklich vollständig aus dem Körper wieder ausgeschieden wird.

In der letzten Zeit haben Wissenschaftler und Ärzte unter anderem geprüft, ob Ablagerungen von Gadolinium Auswirkungen auf das Gehirn haben könnte, vor allem, wenn die Untersuchung mehrfach wiederholt wird. 
Bei einigen Gadolinium-Verbindungen sind Ablagerungen im Gehirn wahrscheinlicher als bei anderen: Fachleute halten vor allem sogenannte lineare Gadolinium-Verbindungen für kritisch. Sie sind weniger stabil als andere.

  • Dass Ablagerungen im Körper krank machen könnten, dafür gibt es bisher keine Hinweise!
  • Trotzdem haben die europäischen Arzneimittelbehörden die Verwendung der kritischen Gadolinium-Verbindungen eingeschränkt. Sie lassen sich jedoch zum Beispiel bei Untersuchungen der Leber nicht völlig ersetzen: Patienten, bei denen der Nachweis einer Erkrankung anders nicht möglich ist, würden ohne die Untersuchung ein Risiko eingehen.

Andere, stabilere Gadolinium-Verbindungen können weiter eingesetzt werden - aber nur in der geringstmöglichen Menge, und nur, wenn die Untersuchung anders keine verlässlichen Aussagen erlaubt.

Was ist die Dynamische Magnetresonanztomographie?

Die dynamische MRT zählt zu den Weiterentwicklungen des MRT-Verfahrens. Bei einer dynamischen MRT werden schon während der Kontrastmittelgabe MRT-Aufnahmen gemacht. So kann untersucht werden, wie der Körper das Mittel aufnimmt und auch, wie rasch das Kontrastmittel aus dem untersuchten Gewebe wieder "ausgewaschen" wird. Dies kann bei Verdacht auf eine Krebserkrankung bestimmter Organe hilfreich sein, zum Beispiel bei Verdacht auf Brust-, Prostata- oder Leberkrebs.

Befunde: Was ist auf einem MRT-Bild zu sehen und was nicht?

Bei den MRT-Aufnahmen handelt es sich normalerweise um Schnittbilder in Schwarzweiß. Diese können in verschiedenen Ebenen ausgeführt werden: Man sieht sich auf den Bildern im Längsschnitt, im Querschnitt oder von der Seite. Auch farbige, dreidimensionale und bewegte Bilder kann der Computer bei entsprechender Ausstattung berechnen.

Welche Organe lassen sich besonders gut darstellen? Je mehr Wasserstoffatome ein Organ oder Gewebe enthält, desto besser lässt es sich mithilfe der MRT darstellen. Besonders gut geeignet ist die Methode für die Untersuchung von Weichteilgewebe, wie zum Beispiel dem Gehirn oder inneren Organen. Knochen enthält weniger Wasserstoff und ist daher nicht so gut auf den Bildern zu erkennen. Entzündungen oder Tumoren der Knochen heben sich jedoch oft gut von dem gesunden Knochengewebe ab.

Warum werden manche Organe hell und manche dunkel dargestellt?

Computerprogramme ermöglichen es, ganz gezielt Gewebe und Organe in unterschiedlichen Grautönen darzustellen.
Anders als beim Röntgen oder der Computertomographie, bei denen dichtes Gewebe immer hell und weniger dichtes immer dunkel dargestellt wird, bietet die Magnetresonanztomographie mehr Möglichkeiten: Verschiedene Einstellungen erlauben es den untersuchenden Ärzten, bestimmte Gewebe und Organe hell oder dunkel darzustellen, zum Beispiel fetthaltige Gewebe hell und wasserhaltige dunkel oder umgekehrt.

So können je nach Fragestellung unterschiedliche Strukturen auf den Bildern hervorgehoben  werden. Tumoren und Metastasen heben sich auf den Bildern oft vom umliegenden Gewebe ab und  erscheinen heller oder dunkler als dieses.

Fachleute sprechen allerdings nicht von "hellen" und "dunklen" Veränderungen im Bild, sondern von "signalreichen" und "signalarmen".

  • Signalreiche (hyperintense) Strukturen heben sich hell vom umliegenden Gewebe ab.
  • Signalarme (hypointense) Strukturen sind dunkler als ihre Umgebung.

Moderne Geräte und Computerprogramme ermöglichen sogar die "Umrechnung" der Signale in kontrastreiche Farben.

Wie groß muss ein Tumor sein, damit man ihn auf dem MRT-Bild erkennen kann?

Tumoren von 5 bis 10 Millimetern Größe sind mit gängigen Geräten gut darstellbar. In den letzten Jahren wurden die Magnetresonanztomographen zudem immer weiter verbessert. Mit Geräten, wie sie vor allem in der Forschung eingesetzt werden, lassen sich auch schon wesentlich kleinere Strukturen erkennen. 

Wie gut ein Tumor auf einem Bild zu sehen ist, hängt jedoch nicht nur von der Gerätequalität ab, sondern auch davon, wie gut er sich von dem umliegenden Gewebe abhebt, wie kontrastreich er sich also darstellt.

Kann man auf dem MRT-Bild sehen, ob ein Tumor bösartig ist?

Die Magnetresonanz-Technik wird auch bei anderen Untersuchungen angewendet, in weiterentwickelten Verfahren oder in Kombination mit anderen Methoden. Einen Überblick über diese Anwendungen gibt der Text "Magnetresonanztomographie: Technik, Forschung, Fachinformationen". 

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen

Fragen zu Krebs? Wir sind für Sie da: Sie erreichen den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrum täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schicken uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de (beim Klick auf den Link öffnet sich ein datensicheres Formular für Ihre Anfrage).

  • Den Stellenwert der Magnetresonanztomographie bei einzelnen Tumorerkrankungen erläutert der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Krebsarten".