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Speiseröhre Querschnitt, Foto: Image Source/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Speiseröhrenkrebs

Ein Überblick für Patienten, ihre Angehörigen und für Interessierte

Speiseröhrenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Speiseröhrenschleimhaut. Kann man sich vor Speiseröhrenkrebs schützen? Wie macht er sich bei Betroffenen bemerkbar? Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen? Und welche Konsequenzen hat ein sogenanntes Ösophaguskarzinom für das Leben Betroffener?

Im nachfolgenden Text beantwortet der Krebsinformationsdienst häufige Fragen, die sich Patienten mit Speiseröhrenkrebs, aber auch ihre Angehörigen oder Interessierte stellen. Die ausführliche Beratung durch Ärzte können Informationen aus dem Internet jedoch nicht ersetzen.

Für Fachkreise hat der Krebsinformationsdienst am Ende des Textes Quellenhinweise und Links zusammengestellt.

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Quellen und Links

Linktipps zum Weiterlesen, die zur Erstellung dieses Textes genutzten Quellen und weitere Informationen für Interessierte und Fachkreise finden sich am Ende des Textes.

Das Wichtigste in Kürze: Was ist ein Ösophaguskarzinom und wie entsteht es?

Die Speiseröhre heißt fachsprachlich Ösophagus. Sie ist ein elastischer Muskelschlauch, der den Mund- und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Ihr Inneres ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Beginnen diese Schleimhaut- oder Epithelzellen unkontrolliert zu wachsen, können bösartige Karzinome entstehen.

Fachleute unterscheiden anhand des Zelltyps zwei Arten von Speiseröhrenkrebs: das Plattenepithelkarzinom und das Adenokarzinom. Im Vergleich zu anderen Tumorarten erkranken in Deutschland eher wenige Menschen an Speiseröhrenkrebs.

Auslöser und Warnzeichen

Bei den meisten Krebspatienten kann man im Nachhinein nicht klären, was genau ihre Erkrankung ausgelöst hat. Die Untersuchung großer Patientengruppen zeigt jedoch: Viele Menschen, die an Speiseröhrenkrebs erkranken, sind oder waren Raucher. Auch Alkohol lässt sich als Risikofaktor ausmachen. Beide Faktoren zusammen wirken sich noch stärker auf das Krebsrisiko aus. Darüber hinaus begünstigt dauerhaftes  und chronisches Sodbrennen die Entstehung eines Tumors in der Speiseröhre. Auch Übergewicht gilt als Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs.
Wer viel Obst und Gemüse isst, kann hingegen das Risiko möglicherweise senken.

Es gibt jedoch auch Risikofaktoren, die nur vergleichsweise wenige Patienten betreffen: Ein höheres Risiko haben Menschen nach Strahlentherapie im Hals- oder Brustbereich, in der Regel aufgrund einer vorausgegangenen anderen Krebserkrankung. Verätzungen und Vernarbungen der Speiseröhre oder ein unter Umständen angeborener verengter Übergang zum Magen hin können ebenfalls bei einigen wenigen Patienten die Ursache für Speiseröhrenkrebs sein. Außerdem begünstigt wahrscheinlich der regelmäßige und traditionelle Konsum von Mate-Tee, der bei hoher Temperatur durch ein Metallröhrchen getrunken wird, Speiseröhrenkrebs.

Beschwerden treten bei Speiseröhrenkrebs meist erst im späteren Verlauf der Erkrankung auf. Auffällige Symptome sind: ungewollter Gewichtsverlust und unerklärliche Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, Blutungen oder grundloses Erbrechen. Wer unter solchen Beschwerden leidet oder über einen längeren Zeitraum Sodbrennen hat, sollte seinen Arzt aufsuchen. Die Beschwerden können eine andere, vergleichsweise harmlose Ursache haben, sie können aber auch auf eine Tumorerkrankung der Speiseröhre hinweisen.

Diagnose und Tumorstadium

Der erste Schritt bei auffälligen Beschwerden oder einem gesteigerten Risiko für Speiseröhrenkrebs ist die Magenspiegelung, bei der auch die Speiseröhre untersucht wird. Dabei begutachtet der Arzt die Schleimhaut auf Veränderungen und entnimmt gegebenenfalls Gewebeproben. Hat der Laborbefund der Gewebeprobe den Verdacht auf Krebs bestätigt, folgt eine Reihe weiterer Untersuchungen. Sie dienen dazu, das Stadium des Tumors einzustufen. Die Beurteilung des Tumorstadiums hilft anschließend bei der Entscheidung für die richtige Therapie.

Operation, Bestrahlung und Chemotherapie, Antikörper

Wie die Behandlung aussieht, wird bei allen Patienten ganz individuell geplant. Sitzt der Tumor in der Speiseröhre nur an der Oberfläche der Schleimhaut? Dann können Ärzte versuchen, ihn bei einer sogenannten endoskopischen Operation zu entfernen, also durch den Hals, ohne Hautschnitt. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist hingegen bei vielen Betroffenen ein komplizierter chirurgischer Eingriff notwendig. Vor einer Operation können Chemotherapie oder eine kombinierte Strahlenchemotherapie den Tumor zusätzlich verkleinern. Manche Patienten erhalten solch eine Behandlung auch erst nach dem Eingriff. Sie soll das Rückfallrisiko senken.

Ist gar keine Operation möglich? Dann helfen eine Strahlen- und Chemotherapie ebenfalls vielen Betroffenen. Auch Antikörper, die sich gegen Oberflächenstrukturen der Tumorzellen richten, werden eingesetzt. Sie können das Krebswachstum bei einer bestimmten Untergruppe von Patienten bremsen.

Fachleute empfehlen Patienten mit Speiseröhrenkrebs grundsätzlich, sich zur Behandlung an ein Zentrum mit viel Erfahrung zu wenden. Solche Zentren beteiligen sich häufig auch an der Krebsforschung und bieten Studien mit neuen Arzneimitteln oder neuen Operations- und Bestrahlungsmethoden an.

Ernährung bei Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs führt dazu, dass die meisten Betroffenen deutlich an Körpergewicht verlieren. Eine frühzeitige Ernährungsberatung kann ihnen dabei helfen, einen weiteren Gewichtsverlust zu vermeiden und nach der Behandlung möglichst wieder zuzunehmen. Nicht wenige Patienten benötigen schon vorab eine gezielte Ernährungsunterstützung, um für die anstehende Therapie ausreichend belastbar zu werden.

Statistik: Wie viele Menschen erkranken in Deutschland an Speiseröhrenkrebs?

Verglichen mit anderen Krebsarten ist Speiseröhrenkrebs in Deutschland eher selten. Im Jahr 2012 wurde bei rund 5.000 Männer und rund 1.500 Frauen ein bösartiger Tumor der Speiseröhre entdeckt. Für das Jahr 2016 gehen die Experten der Krebsregister von einem leichten Anstieg der Erkrankungsraten aus, auf voraussichtlich 5.600 männliche Patienten und etwa 1.600 erstmals betroffene weibliche Erkrankte. Dieser Anstieg ist allerdings auf die insgesamt höhere Lebenserwartung zurückzuführen: Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Männer bei 67 Jahren, für Frauen bei 71 Jahren.

Diese und weitere Zahlen zu Speiseröhrenkrebs haben das Zentrum für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut und die Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister in Deutschland erhoben. Einen Überblick bietet die Broschüre "Krebs in Deutschland" im Internet zum Beispiel verfügbar unter www.krebsdaten.de.

Anatomie und Funktion: Wie ist die Speiseröhre aufgebaut?

Organe des Verdauungssystems © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Die Organe des Verdauungstrakts © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Speiseröhre, fachsprachlich Ösophagus genannt, ist ein etwa 25 Zentimeter langer Muskelschlauch, der den Mund- und Rachenraum mit dem Magen verbindet. Die Innenwand des Schlauchs ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, deren oberste Schicht aus flachen Zellen besteht, dem sogenannten Plattenepithel. Bei Speiseröhrenkrebs verändern sich die Zellen der Schleimhaut und beginnen zu wuchern. Fachleute stellen bei den allermeisten Betroffenen eine der zwei häufigsten  Arten des Speiseröhrenkrebses fest, ein Adenokarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom:

  • Ein Plattenepithelkarzinom entsteht aus den flachen Epithelzellen der Schleimhaut, die im gesamten Bereich der Speiseröhre vorkommen. Etwa fünf bis sechs von zehn Patienten mit Speiseröhrenkrebs sind von einem solchen Karzinom betroffen.
  • Ein Adenokarzinom bildet sich aus Drüsenzellen der Schleimhaut, die sich im unteren Abschnitt der Speiseröhre am Übergang zum Magen befinden. Bei etwa drei von zehn Patienten mit Speiseröhrenkrebs wird ein solches Adenokarzinom festgestellt.

Vorbeugung: Kann man sich vor Speiseröhrenkrebs schützen?

Wer in seinem Leben einmal an Speiseröhrenkrebs erkranken wird und wer nicht, lässt sich nicht konkret vorhersagen. In der Medizin sind jedoch Faktoren bekannt, die – statistisch betrachtet – das Risiko einer Erkrankung erhöhen. So legen Studien an großen Bevölkerungsgruppen nahe, dass Rauchen und der Konsum von Alkohol die Entstehung von Speiseröhrenkrebs fördern. Beide Risikofaktoren zusammen verstärken den Effekt.

Als weiterer Risikofaktor für einen Tumor der Speiseröhre gilt ein anhaltender Rückfluss von Magensäure in den unteren Teil der Speiseröhre, ein sogenannter gastroösophagealer Reflux. Zwar haben viele Menschen gelegentlich Sodbrennen. Treten die Beschwerden häufiger auf, können sie aber langfristig dazu führen, dass sich die Schleimhautzellen der Speiseröhre am Übergang zum Magen entzünden und verändern. Fachleute sprechen in diesem Fall von Dysplasien des Gewebes. Insbesondere bei der Speiseröhre wird auch der Begriff Barrett-Ösophagus verwendet, der als Krebsvorstufe angesehen wird.

Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Speiseröhrenkrebs, insbesondere für das Adenokarzinom. So steigt mit zunehmenden Body-Mass-Index (BMI) rein statistisch das Risiko, an einem Tumor der Speiseröhre zu erkranken. Als mögliche Ursache kommen Wirkungen auf Hormonspiegel und Entzündungsprozesse, aber auch der Einfluss des Körpergewichts auf den gastroösophagealen Reflux infrage.

Auch eine als Achalasie bezeichnete Funktionsstörung der Speiseröhre kann die Tumorbildung begünstigen.  Einige Menschen haben die Anlage für diese Veränderung des Übergangs zwischen Speiseröhre und Magen von Geburt an, bei anderen entsteht sie zum Beispiel nach einer Tumorerkrankung. Die Schließmuskeln zwischen Speiseröhre und Magen funktionieren nicht richtig und/oder der Übergang ist verengt. So können Nahrungsreste in der Speiseröhre zurückbleiben. Die Folge: eine chronische Entzündung der Schleimhaut, die die Entstehung eines Tumors fördert.

Ärzten und Wissenschaftler sind sich zudem weitgehend einig, dass bei einigen Betroffenen ein Zusammenhang zu einer früheren Strahlentherapie im Hals- und Brustbereich besteht. Das Gleiche gilt allgemein für Patienten mit Tumoren im Kopf- und Halsbereich. Sie tragen ebenso ein höheres Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, über den genauen Zusammenhang diskutieren Forscher.
Auch Verätzungen der Speiseröhre mit Säure oder Lauge können das Risiko für Tumoren steigern.
Wahrscheinlich ist auch, dass der regelmäßige Konsum von heißem Mate-Tee, wie er in Südamerika traditionell praktiziert wird, ein Risiko für Speiseröhrenkrebs darstellt. Bei dem traditionellen Gebrauch wird der Tee bei hohen Temperaturen durch ein Metallröhrchen getrunken.

  • Über das individuelle Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, sagt die Statistik zu den einzelnen Risikofaktoren allerdings nichts aus.
  • Das persönliche Risiko ist auch für Menschen, die immer gesund gelebt haben und auf die keiner der genannten Risikofaktoren zutrifft, nicht gleich Null. Das heißt, sie können ebenfalls an Speiseröhrenkrebs erkranken.

Nachweislich senken lässt sich das Risiko für Speiseröhrenkrebs – neben dem Meiden der Risikofaktoren – durch den regelmäßigen Konsum von Obst und Gemüse.
Kann man auch mit Tabletten vorbeugen? Eine medikamentöse Prävention beispielsweise mit Acetylsalicylsäure, kurz ASS, wird von Fachleuten momentan nicht empfohlen. Auch auf Nahrungsergänzungsmittel sollte man nicht vertrauen – sie können eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen.

Früherkennung: Wer sollte besonders auf Warnzeichen achten?

Ein allgemeines Angebot zur Früherkennung von Speiseröhrenkrebs existiert in Deutschland nicht. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung ist ein sogenanntes Screening der gesamten Bevölkerung nicht sinnvoll – solche regelmäßige Untersuchungen würden Gesunde sehr belasten, ohne dass die Mehrzahl der Menschen einen Nutzen davon hätte.

Was gilt für Menschen, die wissen, dass sie ein erhöhtes Risiko für Speiseröhrenkrebs haben? Bei ihnen kann die Risiko-Nutzen-Abwägung anders aussehen. Sie sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob für sie eine regelmäßige Magenspiegelung zur Vorsorge sinnvoll ist.

Symptome: Welche Beschwerden treten bei Speiseröhrenkrebs auf?

Worauf kann man selbst achten? Bei welchen Symptomen sollte man unbedingt zum Arzt gehen? Speiseröhrenkrebs verursacht bei vielen Betroffenen Beschwerden erst bei fortgeschrittener Erkrankung. Der Tumor ist dann allerdings bereits größer und macht deshalb Probleme, die spürbar sind.

Als typisches Warnzeichen für Speiseröhrenkrebs gelten Schluckbeschwerden. Sie äußern sich als Schmerzen und Druckgefühl beim Schlucken von Nahrung. Wie verlässlich ist dieses Symptom? Bei älteren Menschen sind Beschwerden beim Schlucken keine Seltenheit und können viele andere Ursachen haben. Und auch bei jüngeren Menschen müssen Schluckbeschwerden nicht zwangsläufig auf einen Tumor in der Speiseröhre hindeuten.

Ein weiteres Kennzeichen eines fortschreitenden Speiseröhrenkrebses ist die Gewichtsabnahme vieler Betroffener. Die Auslöser liegen auf der Hand: Eine erkrankungsbedingte Appetitlosigkeit mit Übelkeit bis hin zum Erbrechen, gepaart mit Schluckbeschwerden, lässt das Körpergewicht Erkrankter schnell sinken.

Auch Blutungen können ein Anzeichen für Speiseröhrenkrebs sein. Sie machen sich durch Erbrechen von Blut bemerkbar oder durch schwarz gefärbten Stuhlgang, sogenannten Teerstuhl.

Gute Ansprechpartner finden: Wohin gehen zur Abklärung von Symptomen?

Halten Schluckbeschwerden über einen längeren Zeitraum an? Oder treten andere Symptome auf? Dann sollte man möglichst bald den Hausarzt aufsuchen. Dieser kann die Überweisung zu einem Facharzt veranlassen. Was tun, wenn man länger nicht mehr bei einem Hausarzt war oder ohne Überweisung direkt einen Facharzt aufsuchen möchte?

Viele der ersten infrage kommenden Untersuchungen können niedergelassene Gastroenterologen durchführen, also Fachärzte für Innere Medizin, die sich auf Krankheiten des Verdauungstrakts spezialisiert haben. Sie beziehen bei Bedarf auch weitere Fachärzte mit ein, etwa Radiologen, die Röntgenaufnahmen oder Computertomographien durchführen.

Ist der Verdacht auf eine Krebserkrankung sehr stark, können sich Betroffene auch an die Ambulanz einer spezialisierten Klinik überweisen lassen. Infrage kommen Krankenhäuser, die viel Erfahrung mit Ösophaguskarzinomen haben. Woran erkennt man solche Kliniken? In Deutschland haben Kliniken oder ihre spezialisierten Abteilungen die Möglichkeit, ihre besondere Erfahrung auf diesem Gebiet zertifizieren zu lassen.

Untersuchung: Wie wird ein Tumor in der Speiseröhre nachgewiesen?

Die gängige Methode bei der Abklärung von Krankheitssymptomen ist die Magenspiegelung, bei der auch die Speiseröhre mit untersucht wird. Nur wenn sich der Verdacht auf ein Karzinom erhärtet, schlagen die Ärzte weitere Tests vor. Welche tatsächlich infrage kommen, hängt aber von der individuellen Situation ab – nicht alle Betroffenen benötigen die gleichen Untersuchungen. Den Stellenwert der einzelnen Verfahren haben Fachleute in einer aktuellen medizinischen Leitlinie bewertet, mehr dazu im Abschnitt "Quellen".

Magenspiegelung: Einfach und schmerzlos

Bei einer Magenspiegelung, fachsprachlich Ösophagogastroduodenoskopie genannt, muss man einen etwa fingerdicken Schlauch schlucken. Der Arzt schiebt den Schlauch in die Speiseröhre und weiter in den Magen bis in den oberen Abschnitt des Zwölffingerdarms. An der Spitze des Schlauchs befindet sich eine Kamera, die ein Bild vom Inneren der untersuchten Organe liefert.

Beim Zurückziehen des Schlauchs begutachtet der Arzt die Schleimhaut. Gleichzeitig kann er Gewebeproben, sogenannte Biopsien, von auffälligen Stellen entnehmen. Diese werden dann unter dem Mikroskop untersucht, gegebenenfalls auch mit molekularbiologischen Methoden . Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, ob es sich bei auffälligen Stellen um bösartige Veränderung, sprich Krebs handelt.

Gastroskopie © Hakan Corbaci, Thinkstock
Bei einer Magenspiegelung wird ein fingerdicker, biegsamer Schlauch in den Magen vorgeschoben. © Hakan Corbaci, Thinkstock (zum Vergrößern auf die Lupe klicken)

Wie muss man sich auf die Untersuchung vorbereiten? Genauere Infos erhält man bei der Terminvereinbarung. Meist gilt, dass man etwa 12 Stunden vorher nichts mehr essen und zwei Stunden vorher nichts mehr trinken darf. Wer auf Medikamente angewiesen ist, sollte rechtzeitig abklären, wie die Einnahme angepasst werden muss. Berufstätige können sich außerdem vorab erkundigen, ob sie für den Tag der Untersuchung eine Krankmeldung benötigen.

Die Untersuchung selbst dauert selten länger als eine halbe Stunde, man sollte allerdings auch Zeit für die Vorbereitung einplanen.

Eine Magenspiegelung tut nicht weh, das Schlucken des Schlauchs kann aber etwas unangenehm sein. Um das Schlucken des Schlauchs zu erleichtern und den oft auftretenden Würgereiz zu unterdrücken, betäubt der Arzt den Rachen mit einem Spray.
Wer solche Untersuchungen als sehr unangenehm empfindet, kann den Arzt vor der Untersuchung auch nach einem Beruhigungsmittel fragen. Hat man eine solche "Sedierung" erhalten, muss man allerdings nach der Untersuchung noch etwa 30 Minuten in einem dafür vorgesehen Aufwachraum liegenbleiben. Es dauert etwas, bis die Benommenheit nachlässt, die das Beruhigungsmittel auslöst. Auto oder Fahrrad fahren darf man anschließend trotzdem nicht, da die Fahrtauglichkeit noch immer beeinträchtig ist. Man sollte sich abholen lassen oder beim Arzt und der Krankenversicherung fragen, ob die Kosten für ein Taxi übernommen werden.

Nach der Magenspiegelung: Auf das Ergebnis muss man in der Regel mehrere Tage warten, da die Proben meist in spezialisierte Labors eingeschickt und dort aufbereitet werden.
Was tun, wenn die Untersuchung keine aussagekräftigen Ergebnisse erbringt, obwohl man typische Beschwerden hat? Unter Umständen wird die Magenspiegelung einige Tage oder Wochen später noch einmal wiederholt, und der Arzt entnimmt weitere Gewebeproben aus anderen Bereichen der Speiseröhre.

Chromoendoskopie: Nicht bei allen Patienten notwendig

Wie lässt sich die Aussagekraft der endoskopischen Untersuchung verbessern? Eine Möglichkeit haben Ärzte, wenn sie bei einer sogenannten Chromoendoskopie Farbstoff auf die Schleimhaut der Speiseröhre sprühen oder mit computergestützten Verfahren das Farbspektrum bei der Aufsicht auf das Gewebe variieren: Unter Umständen lassen sich so gesunde und auffällige Schleimhautstellen leichter unterscheiden.
Die Chromoendoskopie  ist vor allem dann notwendig, wenn die Ärzte den Verdacht auf ein Plattenepithelkarzinom haben. Dies kann bei Patienten der Fall sein, die wesentliche Risikofaktoren dafür aufweisen, wie einen hohen Alkohol- oder Tabakkonsum, oder schon an einer anderen Krebserkrankung im Mund, im Rachen oder in den oberen Atemwegen leiden.

Wenn sich der Krankheitsverdacht bestätigt: Weitere Tests und Untersuchungen

Die Diagnose Krebs ist für die meisten Menschen zunächst ein Schock. Gerade in den ersten Tagen danach müssen trotz der psychischen Belastung viele Entscheidungen getroffen werden: Es stehen weitere Tests an, die Wahl der bestmöglichen Behandlung gemeinsam mit den Ärzten, und die meisten Menschen müssen auch ihren bisherigen Alltag neu organisieren. Was hilft, um mit der Erkrankung so gut wie möglich umzugehen, und welche Fragen nach der Diagnose wichtig werden können, erfahren Betroffene unter "Diagnose Krebs - Wie geht es weiter?".

Ist die Diagnose gesichert, müssen die Ärzte als nächstes abklären, in welchem Stadium sich der Tumor befindet: Wie tief reicht er ins Gewebe hinein? Haben sich bereits Tumorzellen über die Blut- und Lymphbahnen verbreitet und sich Metastasen gebildet? Diese Informationen sind ausschlaggebend für die spätere Therapie. Um das Stadium des Tumors möglichst genau zu bestimmen, werden verschiedene diagnostische Verfahren kombiniert. Fachleute verwenden für die Stadienbestimmung den englischen Begriff "Staging".

Einen Teil der notwendigen Tests können Fachärzte, zum Beispiel Radiologen, ambulant durchführen. Sind aufwändigere Untersuchungen notwendig oder geht es einem körperlich schlecht? Dann ist es unter Umständen sinnvoller, für die weitere Diagnostik in die Ambulanz einer spezialisierten Klinik zu gehen.
Nicht alle Untersuchungen sind bei allen Patienten notwendig. Auch die Reihenfolge, in der die verschiedenen Tests gemacht werden, kann sich von Einrichtung zu Einrichtung unterscheiden.

Ultraschall: Sind Leber und Lymphknoten auffällig?

Ein wenig belastender Test ist die Ultraschalluntersuchung des Bauchraums. Da fast in jeder Praxis oder Ambulanz ein Ultraschallgerät vorhanden ist, steht sie häufig am Anfang der Tests nach der Diagnose Speiseröhrenkrebs. Die sogenannte Sonographie ermöglicht es Ärzten, insbesondere die Leber auf Metastasen hin zu prüfen. Auch die Lymphknoten im Halsbereich können sie im Ultraschall auf verdächtige Veränderungen hin untersuchen.

Bei der Sonographie trägt der Arzt etwas Kontaktgel auf die Haut des zu untersuchenden Bereichs auf und führt anschließend den Schallkopf des Ultraschallgerätes darüber. Zur besseren Darstellung der Leber kann auch ein Kontrastmittel verwendet werden. Dieses erhält man kurz vor der Untersuchung über eine Vene injiziert.

Metastasensuche: Computertomographie, eventuell Magnetresonanztomographie, PET/CT, Laparoskopie

CT: Die Computertomographie (CT) des Hals-, Brust- und Bauchbereichs ist ein weiteres Verfahren zur Beurteilung von Tumoren der Speiseröhre. Sie dient auch zur Abklärung der Frage, ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Die Röntgenuntersuchung ergänzt die Ergebnisse anderer Untersuchungen, sie ersetzt sie nicht. Wie jede Röntgenuntersuchung bringt auch die Computertomographie eine gewisse Strahlenbelastung mit sich. Das Risiko gilt jedoch bei Krebsverdacht im Vergleich zum Nutzen als vertretbar.

Für die Untersuchung ist meist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Wann man zuletzt etwas essen oder trinken darf, erfährt man bei der Terminvereinbarung.
Vor der Untersuchung injiziert der Arzt ein Kontrastmittel in eine Vene. Außerdem kann es erforderlich sein, dass man etwa 25 bis 40 Minuten vor der Untersuchung etwa einen Liter Wasser trinken muss. Zur Untersuchung legt man sich auf eine fahrbare Liege, mit der man unter das ringförmige Röntgengerät gerollt wird. Auf dem Untersuchungstisch erhält man dann noch einmal 150 bis 200 ml Wasser zu trinken. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert zwischen 5 und 30 Minuten.
Was tun, wenn man das bei der Computertomographie verwendete Kontrastmittel nicht verträgt oder man aus anderen Gründen nicht für eine CT infrage kommt?

MRT: Dann kann man zur Stadienbestimmung des Ösophaguskarzinoms eine Magnetresonanztomographie (MRT) machen lassen. Bei manchen Patienten kommt die MRT noch zusätzlich zu einer CT als ergänzende Untersuchung infrage. Die Magnetresonanztomographie nutzt starke Magnetfelder, um ein Bild vom Körperinnern zu erzeugen. Eine Strahlenbelastung entsteht durch die MRT-Untersuchung nicht.

Um Komplikationen im Zusammenhang mit den Magnetfeldern zu vermeiden, benötigt der Arzt vor der Untersuchung Angaben dazu, ob man Metall im Körper trägt. Dazu zählen Implantate, Herzschrittmacher oder andere fest implantierte Hilfsmittel, aber auch Fremdkörper wie etwa Metallsplitter. Unter Umständen kommt dann eine Magnetresonanztomographie nicht infrage.

Für die Untersuchung wird man auf einer Liege in das röhrenförmige MRT-Gerät geschoben. Patienten mit Platzangst oder Raumangst können vor der Untersuchung ein Beruhigungsmittel erhalten, müssen sich danach aber abholen lassen und dürfen nicht selbst Auto oder Fahrrad fahren.

PET, PET/CT: Nur bei wenigen Patienten mit Speiseröhrenkrebs ist zur weiteren Metastasensuche eine PET/CT notwendig. Sie gehört nicht zu den üblichen Standardverfahren nach der Diagnose eines Tumors in der Speiseröhre. Bei Betroffenen mit fortgeschrittenen Tumoren der Speiseröhre, bei denen eine Operation möglich, aber sehr aufwändig und belastend wäre, kann sie aber mehr Sicherheit bieten: Erst wenn wirklich keine Metastasen gefunden werden, wird Betroffenen die komplizierte Operation und langwierige begleitende Therapie zugemutet.

Wie funktioniert diese Untersuchung? Tumoren und Metastasen lassen sich oft daran erkennen, dass sie einen anderen Stoffwechsel als gesundes Gewebe haben. Die Positronen-Emissionstomographie (PET) ist ein Verfahren, das genau diese Stoffwechselfunktionen im Körper sichtbar macht. Als Kombination mit der Computertomographie in einem Durchgang wird sie als PET/CT bezeichnet.

Vor der Untersuchung injiziert der Arzt einen radioaktiven Marker über eine Vene. Dieser verteilt sich dann im gesamten Körper und macht bei der PET den Stoffwechsel sichtbar.

Laparoskopie: Ein weiterer Test, der nicht bei allen Patienten mit Speiseröhrenkrebs notwendig ist, ist die Bauchspiegelung oder Laparoskopie. Durch sie können Ärzte die Ausbreitung von Metastasen in die Leber oder das Bauchfell überprüfen, ohne gleich eine offene Bauchoperation durchführen zu müssen. Deshalb wird der Eingriff auch als "minimal-invasiv" bezeichnet. Die Laparoskopie erfolgt meist in Vollnarkose in einem Operationssaal, man muss dazu in der Regel ein bis zwei Tage ins Krankenhaus. Während des Eingriffs schieben die Ärzte eine starre Röhre durch einen kurzen Schnitt in der Bauchdecke. Dann wird der Bauchraum mit einem Gas aufgefüllt. Das ermöglicht den Operateuren einen besseren Blick auf die Organe.

Wie tief sitzt der Tumor im Gewebe? Sind die Lymphknoten befallen?

Tumor in der Speiseröhre © MediDesign Frank Geisler
Ein Tumor in der Speiseröhre kann oberflächlich sitzen, aber auch in die tieferen Schichten eindringen. © MediDesign Frank Geisler

Endoskopischer Ultraschall: Ist der Tumor noch auf die Schleimhaut begrenzt? Oder wächst er bereits in tiefere Schichten der Speiseröhre ein? Der endoskopische Ultraschall, also die Sonographie von innen, ist eine Standarduntersuchung für viele Patienten mit Speiseröhrenkrebs. Er dient dazu, die sogenannte Infiltrationstiefe des Tumors in die Gewebeschichten der Speiseröhre zu beurteilen. Ärzte können außerdem im Ultraschallbild auch Lymphknoten und weitere Organe in der Nähe der Speiseröhre auf Metastasen hin untersuchen.

Der endoskopische Ultraschall gleicht vom Ablauf her einer Magenspiegelung. Der Unterschied: Beim endoskopischen Ultraschall befindet sich ein Ultraschallkopf an der Spitze des Untersuchungsschlauches, den der Arzt in die Speiseröhre schiebt. Dieser übermittelt ein hochauflösendes Bild der Speiseröhre und des Tumors an das angeschlossene Ultraschallgerät.

Feinnadelbiopsie der Lymphknoten: Während der Untersuchung kann der Arzt bei Bedarf Gewebeproben aus den umliegenden Lymphknoten entnehmen. Für diese Biopsie sticht er mit einer dünnen Kanüle durch die Haut in die Lymphknoten. Der Eingriff ist unkompliziert und wenig schmerzhaft oder belastend. Allerdings besteht ein gewisses Risiko für anschließende Schwellungen, Blutungen oder Infektionen. Im Labor werden die entnommenen Gewebeproben auf Tumorzellen untersucht. Bis die Ergebnisse vorliegen, kann es daher etwas dauern.

Nur bei Komplikationen: eventuell Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel, flexible Bronchoskopie

Bei manchen Betroffenen mit Speiseröhrenkrebs kann das zerstörerische Wachstum des Tumors zu Komplikationen führen, etwa zu sogenannten Fisteln: Bei einer Fistel handelt es sich um einen ungewollten Durchgang zwischen zwei Hohlorgangen, in diesem Fall zwischen der Speiseröhre und der Luftröhre.
Gibt es Anzeichen für eine solche Fistel? Dann kann eine Röntgenuntersuchung des Brustbereichs helfen, den Durchgang sichtbar zu machen. Vor der Röntgenaufnahme erhält man ein wasserlösliches Kontrastmittel zu trinken. Im Röntgenbild kann der Arzt so die Speiseröhre und einen eventuelle Übergang zur Luftröhre gut erkennen.

Ist der Tumor der Speiseröhre fortgeschritten, kann bei manchen Patienten außerdem eine genauere Untersuchung der Atemwege sinnvoll sein. Eine Spiegelung der Luftröhre und Bronchien gibt Aufschluss darüber, ob und wie weit sich der Tumor in die Atemwege ausgebreitet hat und in die Luftröhre oder Bronchien einwächst. Bei der Untersuchung führt der Arzt einen sehr dünnen Schlauch mit einer kleinen Kamera an der Spitze in die Luftröhre. Die als flexible Bronchoskopie bezeichnete Untersuchung wird manchmal mit einem sogenannten endobronchialen Ultraschall kombiniert. Dieser ähnelt dem endoskopischen Ultraschall, wird aber von der Luftröhre aus vorgenommen.
Beide Untersuchungen sind wenig belastend und risikoarm, aber unangenehm. Daher erhält man in der Regel eine leichte Narkose, oder ein Beruhigungsmittel zusammen mit einer Betäubung von Luft- und Speiseröhre.

Weitere Tests: Derzeit keine Empfehlung

Noch vor wenigen Jahren galt eine sogenannte Röntgen-Breischluck-Untersuchung als sinnvoll, bei der man den Weg eines Kontrastmittels durch den Verdauungstrakt verfolgen kann. Diese Untersuchung bringt bei Speiseröhrenkrebs aber keine weiteren Erkenntnisse, die sich nicht auch mit weniger belastenden modernen Verfahren gewinnen ließen. Sie gehört daher nicht mehr zu den Tests, die routinemäßig erfolgen.

Lässt sich Krebs nicht auch über Blutproben nachweisen? Gibt es Tumormarker, oder finden sich Krebszellen womöglich im Blut? Wirklich verlässliche Tumormarker sind für das Ösophaguskarzinom derzeit nicht bekannt. Und auch der Nachweis sogenannter zirkulierender Tumorzellen hat (noch) keinen Stellenwert bei dieser Erkrankung. Hintergründe bietet der Text "Tumormarker, Prognosemarker, prädiktive Faktoren".

Behandlungsplanung: Welche Therapiemethoden kommen infrage?

Welche Therapie bei einer Krebserkrankung der Speiseröhre die richtige ist, hängt von vielen Faktoren ab. Neben dem Tumorstadium spielen der Ernährungszustand, weitere Erkrankungen und nicht zuletzt die persönlichen Bedürfnisse eine wichtige Rolle.

  • Man sollte die möglichen Therapieschritte mit den Ärzten ausführlich besprechen. Dazu gehört auch, das Für und Wider jeweils sorgfältig abzuwägen. Ausreichende Informationen über die eigene Erkrankung mindern bei vielen Menschen die Angst vor dem, was auf sie zukommt. Wer mehr weiß, kann sich meist auch besser entscheiden.

Die an der Behandlung beteiligten Ärzte beratschlagen das Vorgehen zunächst in einer sogenannten Tumorkonferenz. An solchen Tumorkonferenzen sind in spezialisierten Zentren Experten verschiedener Fachrichtungen beteiligt: So ist sichergestellt, dass man als Patient nicht auf das Wissen eines einzelnen Arztes angewiesen ist.

Bei der Beratung berücksichtigen die Spezialisten die vorliegenden Befunde: die genaue Lokalisation, die Infiltrationstiefe des Tumors in das Gewebe der Speiseröhre, die gesamte Ausbreitung des Tumors, aber auch die allgemeine körperliche Verfassung und die persönlichen Wünsche ihrer Patienten. Je nach Situation kann eine Operation, eine Strahlen- und Chemotherapie oder eine Kombination dieser Therapieformen die besten Behandlungschancen bieten.

Um die Behandlung von Patienten mit Ösophaguskarzinom weiter zu verbessern, wird in größeren Krebszentren Betroffenen unter Umständen auch die Teilnahme an einer klinischen Studie angeboten: In solchen Studien werden neue Verfahren oder neue Arzneimittel getestet. Bei vielen handelt es sich aber auch um sogenannte Therapie-Optimierungsstudien. Hier versucht man, die bereits bewährten Verfahren so anzupassen, dass sie besser wirken oder auch weniger Nebenwirkungen mit sich bringen. Die Teilnahme an einer klinischen Studie ist freiwillig, mehr dazu im Text "Studienteilnahme – wie entscheiden?".

Endoskopische Therapie: Frühe, oberflächliche Tumoren ohne Hautschnitt abtragen

Bei manchen Patienten können die Ärzte den Tumor der Speiseröhre endoskopisch entfernen. Der Eingriff ähnelt der Magenspiegelung. Der Unterschied: Der Arzt untersucht den Tumor nicht nur, sondern trennt ihn mit Hilfe einer kleinen Schlinge, die er durch das Endoskop schiebt, vollständig von der Schleimhaut ab.

  • Als alleinige Therapie bei Speiseröhrenkrebs genügt das Verfahren allerdings nur bei oberflächlichen Tumoren, die sich nicht tiefer ins Gewebe ausgebreitet haben.

Diese sogenannte endoskopische Resektion kann aber auch bei Patienten mit weiter fortgeschrittenen Tumoren dazu dienen, Gewebeproben zur genaueren Beurteilung des Tumors zu entnehmen. Der Eingriff selbst reicht bei diesen Betroffenen zwar als Therapie nicht aus. Die Untersuchungsergebnisse sind aber für die weitere Therapieentscheidung nützlich.

Chirurgische Therapie: Teilweise Entfernung der Speiseröhre und angrenzender Gewebe

Ziel der chirurgischen Therapie ist es, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Die Speiseröhre muss zu diesem Zweck teilweise entnommen werden, unter Umständen auch angrenzendes Gewebe, etwa Lymphknoten, Teile des Magens und unter Umständen noch weitere Gewebe. Zudem muss nicht nur die Bauchhöhle, sondern je nach Sitz des Tumors teilweise auch der Brustkorb bis zum Halsansatz eröffnet werden.
Die chirurgische Entfernung eines Tumors aus der Speiseröhre ist deshalb ein komplexer Eingriff, der sehr belastend für den Körper ist. Die Voraussetzung ist daher ein ausreichend guter Allgemeinzustand. Vor dem Eingriff überprüfen die Ärzte bei Patienten daher die Funktion des Herzens, der Lunge, der Leber und des Stoffwechsels. Auch das Körpergewicht und der allgemeine Ernährungszustand spielen eine Rolle, eventuell ist vor der Operation eine unterstützende Ernährungstherapie notwendig.
Experten raten, den chirurgischen Eingriff von erfahrenen Ärzten an einer spezialisierten Klinik vornehmen zu lassen. Studien belegen: In Kliniken und bei Chirurgen mit einer jährlich hohen Anzahl komplexer Eingriffe an der Speiseröhre sind die durchschnittlichen Behandlungsergebnisse besser als in Kliniken mit niedriger Fallzahl und entsprechend weniger Routine.

Was geschieht während der Operation?

Während der Operation entfernen die Ärzte den Tumor selbst sowie die angrenzenden Teile der Speiseröhre. Um die Verbindung zwischen Speiseröhre und Magen anschließend wieder herzustellen, ziehen sie bei den meisten Patienten den Magen nach oben und bilden aus ihm einen schlauchförmigen Ersatz für das fehlende Stück der Speiseröhre. Neben dem Tumor entfernen die Ärzte bei der Operation auch die benachbarten Lymphknoten.
Sitzt der Tumor im Übergang der Speiseröhre zum Magen? Dann kann es bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung notwendig sein, einen Teil des Magens oder unter Umständen auch den gesamten Magen mit zu entfernen. Bei diesen Patienten können die Ärzte die fehlende Verbindung im Verdauungssystem durch ein Stück Dickdarm ersetzen, das sie durch einen weiteren kleinen Bauchschnitt entnehmen und in die entstandene Lücke einsetzen.

Alle entnommenen Gewebe sowie die Lymphknoten werden anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Das Ergebnis gibt Aufschluss darüber, ob der Tumor "im Gesunden" entfernt werden konnte, oder ob noch Tumorreste verblieben sind. Die Lymphknotenuntersuchung zeigt, ob bereits Tumorzellen in das Lymphsystem eingewandert sind. Beides würde ein hohes Risiko für einen Krankheitsrückfall bedeuten.

Ernährung unmittelbar nach der Operation

Nach dem chirurgischen Eingriff muss die Speiseröhre erst einmal abheilen. Daher ist die gewohnte Nahrungsaufnahme unmittelbar nach der Operation meist für mehrere Tage nicht möglich. Um einer Mangelernährung in dieser Zeit vorzubeugen, brauchen Patienten eine Ernährungstherapie, in der Regel über eine Sonde. Die Ärzte legen dazu durch einen winzigen Schnitt in die Bauchdecke einen dünnen Schlauch bis in die obersten Anteile des Dünndarms. Ob auch eine Sonde über die Nase und die operierte Speiseröhre in den Magen möglich ist, hängt vom Umfang der Operation ab.
Rund um den eigentlichen Eingriff erhält man außerdem Flüssigkeit, Salze, Medikamente und je nach Bedarf auch weitere (Nähr-)Stoffe per Infusion in eine Vene.

Neoadjuvante Behandlung: Strahlen- und Chemotherapie bereits vor der Operation

Was tun, wenn der Tumor zu groß oder zu fortgeschritten ist, um operativ entfernt zu werden? Dann profitieren Betroffene unter Umständen von einer vorgeschalteten Chemotherapie oder einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie. Die Behandlung trägt dazu bei, das Tumorwachstum zu stoppen und den Tumor zurückzudrängen. Bei vielen Betroffenen wird danach eine vollständige operative Entfernung des Tumors möglich, oder der Eingriff ist zumindest weniger belastend als ohne die Vorbehandlung. Außerdem senkt diese sogenannte neoadjuvante Therapie das Rückfallrisiko, also die Gefahr, dass der Tumor nach der Operation wiederkommt.

Ist die neoadjuvante Therapie abgeschlossen, wiederholen die Ärzte noch die Untersuchungen auf mögliche Metastasen. Auch eine erneute Beurteilung des Tumorstadiums kann sinnvoll sein. Zeigen die Befunde, dass nichts gegen eine Operation spricht, kann der chirurgische Eingriff jetzt erfolgen.

Nicht bei allen Patienten gelingt es, den Tumor durch eine neoadjuvante Therapie zurückzudrängen. Bei manchen Betroffenen kann es sein, dass sich der Tumor trotz der Behandlung nicht verändert oder sogar weiter wächst. Die Ärzte prüfen dann, welche anderen Behandlungsverfahren infrage kommen, oder ob eine möglicherweise umfangreichere Operation unter diesen Umständen nun doch sinnvoll ist.

Adjuvante Behandlung und weitere Nachsorge: Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach dem Eingriff besprechen alle an der Behandlung beteiligten Ärzte noch einmal die nun vorliegenden Befunde. Dabei versuchen sie auch abzuschätzen, wie hoch das Rückfallrisiko ist.
Konnten sie den Tumor vollständig entfernen, ist mit der Operation bei den meisten Patienten die eigentliche Behandlung abgeschlossen. Dies gilt sowohl für Patienten, die bei einem kleinen Tumor nur operiert werden mussten, wie auch für Patienten, die vor dem Eingriff eine neoadjuvante Radiochemotherapie erhalten hatten. Um sich so gut wie möglich zu erholen, kann man eine anschließende Rehabilitation beantragen, danach beginnt die Zeit der Tumornachsorge.

Anders sieht es für Patienten aus, die vor der Operation nur eine Chemotherapie, aber keine Bestrahlung erhalten hatten. Bei ihnen ist die Behandlung erst mit einer weiteren Chemotherapie nach der Operation abgeschlossen. Ob man für diese Chemo weiter in die Ambulanz des Krankenhauses geht, in dem man operiert wurde, oder auch zu einem niedergelassenen Facharzt gehen kann, sollte man mit den Ärzten spätestens beim Entlassungsgespräch klären.

Wie sieht es aus, wenn die Ärzte das Risiko für einen Rückfall als sehr hoch einstufen? Betroffene Patienten profitieren auch nach erfolgreicher Operation von einer ergänzenden Strahlen- und Chemotherapie. Der Fachbegriff dafür lautet adjuvante, also unterstützende Therapie. Hatte man bereits eine neoadjuvante Therapie vor der Operation, ist eine weitere Bestrahlung in der Regel allerdings nicht mehr möglich, und bei vielen Betroffenen würde eine erneute Chemotherapie auch keine weitere Senkung des Rückfallrisikos ermöglichen.

War es nicht möglich, den Tumor in seiner Ganzheit aus dem Gewebe zu entfernen? Auch dann ist unter Umständen eine Strahlen- und Chemotherapie im Anschluss an die Operation notwendig.

Insgesamt ist der chirurgische Eingriff an der Speiseröhre für Patienten sehr belastend, und sie benötigen Zeit, um die Operation selbst und die Folgen zu verkraften. Welche Unterstützung es dabei gibt, ist im Abschnitt "Rehabilitation" zusammengefasst.

Strahlen- und Chemotherapie als Alternative zur Tumorentfernung: Wenn eine Operation nicht infrage kommt

Nicht alle Tumoren der Speiseröhre lassen sich chirurgisch entfernen. Für Patienten mit Tumoren, die beispielsweise sehr weit oben in der Speiseröhre sitzen, kommen von vornherein eher eine Strahlen- und Chemotherapie statt einer Operation infrage. Das Gleiche gilt, wenn die Ärzte bereits vor der Operation Metastasen in anderen Organen entdeckt haben, oder für Patienten, die aufgrund ihres Allgemeinzustandes einen komplizierten chirurgischen Eingriff nicht verkraften würden.

Verbessert sich durch die Radiochemotherapie die Situation, können die Ärzte gegebenenfalls prüfen, ob doch noch eine Operation möglich ist.

Palliativtherapie: Die Lebensqualität verbessern, den Tumor bremsen

Welche Behandlung gibt es für Patienten, bei denen das Tumorwachstum nicht gestoppt werden kann? Für sie stehen die Behandlung krankheitsbedingter Beschwerden und eine möglichst gute Lebensqualität im Mittelpunkt. Dieses Vorgehen bezeichnet man als "palliativ", im Gegensatz zu "kurativ". Dies bedeutet, die Linderung ist das Ziel, eine Heilung kann eher nicht erreicht werden. Dies heißt jedoch nicht, dass keine Behandlung mehr möglich ist. Statt sehr belastender Therapien oder langer Krankenhausaufenthalte stehen möglichst ambulant durchführbare Behandlungen im Vordergrund, bei denen die Nebenwirkungen möglichst gering ausfallen.

So kann bei Speiseröhrenkrebs beispielsweise eine Strahlentherapie helfen, Symptome wie Blutungen, Probleme beim Schlucken oder Schmerzen zu lindern. Auch die Implantation eines Stents in die Speiseröhre  erleichtert Betroffenen das Schlucken und damit auch das Essen: Ein Stent ist ein röhrenförmiges Metallgitter, das der Arzt mit Hilfe eines Endoskops in der Speiseröhre einsetzt.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Beschwerden beim Schlucken durch "Veröden" oder "Verschmoren" der Engstelle mit einem Laser zu verringern. Auch das Abtragen von Tumormasse mit einer Elektroschlinge kommt eventuell infrage.

Mit einer Chemotherapie lässt sich unter Umständen das Tumorwachstum zumindest bremsen, wenn auch nicht vollständig oder dauerhaft aufhalten. Das Ziel ist zunächst eine bessere Lebensqualität. Bei Patienten mit Adenokarzinom der Speiseröhre kann eine palliative Chemotherapie aber tatsächlich auch die Überlebenszeit verlängern. Bei einem Plattenepithelkarzinom gilt hingegen ein Effekt auf die Überlebenszeit unter Fachleuten als nicht gesichert.

Gezielte Therapien: Mit Antikörpern das Tumorwachstum verlangsamen

Patienten mit einem fortgeschrittenen Adenokarzinom in der Speiseröhre können unter Umständen eine zielgerichtete Therapie mit dem Antikörper Trastuzumab erhalten, zusätzlich zu einer Chemotherapie. Voraussetzung ist allerdings, dass die Tumorzellen auf das Medikament überhaupt ansprechen. Dazu wird an einer Gewebeprobe geprüft, ob die Zellen den "Rezeptor" aufweisen, an den der Antikörper "andockt" und dann in den Wachstumsstoffwechsel der Zellen eingreift. Die Behandlung mit Trastuzumab kann die Überlebenszeit verlängern.
Für Patienten ohne die entsprechende Oberflächenstruktur im Tumorgewebe oder bei einem fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom kommt diese Behandlung nicht infrage, sie würde nichts nützen.

Weitere neue Medikamente, die mehr oder weniger gezielt nur auf die Tumorzellen wirken, werden in klinischen Studien erprobt. Bei Fragen zu diesen und weiteren neuen Arzneimitteln steht der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung.

Rehabilitation: Was hilft bei der Rückkehr in den Alltag?

Die Behandlung bei Speiseröhrenkrebs ist für den Körper und die Psyche sehr belastend. Es dauert daher, bis man sich von der Operation und/oder der Strahlen- und Chemotherapie erholt hat. Haben die Ärzte die Speiseröhre und eventuell auch den Magen teilweise entnommen, müssen sich Betroffenen außerdem an eine neue Ernährungssituation gewöhnen. Die Rehabilitation, kurz Reha genannt, soll helfen, den Erholungsprozess nach der Behandlung zu fördern und Langzeitfolgen der Erkrankung, aber auch der Therapie vorzubeugen.

Einen Anspruch auf eine ambulante oder stationäre medizinische Rehabilitation haben fast alle Krebspatienten. Für gesetzlich Versicherte übernimmt die Rentenversicherung oder die Krankenkasse die Kosten. Vergleichbare Regelungen existieren für Beihilfeberechtigte. Für Privatversicherte gilt der jeweilige Versicherungsvertrag.

Wer sind die Ansprechpartner?

Ob eine Rehabilitation sinnvoll ist, welche Ansprüche bestehen und wo es geeignete Einrichtungen gibt, kann man meist schon während des Klinikaufenthaltes klären. Wichtige Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte. Sie können die persönliche Situation und Bedürfnisse am besten einschätzen. Im Gespräch mit ihnen lassen sich Vor- und Nachteile der verschiedenen Formen von Rehabilitation besprechen. Der Kliniksozialdienst hilft darüber hinaus, konkrete Fragen zur Reha zu klären, und unterstützt bei der Antragsstellung.
Ebenfalls bereits in der Klinik klären kann man, ob eine sogenannte Anschlussrehabilitation infrage kommt, die direkt nach der Behandlung ansetzt. Patienten, die unmittelbar nach der Behandlung körperlich noch zu geschwächt sind oder aus einem anderen Grund keine Anschlussrehabilitation wahrnehmen können oder wollen, haben nach Rücksprache mit ihrer Versicherung meist auch später noch die Möglichkeit, in Reha zu gehen.

Wer eine Rehabilitation machen möchte, aber nur ambulant behandelt wird, kann sich mit seinen Fragen außer an die zuständigen Ärzte auch an die zentralen Servicestellen REHA wenden. Die nächste Anlaufstelle erfährt man bei der Krankenkasse oder der Rentenversicherung. Eine Liste der Servicestellen ist außerdem im Internet unter www.reha-servicestellen.de verfügbar.

Wohin gehen zur Reha?

Die Anschlussrehabilitation (AHR) oder andere Formen der stationären Reha finden in einem darauf spezialisierten Krankenhaus statt. Die meisten Patienten bleiben etwa drei Wochen. Alternativ zur stationären Rehabilitation kann man ambulante Angebote wahrnehmen, oder diese ergänzen die stationären Maßnahmen, nachdem man wieder zuhause ist. Grundsätzlich ist für Patienten mit Speiseröhrenkrebs wichtig, dass die Rehabilitation in einer Einrichtung stattfindet, die Erfahrung mit ihrer Situation und ihren Bedürfnissen hat.

Was ist Teil der Rehabilitation?

Besonders wichtig für Patienten mit Speiseröhrenkrebs sind die körperliche Erholung und die Schulung, wie man am besten mit Ernährungsproblemen umgeht. In der Regel umfasst die Rehabilitation deshalb physiotherapeutische Übungen und ein angepasstes körperliches Training sowie eine Ernährungsberatung und -schulung. Auch psychoonkologische Hilfe  und sozialrechtliche Beratung gehören zum Angebot. In entsprechend ausgestatteten Kliniken kann auch die Tumorbehandlung fortgeführt werden, falls das notwendig ist.
Insgesamt lässt sich die Gestaltung der Rehabilitationsphase an individuelle Bedürfnisse anpassen. Berufstätige, die wieder arbeiten wollen, haben Anspruch auf weitere Unterstützung wie zum Beispiel Leistungen zur Wiedereingliederung am Arbeitsplatz.
Patienten im fortgeschrittenen Alter oder mit Begleiterkrankungen benötigen außerdem zum Beispiel oft mehr Pflege, als in vielen stationären Reha-Einrichtungen möglich ist. Für sie kommen dann eher ambulante Maßnahmen infrage, und sie können zusätzlich benötigte Leistungen wie zum Beispiel häusliche Krankenpflege erhalten.

Nachsorge nach der Behandlung: Welche Kontrollen sind notwendig?

Die Tumornachsorge umfasst regelmäßige Untersuchungen, die im Anschluss an die eigentliche Behandlung stattfinden. Sie dienen dazu, eine Rückkehr des Tumors oder Metastasen frühzeitig zu erkennen. Außerdem kann man im Arzt-Gespräch Probleme und Beschwerden ansprechen. Fachleute empfehlen Krebspatienten, das Angebot zur Nachsorge wahrzunehmen.

Es bietet sich an, bereits vor dem Ende der eigentlichen Therapie mit den behandelnden Ärzten über die Nachsorge zu sprechen. So lässt sich rechtzeitig klären, welcher Arzt der Ansprechpartner für die Nachsorge ist und wo sie stattfinden soll. Grundsätzlich kann die Nachsorge bei einem niedergelassen Facharzt erfolgen. Sie wird aber auch an Kliniken angeboten.

Beim Nachsorgetermin erkundigt sich der Arzt nach dem persönlichen Befinden: Sind Beschwerden seit dem Abschluss der Therapie aufgetreten? Wie entwickelt sich das Körpergewicht? Besonders nach einer Operation an der Speiseröhre kann die veränderte Ernährungssituation noch längere Zeit Schwierigkeiten bereiten. Eine Ernährungsberatung kann daher Teil der Nachsorge sein. Sie hilft, das Essverhalten an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Weitere Bestandteile des Nachsorgetermins können eine körperliche Untersuchung sowie gegebenenfalls Blut-, Ultraschall- und Röntgenuntersuchungen sein. Auch eine Magenspiegelung zur Kontrolle der Speiseröhre gehört in der Regel zur Nachsorge bei Speiseröhrenkrebs. Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, hängt stark von der individuellen Situation ab. Im Gespräch mit den behandelnden Ärzten lässt sich klären, welche Kontrollen wann notwendig sind. Allgemein gilt:

  • Nach der endoskopischen Entfernung des Tumors ist es wichtig, die Speiseröhre regelmäßig auf Veränderungen hin zu kontrollieren. Die erste Kontroll-Endoskopie findet meist nach drei Monaten statt. Anschließend ist es üblich, dass ein Arzt über zwei Jahre jedes halbe Jahr nachsieht, ob der Tumor zurückgekehrt ist. Danach reicht bei den meisten Patienten eine Kontrolle im Jahr aus.
  • Nach der Operation, als einem größeren chirurgischen Eingriff, oder der Strahlen- und Chemotherapie konzentriert sich der Arzt bei der Nachsorge auf neu aufgetretene Beschwerden. Sie liefern ihm einen Hinweis darüber, ob wichtige Funktionen im Körper gestört sind. Auch eine Mangelernährung kann er so erkennen. Neu aufgetretene Beschwerden können außerdem auf die Rückkehr des Tumors oder Metastasen hindeuten.

Wichtig: Treten zwischen den Nachsorgeuntersuchungen Beschwerden auf, sollte man nicht bis zum nächsten Termin warten, sondern gleich zum Arzt gehen.

Seelische und soziale Beschwerden ansprechen

Neben dem körperlichen Befinden sollte man beim Nachsorgetermin auch seelische Beschwerden ansprechen – dies muss niemand peinlich sein, und es gibt Hilfe zur Krankheitsbewältigung. Der betreuende Arzt kann Psychotherapeuten oder Beratungsstellen nennen, die auf die Unterstützung von Krebspatienten spezialisiert sind.

Auch Probleme im Alltag, in der Familie oder gegebenenfalls im Beruf sollte man ansprechen. Denn auch zu sozialrechtlichen und beruflichen Fragen gibt es Ansprechpartner, die konkrete Hilfe vermitteln oder Lösungsansätze aufzeigen können.

Leben mit der Erkrankung: Was kann man selbst für sich tun?

Eine Krebserkrankung ist ein belastender Einschnitt im Leben, der mit Veränderungen und Herausforderungen verbunden ist. Viele Patienten und auch ihre Angehörigen fragen sich im Lauf der Erkrankung, was sie selbst tun können, um die Behandlung zu unterstützen.
Pauschal lassen sich diese Fragen selten beantworten: Viele Menschen wünschen sich Hilfe bei der psychischen Bewältigung der Erkrankung. Je nach Situation ist die Linderung von Nebenwirkungen der Therapie ein wichtiges Thema. Und fast alle Krebspatienten treibt die Frage um, wie sie möglichst gezielt einem Rückfall vorbeugen können. Auch alternative Behandlungsmethoden oder Nahrungsergänzungsmittel spielen für manche Betroffene eine Rolle.
Was wem nützt und was unter Umständen vielleicht schadet, hängt sehr von der persönlichen Situation ab. Wer selbst etwas tun möchte, sollte dies aber für alle Fälle vorher mit seinem Arzt absprechen. So schützt man sich vor ungewollten Wechselwirkungen mit der Krebsbehandlung oder ähnlichen Risiken.

Ernährung vor und nach der Behandlung

Gerade bei Speiseröhrenkrebs kommt der Ernährung eine große Bedeutung zu. Der Tumor kann das Schlucken von Nahrung erschweren und Schmerzen beim Essen verursachen. Und auch die Behandlung trägt häufig dazu bei, dass sich die Ernährungssituation Betroffener verschlechtert. Viele haben bereits vor der Diagnose deutlich an Körpergewicht verloren und durch die Therapie weiter abgenommen.

Bereits vor der Behandlung müssen betroffene Patienten oft erst einmal an Gewicht zulegen, um ausreichend auf die belastende Therapie vorbereitet zu sein. Zu diesem Zweck kontrollieren die behandelnden Ärzte regelmäßig den Ernährungsstatus und empfehlen gegebenenfalls eine Ernährungstherapie. Wenn die Schluckbeschwerden zu Mangelernährung führen, kann es schon vor der Behandlung notwendig sein, auf Sondennahrung umzustellen. Dazu legen die Ärzte in einem kleinen ambulanten Eingriff eine Sonde direkt von der Bauchdecke in den Magen. Fachleute sprechen dann von einer perkutanen endoskopischen Gastrostomie, kurz PEG beziehungsweise PEG-Sonde.

Nach der Behandlung wird Patienten mit Speiseröhrenkrebs in den meisten Krankenhäusern eine Ernährungsberatung angeboten. Sie kann aber auch während der Rehabilitation und Nachsorge erfolgen. Ziel der Ernährungsberatung ist es, möglichst viel über ausgewogene Nahrungszusammensetzung und Verträglichkeiten zu lernen, um langfristig das Körpergewicht wieder zu steigern. Geschulte Ernährungsberater helfen Betroffenen bei der Anpassung an die veränderte Ernährungssituation.
Welche Angebote zur Ernährungsberatung bestehen und wer die Ansprechpartner sind, lässt sich im Gespräch mit den behandelnden Ärzten klären, auch dann, wenn man nicht stationär im Krankenhaus, sondern ambulant betreut wird. Auch die Krankenkassen können Anlaufstellen nennen.

Mehr zum Thema sowie Adress- und Linktipps bieten die Texte "Ernährung bei und nach Krebs".

Kurz- und langfristige Nebenwirkungen: Beschwerden nach der Therapie

Nach der abgeschlossenen Krebstherapie sind kurzfristige, aber auch längerfristige Nebenwirkungen der Behandlung möglich. Das Risiko für solche Spätfolgen ist nicht für jeden Patienten gleich hoch. Es hängt stark von der jeweiligen Therapie und der persönlichen Veranlagung ab. Viele Nebenwirkungen der Krebstherapie können heute auch durch entsprechende Vorbereitung und Unterstützung aufgefangen oder ganz vermieden werden.

Beschwerden, die mit und nach der Behandlung auftreten können, sind unter anderem:

  • Zeitweilig empfindliche Haut und Schleimhäute bei und nach der Chemotherapie,
  • chronische Erschöpfung, Fatigue genannt, aufgrund der belastenden Krankheit und der Therapie,
  • Nervenschäden, sogenannte Neuropathien, als Nebenwirkung mancher Zytostatika zur Chemotherapie,
  • Herz-Kreislaufprobleme durch die Behandlung mit dem Antikörper Trastuzumab.

Wie lassen sich die Beschwerden vermeiden? Nach der abgeschlossenen Behandlung ist es wichtig, Beschwerden und Probleme weiterhin mit Ärzten zu besprechen - dies gilt auch über die Tumornachsorge hinaus. Sie können auf bekannte Nebenwirkungen der Krebstherapie hinweisen und gegebenenfalls vorbeugend eingreifen oder versuchen, die Beschwerden zu lindern.

Sich im Alltag bewegen, Sport machen

Sport und Bewegung haben einen positiven Einfluss auf die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit und steigern die Lebensqualität. Patienten mit Speiseröhrenkrebs können meist schon in der Klinik mit einer Physiotherapie und einem leichten Bewegungsprogramm beginnen. Während der Rehabilitation und im Alltag kann man das Programm später fortsetzen.

Ob und wie viel trainiert werden darf, sollte man mit den behandelnden Ärzten besprechen. Man sollte vor allem klären, wie man trotz der veränderten Ernährungssituation die Balance zwischen gesundem Muskelaufbau und erhöhtem Energiebedarf durch die Bewegung am besten hinbekommt.

Wer nicht alleine trainieren möchte, kann sich an Krebssportgruppen wenden. Eine Liste bietet der Deutsche Olympische Sportbund unter www.sportprogesundheit.de an. Auch die regionalen Krebsberatungsstellen helfen bei der Suche nach passenden Angeboten. Die Kosten für das Training übernimmt die Krankenkasse im Rahmen der ambulanten Rehabilitation meist zumindest teilweise, wenn der Arzt ein Rezept für "Reha-Sport" ausstellt.

Komplementäre oder alternativen Behandlungsmethoden - wirklich eine Alternative?

Was genau zur alternativen Medizin gehört, darüber sind sich selbst Fachleute nicht einig. Die meisten Menschen zählen sehr viele Beispiele auf, wenn sie nach "Alternativmedizin" gefragt werden. Sie reichen von der chinesischen Medizin, fernöstlichen Heilweisen wie Ayurveda und mehr über die klassische europäische Naturheilkunde bis hin zu Krebsdiäten oder psychologischen Verfahren. Viele Menschen kennen auch den Unterschied zwischen echten Arzneimitteln und sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln nicht, die oft mehr versprechen, als sie halten können. Manche Anbieter alternativer Methoden raten dazu, ihre Verfahren anstelle der "Schulmedizin" einzusetzen, andere verstehen sie eher als Ergänzung.
Damit ist der Übergang fließend zur sogenannten Komplementärmedizin: Auch dieser Begriff ist nicht ganz eindeutig definiert. Die meisten Anbieter verstehen darunter Verfahren, die vor allem gegen Nebenwirkungen oder Krankheitsfolgen helfen sollen.

Das Problem bei vielen dieser Angebote: Es ist nicht gesichert, ob sie wirklich etwas nutzen und nicht schaden. Einige sind recht gut untersucht, etwa die Misteltherapie. Für andere gibt es dagegen lediglich die Behauptung der "Erfinder" zur Wirksamkeit. Und hinter manchen vermeintlichen Wundermitteln steckt bloße Geschäftemacherei.

Wer auf alternative Behandlungsmethoden zurückgreifen möchte, zum Beispiel um Nebenwirkungen der eigentlichen Krebstherapie zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern, sollte dies auf jeden Fall mit den behandelnden Ärzten besprechen. Diese können darüber aufklären, welcher Nutzen bekannt ist und ob man etwas über Nebenwirkungen oder mögliche Risiken weiß.

  • Wer ist der Anbieter? Wie viel Erfahrung hat er in der Krebstherapie? Lassen sich seine Angaben prüfen?
  • Welche Informationen bietet er über sein Verfahren an? Wie wirkt es? Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten? Was kann erreicht werden, was nicht?
  • Macht er detaillierte Angaben über die Kosten? Bestätigt die Krankenkasse diese Angaben, oder sagt sie etwas anderes?

Misstrauisch sollte man immer dann werden, wenn ein Therapeut verspricht, sein Verfahren oder Mittel würde gegen alle Krebsarten helfen, oder wenn er keinerlei Unterlagen zur Überprüfung zur Verfügung stellt. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums bietet Ratsuchenden an, im Zweifelsfall zu recherchieren, was an Informationen vorliegt und was nicht.

Psychoonkologie: Hilfe bei der Krankheitsverarbeitung

Die Psychoonkologie befasst sich mit den seelischen und sozialen Auswirkungen einer Krebserkrankung. Ihre Aufgabe ist es, Krebspatienten und ihre Angehörigen bei der Bewältigung des Erlebten zu unterstützen und bei den kommenden Herausforderungen zu helfen. Entsprechende Angebote finden sich in Kliniken, onkologischen Schwerpunktpraxen, Krebsberatungsstellen und Psychotherapiepraxen.

Die Beratung kann vom einmaligen Gespräch bis hin zur regelmäßigen Begleitung reichen. Bereits unmittelbar nach der Diagnosestellung, während der Behandlung oder auch erst zu einem späteren Zeitpunkt kann man die Angebote in Anspruch nehmen. In der Beratung sind meist Psychologen, Pädagogen und Sozialarbeiter, die Erfahrung mit dem Thema Krebs haben, tätig. Im Idealfall verfügen sie über eine anerkannte psychoonkologische Weiterbildung.

Das Gespräch mit erfahrenen Fachleuten bietet Zeit und Raum, offen über aktuelle Fragen, Sorgen und Gefühle zu sprechen. Dabei muss es nicht ausschließlich um die Erkrankung selbst gehen. Auch Hilfe bei sozialrechtlichen Fragen, wie zum Beispiel zur finanziellen und beruflichen Situation, ist Teil der Beratung. Manche Beratungsstellen oder psychoonkologische Dienste an Kliniken bieten auch Informationsveranstaltungen, Entspannungskurse, Gesprächsrunden oder spezielle Programme für Kinder krebskranker Eltern an.

Wann kann eine längerfristige Psychotherapie helfen?

Ist die seelische Belastung durch die Erkrankung besonders ausgeprägt oder dauert sie sehr lange an, kann unter Umständen eine Psychotherapie weiterhelfen. Sie geht über das Beratungsangebot der Psychoonkologie hinaus und wird hauptsächlich bei niedergelassenen Psychotherapeuten angeboten. Die Therapie erfolgt auf Grundlage regelmäßiger Gespräche und ist meist längerfristig angelegt. Im Rahmen einer Psychotherapie kann beispielsweise der Umgang mit anhaltenden Ängsten, Niedergeschlagenheit oder anderen Beeinträchtigungen des seelischen Wohlbefindens Thema sein. Auch eine Neuorientierung in grundsätzlichen Lebensfragen ist für manche Betroffenen ein wichtiger Aspekt.

Wer übernimmt die Kosten?

Kosten für die Beratung fallen für Patienten und ihre Angehörigen in den meisten psychosozialen Krebsberatungsstellen und Kliniken nicht an oder sind in den allgemeinen Behandlungskosten enthalten. Die Kosten für eine ambulante Psychotherapie kann unter Umständen die Krankenkasse übernehmen. Im Psychoonkologen-Verzeichnis des Krebsinformationsdienstes finden sich bei jeder Adresse Angaben zur Kostenübernahme.

Patientenorganisationen: Was bieten Selbsthilfegruppen?

Neben der professionellen Beratung oder Therapie kann auch der Austausch mit anderen Betroffenen helfen. Die Möglichkeit dazu bieten Selbsthilfegruppen. Sie haben das Ziel, gemeinsam die Anstrengungen und Herausforderungen der Erkrankung zu verarbeiten. Adressen der entsprechenden Bundesverbände, die Auskunft über regionale Angebote und Ansprechpartner geben, sind unter "Selbsthilfegruppen und Patientenverbände" verzeichnet.

Mehr wissen zum Thema Speiseröhrenkrebs: Adressen, Linktipps, Quellen (Auswahl, Stand 2/2016)

Arzt- und Kliniksuche

Erster Ansprechpartner bei Beschwerden im Bereich der Speiseröhre sollte der Hausarzt oder ein auf den Verdauungstrakt spezialisierter Facharzt für Innere Medizin sein, ein sogenannter Gastroenterologe. Liegt eine Krebserkrankung vor, sollte man Fachärzte zurate ziehen, die auf onkologische Erkrankungen spezialisiert sind. Diese können in einer Klinik oder einem Krebszentrum, aber auch in einer Schwerpunktpraxis tätig sein. Eine Überweisung an sie kann der behandelnde Hausarzt beziehungsweise der Gastroenterologe vornehmen.

Früher oder später steht für die meisten Patienten mit Speiseröhrenkrebs im Verlauf der Behandlung ein Krankenhausaufenthalt an. Bei der Suche nach einer geeigneten Klinik, können der Hausarzt sowie die beteiligten Fachärzte helfen. Weitere Informationen bietet der Krebsinformationsdienst als Informationsblatt an: "Arzt- und Kliniksuche: Gute Ansprechpartner finden" (PDF).

Sozialrechtliche Beratung

Kliniksozialdienste

Stationär oder ambulant in einem Krankenhaus behandelte Patienten können sich in sozialrechtlichen Fragen wie zum Beispiel zur Krankenversicherung, zur Beantragung von Rehabilitationsmaßnahmen oder zur Anerkennung einer Schwerbehinderung an den Kliniksozialdienst wenden. Termine mit dem Kliniksozialdienst bekommen Patienten über die Stationsleitung oder die Ärzte und Pflegenden.

Psychosoziale Krebsbehandlungsstellen

In vielen Städten und Gemeinden gibt es psychosoziale Krebsberatungsstellen. Sie helfen Betroffenen, sich mit ihrer neuen Lebenssituation auseinanderzusetzen. Sie bieten aber auch Informationen zu praktischen Fragen, nennen weitere Ansprechpartner und beraten zu sozialrechtlichen Problemen.

Krankenkassen

Wer klären möchte, welche Kosten für welche Leistungen übernommen werden, sollte sich außer an die behandelnden Ärzte am besten auch direkt an seine Krankenkasse wenden. Zu den möglichen Themen gehören zum Beispiel eventuelle Zuzahlungen zu Arzt- und Klinikkosten, zu Medikamenten und Hilfsmitteln oder die Kostenübernahme von häuslicher Krankenpflege oder Unterstützung im Alltag.
Die gesetzlichen Krankenkassen sind auch Ansprechpartner zur gesetzlichen Pflegeversicherung und bei Fragen zur medizinischen Rehabilitation.

Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist Ansprechpartner in vielen Rehabilitationsfragen, etwa wenn es um die Rückkehr ins Arbeitsleben oder um Rentenfragen geht. Die deutsche Rentenversicherung ist unter der zentralen kostenlosen Telefonnummer 0800 - 1 000 48 00 erreichbar, im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de. Ansprechpartner zur Rehabilitation sind auch die Servicestellen REHA, im Internet unter www.reha-servicestellen.de. Sie werden getragen von den gesetzlichen Krankenkassen, den gesetzlichen Rentenversicherungen, der Bundesagentur für Arbeit, den Landkreisen und anderen zuständigen Institutionen.

Psychoonkologische Beratung und Hilfe bei der Krankheitsbewältigung

In Kliniken und Reha-Einrichtungen stehen in der Regel geschulte Ansprechpartner für Fragen zur Krankheitsbewältigung zur Verfügung. Für ambulant behandelte Krebspatienten und ihre Angehörigen stehen die regionalen Krebsberatungsstellen zur Verfügung.
Krebspatienten, die längerfristige Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung benötigen, können auch an Ärzte oder Psychologen mit eigener Praxis wenden, die eine besondere Weiterbildung durchlaufen haben. Für die Suche nach einem wohnortnahen Angebot stellt der Krebsinformationsdienst eine Suchmöglichkeit zur Verfügung unter "Ambulant psychotherapeutisch tätige Psychoonkologen".

Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen

Die Selbsthilfegruppe Speiseröhrenerkrankungen (SHG-S) trifft sich regelmäßig alle fünf bis sechs Wochen in der Uniklinik Köln. Im Internet ist die SHG-S zu erreichen unter: www.speiseroehrenerkrankungen.de. Weitere aktive Patientengruppen können gegebenenfalls die Ärzte, die Kliniken oder die regionalen Krebsberatungsstellen vor Ort nennen.

Darüber hinaus gibt es Selbsthilfegruppen, die zwar auf das Thema Krebs, aber nicht auf eine bestimmte Krebsart festgelegt sind. Fast alle dieser Verbände sind inzwischen nicht nur vor Ort, sondern auch online erreichbar. Und: Sie bieten nicht selten auch  Internetforen an, in denen sich Betroffene und Angehörige über ihre Krankheitserfahrungen austauschen können, aber auch Unterstützung von erfahrenen Mitgliedern der Selbsthilfe erhalten.

Einen Überblick über Dachverbände der Krebsselbsthilfe in Deutschland und  Anlaufstellen im Internet, die auf die Qualität ihrer Angebote und den Schutz persönlicher Daten achten, hat der Krebsinformationsdienst unter dem Stichwort "Selbsthilfe" zusammengestellt.

Bücher, Broschüren, Infoblätter

Die Patientenleitlinie "Krebs der Speiseröhre: Eine Leitlinie für Patientinnen und Patienten" bietet eine allgemeinverständliche Zusammenfassung der medizinischen Leitlinie für Fachleute. Sie ist im Internet abrufbar unter http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Speiseroehrenkrebs.94.0.html. Die Patientenleitlinie wurde vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (äzq) erstellt und ist ein verpflichtender Teil des Leitlinienprogramms Onkologie, das von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe getragen wird.

Unter dem Stichwort "Unsere Broschüren" finden Interessierte die Broschüren des Krebsinformationsdienstes zum Herunterladen oder Bestellen, sowie kurz gefasste Informationsblätter zum Herunterladen und Ausdrucken. Themen sind zum Beispiel die Behandlung von Nebenwirkungen und Krankheitsfolgen oder das Leben mit einer Krebserkrankung.

Auch viele weitere Anbieter geben Broschüren heraus. Die Bestellmöglichkeiten für Informationsmaterial, das innerhalb Deutschlands kostenlos erhältlich ist, hat der Krebsinformationsdienst in einer eigenen Liste zusammengestellt. Dort finden sich Broschüren zu Themen wie Krebsvorbeugung, Patienten- und Sozialrecht oder dem Leben mit Krebs.