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Krebszellen im Rasterelektronenmikroskop, Foto: MedicalRF.com/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Symptome und Diagnostik: Wie machen sich Knochenmetastasen bemerkbar?

Schmerzen als wichtiges Warnsignal

Knochenmetastasen werden oft erst dann entdeckt, wenn sie Symptome verursachen. Sie können sich zum Beispiel durch Knochenschmerzen bemerkbar machen. Patienten, Angehörige und Interessierte erfahren in diesem Text, welche Untersuchungsverfahren eingesetzt werden, um Knochenmetastasen zu erkennen.

Informationen aus dem Internet können eine ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen: Ob hinter Beschwerden tatsächlich Knochenmetastasen stehen oder eine andere, harmlosere Ursache verantwortlich ist, kann nur eine Untersuchung zeigen.

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Quellen und Links (Stand: 3/2016)

Eine Auswahl wichtiger genutzter Quellen ist im Kapitel "Mehr wissen zu Knochenmetastasen" aufgeführt.

Symptome: Anzeichen für Knochenmetastasen

Symptome von Knochenmetastasen sind meist nicht besonders eindeutig. Rückenschmerzen oder Schmerzen in Armen oder Beinen können auch bei Tumorpatienten andere, harmlosere Ursachen haben. Ein Indiz für Metastasen ist, wenn keine der sonst üblichen Therapien innerhalb einer vertretbaren Zeitspanne wirkt.
Auch Knochenbrüche, die sich anders nicht erklären lassen, sind Anlass zu einer genauen Überprüfung der Ursache. Drücken Knochenmetastasen auf Nerven in Armen, Beinen oder auf das Rückenmark, kann sich dies durch Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit bemerkbar machen. Bei Wirbelmetastasen sind Lähmungen oder Störungen von Blase und Darm aufgrund von Schädigung des Rückenmarks möglich. Ein erhöhter Wert von Kalzium im Blut deutet auf Umbauvorgänge im Knochen hin.

Genauer betrachtet: Welche Symptome können auf Knochenmetastasen hinweisen?

Schmerzen sind die häufigsten Symptome bei Knochenmetastasen, treten aber nicht bei jedem Patienten auf. Von den betroffenen Skelettabschnitten aus können die Schmerzen in andere Regionen ausstrahlen:

  • Schmerzen im Nacken, oft in die Schultern ausstrahlend, können auf Metastasen in Hals- und oberer Brustwirbelsäule hindeuten.
  • Kreuzschmerzen im unteren Bereich des Rückens können auf Metastasen der Lendenwirbelsäule zurückgehen.
  • Schmerzen im tiefen Bereich des Rückens, die oft im Stehen weniger stark sind als im Sitzen oder Liegen, können ein Zeichen für Metastasen des Kreuzbeins am unteren Ende der Wirbelsäule sein.
  • Hüftschmerzen, die bei Belastung zunehmen, können ein Merkmal für einen Befall des Oberschenkels sein.

Schmerzen entstehen, wenn die Metastasen die empfindlichen Nerven der Knochenhaut schädigen. Darüber hinaus führen die Umbauprozesse in Knochen zu einer Freisetzung von Botenstoffen, zum Beispiel von Entzündungssignalen. Diese lösen ebenfalls Schmerzen aus.

Auch eine Hyperkalzämie kann auf Knochenmetastasen hinweisen. Sie entsteht, wenn durch Umbauprozesse am Knochen der Kalziumspiegel im Blut steigt. Das kann in fast jedem Organsystem des Körpers zu Funktionsstörungen führen. Anzeichen einer Nierenschädigung sind zum Beispiel ein starkes Durstgefühl, eine erhöhte Urinausscheidung und Müdigkeit. Eine schwere Hyperkalzämie ist lebensgefährlich, wenn sie nicht behandelt wird: Durch die Störung des Mineralhaushaltes sind Herzrhythmusstörungen möglich. Eine Hyperkalzämie ist vergleichsweise selten. Fachleute schätzen, dass ein bis fünf von 100 Patienten mit Knochenmetastasen betroffen sind.

Sogenannte Knochenmarkkarzinosen sind ebenfalls selten. Sie treten bei acht bis zehn von 100 Patienten mit Knochenmetastasen auf. Von einer Knochenmarkkarzinose spricht man, wenn sehr viele Tumorzellen das Knochenmark befallen haben. Dies stört die Blutbildung im Knochenmark. Fehlen dadurch rote Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut, spricht man von Anämie. Die Folge ist eine schlechte Sauerstoffversorgung des Körpers. Anzeichen können unter anderem Müdigkeit, Schwindel und Atemnot sein. Seltener kommt es zu einem Mangel an weißen Blutkörperchen, was die Immunfunktion beeinträchtigt, oder an Blutplättchen, die für die Gerinnung verantwortlich sind.

Keine Früherkennung: Routine-Tests sind nicht generell üblich

Vor der ersten Therapie werden Patienten eingehend untersucht. Wie sie behandelt werden, hängt davon ab, wie weit sich ein Tumor ausgebreitet hat und ob schon Metastasen vorliegen. Bei Krebsarten, bei denen Knochenmetastasen auftreten können, setzen Ärzte entsprechende Kontrollverfahren ein.

Wie geht es nach dem Ende der Behandlung weiter? Auch wenn Betroffene zunächst als geheilt gelten, bleibt zumindest in der ersten Zeit ein mehr oder minder hohes Rückfallrisiko. Bei Knochenmetastasen kann zwischen der ersten Krebsdiagnose und dem Auftreten von Metastasen einige Zeit vergehen.

Bei Patienten, bei denen ein Risiko auch für Knochenmetastasen besteht, achten Ärzte deshalb bei den Nachsorgeuntersuchungen auf entsprechende Hinweise und fragen zum Beispiel nach Knochen- und Rückenschmerzen.

Gibt es spezifische Tumormarker, die auf einen Krankheitsrückfall oder eine Metastasierung hinweisen, gehört auch die Untersuchung dieser Marker zur Nachsorge. Das ist beispielsweise bei Prostatakrebs so. Hier überprüfen Ärzte regelmäßig den Spiegel des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf einen Rückfall oder die Bildung von Metastasen hinweisen. Dann müssen weitere Untersuchungen klären, was die Ursache ist. Solche spezifischen Marker gibt es allerdings nicht bei allen Krebsarten. Allgemeine Hintergründe zur Messung von Tumormarkern während der Nachsorge finden sich hier.

Krebspatienten werden nach dem Abschluss der Behandlung nicht regelmäßig mit bildgebenden Verfahren auf Metastasen des Skeletts untersucht. In den Leitlinien für Tumorarten, bei denen häufig Knochenmetastasen entstehen, finden sich keine Empfehlungen für gezielte Routine-Tests: Bisher konnte nicht gezeigt werden, dass dies das langfristige Überleben von Betroffenen verlängert.

Ärzte setzen stattdessen auf eine sogenannte symptomorientierte Nachsorge. Bildgebende Verfahren sind meist nur dann sinnvoll, wenn Symptome und Beschwerden oder auffällige Ergebnisse aus anderen Untersuchungen vorliegen.

Metastasenverdacht: Welche Untersuchungen kommen infrage?

Besteht ein konkreter Verdacht auf Knochenmetastasen, klären Ärzte diesen mit gezielten Untersuchungen ab. Dabei werden vor allem bildgebende Verfahren eingesetzt. Sie helfen, möglichst genaue Bilder des Körperinneren zu erzeugen. Die wichtigste Frage ist, ob tatsächlich Skelettmetastasen vorliegen. Gesucht wird aber auch nach Anzeichen von Tumorabsiedlungen in anderen Organen. Weitere Fragen sind: Wie stabil sind betroffene Knochen? Wie weit haben sich die Metastasen schon entwickelt? Die Antworten auf diese Fragen tragen dazu bei, eine individuell angepasste Behandlung zu finden. Welche Diagnosetechnik Ärzte einsetzen, lässt sich nicht pauschal sagen: Das richtet sich nach der Tumorart und den Symptomen eines Patienten. Gewählt wird, was am wenigsten belastet und trotzdem möglichst genaue Aussagen ermöglicht. Möglich sind Szintigraphie, Computertomographie, Röntgen, Magnetresonanztomographie und PET/CT.

Szintigraphie: Tumoren markieren mit strahlenden Teilchen

Die Skelettszintigraphie ist ein Standard-Verfahren für die Diagnose von Knochenmetastasen. Sie wird auch eingesetzt, um den Erfolg der Behandlung von Knochenmetastasen zu überprüfen.

  • Bei der Szintigraphie erhalten Patienten schwach radioaktive Substanzen in die Blutbahn gespritzt. Diese Marker sind Kalzium als wichtigem Bestandteil des Knochens chemisch sehr ähnlich. Sie reichern sich verstärkt in Knochen an, die übermäßig umgebaut werden.
  • Üblicherweise wird das gesamte Skelett untersucht.

Ein Aufnahmegerät, eine sogenannte Gammakamera, registriert die Strahlung, die der Körper wieder abgibt. Ein angeschlossener Computer berechnet daraus Bilder. Ärzte erkennen auf diesen sogenannten Szintigrammen besonders gut osteoblastische Metastasen, bei denen aufbauende Vorgänge überwiegen. Knochenveränderungen wie Arthrose, Arthritis oder Entzündungen können auf den Bildern allerdings ähnlich aussehen wie Metastasen. Ärzte benötigen deshalb weitere Informationen, um die Szintigramme bewerten zu können.

Weitere Verfahren: Röntgen, CT, MRT und PET/CT

Für eine genaue Diagnose sind oft weitere bildgebende Verfahren nötig. Röntgenaufnahmen, Computertomographie und Kernspintomographie helfen, erste Erkenntnisse genauer einzuordnen. Sie sind auch sinnvoll, wenn die Szintigraphie nicht eindeutig ist, der Verdacht auf Knochenmetastasen aber bestehen bleibt. Ärzte setzen diese Verfahren zudem ein, um zu kontrollieren, wie erfolgreich eine Behandlung verläuft. Die verschiedenen Ansätze haben dabei jeweils eigene Vorzüge:

  • Röntgenaufnahmen: Röntgengeräte sind weit verbreitet. Untersuchungen sind schnell und ohne großen Aufwand möglich. Sie bilden allerdings erst fortgeschrittene Knochenzerstörungen ab. Röntgenaufnahmen lassen erkennen, ob die Schäden eher durch übermäßigen Abbau oder durch Aufbau des Knochens entstanden sind. Ärzte setzten dieses Verfahren zum Beispiel ein, wenn eine Szintigraphie verdächtige Ergebnisse geliefert hat.
  • Computertomographie (CT): Die Computertomographie ist ein Röntgenverfahren mit hoher Auflösung. Im CT bilden sich auch vergleichsweise kleine Veränderungen ab. Ärzte setzen eine CT zudem ein, um zu überprüfen, wie weit sich eine Metastase in angrenzendes Gewebe ausgedehnt hat. Das Verfahren erlaubt außerdem Aussagen zur Stabilität des Knochens.
  • Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT: Diese diagnostische Technik arbeitet nicht mit Strahlung, sondern mit Magnetfeldern und Radiowellen. Sie wird vor allem eingesetzt, um die Wirbelsäule zu untersuchen; das Verfahren bietet zum Beispiel Details von Rückenmark und Rückenmarksnerven, die sich bei Röntgenverfahren nicht erkennen lassen.
  • PET/CT: Die PET/CT ist eine Kombination von Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie. Bei den Aufnahmen werden Informationen zum Stoffwechsel von Zellen aus dem PET mit Aufnahmen des Körpers aus dem CT überlagert. So lassen sich tumorbedingte Stoffwechselveränderungen gut einem Gewebe oder Körperteil zuordnen. Die PET/CT kann eingesetzt werden, um ähnliche Fragen zu beantworten wie die Szintigraphie. Während die Szintigraphie Bilder von Veränderungen des Knochens macht, bietet die PET/CT tatsächlich Hinweise auf die Aktivität von Tumorzellen. Das Verfahren ist allerdings aufwendig und teuer. Außerdem stehen die Geräte nicht überall zur Verfügung. Bisher ist die PET/CT deshalb eher eine ergänzende Methode.
Osteoplastische Knochenmetastasen bei Prostatakarzinom © Abteilung Radiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum
CT-Bild von Metastasen in den Wirbelkörpern. © Abteilung Radiologie, Deutsches Krebsforschungszentrum

Wichtig für Patienten: Kein bildgebendes Verfahren liefert hundertprozentig sichere Ergebnisse. Bei sogenannten "falsch positiven" Befunden gibt es andere, harmlose Gründe für das Ergebnis. "Falsch negative" Befunde dagegen liegen vor, wenn vorhandene Knochenmetastasen nicht erkannt werden. Um sicher zu gehen, setzen Fachleute deshalb oft mehr als ein Verfahren ein.

Eine Biopsie des Knochens erfolgt normalerweise nur, wenn der ursprüngliche, primäre Tumor unbekannt ist. Bei einer Biopsie entnehmen Ärzte eine Probe aus dem verdächtigen Bereich. Patienten erhalten eine örtliche Betäubung oder eine kurze Narkose. Ob Betroffene länger im Krankenhaus bleiben müssen, hängt von ihrer Situation ab. Gab es zum Beispiel zuvor einen Knochenbruch, der operiert werden muss, kann dies im gleichen Eingriff geschehen.

Die Gewebeproben aus dem Knochen werden von Pathologen unter dem Mikroskop und bei Bedarf auch mit molekularbiologischen Methoden untersucht. Die enthaltenen Tumorzellen können Aufschluss über den Primärtumor geben, falls sie noch typische Eigenschaften des Ausgangsgewebes aufweisen.

Diagnose Knochenmetastasen: Bedeutung für den Krankheitsverlauf?

Knochenmetastasen sind ein Zeichen dafür, dass eine Krebserkrankung bereits fortgeschritten ist. Wie diese Absiedlungen in das Skelett behandelt werden, erläutert der Krebsinformationsdienst in einem eigenen Text. Genauere Hintergründe zum Einfluss von Knochenmetastasen auf den weiteren Krankheitsverlauf und die Prognose lassen sich allerdings nur persönlich mit den behandelnden Ärzten besprechen. Auskünfte aus dem Internet können ein Arztgespräch nicht ersetzen.