© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus krebsinformationsdienst.med, dem Bereich für Fachkreise auf den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den krebsinformationsdienst.med lesen Sie unter www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/.

krebsinformationsdienst.med bietet allen, die beruflich mit Krebspatienten arbeiten, Hintergrundwissen, Recherchen und einen Überblick über weitere Informationsquellen. Recherche-Anfragen können unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 430 40 50 oder per E-Mail an kid.med@dkfz.de gestellt werden, Montag bis Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr.

Bitte beachten Sie: Die vorliegenden Informationen sind keine ärztliche Empfehlung im Sinn einer Zweitmeinung, noch sind sie als Leitlinie oder Stellungnahme des Deutschen Krebsforschungszentrums zu verstehen. Die Auswahl genutzter Quellen bedeutet nicht, dass es nicht noch weitere Informationen zum Thema gibt, die auch andere Sichtweisen und Inhalte vermitteln können. Der Krebsinformationsdienst bemüht sich, Informationen so sorgfältig wie möglich zu recherchieren, kann jedoch keine Gewähr für etwaige Folgen übernehmen, die durch die Nutzung der vermittelten Informationen bei der Diagnose, Therapie oder sonstigen Betreuung onkologischer Patienten auftreten. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Nachricht

Linktipp: Junge Selbsthilfe NetzwerkStatt Krebs

Angebot für Krebsbetroffene im erwerbsfähigen Alter

Gibt es andere Betroffene, die mit ihrer Erkrankung in einer ähnlichen Lebenssituation stecken wie ich selbst? – Diese Frage stellen sich viele jüngere Krebspatienten. Denn welche Themen Krebsbetroffene beschäftigen und welche Bedürfnisse sie haben, das hängt auch vom Alter ab. Für junge Erwachsene sind häufig Fragen rund um die berufliche Situation wichtig. Auch die familiären Herausforderungen können besonders groß sein, zum Beispiel wenn Eltern mit jüngeren Kindern an Krebs erkranken. krebsinformationsdienst.med stellt mit der NetzwerkStatt Krebs eines von verschiedenen Selbsthilfe-Angeboten vor, das sich speziell an junge Erwachsene richtet.

NetzwerkStatt Krebs für junge Erwachsene

Junger Mann kümmert sich um seine kranke Partnerin ©Photographee.eu - shutterstock
Paar ©Photographee.eu - shutterstock

Um gezielt Krebsbetroffene jüngeren Alters anzusprechen, rief die Selbsthilfeorganisation Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. 2014 das Projekt NetzwerkStatt Krebs, www.netzwerkstattkrebs.de, ins Leben. Unter dem Motto "Mitten im Leben mit Krebs leben" steht das Forum Frauen und Männern im erwerbsfähigen Alter offen.

Die Angebote der NetzwerkStatt Krebs

Auf den Internetseiten des Projekts finden sich Informationen, Literatur- und Linktipps zu verschiedenen Themen sowie "Mutmachgeschichten" Betroffener. Seit diesem Jahr gibt es das Angebot einer Online-Selbsthilfegruppe, die einmal monatlich als moderierte Video- und Audiokonferenz stattfindet. Auch regionale Gruppen sind im Aufbau, Ansprechpartner lassen sich über eine Suchkarte finden, siehe www.netzwerkstattkrebs.de/home/mitmachen/selbsthilfe/suchen-finden.

Info-Materialien der NetzwerkStatt Krebs zum Auslegen können auf den Internetseiten der Frauenselbsthilfe nach Krebs online bestellt werden, www.frauenselbsthilfe.de/medien/bestellformular.html.

Weitere Selbsthilfe-Angebote für Patienten jüngeren Alters

Die "Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs" ist dabei, ein Netz von regionalen Anlaufstellen für den Austausch mit anderen Betroffenen aufzubauen. Das Projekt nennt sich "Treffpunkte", siehe www.junge-erwachsene-mit-krebs.de/projekte/treffpunkte.

Angebote speziell für jüngere Betroffene machen auch Selbsthilfeorganisationen, die auf bestimmte Krebserkrankungen ausgerichtet sind. Ein Beispiel ist die "Junge ILCO" der Selbsthilfevereinigung für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs, www.ilco.de/junge-ilco.

Darüber hinaus bieten viele Selbsthilfeorganisationen die Möglichkeit, in (altersübergreifenden) Online-Foren themenspezifisch zu diskutieren.

Online-Angebote auf dem Vormarsch

Gerade für junge Betroffene kann es schwierig sein, neben allen Behandlungsterminen und weiteren Verpflichtungen Zeit für persönliche Treffen mit Gleichbetroffenen zu finden. Ihnen kommt entgegen, dass Online-Angebote eine flexible Nutzung zu jeder Tages- und Nachtzeit ermöglichen. Außerdem können Betroffene auch überregional zusammenfinden – dies ist beispielsweise für Patienten mit selteneren Krebserkrankungen besonders relevant.

Datenschutz im Internet

Selbsthilfe im Internet findet in unterschiedlichen Formaten statt, zu denen auch Social-Media-Gruppen gehören. Kritische Stimmen mahnen, bei der Nutzung von Online-Angeboten Datenschutzfragen nicht außer Acht zu lassen. Krebspatienten sollten grundsätzlich beachten, dass bei der Preisgabe persönlicher Daten im Internet Vorsicht geboten ist.

Empfehlungen der NAKOS

Hinweise zum Selbstschutz bietet ein Faltblatt der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) zum Thema Selbsthilfe online. Es ist zu finden auf den Internetseiten der NAKOS unter www.nakos.de/publikationen/key@4208.

Selbsthilfe empfehlen?

Manche Patienten sind unsicher, ob sie Selbsthilfeangebote wahrnehmen sollen. Einige haben Vorbehalte und befürchten beispielsweise, von den Krankenberichten anderer zusätzlich belastet zu werden. Dem gegenüber steht das, was Selbsthilfe leisten kann: Die Möglichkeit zum Austausch mit Gleichbetroffenen, die bestehende Belastungen und Sorgen aus eigenem Erleben kennen und nachvollziehen können – das kann eine wichtige Stütze sein. Zudem bietet Selbsthilfe die Chance, hilfreiche Informationen und Ideen zur Bewältigung der Krankheitssituation zu erhalten, die Mut machen.

Im Zweifelsfalle können Ärzte ihren Patienten raten, entsprechende Angebote einfach einmal auszuprobieren und dann zu entscheiden, ob und in welcher Frequenz man sie weiterhin nutzen möchte.