Hoher Informationsbedarf – auch beim Krebsinformationsdienst

"Die meisten unserer Anfragenden versprechen sich von der Teilnahme eine zusätzliche Chance, gegen die Krebserkrankung vorzugehen und sind daher sehr interessiert."
Auch wenn sich Krebspatientinnen und -patienten für klinische Studien sehr interessieren, gibt es auch viele Unsicherheiten – etwa zu Teilnahmevoraussetzungen, Studienablauf, Nebenwirkungen. Die Kostenfrage steht ebenfalls oft im Raum. Hammersen dazu: "Für Kosten, die im Rahmen einer klinischen Studie entstehen, kommt normalerweise der Anbieter auf – also die Klinik, beziehungsweise der Studiensponsor. Es kann aber auch sein, dass zum Beispiel Fahrtkosten von den Teilnehmenden selbst zu tragen sind. Krankenkassen übernehmen keine Kosten für Studienmedikamente oder zusätzliche Untersuchungen, denn die Wirksamkeit des Verfahrens oder des Medikaments ist ja noch nicht abschließend bewiesen.“
Was bringt die Teilnahme?
Wer an einer klinischen Studie teilnimmt, kann Zugang zu innovativen Therapien erhalten, die noch nicht allgemein verfügbar sind und wird medizinisch besonders intensiv betreut.
Studienteilnehmende leisten mit ihrer Teilnahme einen wichtigen Beitrag zur Forschung und helfen aktiv dabei, die Behandlung von Krebskranken künftig zu verbessern.
Allerdings ist zu bedenken, dass neue Therapien oft noch nicht vollständig erforscht sind, so dass eine bessere Wirksamkeit nicht sicher ist und bislang unbekannte Nebenwirkungen auftreten können. Auch der organisatorische Aufwand kann für Studienteilnehmende höher sein, zum Beispiel aufgrund zusätzlicher Besuche im Studienzentrum, mit weiteren Untersuchungen und möglicherweise längeren Anfahrtswegen.
Gut zu wissen
Der Studienablauf sowie Chancen und Risiken der Teilnahme werden interessierten Krebskranken im Aufklärungsgespräch genau erläutert. Die Teilnahme ist freiwillig und kann ohne Angabe von Gründen jederzeit beendet werden.
Passende Studien finden
In öffentlichen Studienregistern können Ärztinnen und Ärzte, aber auch Krebserkrankte sehen, welche klinischen Studien aktuell in Deutschland laufen. Ein Beispiel ist das europäische Clinical Trials Information System (CTIS), das allerdings auf Studien zu Arzneimitteln beschränkt ist. Hier müssen alle Studien registriert sein, die in der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum seit 2023 aufgelegt wurden. Bereits zuvor genehmigte Studien müssen nachgepflegt werden. Weltweit, aber auch national sind zahlreiche weitere Studienregister verfügbar.
Grundsätzlich gilt
Patientinnen und Patienten sollten die Suche nach der passenden klinischen Studie immer gemeinsam mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten beginnen. Sie kennen die gesamte Krankengeschichte und können am besten beurteilen, ob jemand für eine Studie geeignet ist.
Seit Kurzem gibt es auch den Studienfinder des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT). Es handelt sich hierbei um ein digitales Informationsangebot des NCT. Es bietet einen zentralen Überblick über klinische Studien, die am NCT durchgeführt werden und erklärt sie für Patientinnen und Patienten. Der Studienfinder befindet sich noch im Aufbau und wird sukzessive ergänzt. Der Krebsinformationsdienst hat in Kooperation mit dem NCT jedes Studienangebot in gut verständlicher Sprache beschrieben und wie eine Art Steckbrief aufbereitet. Interessenten können sich so einen Überblick über Studien am NCT verschaffen, zum Beispiel
- über die Krebsart, die in der Studie untersucht wird,
- ihr Ziel,
- wo und wie sie durchgeführt wird sowie
- die Ein- und Ausschlusskriterien.
- Auch übergreifende Informationen rund um klinische Studien werden angeboten.
Das Verbundprojekt ONCOnnect, gefördert von der Deutschen Krebshilfe, hat ebenfalls zum Ziel, den flächendeckenden Zugang für Krebserkrankte zu klinischen Studien zu verbessern und die Teilnahme an Studien für seltene Tumorerkrankungen zu fördern.
Zum Weiterlesen
Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) vom 18.05.2026.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie

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