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Schwimmen und Baden bei Krebs?

Stets die Erkrankungsphase berücksichtigen

Auch für diese Woche sind wieder hohe Temperaturen angekündigt. Abkühlung versprechen Freibad oder Baggersee. Wir geben Hinweise, worauf Krebspatientinnen und -patienten achten können, wenn sie schwimmen gehen möchten.

Eine Frau schwimmt in einem See.
Schwimmen gehen – dies ist bei Krebs nicht ausgeschlossen, in manchen Situationen sollte man aber besser darauf verzichten. © Hans, Pixabay

Bei gutem Wetter schwimmen zu gehen gehört für viele zum Sommer dazu – ob im Badesee oder im Schwimmbad. Auch Patientinnen und Patienten mit Krebs müssen nicht grundsätzlich darauf verzichten. Je nach ihrer persönlichen Erkrankungssituation kann es aber sinnvoll sein, mit dem Schwimmengehen noch zu warten.

Krebsart und Behandlung sind entscheidend

Ob Schwimmen für eine Patientin oder einen Patienten möglich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtig ist vor allem, welche Krebsart Betroffene haben und in welcher Behandlungsphase sie sich befinden. Folgendes sollten Krebspatientinnen und Krebspatienten beachten.

  • Geduld nach Operationen: Um Infektionen und Entzündungen vorzubeugen, sollte man nach einer Operation zunächst nicht schwimmen gehen. So haben Wunden ausreichend Zeit, um richtig zu verheilen.
  • Bei Reizungen an den Schleimhäuten nicht schwimmen gehen: Schwimmbadwasser, das Chlor enthält, kann die Schleimhäute reizen und anfälliger für Bakterien machen. Besonders Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs sollten hier vorsichtig sein. Denn wenn sie eine Blasenspülung mit Medikamenten (Instillationstherapie) erhalten, sind die Schleimhäute bereits durch die Therapie gereizt. Chloriertes Schwimmbadwasser, aber auch Meerwasser oder Seewasser können dies verstärken und die Gefahr einer Blasenentzündung erhöhen.
  • Vorsicht bei Hautirritationen: Eine Strahlentherapie oder manche Krebsmedikamente können zu Hautnebenwirkungen führen, wie etwa zu geröteter und trockener Haut oder Hautausschlag. Auch dann kann das Badewasser zusätzlich reizen und Symptome möglicherweise verschlimmern.
  • Auf Sonnenschutz achten: Gerade im Freibad oder am Badesee ist man oft direkt der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Manche Krebstherapien machen Betroffene sensibel gegenüber Sonnenlicht – sie sollten daher beim Schwimmen besonders darauf achten, sich gut vor der Sonne zu schützen.
  • Bei geschwächtem Immunsystem besser verzichten: Krebsarten wie eine Leukämie, aber auch manche Chemotherapien können das Immunsystem beeinträchtigen. Dann kann es für Betroffene besser sein, vorübergehend auf das Schwimmen zu verzichten, um den Kontakt mit Keimen im Badewasser zu vermeiden.


Fazit

Schwimmen gehen ja oder nein? Betroffene sollten stets zunächst mit ihren behandelnden Ärztinnen und Ärzten sprechen: Diese können am besten einschätzen, ob das Schwimmen in der aktuellen Erkrankungsphase ein Risiko ist oder nicht. Sie können Hinweise geben, worauf Patientinnen und Patienten individuell achten können, wenn sie gern ins Freibad oder an den Badesee möchten.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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