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Neue Krebstherapien: An klinischer Studie teilnehmen?

Frage des Monats

Ob eine neue Krebstherapie wirksam und unbedenklich ist, zeigen klinische Studien. Krebserkrankte können so möglicherweise früh von neuen Therapien profitieren. An einer Studie teilzunehmen, kann aber auch Risiken haben.

Mann und Arzt im Gespräch
Kommt eine Studie für mich infrage? Das sollten Betroffene mit ihren Ärzten besprechen [Symbolbild]. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, DKFZ


Ihre Unsicherheit ist nachvollziehbar, auch andere Betroffene fragen sich, ob eine klinische Studie für sie sinnvoll ist. Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Wichtig für Sie ist zunächst: Die Teilnahme an einer Studie ist immer freiwillig. Es ist Ihre persönliche Entscheidung, ob Sie teilnehmen möchten oder nicht.

Wichtig vorab

Bevor ein neues Medikament zugelassen wird, müssen umfangreiche wissenschaftliche Vorarbeiten die Sicherheit und Wirksamkeit bestätigen.

Mehr dazu lesen Sie unter Krebsforschung und klinische Studien.

Klinische Studien sind sehr wichtig für die Krebsforschung: Bevor eine neue Therapie oder ein neues Medikament zugelassen werden kann, muss die Wirksamkeit und Sicherheit belegt werden. Zunächst werden neue Wirkstoffe im Labor in Zellkultur- und Tierexperimenten getestet. Dieser Teil der Arzneimittelentwicklung wird auch als vorklinische Forschung bezeichnet. Dann erhalten zunächst wenige Patientinnen und Patienten die Therapie oder das Medikament im Rahmen einer klinischen Studie. Forschende untersuchen dabei zum Beispiel, ob die Therapie Nebenwirkungen hat oder welche Dosis für ein Medikament geeignet ist.

So läuft eine klinische Studie ab

Für klinische Studien gibt es in der Regel spezielle Ein- und Ausschlusskriterien. Das bedeutet: Es dürfen nur Patientinnen und Patienten teilnehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Mögliche Kriterien sind zum Beispiel das Alter, das Geschlecht, die Krebsart oder das Erkrankungsstadium.

Ihr Arzt hat bereits eine Studie gefunden, für die Sie die Einschlusskriterien erfüllen. In Datenbanken und Studienregistern können Fachleute wie Ärztinnen und Ärzte nach passenden Studien suchen.

Gut zu wissen

Patientinnen und Patienten sollen durch eine Studienteilnahme keinen Schaden haben. Deshalb müssen Studien am Menschen immer von einer unabhängigen Ethikkommission geprüft und genehmigt werden.

Wenn Sie sich für die Studie interessieren, können Sie Ihren Arzt um weitere Informationen bitten. Klinische Studien werden außerdem von Studienärztinnen und -ärzten betreut, die Ihnen ebenfalls mehr über den geplanten Ablauf sagen können – zum Beispiel:

  • Wie genau die Therapie aussieht, die Sie in der Studie erhalten,
  • wie oft Sie zu Behandlungs- und Kontrollterminen kommen müssen,
  • was Sie tun können, wenn Sie Nebenwirkungen beobachten.

Nach einer umfangreichen Aufklärung können Sie entscheiden, ob Sie an der Studie teilnehmen möchten.

  • Wichtig zu wissen: Sie dürfen eine Studie jederzeit abbrechen. Dadurch entstehen Ihnen keine Nachteile.

Studienteilnahme: Nutzen und Risiken

Eine Waage zeigt Nutzen und Risiken von klinischen Studien.
Die Teilnahme an einer klinischen Studie kann Vorteile und Nachteile haben. Betroffene sollten abwägen, was für sie wichtig ist. Grafik: © Krebsinformationsdienst, DKFZ, erstellt mit Biorender.com

Patientinnen und Patienten können durch eine Studienteilnahme die Chance auf eine neue, wirksame Therapie gegen ihre Krebserkrankung haben. Gleichzeitig hat eine klinische Studie aber auch Risiken.

Das können Vorteile von klinischen Studien sein:

  • Die neue Therapie kann wirksamer sein als die Standardtherapie in Ihrer Erkrankungssituation.
  • Die Therapie kann ähnlich gut wirksam sein, aber weniger Nebenwirkungen haben.
  • Patientinnen und Patienten, die an einer klinischen Studie teilnehmen, werden meistens engmaschiger betreut. Dadurch können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte auch andere Probleme wie Nebenwirkungen schneller erkennen.
  • Eine Studienteilnahme kann eine Option sein, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Das können Nachteile von klinischen Studien sein:

  • Eine neue Therapie kann auch weniger wirksam sein als die Standardtherapie in Ihrer Erkrankungssituation. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sie viel schlechter ist.
  • Die Nebenwirkungen der neuen Therapie können stärker sein als bei einer Standardtherapie.
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen bei einer klinischen Studie häufig mehr Untersuchungen und Kontrolltermine wahrnehmen.

Fazit

Die Teilnahme an einer klinischen Studie kann die Chance eröffnen, eine neue, vielleicht wirksamere Therapie zu erhalten. Auf der anderen Seite kann sie aber auch Risiken haben.

Ob Sie an der vorgeschlagenen Studie teilnehmen möchten, ist Ihre persönliche Entscheidung. Nehmen Sie sich etwas Zeit, die Vor- und Nachteile einer Teilnahme für sich abzuwägen. Bei Fragen und Unsicherheit können Sie auch noch einmal mit Ihrem Arzt darüber sprechen.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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