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Verursacht jede Chemo Übelkeit?

Frage des Monats

Muss ich bei meiner Chemo mit Übelkeit und Erbrechen rechnen? Lässt sich dagegen etwas tun? Solche Fragen erreichen den Krebsinformationsdienst häufig. Anhand einer Beispielanfrage geben wir Ihnen Antworten.

Manche Chemos lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Dagegen gibt es wirksame Medikamente. © Robert Kneschke, Shutterstock


Sie fragen sich, ob Sie während oder nach Ihrer bevorstehenden Chemotherapie mit Übelkeit und Erbrechen rechnen müssen. Und Sie möchten wissen, wie man diese Beschwerden behandeln kann.

Längst nicht alle Krebsmedikamente lösen zwangsläufig auch Übelkeit aus. Die meisten Krebspatientinnen und Krebspatienten vertragen ihre Chemo gut. Heute gibt es wirksame Medikamente, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen beziehungsweise zu behandeln.

Übelkeit und Erbrechen: Zwangsläufig bei einer Chemotherapie?

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Emetogene Potenz: Sie gibt an, wie wahrscheinlich Übelkeit und Erbrechen bei einer bestimmten Therapie auftreten.

Die unterschiedlichen Chemotherapien führen nicht mit gleicher Wahrscheinlichkeit zu Übelkeit und Erbrechen. Bei manchen Medikamenten tritt diese Nebenwirkung sehr häufig auf, bei anderen nicht.

Ob eine Chemotherapie Übelkeit und Erbrechen auslöst, lässt sich nach Erfahrung der Ärzte gut abschätzen. Bei 7 von 10 Betroffenen helfen Medikamente, diese unangenehme Nebenwirkung einer Chemo ganz zu verhindern.

Die sogenannte emetogene Potenz einer Chemotherapie hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • vom Medikament selbst
  • von der Dosierung des Krebsmedikaments
  • von der Anwendungsform
  • von der Kombination verschiedener Medikamente

Als Ursache für die Übelkeit kommt aber nicht nur das Krebsmedikament selbst infrage, sondern auch andere Faktoren: beispielsweise Begleiterkrankungen oder andere Medikamente, die Patienten zusätzlich einnehmen müssen. Auch persönliche Faktoren spielen eine Rolle: So leiden beispielsweise jüngere Patientinnen häufiger unter Übelkeit und Erbrechen als ältere. Anfälliger sind auch Menschen, die früher unter Reisekrankheit gelitten haben oder die ängstlich sind.

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Antiemetikum (Mehrzahl Antiemetika): Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen

Arzneimittel gegen Übelkeit und Erbrechen verordnen die Ärzte häufig schon vor Beginn der Behandlung begleitend zur Chemotherapie. Natürlich nur dann, wenn die Therapie diese Nebenwirkung sehr wahrscheinlich auslöst. Medikamente dagegen, die sogenannten Antiemetika, sind dann ein fester Bestandteil einer Behandlung.

  • Fragen Sie Ihren Arzt, wie wahrscheinlich Übelkeit und Erbrechen in Ihrer Situation tatsächlich sind.

Was lässt sich zusätzlich tun?

Gegen Übelkeit stehen folgende Behandlungsmöglichkeiten zusätzlich zur Verfügung:

  • Entspannungstechniken sowie eine begleitende psychologische Unterstützung können sinnvoll sein, wenn Stress und Ängste die Übelkeit verstärken.
  • Akupunktur hat sich nach ersten Studien bei manchen Betroffenen als hilfreich gegen Übelkeit erwiesen.
  • Hausmittel oder komplementäre Verfahren sollten Patienten höchstens ergänzend anwenden. Gegen Übelkeit können Kaugummis, Heiltees oder pflanzliche Mittel, wie beispielsweise Ingwer, helfen.
    Wichtig zu wissen: Diese Mittel alleine reichen üblicherweise nicht gegen die Übelkeit und das Erbrechen bei einer Krebstherapie aus. Und: Die Patienten sollten ihrem Arzt mitteilen, wenn sie solche Mittel zusätzlich einnehmen beziehungsweise einnehmen möchten.
  • Cannabis bietet unter Umständen bei schwerer Übelkeit Erleichterung, weil es zur allgemeinen Entspannung beitragen kann. Es hat jedoch auch verschiedene Nebenwirkungen, beispielsweise Schläfrigkeit oder Sinnestäuschungen. Patienten sollten daher mit ihrem Arzt abklären, ob Cannabis für sie geeignet ist.

… und wenn das alles nicht hilft?

Wichtig

Wenn Ihnen schlecht wird oder Sie erbrechen müssen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber und klären Sie Behandlungsmöglichkeiten ab.

Wenn sich bei einer Krebspatientin oder einem Krebspatienten das Erbrechen nicht verhindern lässt, sind folgende Punkte wichtig:

  • Nach dem Erbrechen sollten die Betroffenen ihren Mund ausspülen. Das sorgt für mehr Wohlbefinden.
  • Den Verlust der Flüssigkeit durch das Erbrechen sollten Patienten möglichst durch Trinken wieder auffüllen.
  • Hilfreich sind zur Erholung eine ruhige Umgebung und bequeme Lagerung sowie gutes Lüften des Zimmers.




Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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