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Aktuelles

Behandlung beim fortgeschrittenen kleinzelligen Lungenkrebs

Chemotherapie bald mit Immuntherapie kombiniert

Krebszellen des kleinzelligen Bronchialkarzinoms – auch SCLC für "small cell lung cancer" genannt – wachsen in der Regel schnell. Bei knapp zwei Drittel der Patienten wird die Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Bisher ist die Standartbehandlung in diesem Erkrankungsstadium die Chemotherapie. Betroffene können in Zukunft jedoch auch eine sogenannte Immuntherapie erhalten.

Therapie mit Zytostatika – bei kleinzelligem Lungenkrebs wirksam

Röntgenbild einer Lunge auf Tablet abgebildet. © nito, Fotolia
Das Röntgenbild kann auf eine Krebserkrankung der Lunge hinweisen. © nito, Fotolia

Grade das schnelle Wachstum der Lungenkrebszellen des SCLC macht den Tumor anfällig für die bei der Chemotherapie eingesetzten Zytostatika. Ziel der "Chemo" ist es, belastende Symptome, wie zum Beispiel Atemnot, zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern. Eine Heilung ist im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr möglich.

Spricht der Tumor gut auf die Chemotherapie an, können Patienten zusätzlich eine Strahlentherapie erhalten. Die Ärzte erhoffen sich dadurch, das Fortschreiten der Erkrankung weiter aufzuhalten. Die Bestrahlung kann schon während der Chemotherapie beginnen, wenn es der Gesundheitszustand zulässt.

Immuntherapie: Neue Behandlungsoption in Sicht

Bald können Patientinnen und Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium zusätzlich zur Chemotherapie eine sogenannte Immuntherapie erhalten. Denn die Zulassung des Anti-PD-L1-Antikörpers Atezolizumab beim SCLC ist in Aussicht.

Der Wirkstoff ist beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), einer anderen Form von Lungenkrebs, bereits zugelassen. In Kombination mit einer Chemotherapie kann die Immuntherapie die Überlebenszeit beim fortgeschrittenen SCLC noch weiter verlängern.

Wie funktioniert die Immuntherapie? Bei der Immuntherapie werden die Krebszellen nicht direkt angegriffen. Die Behandlung zielt vielmehr darauf ab, das körpereigene Abwehrsystem (Immunsystem) zu aktivieren, sodass es die veränderten Körperzellen bekämpft. Um dem körpereigenen Immunsystem zu entgehen, binden Tumorzellen unter anderem über das Oberflächenmolekül PD-L1 an Immunzellen. Dies aktiviert gewisse "Kontrollpunkte" (Checkpoints), die eine Reaktion des Immunsystems verhindern. Sogenannte Immun-Checkpoint-Hemmer unterbinden diese Interaktion. Das Immunsystem wird dadurch aktiviert.

Welche Nebenwirkungen können bei der Immuntherapie auftreten? Die Immuntherapie kann Nebenwirkungen verursachen, wenn das Immunsystem überreagiert und körpereigenes Gewebe angreift. Sie betreffen bei den meisten Patienten die Haut, zum Beispiel in Form von Ausschlag oder Juckreiz, oder den Magen-Darm-Trakt als Erbrechen oder Durchfall. Im Prinzip können immunvermittelte Nebenwirkungen jedoch an jedem Organsystem auftreten. Bei den meisten Betroffenen verlaufen sie leicht bis mittelschwer, lassen sich behandeln und gehen während einer Therapiepause vorüber. Nur wenige müssen die Immuntherapie aufgrund schwerer Nebenwirkungen dauerhaft abbrechen.