Vorsicht mit Nahrungsergänzungsmitteln während der Brustkrebstherapie

Antioxidantien könnten die Krebsprognose verschlechtern

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Wer während der Krebstherapie Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, erhofft sich davon einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Bei Präparaten, die antioxidativ wirken und als Radikalfänger dienen, ist jedoch Vorsicht geboten.

Antioxidantien wie Selen, Zink und bestimmte Vitamine haben das Potential, freie Radikale im Körper unschädlich zu machen. Als freie Radikale bezeichnet man Atome oder Moleküle, die eine hohe Reaktionsbereitschaft haben. Sie entstehen beispielweise bei der Energiegewinnung im Körper oder durch Einflüsse aus der Umwelt, wie UV-Strahlung. Treten sie verstärkt auf, kann das dem Körper schaden. Fachleute sprechen dann von sogenanntem oxidativen Stress.

Oxidativer Stress spielt aber sehr wahrscheinlich auch bei Krebstherapien wie einer Chemotherapie oder einer Bestrahlung eine wichtige Rolle. Wissenschaftler gehen davon aus, dass freie Radikale Tumorzellen schädigen können, so dass sie absterben. Die Einnahme großer Mengen an Antioxidantien kann diesen Effekt möglicherweise zunichtemachen. Schon länger empfehlen Fachleute daher, hohen Dosen Antioxidantien etwa in Form von Nahrungsergänzungsmitteln während einer Chemotherapie oder Strahlentherapie zu meiden.

Über 2.000 Brustkrebspatientinnen befragt

Eine aktuelle Studie hat jetzt den Einfluss von Präparaten mit Vitaminen und Spurenelementen auf die Prognose von Frauen mit Brustkrebs untersucht. Für die Studie befragten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf über 2.000 Brustkrebspatientinnen nach den Wechseljahren, die bisher keine Metastasen hatten. Die Frauen gaben an, ob und wann sie Präparate zur Nahrungsergänzung eingenommen hatten.

Ein Ergebnis der Studie: Die Frauen, die während der Zeit der Chemotherapie oder der Bestrahlung Antioxidantien zu sich genommen hatten, hatten eine schlechtere Prognose: Sie erlitten häufiger einen Rückfall als die anderen Frauen und verstarben eher.
Die Wissenschaftler schlussfolgern daraus, dass Brustkrebspatientinnen während der Behandlung nur mit Vorsicht Antioxidantien zur Nahrungsergänzung einnehmen sollten.

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig

Während einer Chemo- oder Strahlentherapie empfehlen Fachleute grundsätzlich, sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Die Antioxidantien, die man dabei über die Lebensmittel aufnimmt, gelten als unkritisch. Antioxidantien sind zum Beispiel in Speiseölen, in Tee, aber auch in Obst und Gemüse enthalten.

Krebspatienten sollten wissen: In der Regel reicht die über die Nahrung aufgenommene Menge an Antioxidantien für eine gesunde Ernährung aus. Eine zusätzliche Einnahme in Form von hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln empfehlen Fachleute nicht.

Zum Weiterlesen

Die Studie „Antioxidant supplementation and breast cancer prognosis in postmenopausal women undergoing chemotherapy and radiation therapy" ist erschienen im „The American Journal of Clinical Nutrition" und online abrufbar unter
https://academic.oup.com/ajcn/article/109/1/69/5298154.

Mehr über den Einfluss von Nahrungsergänzungsmitteln auf die Gesundheit erfahren Sie beim Krebsinformationsdienst unter
"Vitamine und Spurenelenente".

Worauf Krebspatienten bei der Ernährung achten können, erläutert der Krebsinformationsdienst unter
"Ernährung bei Krebs".

Wie eine Chemotherapie funktioniert, erfahren Sie unter
"Chemotherapie: Mit Zytostatika gegen Krebs".

Informationen zur Bestrahlung bietet der Krebsinformationsdienst unter
"Strahlentherapie und Nuklearmedizin: Mit Energie gegen Krebs"

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