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Aktuelles

Telefonaktion zur Darmkrebsvorsorge: Das waren die interessantesten Fragen

Stiftung LebensBlicke und Krebsinformationsdienst geben Antworten

Am 7. und 8. März konnten Sie dem Krebsinformationsdienst alle Fragen stellen, die Sie zum Thema Darmkrebsvorsorge hatten. Bei der gemeinsamen Telefonaktion mit der Stiftung LebensBlicke wurden unsere Ärztinnen und Ärzte unterstützt von Prof. Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Gastroenterologe.

Verschiedene Fragen zur Früherkennung und Vorbeugung von Darmkrebs haben wir beantwortet. Aus dem bunten Spektrum an Themen haben wir einige interessante Fragen herausgesucht:

Langer Abstand zwischen zwei Darmspiegelungen

Ärztinnen und Ärzte beantworten Fragen am Telefon. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Ärztinnen und Ärzte beantworten Fragen am Telefon. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Anfrager interessierte zum Beispiel, warum bei der Darmspiegelung der Abstand zwischen den zwei Untersuchungen so lang ist. Manche machten sich Sorgen, dass ein Darmkrebs so schnell wachsen könne, dass die zweite Darmspiegelung dann zu spät kommt.

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet ab April 2019 eine Darmspiegelung für Männer ab 50 und für Frauen ab 55 Jahren an. Ist diese ohne Befund, so hat man nach 10 Jahren Anspruch auf eine zweite Vorsorge-Koloskopie. Warum reicht ein so langer zeitlicher Abstand aus? Darmkrebs entsteht meist aus zunächst gutartigen Gewebewucherungen - sogenannten Polypen oder kolorektalen Adenomen - und wächst in der Regel sehr langsam.

Polypen können Arzt oder Ärztin bereits bei der Darmspiegelung erkennen und entfernen. So können sie sich nicht zu Darmkrebs weiterentwickeln. Wenn Sie allerdings schon einmal Polypen hatten, dann müssen Sie danach häufiger zur Nachuntersuchung gehen: meist nach drei bis fünf Jahren, eventuell auch früher. Der Zeitabstand hängt davon ab, wie weit sich die Krebsvorstufen bereits entwickelt hatten und wie viele gefunden wurden. Arzt oder Ärztin geben Auskunft über Ihre persönliche Situation.

  • Die Darmspiegelung gilt als zuverlässigste Früherkennungs-Untersuchung. Dennoch kommt es selten vor, dass eine Geschwulst übersehen wird oder zwischen zwei Untersuchungen entsteht. Wie sicher die Darmspiegelung ist und welche Untersuchungen es noch zur Früherkennung von Darmkrebs gibt, lesen Sie im Text "Darmkrebs: Früherkennung mit Stuhltest und Darmspiegelung".

Durchführung der Darmspiegelung

Einige Anrufer wollten mehr zur Vorbereitung der Koloskopie und zum Ablauf der Untersuchung wissen.

Zur Vorbereitung auf die Koloskopie muss der Darm vollständig entleert werden. Einige Tage vor der Untersuchung sollten Sie bereits auf schwer verdauliche Speisen verzichten. Das eigentliche Abführen mit einer Trinklösung beginnen Sie normalerweise am Nachmittag oder Abend vor der Untersuchung. Hierfür kommen verschiedene Abführmittel infrage, für die Sie bei der Anmeldung zur Koloskopie ein Rezept erhalten. Spätestens dann dürfen Sie nichts mehr essen und nur noch klare Flüssigkeiten trinken. Einzelheiten erfahren Sie beim Aufklärungsgespräch.

Die eigentliche Darmspiegelung dauert etwa eine halbe Stunde. Dabei liegen Sie seitlich auf einer Liege. Der Arzt oder die Ärztin führt einen etwa fingerdicken, biegsamen Schlauch mit einer kleinen Kamera am Ende über den After in den Darm ein. Die Kamera überträgt Bilder auf einen Monitor. Die gesamte Dickdarmschleimhaut wird gründlich kontrolliert. Entdeckt der Arzt verdächtige Gewebewucherungen, dann kann er entweder Proben entnehmen oder kleine Wucherungen wie Darmpolypen gleich ganz entfernen.

Die Darmspiegelung ist unangenehm, aber selten schmerzhaft. Wer trotzdem Angst vor der Untersuchung hat, sollte mit Arzt oder Ärztin besprechen, ob ein Beruhigungsmittel oder eine Kurznarkose infrage kommen: Damit verschlafen Sie die Untersuchung weitgehend. Dann sollten Sie sich allerdings nach der Darmspiegelung abholen lassen und nicht selbst Auto fahren.

  • Was Sie bei der Vorbereitung noch beachten sollten, wie die Untersuchung im Detail abläuft und wie es danach weitergeht, erfahren Sie im Text "Darmspiegelung: Bilder aus dem Darm".

Familiärer Darmkrebs

Prof. Jürgen F. Riemann, Gastroenterologe und Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Prof. Jürgen F. Riemann, Gastroenterologe und Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Einige Menschen haben uns Fragen zum familiären Darmkrebsrisiko gestellt, etwa: Wann könnte ein erbliches Risiko vorliegen? Was kann man tun, wenn es Darmkrebs in der Familie gibt? Können Früherkennungs-Untersuchungen dann auch schon in jüngerem Alter stattfinden? Und welche Untersuchungen sind in dieser Situation besonders geeignet?

Wenn es Darmkrebserkrankte in Ihrer Familie gibt, kann eine erbliche Veranlagung vorliegen. Ein Risiko ist besonders dann gegeben, wenn der oder die Betroffene noch vergleichsweise jung ist oder wenn mehrere Familienangehörige betroffen sind.

In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber sprechen: Sie können bei Verdacht an spezialisierte Fachärzte oder Zentren überweisen. Dort kann eine humangenetische Beratung und gegebenenfalls ein Gentest durchgeführt werden.
Bestätigt sich der Verdacht auf eine familiäre Veranlagung, dann gelten andere Früherkennungs-Empfehlungen, die sich nach Ihrer persönlichen Situation richten.

Das sagt Professor Jürgen F. Riemann zur Darmkrebsvorsorge

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