© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Aktuelles

Wie stark sind Wildpilze mit Radioaktivität belastet?

Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht neue Untersuchungsergebnisse

Die Pilzsaison hat begonnen. Kann man mehr als dreißig Jahre nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl unbeschwert Pilze sammeln und genießen? Wie stark ist die Belastung mit radioaktivem Cäsium-137? Bedeutet sie eine Gesundheitsgefahr?

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) verfolgt mit eigenen Untersuchungen die radioaktive Belastung wild wachsender Speisepilze. Besonders wichtig ist dies für die Teile Süddeutschlands, in denen 1986 das meiste Cäsium abgelagert wurde.

Nun hat das BfS die aktuellen Messergebnisse in seinem Bericht "Radioaktive Kontamination von Speisepilzen" veröffentlicht. Demnach sind einige Wildpilzarten in Teilen Bayerns nach wie vor stark mit radioaktivem Cäsium-137 belastet. Cäsium-137 kann sich in Knochengewebe einlagern und dort DNA-Schäden verursachen, die langfristig zu Knochenkrebs und Leukämien führen können.

Wie bedeutsam ist das Risiko im Alltag?

Maronenröhrling – Foto: H. Krisp, Wikimedia
Die höchsten Radiocäsiumgehalte in Wildpilzen finden sich im Süden Deutschlands – Foto: H. Krisp, Wikimedia

Rein statistisch ist eine gelegentliche Pilzmahlzeit selbst dann nicht gefährlich, wenn man Wildpilze aus den hoch belasteten Gebieten verzehrt. Das Bundesamt für Strahlenschutz meint dazu: Eine einzige Mahlzeit mit höher belasteten Wildpilzen kann mehr Cäsium-137 enthalten als Verbraucher mit Lebensmitteln aus landwirtschaftlicher Produktion in einem ganzen Jahr zu sich nehmen. Sofern man selbst gesammelte Pilze in üblichen Mengen verzehrt, muss man aber nicht mit negativen gesundheitlichen Folgen wegen des Radioaktivitätsgehalts rechnen. Für Wildpilze, die man im Lebensmittelhandel kaufen kann, gilt ein Grenzwert. Dieser wird von den zuständigen Behörden regelmäßig anhand von Stichproben überprüft.

Es gibt jedoch noch einen anderen Grund, nicht allzu häufig Wildpilze auf den Speisezettel zu setzen: Sie können giftige Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium anreichern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt deshalb, nicht mehr als 250 Gramm Pilze pro Woche zu essen.