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Aktueller Nitratbericht der Bundesregierung zeigt Gewässerbelastung auf

Medien stellen Zusammenhang mit Krebsrisiko her

In manchen Gebieten Deutschlands enthalten Gewässer und auch das Grundwasser nach wie vor zu viel Nitrat. Das zeigt der heute vorgelegte Nitratbericht der Bundesregierung. Als Hauptquelle gilt Überdüngung mit Stickstoffdüngern, eingeschlossen das Ausbringen von Gülle aus der Intensivtierhaltung.
Problematisch wird Nitrat, wenn es sich auch im Trinkwasser anreichert: Um eine gesundheitliche Gefährdung zu vermeiden, verdünnen die Versorger belastetes Grund- oder Oberflächenwasser bei der Trinkwasserproduktion mit sauberem Wasser oder setzen chemische Filterungen ein. Trotzdem wird in einigen Medien aktuell auch das mögliche Krebsrisiko angesprochen.

Hintergrund: Ernährung und Nitrate

Wasserglas © lunaja - Fotolia
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Nitrate als Stickstoffverbindungen sind an sich überall in der Natur verbreitet. Für Pflanzen stellen sie eine wesentliche Stickstoffquelle dar und sind für das Wachstum unerlässlich.
Wird zu viel gedüngt, können sie sich in pflanzlichen Lebensmitteln allerdings auch anreichern. Vor allem Wurzelgemüse oder Blattgemüse und Salate, die im Treibhaus besonders "gepäppelt" wurden, sind nicht selten höher belastet als Pflanzen aus dem Freiland.

Als Folge einer Überdüngung finden sich Nitrate in zu hohen Konzentrationen auch im Trinkwasser. Eine weitere Quelle für den Menschen können Pökelsalze als Konservierungsmittel für Fleisch und Wurst sein.

Im Körper werden Nitrate in andere Stickstoffverbindungen umgewandelt, die sogenannten Nitrite. Daran beteiligt sind insbesondere Bakterien im Darm. Nitrite entstehen auch durch Bakterienzersetzung, wenn Lebensmittel verderben.

Warum wird Nitrat überhaupt mit Krebs in Verbindung gebracht?

Nitrat selbst ist gesundheitlich relativ unbedenklich, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Eine sehr hohe Belastung mit Nitriten kann insbesondere für Säuglinge gefährlich sein, weil bei ihnen die Störung der Sauerstoffaufnahme möglich ist.

Nitrite können allerdings chemisch weiter reagieren: Zusammen mit Eiweißbausteinen entstehen im Darm sogenannte Nitrosamine. Und diese sind – zumindest in Tierversuchen – krebserregend. Nitrosamine werden hauptsächlich mit der Entstehung von Magenkrebs in Verbindung gebracht. Zu diesem Zusammenhang und zum tatsächlichen Risiko für Menschen sind allerdings noch viele Fragen offen.

Wie kann man sich schützen?

Salatteller © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
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Die wichtigste Information: Die Grenzwerte für Trinkwasser und Lebensmittel sind an sich so niedrig angesetzt, dass Experten ein Risiko für vernachlässigbar halten. Wo der aktuelle gesetzliche Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter nicht überschritten wird, kann man Leitungswasser problemlos trinken und zum Kochen verwenden. Weitere Auskünfte erhält man bei den lokalen Wasserversorgern.

Man bestimmt aber auch über die Ernährung mit, wie viel Nitrat man aufnimmt: Obst und Gemüse bleiben auf jeden Fall weiter ganz oben auf der Liste der empfehlenswerten Lebensmittel. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erläutert: Die Vorteile einer gemüsereichen Ernährung überwiegen mögliche Risiken durch Nitrate auf jeden Fall.

Um die Nitrataufnahme gering zu halten, empfiehlt das BfR aber, saisonales Gemüse zu wählen - diese haben meist weniger Dünger benötigt als Treibhausgemüse. Wichtig ist Abwechslung auf dem Speisezettel - wer nicht immer das Gleiche auf dem Teller hat, vermeidet auch einseitige Belastungen. Außerdem sollte man auf verarbeitete Fleischprodukte mit Nitritpökelsalzen verzichten oder sie zumindest nur selten essen. Hygiene in der Küche schützt vor zusätzlicher Belastung durch unerwünschte Stickstoffverbindungen.