© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Archiv

Shiitake: Harmloser "Heilpilz"?

Was Krebspatienten über den asiatischen Pilz wissen sollten

Dem Shiitake-Pilz wird eine Reihe positiver Wirkungen nachgesagt: Unter anderem soll er das Immunsystem stärken, den Cholesterinspiegel senken und gegen Infektionen helfen. Er wird in der traditionellen Heilkunde asiatischer Länder gegen verschiedenste Leiden eingesetzt. Auch manche Krebspatienten erhoffen sich Hilfe von diesem sogenannten "Heilpilz". Man erhält ihn als Speisepilz im Supermarkt, aber auch als Pulver, Kapsel oder Tablette.

Ein Speisepilz aus dem Supermarkt kann doch nicht schädlich sein, könnte man denken? Ganz so einfach ist es allerdings nicht, wie eine aktuelle Übersichtsarbeit zusammenfasst: Weltweit gibt es immer wieder Meldungen über Hautausschläge, die wenige Stunden nach dem Verzehr der Pilze auftreten können. Betroffen sind nur wenige Menschen, die vermutlich besonders empfindlich auf einen natürlichen Inhaltsstoff der Pilze reagieren. Die sogenannte Shiitake-Dermatitis kann aber schwerwiegend sein: Die streifenförmigen, peitschenhiebähnlichen Rötungen an Körper, Armen und Beinen jucken stark und bleiben bis zu acht Wochen bestehen. Solche Reaktionen können auch bei bloßem Hautkontakt mit den Pilzen auftreten. Wer die Pilzsporen einatmet, kann außerdem Atembeschwerden bekommen. Auch Magen-Darm-Probleme sind möglich. Ob und wie stark solche Reaktionen auch bei der Einnahme von Pilzextrakten in Tabletten- oder Kapselform auftreten können, ist unklar - unter anderem, weil die genaue Zusammensetzung solcher Nahrungsergänzungsmittel meist nicht bekannt ist.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat bereits 2004 auf das mögliche gesundheitliche Risiko von Shiitake-Pilzen hingewiesen. Außerdem kommt es zu dem Schluss: Hautreaktionen rufen nicht nur - wie früher angenommen - rohe oder nicht ausreichend gegarte Pilze hervor, sondern auch gekochte und gebratene Pilze. Auch das BfR weist allerdings darauf hin, dass die Shiitake-Dermatitis selten vorkommt.

Und wie sieht es mit der Wirksamkeit aus?

Shiitake-Pilze © Silvia Bogdanski - Fotolia
© Silvia Bogdanski - Fotolia

Bisher hat der Shiitake-Pilz wie auch andere "Heilpilze" in Deutschland keinen Stellenwert in der Krebsbehandlung. Es gibt zwar Studien an Zelllinien und Tieren, die auf eine Wirkung von Inhaltsstoffen des Pilzes gegen Krebszellen hinweisen. Auch erste Studien an einer sehr kleinen Zahl von Krebspatienten zeigten bei bestimmten Tumorarten wie etwa Magen- oder Darmkrebs eine positive Wirkung auf die Lebensqualität und Hinweise auf eine Lebensverlängerung. Die Aussagekraft dieser Studien ist allerdings gering. Auch ist unklar, ob der Genuss des Pilzes selbst eine ähnliche Wirkung wie der eines einzelnen Inhaltsstoffes hat und welche Mengen notwendig wären, um eine solche Wirkung zu erzielen. Daher ist weitere Forschung notwendig, um herauszufinden, ob Shiitake-Pilze oder einzelne Inhaltsstoffe dieser Pilze gegen Krebs wirken.

Vorsicht ist außerdem geboten bei käuflichen Produkten aus Heilpilzen: Dabei handelt es sich nicht um geprüfte Arzneimittel, sondern um sogenannte Nahrungsergänzungsmittel. Oft werden sie aus Ländern importiert, in denen es keine sorgfältige Kontrolle der Produktqualität oder Sicherheit der Inhaltsstoffe gibt - Verunreinigungen mit giftigen Stoffen sind daher nicht auszuschließen.