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Fragen und Antworten zu Vitamin D

Vitamin D ist wichtig für Knochen und Muskeln, und an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Der Körper kann es selbst bilden, unter dem Einfluss von Sonnenlicht. Die Zufuhr über die Ernährung hat nur einen geringen Anteil an der Vitamin-D-Versorgung.
Soll man trotzdem Vitamin-D-Präparate einnehmen oder Vitamin-angereicherte Lebensmittel kaufen, vor allem im Winter?
Nein, so lautet die Antwort dreier Fachinstitutionen. Wichtiger wäre es, täglich für ein paar Minuten nach draußen zu gehen und sich regelmäßig zu bewegen. Dies reicht selbst dann, wenn eine Vitamin-D-Unterversorgung vorliegt. Diese Empfehlung geben das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und das Max Rubner-Institut (MRI) als Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel in einem gemeinsamen Text zum Thema Vitamin D. 
Echter Vitaminmangel, der sich nicht ohne Medikamente beheben lässt, findet sich nur bei wenigen Risikogruppen.

Jeden Tag für einige Minuten ins Freie

Sonne - wichtig für die Vitamin-Bildung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Sonne ist wichtig für die Vitamin-D-Bildung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die drei Institutionen weisen darauf hin, dass es für die meisten Menschen in Deutschland genügt, von März bis Oktober jeden Tag  5 bis 25 Minuten an die Sonne zu gehen, je nach Hauttyp. Der Vorrat an Vitamin D, das in der Haut gebildet und in Fett-, Muskel- und Lebergewebe gespeichert wird, reicht über den Winter aus.
Hinzu kommt der - wenn auch geringere - Vitamin-Anteil, der über eine gesunde, ausgewogene Ernährung aufgenommen wird.

Eine vorsorgliche Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D sei nicht empfehlenswert, ebenso wenig die Einnahme von Vitaminpräparaten: Es gibt keine ausreichenden Hinweise darauf, dass Vitamin D das Krebsrisiko senkt, oder das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten und Diabetes.

Eine Vitamin-D-Ergänzung empfehlen die Experten nur, wenn eine unzureichende Versorgung sicher nachgewiesen ist. Auch dann sind Tabletten oder Kapseln nur notwendig, wenn sich die Situation nicht durch eine bessere Ernährung und den regelmäßigen Aufenthalt im Freien verbessern lässt.

Risikogruppen

Es gibt jedoch Ausnahmen: In Deutschland erhalten Säuglinge im ersten Lebensjahr Vitamin D für die Entwicklung gesunder Knochen. Als weitere Risikogruppen gelten Menschen mit dunkler Hautfarbe und Menschen, die aus religiösen oder kulturellen Gründen nicht mit unbedeckter Haut ins Freie gehen.
Insbesondere betroffen sind chronisch Kranke und Pflegebedürftige, die sich nicht ausreichend bewegen und regelmäßig an die Sonne kommen. Bei ihnen führt Vitamin-D-Mangel leicht zu Störungen des Knochenstoffwechsels. Das Risiko für eine Osteoporose steigt und damit auch die Gefahr von Knochenbrüchen. Alter an sich ist jedoch kein Risikofaktor: Zwar nimmt die Fähigkeit der Haut ab, das Vitamin selbst zu bilden. Ältere, die sich viel im Freien aufhalten, leiden aber im Allgemeinen nicht an Vitamin-D-Mangel.

Vitamin-D-Versorgung bei Krebspatienten

Was gilt für die Vitamin-D-Versorgung von Krebspatienten? Zu dieser Situation äußern sich die drei Institutionen nicht: Betroffene benötigen eine individuelle Beratung durch ihre Ärzte. Diese können abschätzen, ob es aufgrund der Erkrankung oder ihrer Behandlung zu einem Vitamin-D-Mangel kommen kann, und wie sich dieser am besten ausgleichen lässt. Vorsichtig mit selbst gekauften Vitamin-D-Tabletten sollten insbesondere Patienten sein, die unter Knochenmetastasen leiden und mit Medikamenten aus der Gruppe der Bisphosphonate behandelt werden.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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