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Hautkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Weißer und schwarzer Hautkrebs: Ein Überblick

Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome, maligne Melanome

Hautkrebs – dieser Begriff ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Tumorerkrankungen der Haut. Ihr biologisches Verhalten ist unterschiedlich, und die einzelnen Krebsformen werden unterschiedlich behandelt.
Dieser Text bietet einen kurzen Überblick über die verschiedenen Krebserkrankungen der Haut. Informationen aus dem Internet können eine persönliche Beratung durch Ärzte und weitere Fachleute jedoch nicht ersetzen.

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Heller oder weißer Hautkrebs: Basalzellkarzinome und Plattenepithelkarzinome

Aufbau der Haut © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Aufbau der Haut © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Zu den Hauttumoren gehören die vergleichsweise häufigen Basalzellkarzinome, auch Basaliome genannt. Sie gehen von der Basalzellschicht der Haut aus.

Ebenfalls häufig treten Plattenepithelkarzinome auf, weitere Bezeichnungen dafür sind Spinaliom oder Spindelzellkarzinom. Diese Hautkrebsformen bezeichnet man auch als "hellen" oder "weißen" Hautkrebs. Sie metastasieren sehr selten und haben deshalb in der Regel eine gute Prognose.

Experten schätzen, dass im Jahr 2014 etwa 170.000 Menschen an einem Basalzellkarzinom und 50.000 an einem Plattenepithelkarzinom erkrankten.

Als wichtigste Risikofaktoren gelten

  • ein heller Hauttyp und
  • die Belastung der Haut mit UV-Strahlung von Sonne und Solarien.

Behandlung

Diese Tumoren können Ärzte bei den meisten Betroffenen operativ entfernen. Dann wird das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht, um den genauen Tumortyp festzustellen und zu prüfen, ob alle Tumoranteile entfernt wurden.

Ist eine chirurgische Entfernung nicht möglich, dann kommen andere Behandlungsformen infrage. Das kann eine Strahlentherapie sein oder örtlich zerstörende Verfahren wie zum Beispiel eine Vereisung (Kryotherapie). Auch eine äußerlich auf die Haut aufgetragene Chemo- oder Immuntherapie kann für Betroffene infrage kommen.

Bei sehr wenigen Patienten bildet ein heller Hautkrebs Absiedlungen in anderen Organen. Betroffene erhalten dann eine Behandlung, die im ganzen Körper wirkt. Für Patienten mit einem Basalzellkarzinom kommt eine zielgerichtete Therapie infrage. Für Betroffene mit einem Plattenepithelkarzinom stehen zum Beispiel eine Chemotherapie oder eine Immuntherapie mit einem sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmer zur Verfügung.

Schwarzer Hautkrebs: Malignes Melanom

Einen anderen Verlauf als beim weißen Hautkrebs beobachten Mediziner beim Melanom, dem "schwarzen Hautkrebs". Diese Hautkrebsform ist gefährlicher, da sich die Krebszellen rasch über das Lymphgefäßsystem oder die Blutbahn im Körper ausbreiten können.

Maligne Melanome sind seltener als Basalzellkarzinome oder Plattenepithelkarzinome: 2014 erkrankten nach Angaben der Gesellschaft der Epidemiologischen Krebsregister und des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert-Koch-Institut in Deutschland etwa 21.000 Menschen an einem Melanom. Weltweit steigen allerdings die Erkrankungszahlen – vor allem dort, wo hellhäutige Menschen einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind und sich dieser in ihrer Freizeit auch bewusst aussetzen.

Als wichtigste Risikofaktoren gelten

  • viele Pigmentflecken,
  • ein heller Hauttyp und
  • die Belastung der Haut mit UV-Strahlung von Sonne und Solarien.
  • Auch Erkrankungen bei nahen Verwandten spielen eine Rolle für das individuelle Melanomrisiko.

Behandlung

Die wichtigste Therapie beim malignen Melanom ist die Operation. Dabei entfernen die Ärzte den Tumor möglichst vollständig, manchmal auch nahegelegene Lymphknoten. Eine Strahlentherapie erhalten nur Betroffene, bei denen eine Operation nicht möglich oder sinnvoll ist.

Um den Heilungserfolg zu verbessern, kann eine ergänzende medikamentöse Behandlung sinnvoll sein. Man bezeichnet sie als adjuvante Therapie. Das kann eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie sein.

Patienten mit Metastasen oder Tumoren, die nicht operiert werden können, werden je nach Tumoreigenschaften behandelt. Sie erhalten eine Immuntherapie oder eine Behandlung mit zielgerichteten Wirkstoffen, selten auch eine Chemotherapie.

Operiert werden einzelne Tumorabsiedlungen meist nur dann, wenn man sie vollständig entfernen kann. Eine Bestrahlung von Metastasen kann Beschwerden lindern. Darüber hinaus können die Ärzte verschiedene andere örtliche Therapieformen einsetzen, zum Beispiel eine lokale Immun- oder Chemotherapie.

Weitere Tumoren der Haut

Es gibt weitere Tumorarten, die in der Haut entstehen können. Diese kommen allerdings sehr selten vor. Dazu gehören kutane Lymphome, Merkelzellkarzinome und Karzinome der Schweiß- und Talgdrüsen.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise