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Gebärmutterkörperkrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Gebärmutterkörperkrebs

Endometriumkarzinom: Krebs des Gebärmutterkörpers

Letzte Aktualisierung: 19.06.2018

Endometriumkarzinom oder Krebs des Gebärmutterkörpers: Diese Tumorart geht vom Endometrium aus, der Schleimhaut, die die Gebärmutter auskleidet. Man darf diesen Krebs daher nicht verwechseln mit dem Zervixkarzinom: Bei diesem entstehen die Tumorzellen im Gebärmutterhals.
Erste Anzeichen für ein Endometriumkarzinom sind ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide, vor allem nach den Wechseljahren. Als Behandlungen kommen Operation und Bestrahlung infrage, je nach Krankheitsstadium auch eine Chemotherapie oder Kombinationstherapien.

Dieser Text soll betroffenen Frauen, ihren Angehörigen und allen Interessierten einen kurzen Überblick bieten. Der Krebsinformationsdienst hilft Ihnen weiter: bei tiefer gehenden Fragen und bei der Suche nach Ärzten und Kliniken, mit Linktipps, am Telefon und per E-Mail.

Anatomie: Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke © macrovector - Fotolia
Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke © macrovector - Fotolia

Gebärmutterkörperkrebsgeht von der Schleimhaut innen in der Gebärmutter aus. Diese Schleimhaut nennt man Endometrium. Fast alle Krebsarten, die von Schleimhäuten ausgehen, sind sogenannte Karzinome.
Daher lautet der Fachbegriff Endometriumkarzinom.

Seltener verwendet werden die Begriffe Uteruskarzinom (Uterus = Gebärmutter) oder Korpuskarzinom (Korpus = die eigentliche Gebärmutter, im Gegensatz zum Gebärmutterhals, der Zervix).
Ein Endometriumkarzinom ist also etwas anderes als ein Zervixkarzinom am Gebärmutterhals, und Betroffene werden daher auch anders behandelt, mehr dazu im Text „Gebärmutterhalskrebs".

Jedes Jahr erkranken knapp 10.700 Frauen in Deutschland an Krebs der Gebärmutter. Die große Mehrzahl davon leidet an einem Endometriumkarzinom. Von den anderen Tumorformen in der Gebärmutter, zum Beispiel von Uterussarkomen, sind pro Jahr nur rund 450 Frauen betroffen.
Die Heilungsraten sind vergleichsweise gut: Vier von fünf Frauen überleben Krebs des Gebärmutterkörpers fünf Jahre und länger.

Als Risikofaktoren gelten:

  • Höheres Alter: Das Durchschnittsalter liegt bei 69 Jahren. Viele Frauen erhalten die Diagnose Endometriumkarzinom also erst nach den Wechseljahren oder sogar im höheren Alter. Bei jüngeren Frauen ist Gebärmutterkörperkrebs seltener, aber nicht ausgeschlossen.
  • Hormone: Das Risiko steigt bei früher Pubertät und späten Wechseljahren. Höher wird es durch eine Östrogenbehandlung gegen Wechseljahresbeschwerden, aber nur, wenn keine zusätzlichen Gestagen-Hormone genommen werden, und die Behandlung mehr als fünf Jahre dauert. Das Risiko steigt auch durch einige andere Hormontherapien, zum Beispiel gegen Brustkrebs.
    Die „Pille" zur Empfängnisverhütung senkt dagegen das Risiko. Weniger klar ist, ob „Spiralen" das Risiko günstig beeinflussen, also sogenannte Intrauterinpessare (IUP).
  • Übergewicht und Bewegungsmangel: Das Risiko steigt. Eher gefährdet sind auch zuckerkranke Frauen, also mit Diabetes mellitus. Körperliche Aktivität schützt, also Bewegung und Sport.
  • Vererbung, Verwandte mit Gebärmutterkörperkrebs: Zumindest einige Frauen könnten ein höheres Risiko erben: wenn enge Verwandte ein Endometriumkarzinom oder erblichen Darmkrebs haben, oder wenn jemand in der Familie an einem seltenen erblichen Krebssyndrom leidet.
  • Keine Früherkennung möglich: Die Früherkennung bei Frauenärztin oder Frauenarzt zielt vor allem auf Krebs des Gebärmutterhalses, nicht auf Endometriumkarzinome. Denn: Tasten können die Ärzte Gebärmutterkörperkrebs erst, wenn die Krankheit schon etwas fortgeschritten ist.
  • Blutungen als Warnzeichen und Symptom: Ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide, vor allem nach den Wechseljahren? Damit sollte man rasch zu Frauenärztin oder Frauenarzt.

Das gehört dazu: Abtasten des Bauches, die Untersuchung durch die Scheide und ein Abstrich von Zellen zur Prüfung unter dem Mikroskop, eine Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter

  • Wenn nichts Auffälliges gefunden wird: Bei Frauen vor den Wechseljahren eventuell kurze Hormontherapie, erneute Untersuchung nach drei Monaten; bei Frauen nach den Wechseljahren Kontrolle nach drei Monaten
  • Bei starkem Krebsverdacht: Spiegelung der Gebärmutter (Hysteroskopie) mit umfangreichem Zellabstrich oder Ausschabung der Schleimhaut (Abrasio), um mehr Zellen untersuchen zu können

Steht fest, dass es sich um Krebs handelt? Dann folgen weitere Untersuchungen, damit die eigentliche Behandlung so gut wie möglich geplant werden kann.

Ausbreitungsdiagnostik

Das sind Tests und Untersuchungen, mit denen man abschätzen kann, wie weit fortgeschritten der Krebs ist: Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, Ultraschall des Bauches von außen und des Unterleibs durch die Scheide, Computertomographie, je nach Situation eine Magnetresonanztomographie und weitere sogenannte bildgebende Verfahren.
Verlässlicher einschätzen lässt sich die Krankheitssituation aber erst bei einer Operation.

Behandlung

Welche Therapie infrage kommt, hängt davon ab, wie weit der Tumor in die Gebärmutter eingewachsen ist, und ob er in andere Organe gestreut hat. Wichtig ist der allgemeine Gesundheitszustand: Daraus können die Ärzte ableiten, welche Behandlung man verkraften würde, und welche zu belastend wäre.

Ist der Tumor auf den Uterus begrenzt?

In einer Operation entfernen die Ärzte Gebärmutter und angrenzende Gewebe. Ist das Rückfallrisiko hoch, kann eine Bestrahlung „von innen" hinzukommen, eine Brachytherapie, oder eine normale Bestrahlung von außen. Auch eine zusätzliche Chemotherapie senkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs zurückkommt.

Ist eine Operation zu gefährlich? Dann hilft eventuell eine alleinige Bestrahlung.

Was tun, wenn man noch schwanger werden möchte? Nur bei sehr frühen Krankheitsstadien ist es möglich, die Behandlung aufzuschieben, bis man ein Kind geboren hat.

Gibt es Metastasen, also Krebs außerhalb des Uterus?

Dann muss man als betroffene Frau mit einer anderen Behandlung rechnen: Die Ärzte setzen eher auf eine Chemotherapie oder eine niedrig dosierte Bestrahlung.

Begleitende Behandlung gegen Nebenwirkungen und Krankheitsfolgen

Die Heilungschancen für Frauen mit einem Endometriumkarzinom sind gut. Doch die Therapie ist für Betroffene auch belastend. Gerade wenn man nicht mehr jung ist, kann dies die Behandlungswahl erschweren. Das gilt umso mehr, wenn man noch andere Krankheiten hat.

Alle Fachleute, die die Behandlung planen und begleiten, achten deshalb besonders auf Nebenwirkungen und belastende Krankheitsfolgen.

Als betroffene Frau sollte man sich vorab erkundigen, womit man rechnen muss, und was sich gegen Beschwerden tun lässt. Denn:
Schmerzen, Übelkeit, Schleimhautentzündungen, Verhärtungen in der Scheide und Probleme beim Geschlechtsverkehr, Entzündungen der Blase, Erschöpfung oder andere Beschwerden lassen sich nicht immer vermeiden. Belastende Symptome lassen sich aber auf jeden Fall lindern.

Um die Krankheit auch psychisch besser zu verkraften, gibt es heute viele Unterstützungsangebote: im Krankenhaus, aber auch für die Zeit, in der man schon wieder zuhause ist.

Sie haben Fragen zum Endometriumkarzinom? Sie wollen wissen, wie die Behandlung bei Ihnen im Detail aussehen kann, und womit Sie je nach Krankheitsstadium rechnen müssen?
Wir vom Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums können zwar das Gespräch mit Ihren Ärzten nicht ersetzen. Aber wir können Ihnen dabei helfen, ein Arztgespräch vorzubereiten. Wir bieten Ihnen wichtige Informationen zur Therapie und zum Leben mit der Erkrankung. Und wir nennen Ihnen Ansprechpartner, bei denen Sie Beratung und weitere Informationen finden.

Diese Informationen finden Sie bei uns im Internet:

Untersuchungen bei Krebs   

Behandlung bei Krebs        

Leben mit Krebs im Alltag      

Belastende Symptome – wirksame Hilfe

Krankheitsverarbeitung: Infos und Ansprechpartner      

Zum Laden und Ausdrucken: Informationsblätter als PDF

Arzt- und Kliniksuche: Gute Ansprechpartner finden 

Krebsverdacht: Wie geht es jetzt weiter?   

Befunde verstehen: Begriffe und Abkürzungen  

Diagnose Krebs: Tipps für die erste Zeit    

Behandlungswahl: Was muss ich wissen?  

Psychoonkologische Hilfen: Anlaufstellen für Krebspatienten  

Sozialrechtliche Fragen: Anlaufstellen für Krebspatienten  

Fortgeschrittene Krebserkrankung: Behandlung, Pflege und Betreuung  

Broschüre (PDF)

Weibliche Sexualität und Krebs



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Eine wichtige Quelle zum Thema Endometriumkarzinom ist die S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientinnen mit Endometriumkarzinom", abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-034OL.html.

Zahlen zu Indizenz und Mortalität bietet das Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut, mehr unter www.krebsdaten.de.

Erstellt: 19.06.2018