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Dickdarmkrebsgewebe, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Darmkrebs: Befunde verstehen

Was bedeuten Fachbegriffe in Arztbriefen? Welche Ergebnisse sind wichtig?

Die Diagnose Darmkrebs steht fest: Wie geht es jetzt weiter? Sind alle Voruntersuchungen beendet, dann werden die Ergebnisse im Befundbericht zusammengefasst. Auf dieser Grundlage planen Ärzte und Patienten gemeinsam die Therapie. Welche Fachbegriffe können in den Befunden und in Gesprächen auftauchen? Was bedeuten sie für die Behandlungsplanung?
Der folgende Text gibt eine Übersicht über Einteilung und Klassifizierung von Darmkrebserkrankungen. Er erläutert außerdem, wie Darmpolypen eingeteilt werden und welches Risiko sie besitzen, bösartig zu werden. Was die konkreten Untersuchungsergebnisse für sie bedeuten, sollten Betroffene aber auf jeden Fall mit ihren Ärzten besprechen – allgemeine Informationen aus dem Internet können ein solches Gespräch nicht ersetzen.

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Quellen und Links

Genutzte Quellen sind am Ende des Textes aufgeführt. Auch der Text "Mehr wissen zum Thema Darmkrebs" bietet Hinweise auf allgemeine Fachliteratur sowie Linktipps zum Weiterlesen.

Untersuchungsergebnisse: Wichtig für die Behandlungsplanung

Ausgangspunkt für die Therapieplanung sind die Untersuchungsbefunde: Im Befundbericht sind alle wichtigen Ergebnisse der Voruntersuchungen zusammengefasst. Der Bericht gibt unter anderem Auskunft über die Art des Tumors, darüber, wie tief er in die Darmwand oder in benachbarte Organe eingewachsen ist, und ob man bereits Absiedlungen in entfernten Organen hat. Auch die Ergebnisse von mikroskopischen und molekularbiologischen Untersuchungen sind Teile des Befundberichts.

Für die Behandlung von Darmkrebspatienten ist besonders wichtig, in welchem Abschnitt des Darms ihr Tumor liegt. Handelt es sich um Dickdarmkrebs, ein sogenanntes Kolonkarzinom? Oder um Enddarmkrebs, ein sogenanntes Rektumkarzinom? Die Lage des Tumors ist beispielsweise entscheidend für die Frage, ob bei einer Operation der Schließmuskel erhalten werden kann, oder ob ein künstlicher Darmausgang notwendig werden könnte, ein sogenanntes Stoma.
Fachleute untergliedern die einzelnen Darmabschnitte daher noch weiter, um den Sitz des Tumors möglichst genau angeben zu können.

Anhand aller Ergebnisse planen Ärzte und Patienten gemeinsam die Therapie:
Welche Behandlung ist in der aktuellen Situation die beste? Kann man operiert werden? Ist eine ergänzende Therapie sinnvoll? Ist eine Heilung möglich? Bei ihren Therapievorschlägen berücksichtigen die Ärzte auch den Allgemeinzustand und eventuelle Begleiterkrankungen. Eine Rolle spielen außerdem persönliche Wünsche und Vorstellungen, oder auch die aktuelle Lebenssituation. Diese Punkte kann man daher ins Gespräch durchaus mit einbringen.

Wie werden die Untersuchungsergebnisse dokumentiert?

Arztbrief © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Arztbriefe bekommt man als Patient auf Wunsch als Kopie. Sie beinhalten alle wichtigen Befunde. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Ärzte nutzen zur Dokumentation einer Krebserkrankung international vergleichbare Klassifizierungssysteme. Dabei erfassen sie zum einen die feingeweblichen Eigenschaften des Tumors und sein Wachstumsverhalten. Zum anderen dokumentieren sie die Ausbreitung des Tumors im Darm, in angrenzende Lymphknoten und gegebenenfalls im gesamten Körper.

Erarbeitet und abgestimmt werden solche Systeme von internationalen Fachgesellschaften, auch in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO. Warum diese Klassifizierung? Eine weltweit einheitliche Dokumentation der Tumoreigenschaften hilft Ärzten, die Behandlungsergebnisse aus Studien mit der Situation ihres Patienten zu vergleichen und die Therapie möglichst genau auf ihn abzustimmen. Außerdem werden Missverständnisse vermieden, wenn im Laufe der Behandlung neue Ärzte oder Fachleute beteiligt sein sollten. Nach der Krankenhausentlassung kann sich ein niedergelassener Arzt anhand des Entlassungsbriefs schnell einen Überblick verschaffen.

Eigenschaften der Tumorzellen: Tumortyp, Bösartigkeit und molekularbiologische Merkmale

Bereits bei der Darmspiegelung entnehmen Ärzte Gewebeproben. Auch das bei einer Operation entnommene Gewebe wird noch einmal untersucht, um die Befunde zu bestätigen oder gegebenenfalls korrigieren und verfeinern zu können.

Unter dem Mikroskop können Spezialisten an diesen Proben zunächst erkennen, ob es sich tatsächlich um die häufigste Tumorart handelt, die den Darm befällt: ein kolorektales Karzinom. Davon zu unterscheiden sind seltenere Krebsarten, die sich manchmal auch im Darm finden, zum Beispiel Lymphome oder gastrointestinale Stromatumoren (GIST).
Handelt es sich um ein kolorektales Karzinom, dann gibt es weitere Unterteilungen: Am häufigsten sind die sogenannten Adenokarzinome, die von den Drüsenzellen der Darmschleimhaut ausgehen. Sie finden sich bei etwa neun von zehn Darmkrebspatienten. Eine Unterform bildet das sogenannte muzinöse Adenokarzinom, das besonders viel Schleim absondert. Nur bei vergleichsweise wenigen Betroffenen finden sich weitere Typen, wie zum Beispiel ein Siegelringkarzinom, ein undifferenziertes Karzinom oder ein Plattenepithelkarzinom.

Wachstumsverhalten: Wie bösartig ist der Tumor?

Die Bösartigkeit eines Tumors geben Fachleute mit dem sogenannten Grading (englisch: Abstufung) an. Es beschreibt, wie aggressiv der Tumor vermutlich wächst. Pathologen können diese Abstufung anhand des Aussehens des Tumorgewebes beurteilen.

Ausgereifte gesunde Zellen der Darmschleimhaut sind normalerweise stark spezialisiert auf ihre Aufgabe, man bezeichnet sie auch als differenziert. Das Gewebe erneuert sich durch Zellteilung nur gerade so weit, wie es zur Reparatur von Schäden oder zum Austausch überalterter Zellen notwendig ist. Tumorzellen sind dagegen mehr oder weniger "entdifferenziert": Sie haben viele Eigenschaften normaler Darmzellen verloren und teilen sich ungebremst.

Das Grading beschreibt, wie sehr sich die Tumorzellen von Zellen in gesundem Gewebe unterscheiden. Der Grad der Entdifferenzierung eines Tumors kann von Patient zu Patient verschieden sein, und sogar innerhalb eines Tumors müssen nicht alle Zellen gleich sein. Mit Grad 1 (G1) bezeichnen Fachleute Zellen, die normalen Darmschleimhautzellen noch sehr ähneln. Man nennt sie auch "gut differenziert". Die Bewertung steigt von G2 (mäßig differenziert) über G3 (schlecht differenziert) zu G4 (undifferenziert). Je höher sie ausfällt, desto weniger ähneln die Tumorzellen normalen Darmzellen, und desto aggressiver wächst wahrscheinlich der Tumor.

Molekularbiologische Eigenschaften: Angriffsziele für moderne Medikamente

Neben Art und Wachstumsverhalten des Tumors bestimmen weitere Eigenschaften die Behandlungsplanung. Vor allem für Patienten mit einer fortgeschrittenen, metastasierten Darmkrebserkrankung spielen solche besonderen Eigenschaften der Tumorzellen eine wichtige Rolle: In den letzten Jahren ist eine ganze Reihe neuer Medikamente auf den Markt gekommen, die sich gegen diese besonderen Merkmale richten. Mehr dazu erfahren Interessierte im Text "Zielgerichtete Medikamente gegen Darmkrebs".

Das TNM-System: Ausbreitung des Tumors

Ein international weit verbreitetes System zur Einteilung von Krebserkrankungen ist das TNM-System: Mit ihm lässt sich die Ausbreitung des Tumors im Körper beschreiben.

"T" für Tumor: Darmkrebs entsteht normalerweise in der Schleimhaut, die den Darm von innen auskleidet. Als "Tis" oder Tumor "in situ" bezeichnet man eine sehr frühe Form von Darmkrebs: Der Tumor ist auf die innerste Schicht der Darmschleimhaut begrenzt, also nur oberflächlich gewachsen.
Wenn der Krebs weiter fortschreitet, kann er in tiefere Schichten der Darmwand einwachsen: in das Bindegewebe, die Muskelschicht oder in das Bauchfell, das den Darm umgibt. Bei manchen Patienten sind auch direkt benachbarte Organe befallen. Solche Tumoren erhalten im Befundbericht die Ziffern 1 bis 4 hinter dem "T" - je nachdem, wie weit sie in die Darmwand eingewachsen sind oder sich darüber hinaus ausgebreitet haben.
Die Abkürzung "TX" dagegen bedeutet, dass die Ärzte die Ausbreitung des Tumors nicht eindeutig beurteilen können.

"N" für Lymphknoten: Der Buchstabe "N" steht für den Befall von Lymphknoten (lateinisch: Nodus = Knoten). Viele Tumoren, darunter auch Darmkrebs, streuen zuerst in die Lymphbahnen und -knoten, die das Organ umgeben. Mit den Ziffern null bis zwei geben die Ärzte an, wie viele befallene Lymphknoten gefunden wurden. N0 bedeutet, dass keine Tumorzellen in den umliegenden Lymphknoten entdeckt wurden. Lautet die Angabe N1, dann sind bis zu drei umliegende Lymphknoten befallen, bei N2 sind es vier oder mehr.
Diese Angabe ist bei vielen Patienten erst nach einer Operation möglich. Ein "X" bedeutet daher auch hier, dass die vorliegenden Ergebnisse für die Beurteilung nicht ausreichen.

"M" für Metastasen: Mit dem Buchstaben "M" beschreiben Ärzte, ob beim betreffenden Patienten Metastasen in entfernten Organen wie zum Beispiel der Leber entdeckt wurden (M1) oder nicht (M0).

  • Ein Beispiel: Ein Tumor, der im Arztbrief mit T2N2M0 bezeichnet wird, ist bereits von der Darmschleimhaut in die darunterliegende Muskelschicht eingewachsen. Außerdem hat er in vier oder mehr umliegende Lymphknoten gestreut. Die Angabe M0 zeigt aber an, dass in entfernt liegenden Organen keine Metastasen gefunden wurden.

Weitere Angaben: Was bedeutet es, wenn vor der TNM-Einteilung ein "c" steht? Es handelt sich dann um das Ergebnis der Voruntersuchungen (c steht für das englische "clinical"). Diese Einstufung kann sich nach einer Operation noch ändern: Oft wird erst während der Operation oder durch die feingewebliche Untersuchung des entfernten Gewebes die genaue Ausbreitung des Tumors deutlich. Deshalb kennzeichnen die behandelnden Ärzte den Befund nach dem Eingriff mit einem "p" für pathologisch oder postoperativ.

Die Einstufung "R" können Ärzte erst nach der Operation angeben. Sie steht für Residualtumor oder Tumorrest. R0 bedeutet, dass der Tumor vollständig entfernt wurde ("kein Rest"). Bei R1 haben sich bei der mikroskopischen Untersuchung Tumorzellen am Rand des entnommenen Gewebes gefunden. Das bedeutet: Der Tumor wurde nicht vollständig "im Gesunden" entfernt, eventuell sind bösartige Zellen im Körper zurückgeblieben. Die Angabe R2 heißt, dass die Ärzte den Tumor nicht vollständig entfernen konnten und mit bloßem Auge sichtbare Reste zurückgeblieben sind.

Mit dem TNM-System sind noch weitere Angaben möglich, mit denen sich die Ausbreitung eines Tumors beschreiben lässt, mehr dazu im Text "Arztbriefe, Krankenakte: Befunde und Abkürzungen verstehen". Zum Laden und Ausdrucken steht das Informationsblatt "Befunde verstehen" (PDF) zur Verfügung.

Einteilung in Krankheitsstadien: Wie weit ist der Krebs fortgeschritten?

Aufbauend auf der TNM-Einteilung beschreiben Ärzte in Krankheitsstadien, wie weit die Krebserkrankung bereits fortgeschritten ist. Der englische Begriff für diese Stadieneinteilung lautet "staging". Es gibt die Stadien null bis vier. Dieses System wurde von der Internationalen Vereinigung gegen den Krebs (Union Internationale Contre le Cancer, UICC, www.uicc.org) entwickelt und ist wie das TNM-System in vielen Ländern gebräuchlich.

  • UICC-Stadium 0: Tumore "in situ" oder Tis werden dem Stadium null zugeordnet. Es handelt sich um Frühformen von Darmkrebs. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Tumor gestreut hat, ist sehr gering, da er noch keinen Kontakt mit Blutbahnen oder Lymphgefäßen hat.
  • UICC-Stadium I ("eins") bedeutet, dass der Tumor bereits in die Bindegewebsschicht unter der Schleimhautoberfläche (entspricht T1) oder noch weiter in die darunter liegende Muskelschicht (T2) eingewachsen ist. Er hat sich aber weder in umliegende Lymphknoten (N0) noch in weitere Organe (M0) ausgebreitet.
  • UICC-Stadium II ("zwei") steht für Tumoren, die ebenfalls noch nicht gestreut haben (N0, M0). Sie haben die äußere Schicht der Darmwand erreicht (T3, UICC-Stadium IIA), haben die Darmwand durchbrochen und sind ins Bauchfell (T4a, UICC-Stadium IIB) oder in umliegende Organe oder Gewebe eingewachsen (T4b, UICC-Stadium IIC).
  • UICC-Stadium III ("drei"):Umliegende Lymphknoten sind befallen, es gibt aber keine Anzeichen für Fernmetastasen (M0). Für die feinere Unterteilung in die Stadien IIIA-C kommt es darauf an, wie viele befallene Lymphknoten die Ärzte gefunden haben und welcher T-Kategorie der Tumor zugeordnet wurde: Je fortgeschrittener der Tumor ist, desto höher die Einstufung.
  • UICC-Stadium IV ("vier"): Liegen Fernmetastasen vor (M1), wird jede Darmkrebserkrankung als Stadium vier klassifiziert, unabhängig von der Tumorgröße oder der Zahl der befallenen Lymphknoten. Stadium IVA heißt, dass die Tumorabsiedlungen auf ein Organ beschränkt sind, bei Stadium IVB wurden Metastasen in mehr als einem Organ entdeckt. Stadium IVC bedeutet, dass das Bauchfell befallen ist.

Gelegentlich hören Patienten noch die heute nicht mehr gängige Angabe von Tumorstadien "nach Dukes". Dabei entsprechen die Dukes-Stadien A bis D in etwa den UICC-Stadien I bis IV.

Anhang: Darmpolypen - Einteilung und Krebsrisiko

Darmpolyp © MediDesign Frank Geisler
Einige Formen von Darmpolypen sind als gestielte Ausstülpungen aus der Darmschleimhaut sichtbar. © MediDesign Frank Geisler

Darmpolypen entstehen aufgrund von Veränderungen in den Zellen der Darmschleimhaut. Sie sind bei der Koloskopie als wenige Millimeter bis einige Zentimeter große Ausstülpungen aus der Darminnenwand sichtbar. Ihre Form ist sehr unterschiedlich: Das Spektrum reicht von flachen, kaum sichtbaren Erhebungen über kleine "Knubbel" bis zu gestielten Geschwülsten, die weit in den Darm hineinragen. Polypen werden in der Regel bei einer Darmspiegelung zur Früherkennung oder zur Abklärung von Symptomen entdeckt. Insgesamt finden sich Darmpolypen häufiger im letzten Teil des Dickdarms und im Enddarm als in den restlichen Abschnitten des Dickdarms.

Heute weiß man: Die meisten Veränderungen in den Darmzellen sind gutartig, und viele bleiben dies auch. Das bedeutet: Es liegt kein Krebs vor. Einige Darmpolypen tragen allerdings das Risiko, bösartig zu werden.
Je nach ihrem feingeweblichen Aufbau unterscheiden Fachleute verschiedene Polypenarten. Die feingeweblichen Merkmale können sie nur unter dem Mikroskop eindeutig beurteilen. Der Aufbau sagt etwas über die Wahrscheinlichkeit aus, mit der die Geschwülste bösartig werden können.

Hyperplastische Polypen machen etwa ein Drittel aller gefundenen Darmpolypen aus. Ihr Entartungsrisiko ist sehr gering, sie gelten daher streng genommen nicht als Krebsvorstufe. Einen Teil der hyperplastischen Polypen sehen Fachleute inzwischen jedoch als Vorläufer sogenannter serratierter Adenome an. Das betrifft insbesondere diejenigen, die größer als ein Zentimeter sind.

Hamartomatöse Polypen sind vergleichsweise selten. Sie finden sich vor allem bei Patienten mit seltenen erblichen Syndromen wie dem Peutz-Jeghers-Syndrom und der Familiären Juvenilen Polyposis. Ihr Risiko bösartig zu werden wird als gering eingeschätzt. Dennoch haben Patienten mit diesen Erkrankungen rein statistisch ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Mehr zu risikosteigernden Genveränderungen finden Interessierte im Text "Darmkrebs: Risikofaktoren und Vorbeugung".

Adenome gelten dagegen eindeutig als mögliche Krebsvorstufe. Etwa zwei Drittel aller entdeckten Darmpolypen fallen in diese Kategorie. Sie haben das Potenzial, sich über Monate oder Jahre hinweg zu Krebs zu entwickeln. Allerdings entwickeln sich nicht alle Adenome zwangsläufig zu Krebs weiter, manche von ihnen bilden sich von allein zurück.

Adenome werden von Fachleuten weiter unterteilt: Schon seit langer Zeit bekannt sind die klassischen Adenome. Dazu gehört auch der häufigste Typ: das sogenannte tubuläre Adenom. Davon unterscheidet man die seltenen villösen Adenome und die Mischform der sogenannten tubulovillösen Adenome. Von diesen drei Typen besitzen villöse Adenome das höchste Risiko, bösartig zu werden, tubuläre das geringste.

Erst in den letzten Jahren wurde klar, dass es noch weitere Adenomtypen gibt. Sie ähneln in ihrem Aussehen den hyperplastischen Polypen. Wegen ihrer sägezahnartigen Ausstülpungen bezeichnet man sie als serratierte Adenome. Man unterscheidet zwei Haupttypen: sessile serratierte Adenome und traditionelle serratierte Adenome. Beide kommen nur selten vor. Ihr Entartungsrisiko sehen Fachleute als eher niedrig an. Dennoch gelten sie als Krebsvorstufe.

  • Das Risiko bösartig zu werden wird aber nicht nur vom Adenomtyp bestimmt, sondern auch von seiner Größe. Außerdem spielt eine Rolle, wie weit die Entwicklung zur Krebsvorstufe bereits fortgeschritten ist.

Wie Darmpolypen behandelt werden und wie die Nachsorge danach aussieht, erfahren Interessierte im Text "Darmkrebs: Was tun bei Krebsverdacht?".

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl)