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Linktipps: Coronaimpfung bei Krebspatienten

Allgemeine Informationen und Impfempfehlungen der Fachgesellschaften

Seit Dezember 2020 sind in Deutschland mehrere COVID-19-Impfstoffe zugelassen. Wo Fachpersonal verlässliches Hintergrundwissen und Impfempfehlungen für Krebspatienten findet, hat krebsinformationsdienst.med zusammengestellt.

 

Hand mit Spritze impft in Oberarm
Schutzimpfung in den Oberarm © Hyttalo Souza, Unsplash

Seit gut einem Jahr hält das Coronavirus SARS-CoV-2 Menschen weltweit in Atem. Inzwischen sind mehrere Impfstoffe zugelassen. Sie können vor COVID-19 schützen, der Erkrankung durch das Coronavirus. Wissenschaftliche Daten zur Impfung von Krebspatienten liegen bislang kaum vor und viele Fragen dazu sind noch offen. Es stehen jedoch aktuelle allgemeine Informationen zur COVID-19-Impfung zur Verfügung, die Ärzte und Fachpersonal bei der Beratung und Betreuung von Patientinnen und Patienten nutzen können. Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) Empfehlungen für eine Coronaimpfung bei Tumorpatienten erarbeitet.

Regelungen und Empfehlungen zur Impfpriorisierung

Derzeit werden in Deutschland verschiedene Personengruppen mit unterschiedlicher Priorität geimpft. Das stufenweise Vorgehen ist notwendig, weil zunächst nicht ausreichend Impfstoff zu Verfügung steht, um alle Menschen zu impfen, die das wünschen.

  • Geregelt wird die Priorisierung durch eine Impfverordnung (PDF) des Bundesgesundheitsministeriums. Die Verordnung liegt in dritter Fassung vor und ist seit dem 8.3.2021 gültig.
  • Auf der Webseite der Bundesregierung finden sich Informationen zum aktuellen Zugang und zu der Verteilung des Corona-Impfstoffs in Deutschland.
  • Die praktische Umsetzung der Priorisierung und die Vergabe der Impftermine wird länderspezifisch geregelt. Informationen finden sich auf den entsprechenden Seiten der Landesregierungen.

Die Rechtsverordnung sieht 3 Gruppen vor, die mit "höchster" (Gruppe 1), "hoher" (Gruppe 2) und "erhöhter" (Gruppe 3) Priorität geimpft werden. Krebspatientinnen und Krebspatienten gehören je nach Erkrankungssituation in Gruppe 2 oder in Gruppe 3. Es sei denn, sie fallen aus anderen Gründen in Gruppe 1, beispielsweise wegen ihres Alters.

Priorisierung von Krebspatienten: Ob ein Krebspatient mit hoher oder erhöhter Priorität geimpft werden soll, ist nicht immer eindeutig zu benennen. Letztlich können dies nur die behandelnden Ärzte unter Berücksichtigung der aktuellen Impfverordnung entscheiden. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat dazu Erläuterungen bereit gestellt: COVID-19-Schutzimpfung Wer kann geimpft werden? Wie wird informiert? (PDF).

Ärztliches Attest: Personen mit Vorerkrankungen benötigen gegebenenfalls ein ärztliches Zeugnis zur Vorlage im Impfzentrum.

  • Wann dies nach der Impfverordnung der Fall ist und wie solch ein Attest aussehen sollte, hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihren Praxisnachrichten Atteste für Patienten mit Vorerkrankungen zusammengestellt.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) bietet auf ihrer Homepage ein entsprechendes Attest zur Bescheinigung der hohen Priorität (PDF) an, das Ärztinnen und Ärzte für Krebspatienten der Gruppe 2 zur Vorlage beim Impfzentrum nutzen können.

Kein verbindliche Aussage durch den Krebsinformationsdienst möglich: Derzeit ist die Impfreihenfolge regional sehr unterschiedlich geregelt. In manchen Bundesländern werden bereits Menschen der Gruppe 2 geimpft, in anderen nach wie vor nur Menschen der Gruppe 1. Und es gibt Hot-Spot-Regionen, in denen die Impfreihenfolge ganz aufgehoben wurde. Wir bitten Sie daher um Verständnis, dass wir keine verbindliche Aussage dazu treffen können, wann Ihre Patienten mit der Impfung an der Reihe sind.

Allgemeine Informationen zu den in der EU zugelassenen Impfstoffen

Aktuelles zum AstraZeneca-Impfstoff

Die Bundesregierung hat auf der Grundlage aktueller Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beschlossen, ab dem 31.3.2021 bevorzugt Menschen über 60 Jahren mit dem AstraZeneca-Impfstoff zu impfen. Sie weist jedoch darauf hin, dass der Impfstoff nach individueller Risikoabwägung weiter auch bei unter 60-jährigen verwendet werden kann. Die STIKO empfiehlt zudem, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit AstraZeneca erhalten haben, nach 12 Wochen zunächst einen mRNA-Impfstoff als Zweitimpfung erhalten sollten. Das gilt zumindest so lange, bis dazu weitere Studiendaten vorliegen.

Grundlage für diese Entscheidung sind sehr seltene schwere Gerinnungsstörungen, die im zeitlichen Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung vor allem bei Frauen unter 55 Jahren in Hirnvenen auftraten.

Beschluss zur 4. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO (8.4.2021).

Stellungnahme der Europäischen Arzneimittelagentur EMA (7.4.2021)

Stellungnahme der Bundesregierung (2.4.2021)

Rote-Hand-Brief: Vaxzevria/COVID-19 Vaccine AstraZeneca (PDF) (13.4.2021)

Weltweit forschen Ärzte derzeit in über 200 Projekten an unterschiedlichen Impfstoffen gegen das Coronavirus. Beispiele sind mRNA-Impfstoffe oder Impfstoffe mit Vektor-Viren. Informationen zur Wirksamkeit und Sicherheit eines Corona-Impfstoffs müssen immer auf einen konkreten Impfstoff bezogen werden. Comirnaty®

Kommunikations-Handbuch zur COVID-Impfung: Ein praktischer Leitfaden, wie Fehlinformationen über die Coronaimpfung widerlegt und Ängste abgebaut werden können. Das Handbuch wurde von Experten unter der Leitung der Universität Bristol erstellt. Es ist in mehreren Sprachen verfügbar und auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV) oder direkt unter https://sks.to/c19vax einsehbar.

Impfaufklärungs-App in verschiedenen Sprachen: Digitale Unterstützung für Ärztinnen und Ärzte bei Sprachbarrieren bietet die kostenlose Rescue-Impf-App. Die App deckt mehr als 35 Sprachen einschließlich Gebärdensprache ab. Inhalt und Funktionen wurden im Auftrag des BMG erstellt und mit Experten des RKI abgestimmt.

Empfehlungen zur Impfung von Krebspatienten

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat zur COVID-19-Impfung unter anderem Empfehlungen zur COVID-19-Schutzimpfung bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen (PDF) sowie einen Faktencheck SARS-CoV-2 für Krebspatient*innen (PDF) herausgegeben. Zudem hat die DGHO Erläuterungen zur aktuellen Priorisierung von Krebspatienten (PDF) veröffentlicht.

Wichtige allgemeine Punkte der Stellungnahmen:

  • Weder eine Krebserkrankung noch eine systemische Krebstherapie stellen eine Kontraindikation gegen eine der bislang zugelassenen Schutzimpfungen dar.
  • Ganz allgemein kann die Wirksamkeit der Impfung bei immungeschwächten Krebspatienten eingeschränkt sein.
  • Es gibt für Krebspatienten keine besondere Empfehlung für oder gegen einen der zugelassenen Impfstoffe. Die allgemeinen Empfehlungen zur Wahl des Impfstoffs sollten beachtet werden. 
  • Bei der Entscheidung, ob eine COVID-19-Impfung durchgeführt werden soll, gelten die allgemeinen Grundsätze des "Shared Decision Making" zwischen Arzt und Patient. Die individuelle Risikosituation des Patienten muss dabei immer berücksichtigt werden.
  • Wann unter einer laufenden Krebstherapie am besten geimpft werden sollte, dazu liegen bislang keine konkreten Daten vor. Der Impfzeitpunkt sollte individuell nach Verfügbarkeit, Verträglichkeit und persönlicher Präferenz gewählt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat für Ärztinnen und Ärzte zuletzt am 30.3.2021 Empfehlungen zum Umgang mit dem Risiko von Gerinnungsstörungen im Rahmen der AstraZeneca-Impfung (PDF) zusammengestellt –  unter anderem in Absprache mit der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH).

Darüber hinaus stellt die DGHO weitere Informationen zu SARS-CoV-2 zur Verfügung, so eine Leitlinie zu COVID-19 bei Krebspatienten. Sie enthält evidenzbasierte Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Infektionen in der Hämatologie und Onkologie (AGIHO) zu Diagnostik, Vorbeugung einschließlich Schutzimpfung, Therapie sowie eine kurze Zusammenfassung der Empfehlungen zu einzelnen Krankheitsbildern der Hämatologie und Onkologie.

Informationsmaterial zur Weitergabe an Patienten

  • Krebsinformationsdienst: Auf den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes findet sich Wissenswertes zu Corona und Krebs für Krebspatienten und ihre Angehörigen.
  • RKI: Auf der Homepage des Robert Koch-Instituts (RKI) gibt es Informationen zu praktischen Fragen rund um SARS-CoV-2-Impfungen, die laufend aktualisiert werden: COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ).
  • DGHO: Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hat einen Faktencheck SARS-CoV-2 für Krebspatient*innen (PDF, aktualisiert 11.3.2021) zusammengestellt. 
  • BMG/BzGA: Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben auf der Informationsplattform Zusammen gegen Corona Fakten rund um die Coronaimpfung zusammengestellt.
  • Aufklärungsmerkblatt und Einwilligungsbögen: Das Robert Koch-Institut bietet unter seinen Materialien zum Impfen entsprechende Aufklärungsmerkblätter und Anamnese- und Einwilligungsbögen sowohl zur COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoff als auch mit Vektor-Impfstoff. Diese Materialien wurden vom Deutschen Grünen Kreuz e.V. in Kooperation mit dem Robert Koch-Institut erstellt. Sie liegen auch in leichter Sprache und diversen Fremdsprachen vor.
  • Die Stiftung Warentest bietet auf ihrer Homepage ebenfalls verständliche Informationen zur COVID-19-Impfung: Impfungen gegen Corona – Das müssen Sie jetzt wissen.


krebsinformationsdienst.med: Service für Fachkreise



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Fachkreise-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.