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Was ist dran: Aronia zur Krebsprävention?

Fakten zum "Superfood" Aroniabeere

Aroniabeeren schützen vor Krebs: Diese Behauptung findet man, wenn Medien, Shops und Händler das "Superfood" Aroniabeere anpreisen – gerade jetzt, wo die Erntezeit der Beeren ansteht.

Mit dem Begriff "Superfood" werden oft exotische Früchte oder Samen bezeichnet, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als übliche Nahrungsmittel haben sollen. Die Versprechen sind groß und der damit verbundene Preis ist es oftmals auch.

Doch sind Aroniabeeren tatsächlich besser als herkömmliches Obst und Gemüse? Stimmt es, dass sie auch vor Krebs schützen können? krebsinformationsdienst.med hat die Fakten näher betrachtet.

Aroniabeeren: Warum gelten sie als gesund?

Aroniabeeren werden gepflückt. © Shutterstock / Sajka
Aroniabeeren werden ab August geerntet. © Shutterstock / Sajka

Wenn die Früchte der Aroniapflanze im August oder September reif werden, beginnt die Ernte. Die dunkelviolette Aroniabeere (Aronia melanocarpa), auch als schwarze Apfelbeere oder schwarze Eberesche bekannt, stammt ursprünglich aus Nordamerika. Heute wird sie auch in Deutschland auf Plantagen angebaut. Die Beere hat einen herben süß-säuerlichen, adstringierenden Geschmack. Verarbeitet wird sie zum Beispiel zu Saft und Konfitüre. Sie wird aber auch frisch oder getrocknet angeboten.

Wertvolle Inhaltsstoffe: Aroniabeeren enthalten relativ viel Vitamin C und Kalium. Darüber hinaus zeichnen sie sich durch einen hohen Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen aus: Besonders Anthocyane (z. B. die Farbstoffe Anthocyanidine) und Polyphenole sind in den Beeren enthalten. Diesen wird eine Reihe von gesundheitsfördernden Eigenschaften zugesprochen.

Doch nicht nur die Aroniabeere, sondern auch andere Beerensorten, wie etwa Holunderbeeren, weisen hohe Anthocyanidin-Konzentrationen auf1. Die folgenden Angaben zum Anthocyanidin-Gesamtgehalt beziehen sich jeweils auf 100 g rohe Beeren:

  • Brombeere: 100,6 mg
  • Blaubeere: 163,3 mg
  • Aroniabeere: 349,8 mg
  • Holunderbeere: 485,3 mg

Gesundheitsförderliche Wirkung durch Aroniabeeren: Was zeigen die Studien?

Ergebnisse aus der Präklinik: In experimentellen Untersuchungen – an Zelllinien oder in Tierversuchen – wurden antioxidative, antimikrobielle, Immunsystem-stimulierende und leberschützende Eigenschaften der Aroniabeeren-Extrakte gezeigt.

Ergebnisse aus klinischen Studien: Ein aktueller Übersichtsartikel2 fasst sieben Untersuchungen zur Einnahme von Saft oder Supplementen der Aroniabeere zusammen: Dieser zeigt, dass der Verzehr von Aroniabeeren-Produkten Fettstoffwechselwerte günstig beeinflusst. Weitere laufende bzw. geplante Studien untersuchen den Einfluss von Aroniabeeren(-Extrakten) auf andere Krankheiten wie Bluthochdruck oder kardiovaskuläre Erkrankungen.

Krebsprävention durch Aroniabeeren: Was zeigen die Studien?

Ergebnisse bisher nur aus der Präklinik: Isolierte Polyphenole aus Aroniabeeren zeigten an humanen Leberkrebszellenlinie antioxidative und antiproliferative Wirkung. Auch in Studien mit Darm-, Brust-, Leukämie- und Zervixkrebszelllinien hemmten Aroniabeeren-Extrakte das Zellwachstum.

Um zu prüfen, ob Aronia auch bei Menschen vor Krebs schützt, müssen jedoch klinische Untersuchungen durchgeführt werden. Diese stehen bisher aus.

Verzehr von Aroniabeeren: Was empfehlen offizielle Institutionen?

Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (Max Rubner-Institut) hält den Verzehr von frischen Aroniabeeren für unbedenklich, wenn die Portionen klein sind. Handelt es sich um verarbeitete Produkte von Aroniabeeren, dann gilt auch ein regelmäßiger Genuss größerer Mengen als unproblematisch. Hintergrund: Rohe Beeren enthalten in ihren Kernen geringe Mengen Blausäure. Durch Verarbeitungsprozesse kann der Blausäure-Gehalt in aroniahaltigen Lebensmitteln jedoch deutlich gesenkt werden.

Allgemeine Empfehlungen zur Ernährung gibt die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) in ihrem "Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung":

  • Essen Sie häufig Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse.
  • Schränken Sie Ihre Ernährung mit kalorienreichen Nahrungsmitteln ein (hoher Fett- oder Zuckergehalt) und vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke.
  • Vermeiden Sie industriell verarbeitetes Fleisch; essen Sie weniger rotes Fleisch und salzreiche Lebensmittel.

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