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Zielgerichtete Krebstherapien: Nebenwirkungen an der Haut

Tipps für Ihre Patienten

Immer mehr zielgerichtete Medikamente werden zur Behandlung von Krebspatienten zugelassen. Doch so "punktgenau" sie auf ein bestimmtes Ziel an der Krebszelle auch ausgerichtet sind: Nebenwirkungen können trotzdem auftreten. Besonders häufig sind Veränderungen an Haut, Haaren und Nägeln. Auch wenn Patienten vor Beginn einer Therapie mit einem zielgerichteten Arzneimittel umfassend informiert werden, kann es im Alltag zu Problemen kommen, bei denen schneller Rat wichtig ist: Was können Patienten selbst tun, um Nebenwirkungen an Haut, Haaren und Nägeln vorzubeugen? Warum ist es so wichtig für sie, nicht ohne Rücksprache mit den therapieführenden Ärzten selbst aktiv zu werden?
Der krebsinformationsdienst.med bietet einen Überblick und Links auf weiterführende Informationen für alle, die im beruflichen Alltag mit Krebspatienten Kontakt haben.

"Targeted Therapies": Haut, Haare und Nägel schützen

Beipackzettel mit Tabletten © Sabine Immken/Fotolia
Auch zielgerichtete Arzneimittel haben Nebenwirkungen. © Sabine Immken / Fotolia

Mittlerweile profitieren viele Krebspatienten von einer Behandlung mit einem zielgerichteten Arzneimittel. Beispiele sind etwa EGFR-Antikörper für Darmkrebspatienten oder BRAF-Inhibitoren für Patienten mit einem malignen Melanom mit einer entsprechenden Mutation. Je nach verwendetem Wirkstoff kann es aber auch bei zielgerichteten Medikamenten zu Nebenwirkungen an verschiedenen Organen bzw. Organsystemen kommen. Häufig betroffen sind Haut, Haare und Nägel. Die Veränderungen reichen beispielsweise von "akneiformen" Exanthemen über trockene, juckende Haut bis hin zu Paronychien oder Störungen des Haarwachstums.

Die Veränderungen können bereits nach Tagen, bei anderen Patienten aber auch erst Wochen oder Monate nach Beginn der Therapie auftreten. Sie bilden sich in der Regel spontan zurück, nachdem die Behandlung beendet wurde.

Zwar ist die Ausprägung dieser Nebenwirkungen individuell unterschiedlich. Doch gerade mit steigender Behandlungsdauer kann auch die Beeinträchtigung der Lebensqualität zunehmen.

Behandlung

Solange das Medikament gegen die Krebserkrankung gegeben wird, kann die Behandlung der Nebenwirkungen nur symptomatisch erfolgen. Sie orientiert sich an bewährten Therapien von Hauterkrankungen wie einem makulopapulösen Exanthem oder einer Xerosis cutis.

Je nach Art der Nebenwirkung kommen zunächst Externa zum Beispiel als Creme, Salbe, Gel oder Lösung zum Einsatz. Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von harnstoffhaltigen Basistherapeutika bis hin zu wirkstoffhaltigen Externa, wie zum Beispiel Kortisonpräparaten oder lokalen Antibiotika.

Sind die Nebenwirkungen sehr stark ausgeprägt, oder haben sich Superinfektionen gebildet, kann auch die orale Einnahme eines Kortisonpräparates beziehungsweise eines Antibiotikums notwendig werden.

Nur in seltenen Fällen muss die Dosis des zielgerichteten Medikaments reduziert, die Gabe unterbrochen oder das Medikament ganz abgesetzt werden.

Wichtig für Patienten: Die Nebenwirkungen an Haut, Haaren und Nägeln können sich während der Therapie mit einem zielgerichteten Medikament verändern. Dann muss die symptomatische Behandlung entsprechend angepasst werden. Daher sollten Patienten dazu ermutigt werden, regelmäßige Termine zu Therapie- und Verlaufskontrollen wahrzunehmen. So kann das weitere Vorgehen immer wieder individuell besprochen werden. Ansprechpartner können, neben den therapieführenden Ärzten, Dermatologen mit Erfahrung in der Mitbetreuung onkologischer Patienten sein.

Informationen für Patienten und Angehörige

Wichtige Tipps zur Prävention, für Betroffene bieten die Internetseiten des Krebsinformationsdienstes: "Hautprobleme während einer Krebsbehandlung: Behandeln, schützen, vorbeugen" unter der Überschrift "Zielgerichtete Krebstherapien: Auswirkungen auf Haut und Nägel - Vorbeugung und Behandlung: Was können Patienten tun?".